Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1895)
- Date
- 1895-10-04
- Page
- Seite 480 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 480 gewesen nuivon, unc mein Stock ha, imb ich hält' ein (Besicht ßefjabt, wie ein ObewLientenniit — Jlld' bleibt Jmd' — sie Hütten mich doch geschlagen. . . Ach ja!" Aber dann seufzte er mir noch zuweilen auf, und endlich konnte er sognr wieder lächeln. „Ich Thor," dachte er. während er langsam weiter ging, „was sorg' ich mich? —Er fügt ja doch Alles anders, als wir kurzsichtigen Menschen meinen! Wer mir gestern gesagt hatte, das; ich heut nach Halicz gehen würde, für mein lieb' klein Miriamchen einen Mann zu suchen — für verrückt halt' ich ihn gehalten. Und nun thu' ich's ja doch! Und da soll ich mir den Kopf zerbrechen, wen er mir als Eidam zubcstimmt hat?" Er begann rascher auszuschreiten, da hemmte ihm ein Gedanke heu Jus;. „Nach Halicz geh' ich jedenfalls; ick muß ja für Onnfrij den Schmied zwanzig Gulden borgen. Aber zu Meudele? . . . Chane hat ja gesagt, es ums; nicht heut' sein! . . . Aber warum nicht hellt'? Nlir sprech' ich mit ihm so im Allgemeinen und von dem, um3 sie die Hauptsache nennt, kein Wort! Das hat Zeit, und ich hass', ich hoff' zu Ihm, Er wird's uns ersparen!" Und nun lief er, noch rascher als gewöhnlich, das; das Wäldchen bald hinter ihm lag und das rothe Holzkreuz ob dem Brunnen au der Strap.e, die die Grenze zwischen den Aeckern von Wiukowze und Halicz bezeichnet, vor ihm anstauchte. Schon hatte er den Brunnen säst erreicht, als er sieh von fern angerllfen hörte. Er blickte auf; es war der Janko. Die Necker an der Gemarkung gehörten ihm; er pflügte eben zur Wintersaat; ein Jungknecht lenkte die Ochsen, er ging neben dem Pflug daher. Ohne sicl) in der Arbeit zu unterbrechen, winkte er den Kleinen heran. Ter kam denn auch über die Stoppeln gelaufen. Aber als er dem Gespann näher kam, wurden die Allgen des Knechts ganz starr vor Staunen, iilid dann brach er in ein loieherndes Gelächter alls. Selbst über das gelbliche, düstere Antlitz des Janko Zlrckte es. Dann aber trat er hastig alls Leib zu. „Mensch!" rief er. „Wie siehst Du alls?.. Die Flecken im Gesicht. Der Jnngknecht wieherte noch immer, wie voll einem Krampf erfasst; Janko aber schrak zusammen: „Du hast geweint. . . . Um Himmels Willen — ist etwas — zu Hause —?!" Er konnte es tamn hervorstoßen und fasste die Hand des Juden. Leib versllchte zll lächeln, aber die dünnen Lippen verzogen sich nur zu einem verlegenen Grinsen. „Behüte! — was sollte geschehen feilt? . . . Geweint? — warum sollt' icl) —-? . . . Aber der Wind" — den Tag über hatte sich kein Lüftchen geregt — „mm ja — alte Augen thronen leicht." Er griff sich ins Gesicht imb sah bestürzt die Hand an, sie war schwarz. „Der Stmlb . . ." Janko schüttelte den Kopf. „Wend um!" befahl er dem Knecht, der sich Thränen über die Backen gelacht, und hob seinen Leinenkittel vom Gespaull. „Wir sangen wieder ganz oben an!" (Fortsetzung folgt.) Fitterarischc Mittiieilungen. Lehrbuch für den systematischen Unterricht in der jüdischen Religion vonDr. S. Apolant. Verlag von EmilApolant. Die Bereicherung, die unsere Unterrichtslitteratur in diesem Buche erfährt, wird von allen höhere Ziele anstrebenden Religionslehrern mit Frellde und Genugthnung begrüßt werden. Ein vornehmes Werk — vornehm in seinem Gerüst mld in seiner edlen Genrnndung — verräth jede Seite desselben den strengen Systematiker, den scharfen Denker, den an logische Zucht gewöhnten Gedankenordner. Man braucht nicht mit der systematischen Eintheilung in allen Stücken einverstanden zu sein, um bekennen zu müssen, daß der Autor seine Aufgabe mit durchdringendem Blick, mit aus tiefer Kenntniß der ganzen Materie geflossener Sicherheit erfaßt und mit energischer Konst: quenz gelöst hat. Obwohl das Lehrbuch keine Arbeit eines künstlich schematisirenden Theoretikers, sondern