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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-09-27 · Heft 39 (27.9.1895) · p. Seite 461

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 39 (27.9.1895)
Date
1895-09-27
Page
Seite 461 (sequence 7)
Language
German
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461 Naphtali, Hugo, aus Schweidnitz, jcht Berlin. Jnf.-Reg. 37. Eisernes Kreuz 2. Klasse für persönliche Tapferkeit in der Schlacht am Mont Valerien. Gefreiter Nathan, Samuel, alias Brieh, aus Czarnikau. Das silberne Militär-Ehrenzeichen zweiter Klasse wegen seiner Auszeichnung bei dem Sturm von Düppel am 18. April. Erinnerungskreuz für Komb. 1866. Kriegsdenkmünze 1864. Das Düppler Sturmkreuz 1864. Kriegsdenkmünze von Stahl 1870/71. Landwehrdienstauszeichnung 1877. Im Führungsattest der Vermerk: „Im Frieden, wie vor dem Feind ganz vorzüglich geführt." Neuhaus, Eduard, jetzt in Hannover. Eisernes Kreuz. Bataillonsarzt Dr. Oppenheimer, Leon, k. baier. 8. Jnf.-Reg., Garnison Landau Militär-Verdienstorden 2. Kl. Stabsarzt Dr. Paradies, Theodor, jetzt in Wreschen. Eisernes Kreuz und Feldzugsmedaillen von 1864, 1866 und 1870. Schapira, Bernhard, jetzt in Hannover. Eisernes Kreuz. Stern, Hauptmann der Landwehr, jetzt Posen. Eisernes Kreuz Bataillonsarzt Dr. Strauß. 3. Bat. k. baier. 9. Inf-Reg. Militärverdienstorden 2. Kl. Starb 1890 in der Garnison Neuburg a. D. als Oberstabsarzt des 15. baier. Jnf.-Reg. Ursell, Julius, aus Soest. Eisernes Kreuz. Kaufmann Weidenreich, Carl, aus Edenkoben (Pfalz). Berdienstkreuz für freiw. Soldatenpflege für Nichtkombattanten. Wallach, Heinrich, aus Kassel, jetzt London, Einj.-Freiw. Unteroffizier im 83. Jnf.-Reg. Eisernes Kreuz. Medizinalrath Weill, Max, aus Karlsruhe. Zähringer Löwenorden. Unteroffizier Wolff. Jnf.-Reg. 3. Eisernes Kreuz. Gefreiter Wolf, Siegmund, aus Hamburg. 6. Komp, 76. Reg. Eis. Kreuz. Berichtigungen. Bial, Gustav. Großherzoglich hessische Division. Cohn, Max. 6. Grenadier-Reg. ist aus Sprottau, nicht Wollstein. Stabsarzt Dr. Goldstein. Außer dem eisernen Kreuz noch Kronenorden. Goldschmidt, Emanuel, nicht Goldstand, aus Würzburg. L.-Lieutenant a.D. Eisernes Kreuz. Unteroffizier Lichtenstein, Hermann, jetzt in Nürnberg. Eisernes Kreuz und silberne Tapferkeitsmedaille. Marcuse, Oscar, nicht aus Landsberg i. Ostpr., sondern aus L. in Oberschlesien. Windesheim, Abraham, aus Nieheim. 39. Reg. San.-Rath Dr. Wunderlich. 59. Jnf.-Reg. Eisernes Kreuz am weißschwarzen Bande zu tragen. * Der bei Wörth gefallene Lieutenant Jaffe hatte bereits den Feldzug 1866 als Unteroffizier bei der Mainarmee mitgemacht, während sein älterer Bruder, Premierlieutenant Jaffe, bei der Armee in Böhmen war. Verwandte derselben, die Brüder Zuckermann, waren gleichzeitig, der eine als Unteroffizier, der andere als Vizefeldwebel im Felde. M. Mein ehemaliger Schüler, der Kaufmann Louis Kornik zu Berlin (Israelit), hat den Feldzug 1870/71 als Einjährig-Freiwilliger von Anfang bis zu Ende mitgemacht. Bei seiner Entlassung vom Militär erhielt er ein Attest, von welchem ich mir, in wohl begreiflichem Lehrerstolz, Abschrift nahm. Dieses Attest lautet: Garde-Korps. Berlin, 1. August 1871. 2 Infanterie-Division. 4. Infanterie-Brigade. Kaiser Franz Garde-Grenadier-Negiment Nr. 2. Der Vize-Feldwebel Louis Kornik, am 9. Juni 1848 in Breslau, Kreis und Regierungs-Bezirk Breslau, geboren, am 1. Oktober 1869 in das Kaiser Franz Garde - Grenadier - Regiment Nr. 2 eingetreten, an: 11 April 1870 zum überzähligen Gefreiten, am 22. Oktober 1870 zum überzähligen Unteroffizier und am 14. Juni 1871 wegen Auszeichnung vor dem Feinde zum Vize-Feldwebel befördert, hat sich während seiner Dienstzeit „gut" geführt und durch das Maß seiner körperlichen und geistigen Gewandtheit, durch seine moralischen Eigenschaften und durch seine anerkennenswerten Leistungen im Feldzuge 1870/71, welche ihn zu einer Auszeichnung berechtigen, sich derartig brauchbar zu einem Reserve-Offizier