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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-12-13 · Heft 50 (13.12.1895) · p. Seite 594

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 50 (13.12.1895)
Date
1895-12-13
Page
Seite 594 (sequence 6)
Language
German
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594 voll Gott ausgehend, in seinem Lichtmeer wieder sich sammelnd.') Das ist das echte, wahrhafte Licht, das a» der Abendseite brannte, dort, vor Gott, tvo er in seiner Herrlichkeit sich offenbarte. Jenes Licht, das vor Gott brennet, daraus wurden die andern angezündet, und es brannte das letzte länger als die anderen! Ihm ging das Licht und der Stofs zum Brennen nicht ans! III. Und als das dritte, welches die Hasmonäer errangen, das auch wir uns gewinnen müssen, das ist die Ehre und Anerkennung nach außen hin! Sie kann »ns nicht fehlen, wenn wir in uns selber treu und innig, liebend und wahrhaft dem Glauben an unser» Gott und sein Wort uns weihen! Jener feste, gottstarke Sinn, jenes aufrichtige freudige Bewußtsein von der Würde und Bedeutung der Aufgabe Jisraels, das war der Mittelpunkt des Lebens in den Helden, deren Gedächtuiß wir verherrlichen! Wo es gilt, für die Anerkennung unserer geschmähten Würde, wo es gilt, für das uns vorenthaltene Menschenrecht das Wort frei und muthig zu erheben, wo mit der Macht der äußeren Ueberlegenheit Lüge und Heuchelei, erfindungsreicher geschäftiger Trug sich paaret — wo in Schrift und Wort die Feinde Jisraels den schlecht verborgenen Haß ausspritzen, die eingewurzelten Borurtheile wider uns ausbreiten wollen — meine Freunde! da ruft uns die Drommete zusammen, jener Ruf, der einem Jeglichen in Jisrael verkündete, daß er ein Glied in der großen Kette des Ganzen, daß er sich nicht vereinzeln und trenne», nicht absondern und entfernen dürfe, wo das Wohl und Weh seiner Brüder in Frage steht! — da soll die Gemeinde sich .als Gemeinde, als eine durch gemeinsame Interessen, durch eine gemeinsame Vergangenheit, durch eine gemeinsame Sendung und Berufung einige und verbundene erkennen! — als eine Gemeinde Gottes, seinem Dienste geweihet, seinem Worte gehorchend, seinem Schutze vertrauend und seiner Ehre und Verherrlichung mit dem Besten und Schönsten ihres Besitzes zugehörig! Dieser Drommetentvn rief die Sühne des Mathatias auf! — nicht die schmetternde Drommete aus Silber, die nur nach der Ueberlieferung dem Moscheh war vergönnt, und nicht die Jubelhörner, die zur Schlacht das Zeichen kündeten — sondern der laute gewaltige Drounnetmton der inneren Stimme, begeisternder Hingebung für Gott, der dröhnende, durch alle Tiefen der Seele dringende Ruf der Pflicht! — Wem Gott Ansehen und Vermögen, wem er Einfluß und Geltung hat gewährt, wem er die Gewalt des tief dringenden Wortes hat verliehen, der verwende das Gottessein zum Ruhme und zur Ehre, zum Schutz und zur Abwehr für die Seinigen. Was trieb die Söhne des Hasmonäers hinaus, daß sie dem gewaltige» Zwingherrn sich entgegeustellteu, daß sie allein es wagten, den Geboten des Tyrannen zu trotzen? Es war die Liebe zu Gott, die Ueberzeugung ihres Innern, die sie retten und wahren und in der sie für Tausende und Abertausende der Unmündigen und Schwachen, der Ohnmächtigen und Feigen unter ihrem Volke das stärkende, erhebende, begeisternde Vorbild sein wollten! Deß mögen sie auch für uns Vorbilder und Leitsterne sei», daß statt der Entfremdung und Erkaltung ein inniges Zusammenhalten in Jisrael, die Einheit seines inneren Lebens, eine würdigere Gestaltung seiner äußeren Verhältnisse bewirke! Sie sind noch nicht zu Ende, die Jahre der Prüfung uud Versuchung Jisraels! Den kaum sich heiternden Horizont nmzieheu nur zu bald und zu leicht, die Aussicht henunende, die reine Aetherluft verhüllende Wolken! Darum bedarf es der Festigkeit und der Gediegenheit von innen! Darum eines starken, entschiedenen Bewußt¬ ') Tr. Sabbath ]>. 