vielmehr aus dem Boden einer langen und reichen Schulpraxis säst wie von selbst hervorgewachsen und das Produkt einer jahrzehntelangen und erfolggesegneten unterrichtlichen Thätigkeit ist, so liegt doch sein Werth in dem korrekten systematischen Aufbau und in der wissenschaftlichen Begründung der großen Lehren des Judenthums. Eintheilung und Ausführung zeigen in vielen Punkten eine durchaus selbständige Auffassung, in welcher man dem Autor indeß nicht überall wird folgen können. Anfechtbar dürste auch wohl die Loslösuug der sittlichen Pflichten vom religiösen Gefühl sein, weil man meines Erachtend das sittliche Pflichtbewußtsein aus einem durch Jahrtausende menschlicher Kultur eingeimpsten Gefühl herleitet, das man eben als religiöses zu bezeichnen gewohnt war und noch jetzt so nennen kann. Wie es für die Beurtheilung einer guten That gleichgiltig ist, ol man die Religion als Ursprung derselben zugiebt oder nicht, so bleib: eine That eben so wie gut auch echt religiös und einem religiösen Trieb quell entsprungen, selbst wenn der Handelnde einen religiösen Beweg grund leugnet. Alles Gute, nur um des Guten willen gethan, ist göttlich, ist religiös. Diese Gliederung dcr Pflichten in religiöse und sittliche mit der bedenklichen Schlußfolgerung: edle Gesinnung und edle That seien nich! der Endzweck aller Religion, sondern die religiösen Pflichten bestehen nur im religiösen Glauben und Gottvertrauen, deckt sieh meines Bedrückens nicht ganz mit den Ansichten unserer Propheten und Weisen. Neben den bereits hervorgehobenen Vorzügen verdient besondere Anerkennung die Würdigung des Gebetbuches in der Behandlung der großen Lehren des Judenthums, der stete Hinweis auf liturgische Stücke, in denen dieselben einen oft so erhabenen Ausdruck gefunden. Ebenso fehlt es nicht Winken, über der positiven Aufgabe der Belehrung über das Judenthmn die negative Seite der in unseren Tagen doppelt gebotenen Abwehr vorurtheilsvoller Angriffe nicht zu vergessen. Wenn auch, entsprechend der unbefangen wissenschaftlichen Anlage des Buches diese Absicht nicht direkt betont wird, so schimmert sie doch an vielen Stellen, wie z. B. bei der inhaltlichen Kennzeichnungdes ^*73 deutlich genug hindurch In diesem Lehrbuche begegnen wir einer ausgeprägten Jndividialität, und wie jede Individualität das Recht ihrer eigenen Meinung hat, so wäre es verkehrt, in einem uns dargebotenen Werke lediglich den Spiegel unseres eigenes Denkens und Meinens erblicken zu wollen. Der denkende Lehrer — und das Lehrbuch von Apolant werden nur denkende Lehrer gebrauchen dürfen — wird, auch wenn er da oder dort eine vom Autor abweichende Meinung hat, dankbar sein für die ihm gebotene Anregung und nicht nur zu seiner eigenen Vorbereitung aus dem Lehrbuche schöpfen, sondern wird es auch in höheren Klassen gehobener Schulen seinem Unterricht mit großem Nutzen zu Grunde legen können. Bernhard Traubenberg. * Heft 11 des 39. Jahrgangs der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums", heransgegeben von M. Braun und D. Kaufmann (Breslau 1895), hat folgenden Inhalt: I. Theodore Der Midrasch Bereschit Rabba. Schluß — I. Baßfreund: Hebr. Handschriftenfragmente in der Stadtbibliothek zu Trier. Schluß. — A. Epstein: Das talmudische Lexikon Jcihuse Tanaim we. Amoraim und Jehuda b. Kalonymos aus Speier. — A. Frankl-Grün: Der Ursprung der Gemeinde Kremsier. — Besprechungen. — Bibliographische Uebersicht. Truck und Verlag von Audolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. 59. Äl> Kl 0/ hat der Subvi willigt. < reifen mit G l at sie Budget wissen einstig laß da zrr Nc S£ rhil.'Z Jakult' war r ort, d selbe je '.'nd n Gerneil Schrar acht e er At regelt - oblev Der scheuer rer im Rater tit g' at fei infach ach n keife« & me h Uutte ‘iuftrö öchrif Frau ewor Rühli iama uf de. eim< Zorzü Geruf und A in Bi ne de varf Mali! schloß die st« c vor e diesen