gezeigt, daß ich ihm hiermit das Zeugniß der Qualifikation zum dereinstigen Offizier in der Reserve ertheile. (Stempel des Regiments.) (Unterschrift des Kommandeurs.) Hat jeder antisemitische Schreier ein gleiches Zeugniß aufzuweisen? Nach meinen Erfahrungen möchte ich daran zweifeln. Berlin, 16. September. Dr. R. 4 Der 1848 Hierselbst geborene Siegfried Karfunkelstein trat, 18 Jahr alt, als Freiwilliger 1866 bei der 10. Kompagnie des Garde- Elisabeth-Regiments, damals zu Breslau, ein und machte den Feldzug gegen Oesterreich mit. 1870 zu demselben Regiment und zu derselben Kompagnie einberufen, zeichnete er sich bei einer freiwilligen Patrouille so aus, daß er am 28. Oktober mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse dekorirt wurde. Am 30. Oktober 1870 waren schon mehrere Fahnenträger des Bataillons gefallen, und war es Karfunkels) ein, der die Fahne aufhob und als Erster damit auf die Barrikade stürmte, jedoch ereilte ihn das tödtliche Blei. Aus den Händen des sterbenden Kriegers einpfing General Budritzky die Fahne und feuerte die Soldaten wieder an, indem er mit der Fahne voranschritt. Ter Hauptmann der 10. Kompagnie sandte an die damals noch lebenden Eltern K.'s einen Brief nebst einem Packet, in welchem sich das Eiserne Kreuz, noch mit Blutstropfen bedeckt, und verschiedene Gegenstände, die K. bei sich getragen hatte, als Portemonnaie mit Inhalt, Cigarrenspitze rc. vorfanden. In dem Brief theilte der Hauptmann mit, daß Karfunkelstein als ein Held von Le Bourget gefallen sei, und die Kompagnie traure schwer, ihn verloren zu haben. Als Andenken an die Heldenthat sandte der Hauptmann das Eiserne Kreuz an die Eltern; dasselbe wurde der Synagoge zur Aufbewahrung übergeben. Die That des Gefreiten Karfunkelstein ist in der „Gartenlaube" von 1870, Seite 866 ebenfalls geschildert. Beuthen, 3. September. R. K. 4 Mit Bezug auf Nr. 37 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" theile ich Ihnen ergebenst mit, daß mein Bruder Dr. S. Kuznitzkp seit 1859 zum aktiven Militär d. L. gehört und die Kriege von 1866 und 1870 zum Theil als Stabs- und Oberstabsarzt mitgemacht hat. Derselbe besitzt das eiserne Kreuz II. Klaffe den rothen Adler-Orden IV. Klasse, Kronenorden III Klasse und andere militärische Auszeichnungen. Gegenwärtig ist er in Hagenau als Oberstabs- und Regimentsarzt I. Klasse im aktiven Militärdienste und hat demnach bereits eine 36jährige Dienstzeit hinter sich. Er ist Jude geblieben. Myslowitz, 16. September. Jacob Kuznitzky. In den Kriegserinnerungen, welche Sie in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlichen und die vielseitig mit großem Interesse gelesen werden, wollen Sie auch noch des Dr. Leopold Para di es, der hier viele Jahre als Arzt praktizirte und während des Feldzuges 1870 als Stabsarzt bei dem 61. oder 21. Infanterie-Regiment eingezogen wurde, gedenken. Er hat den Kämpfen seines Regiments bei Dijon beigewohnt und hat dabei mit großer Unerschrockenheit seine Pflicht als Arzt bei Freund und Feind erfüllt. Als sein Regiment damals ben Rückzug antreten mußte, bemerkte dies Dr. Paradies in seinem Eifer für die Verwundeten gar nicht, wurde daher auf dem Verbandsplatz gefangen genommen und nach Dijon geführt, wo er als Lazaretharzt noch Dienste leisten mußte. Erst in Folge Reklamation wurde Dr. Paradies nach 4 oder 5 Tagen freigegeben und über die Schweizer Grenze gebracht. Später erhielt er auch noch das eiserne Kreuz als Auszeichnung. Dr. Paradies kehrte nach beendigtem Feldzuge hierher zurück und starb im Jahre 1880 in Folge einer Lungenentzündung, welche er sich bei einem auswärtigen Krankenbesuche zugezogen hatte. Gnesen, 6. September. E. W. Unter höflicher Bezugnahme auf Ihren Artikel in Nr. 33 Ihrer Zeitung theile Ihnen Folgendes mit. Vor einigen Monaten starb hier ein in der jüdischen Gemeinde geachteter Mann, Herr Louis Dienemann. Derselbe machte den Krieg 1870/71 mit, und zwar bei dem

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