221,. seins, das in dem Einzelnen, wie im Ganze» lebt uud wie ei» Zauberriug Alle vereiniget und verbündet! Aber nicht zu kleinmüthigem, ängstlicheu Zagen, nicht zu banger dumpfer Gedrücktheit, nein, zu muthiger Ausdauer und zu gewissenhafter Benutzung und Verwendung unserer Kraft soll jenes erhabene Vorbild uns führen! Wie die Hasmonäer. wollen auch wir das Heiligthum des Herrn in seiner Würde und seinem Glanze uns erneuern, wie die Hasmonüer das Licht im Heiligthume des Herrn bewahren und schirmen, wie die Hasmonäer wollen auch wir durchdrungen uud erfüllt von Liebe und Theilnahme zu unserer Ehre und unserer Wurde die Sache des Lichtes gegen die Finsterniß, des Rechts gegen das Unrecht, der Wahrheit gegen die Lüge, des lautern Geistes gegen die Gespenster und Schatten der Nacht, beginnen und vollenden! Ihr fraget verwundert: Wie? wie soll uns das gelingen? Wer sind wir und was können wir? (Secharja 4,6) flliOS " “I2K 'N1">2 DK '2 HDD *6l ^TQ *6 Das ist des Propheten Antwort an Serubabel, das ist der schöne Spruch, dessen Wahrheit und Lauterkeit sich an dem Beispiel der Hasmonäer hat bewähret, das sei auch unser Wahlsprnch, die Summe dessen, worauf es unter uns ankommt, unser Trost und unser Losungswort!—Nicht die Kraft und nicht die Gewalt machte dieMakkabäer stark. '2 iDb niwn t6 DPnn p« m DD-iro *6 '2 (Psalm 44, 4.) DJVjn '2 pS “11*0 TsvN'1 Mit Roß und Reisigen zogen ihre Dränger aus, sie aber im Namen des Gottes Jisrael! in die irdische Macht und Größe und den Umfang der Mittel setzten Jene ihre Hoffnung, diese aber warm stark und gewaltig im Glauben an Gott und im Vertrauen auf den Sieg des Rechtes uud der Wahrheit. Nicht Erdengütrr und nicht Menschenlob und nicht eitler Ruhm mar ihres Kampfes Ziel, es war die Verherrlichung Gottes und seines Namens, für den sie aufopfernd und heldenmüthig sich Hingaben! (Psalm 118, 1.) 1122 |fl '2 ub üb " tt*? >6 So ist es auch für uns nicht der Glanz und der Umfang der Mittel die uns zu Gebote stehen, sondern der wahrhafte, rechte Geist und Sinn in uns! So auch uns die Weihe und Heiligung, die Erhebung und Förderung unseres religiösen Daseins ein Höchstes und Heiligstes ist — es wird uns Muth und Stärke, Gläubigkeit und Vertraue» zurückkehren. Der ivahrhafte Geist des Herrn ist ein Geist des Friedens, der schaffet und nicht zerstöret, bauet und nicht niederreißet; der wahrhafte Geist des Herrn ist ein Geist der Klarheit und des Lichtes, des Verständnifles und der Einsicht! Ist er in uns, er wird das Aug' uns erhellen, die Seele uns erleuchten, und es wird froh und heiter das Auge hinausschauen in die Welt und das Leben befriedigt und freudig in das eigene Herz, darin ein Gotteslicht uns leuchtet. Es wird statt der gedankenlosen Blindheit, die uns hemmet und bindet, unsere edelsten Kräfte und Triebe gebunden uud gefangen hält, ein frischer Schöpferodem, ein Lenzeshauch freudigen Strebens uud Wirkens die Herzen uud Geister Jisraels durchwehen! Es wird das Wort Gottes in seiner Allgewalt und seiner beseligenden Macht aus dem Munde derer, die es verkünden, in das Herz derer, die willig und offen als eine frohe Himnielskunde es begrüßen, dringen und heilige Empfindungen frommen Sinn und würdige Thaten wecken! „Es wird das Licht, das die Hasmonäer anzündeten, in dem Heiligthume glänzen und in den Herzen Jisraels!' Begeistert wird der Vater dem Kinde die Glaubens-Lehre und Heilsbotschaft melden, das Licht, das ihm leuchtet, wird er in den Seinen entzünden. Nicht durch Gewalt und nicht durch Macht werden die äußeren Schranken und Hemmnisse hinweggehoben, wohl aber durch den Geist Gottes!') So es uns wahrhaftes, heiliges Bedürfniß ist, das uns ') Tr. Sabbath. p. 23.

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