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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-11-08 · Heft 45 (8.11.1895) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 45 (8.11.1895)
Date
1895-11-08
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 Frau Geheime Sauitätsrath Flatow, Friedrichstraße 216 II, Frau Dr. Frankl, Louisenstraße 35, Frau Leopold Friedmann, Voßstraße 31II, Frau Dr. Ginsberg. Karlsbad 4. Frau Dr. Grabower, Landsbergerstraße 63, Frau Kommerzienrath Emil Jakob, Eichhornstraße 5, Frau Dr. F. Liebermauu, Bendlerstraße 10, Frau Dr. Maybaum, H. d kathl. Kirche 1, Frau Sanitätsrath Dr. Mühsam, Schöneberger Ufer 47, Frau Louis Oppenheim, Potsdamerstraße 118a. Frau Helene Schönwald, Magdeburgerstraße 9, Frau Emma Sieskind, Wilhelmstraße 67a, Frau Sauitätsrath Stern, Potsdamerstraße 126, Frau Dr. Ungerleider, Oranienburgerstraße 57, Frau Arnold Weiß, Schöneberger Ufer 23. z. Berlin, 3 November Die soeben vom geschäftsführenden Ausschuß des „Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland" zur Versendung gelangte Nummer 2 seiner „MittHeilungen" legt ein sprechendes Zeugniß ab sowohl für die rege Wirksamkeit des Verbandes, als auch für die Ausbreitung seiner Bestrebungen. Wie aus der Publikation zu ersehen ist, erblickt der Verband seine Aufgabe vorwiegend darin, ein Zusammenwirken aller Vereine zu erzielen, neue Vereine ins Leben zu rufen und namentlich die kleinen Vereine durch Zuwendung von Litteraturerzeugnissen und Vermittelung von Vortragenden zu unterstützen. Nach dieser Richtung ist auch im abgelaufenen Geschäftsjahr Beachtenswerthes geleistet worden. Es sind in Hildesheim, Stolp, Bromberg, Schneidemühl und Marburg neue Vereine entstanden, in Paderborn, Nieder - Marsberg, Danzig, Elbing und Jnowrazlaw theils provisorische Komitees organisirt, theils für die 'Ausführung des begonnenen Werkes einflußreiche Männer gewonnen worden, welche im kommenden Winter die Konstituirung der Vereine vornehmen werden. Außerdem unterhielt der geschäftsführende Ausschuß eine rege Korrespondenz mit den Gemeinden in Aurich, Brakel, Eisenach, Essen, Hildesheim, Mülhausen (Elsaß), Lublinitz, Ratibor u. v. a., die dahin führte, daß in denselben zielbewußte Vereine entstanden und, was besonders betont zu werden verdient, daß deren Vorstände sich bemühen, ihre Nachbargemeinden zu gleichem Thun anzuhalten. Auch in Süddeutschland fiel die vorn geschäftsführenden Ausschuß gegebene Anregung auf fruchtbaren Boden. In München wird schon in nächster Zeit die Konstituirung eines Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur stattfinden und in vielen anderen Gemeinden, wie Nürnberg, Stuttgart u. a. O., ist die Konstituirung gleicher Vereine nur noch eine Frage des Zeitpunktes. Hat der geschäftsführende Ausschuß einerseits sich bemüht, neue Vereine zu organisiren, so vergaß er auch andererseits nicht, die bereits bestehenden nach Kräften zu unterstützen. So gelang es ihm in einzelnen Fällen, wie aus dem Bericht über die litterarische Wirksamkeit der Vereine ersichtlich ist, Redner für größere Vortragsreisen zu gewinnen, was die Vereine in ihren Ausgaben nicht unerheblich entlastete. Ebenso war das Sekretariat bemüht, an die Vereine verschiedene Schriften und gedruckte Vorträge zu schicken, die namenilich den kleinen Vereinen große Dienste erwiesen, da diese Schriften an den Vereinsabenden zur Verlesung gelangten. Diejenigen Vereine, die sich an das Sekretariat um Beschaffung von wissenschaftlichem Material für Vorträge wandten, erhielten dasselbe prompt und kostenlos zugestellt. Die Zahl der gegenwärtig in Deutschland bestehenden Vereine ist, gegen einundvierzig im vorigen Jahre, auf fünf und fünfzig gestiegen, die nahezu sechstausend Mitglieder aufweisen. Neben einem Verzeichniß sämmtlicher Vereine und einem Bericht über deren litterarische Thätigkeit im Winterhalbjahr 1894/95 enthält die uns vorliegende Nummer der Mittheilungen auch ein Verzeichniß von Büchern, die bei Anlage von Bereinsbibliotheken in Betracht zu kommen verdienen, sowie ein Verzeichniß von interessanten Thematen zu Vorträgen. Leider hat der Verband auch schmerzliche Verluste zu verzeichnen. Durch das plötzliche Ableben des Dr. D. Rosin - Breslau und Dr. Moritz Brasch- Leipzig ist in der Reihe der für seine Bestrebungen begeisterten Männer eine fühlbare Lücke entstanden. Aber indem er den dahingeschiedenen Freunden ein treues Andenken bewahrt, will er nicht verabsäumen, alle geistigen Kräfte im Judenthum für seine Bestrebungen zu interessiren und gemeinschaftlich mit ihnen die von ihm gesteckten Ziele zu erreichen suchen, eingedenk des Spruches: Niemandem liegt es ob, die Arbeit zu vollenden, aber auch Niemand ist frei, sich ihrer zu entledigen. £££ Berlin, 5. November. In die „Fürsorge"-Kommission für entlassene Strafgefangene ist nicht Herr Professor Philippson, wie es im letzten Bericht der Repräsentantenversammlung irrthünilich hieß, sondern Herr M. Philippsohn (in Firma Ph. & Leschziner) gewählt worden L2 Berlin, 5 November. Der Vorstand der „Hilsskasse fürisraelitische Kultusbeamte, deren Wittwen und Waisen in Deutschland" veranstaltet am Sonnabend, den 13. November er. in den gesammten Räumen der Philharmonie ein Elite-Konzert unter Mitwirkung folgender allererster Kräfte: Opernsängerin Frau Louise Heimann, Pianistin Fräulein Johanna Heimann, Herr Kammersänger Staudigl, Herr Hofcellist Heinrich Grünfeld, Fräulein Rosa Bertens, Mitglied des Neuen Theaters, Herr Emanuel Reicher, Mitglied des Deutschen Theaters, und sind Billets k 2 Mark, reservirte ä 3 Mark und Logen ü 4 Mark beim Rendanten Herrn M. Göttinger, Flensburgerstraße 7, Max Stein, Kronprinzen-Ufer 19, Max Moses, Alte Jakobstraße 15, Weinhandlung Friedländer, Burgstraße 27, Sally Brilles, Potsdamerstraße 41, zu haben. * Berlin, 4. November. Der Verein Berliner Volksschullehrerinnen beschloß in seiner letzten Sitzung folgende Erklärung: „Der Verein Berliner Volksschullehrerinnen bedauert tief die Schädigung, welche die jüdischen Lehrerinnen in Folge der Stellungnahme der Regierung in ihrer Berufsthätigkeit erleiden sollen, indem die Regierung die Anstellung von jüdischen Volksschullehrerinnen immer mehr zu beschränken oder ganz aufzuheben sucht und die jüdischen Hospitantinnen nicht mehr zur Vertretung christlicher Lehrkräfte heranzuzieheu gestattet. Der Verein Berliner Volksschullehrerinnen spricht die Hoffnung aus, daß die städtischen Behörden uicht ermüden werden, für die Wiedererlangung der Gleichberechtigung ihrer jüdischen Lehrerinnen einzutreten. Er hofft von dem Gerechtigkeitssinn der königlichen Behörden, daß sie den Vorstellungen ein geneigtes Ohr leihen und willige Folge geben werden." r. Breslau, 30. Oktober. Heute Vormittag um 11 Uhr fand auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe die Enthüllung eines Grabdenkmals für den am 30. März verstorbenen Rentier Louis Wolf Egers, welcher sich in unserer Stadt durch seine großartigen testamentarischen Hinterlassungen ein dauerndes, ehrenvolles Andenken gesetzt hat, in Verbindung mit einer Gedenkfeier statt. Zu der Feier waren erschienen, als Vertreter der Stadt die Stadträthe Pringsheim und Geier, Vertreter der hiesigen Synagogengemeinde, mehrere Abordnungen von Anstalten, denen der Verstorbene im Leben nahegestanden, der Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Callomon und eine große Anzahl von Angehörigen und Freunden. Die Feier begann mit dem Gesang: „Wie sie so sanft ruh'n, alle die Seligen rc.", worauf Oberkantor Steifmann- Cerini mehrere Soli „Herr, was ist der Mensch", „Wohl weiß ich, du führst zum Tode mich", vortrug. Rabbiner Dr. Guttmann hielt eine ergreifende Ansprache und rief die edlen Eigenschaften des Dahingeschiedenen, seinen hochherzigen Wohlthätigkeitssinu und seine Bescheidenheit in das Gedächtniß zurück. Sodann sang der Chor das Lied: „Unter allen Wipfeln ist Ruh'", worauf die Feier ihr Ende erreicht hatte. Das Denkmal, welches vom Hofbildhauer und Steinmetzmeister Niggl verfertigt worden ist, besteht aus rothem Sandstein und schwedischem, schwarzem Granit. — Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Zuwendungen, welche der Heimgegangene der Stadtgemeinde Breslau letztwillig vermacht hat, und zwar mit 180,000 Mark für die von ihm begründete Aushilfestiftung (früher anonyme Aushilfestiftung) und mit 5000 Mark zu Gunsten der Ferien-Kolonien, mittelst Allerhöchsten Erlasses vom 28. September d. I. genehmigt worden sind. — Der hiesige „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" beginnt in diesem Monat sein viertes Vereinsjahr. Am heutigen Tage findet die statutenmäßige Generalversammlung statt. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten schließt sich an dieselbe ein wissenschaftlicher (Referat- und Diskussions-) Abend an. g. Breslau, 4. November. Am gestrigen Tage fand auf denk hiesigen israelitischen Friedhofe eine erhebende Feier statt. Es wurde nämlich der Grabstein des am 31. Dezember vorigen Jahres hier verstorbenen hochverdienten Dozenten am hiesigen jüdisch-theologischen Seminar, Herrn Dr. David Rosin s. A, errichtet. Hierzu hatte sich ein sehr großes Publikum, bestehend zunächst aus dem Sohne des Verblichenen, Herrn Dr. med. Heinrich Rosin, den nächsten Angehörigen und Freunden des Verewigten, dem Lehrer-Kollegium und den Hörern

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