Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1895)
- Date
- 1895-09-13
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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3 ksichtigung der in der Er egen Zahlung dten, meistens vürdigen, zur bauten Kinder an demselben benachbarten. Waisen überstatten. Von 46 Mädchen) ,t, 51 befinden rndten. Ein Mannheim l des Händler derjenigen Vaisen erhält Zuschüsse zu im Berichtsi Rabbinatsmmen. Die ll., an Verrssante Thatt ehemaligen nisation des r ist, und in unsere anr und mehr. esnches in ander mehrlnd auf die jer Sprache: versichere hes und bin )keit an mein neuerbauten ve ihre Hulisraelitischen vor der Syn Fahrt bis ampfesweise Parteien anrrsuchten sie rr natürlich chste zurück- ' Redakteur rtalente des sich in einer chen wurde ans Ehrenräre, sei es direkt oder nmig ange- Khren worte, haben".— uestes Ausadler wollte s Wort erbtet wurde, ie Rasenden en, riethen ehrlosen — mmen und irkes wollte eindringen. )es Hundes n? A guat. i und mein Hund, mir san bessere Antisemiten, als Ihr Alle miteinander!" und das glauben wir ihm auf's Wort. — Die Wahlbewegung, wie sie sich derzeit entwickelt, steht nicht nur in der Geschichte Wiens, sondern auch sämmtlicher Städte vereinzelt da. Sie sucht in der ganzen zivilisirten Welt ihres Gleichen. B. Budapest, 6. September. Während die Konferenz der römisch- und griechischkatholischen Bischöfe, die aus Anlaß des Jnslebentretens behufs Information des niederen Klerus und der Gläubigen in friedlichern und versöhnlichem Tone gehaltene Hirtenbriefe erließen, den wohl nicht überraschenden Beschluß faßte, die zwischen Christen und Nicht - christen zu schließenden Ehen kirchlich nicht einzusegnen, wurde in der Generalversammlung des evangelischen Montandistriktes d.r Antrag des Ausschusses, laut welchem solche Ehen stets zu vollziehen seien, wenn eine Partei der protestantischen Kirche angehört, einstimmig angenommen. In der bischöflichen Konferenz wurden die Gesetzentwürfe über die freie Ausübung der Religion über die Rezeption der israelitischen Konfession wohl nicht offiziell besprochen, doch gelangte die einhellige Auffassung zum Ausdrucke, daß der Episkopat den Kampf gegen die Wiedereinschaltung der vom Magnatenhause gestrichenen Punkte in entschiedenster Weise fortsetzen werde. — Die Presse widmet dem plötzlich verstorbenen Grafen Gabriel Kürolyi lobende Nachrufe. Besonders werden die vielfachen Verdienste, welche er sich um die kirchenpolitischen Vorlagen, für die er mit seinem ganzen Einflüsse und der ihm eigenthümlichen begeisterten Leidenschaftlichkeit eintrat, gerühmt. Er vertrat einen Bezirk, der vor einigen Jahren den berüchtigten Antisemiten Julius Verhovay ins Abgeordnetenhaus entsandte. Unter seinen Gesinnungsgenossen schenkte er dem aus dem Tisza-Eszlärer Prozeß berühmten Vertheidiger KarlEötvös unbedingtes Vertrauen. — Die israel. Religionsgemeinde in Debrezin verkaufte die alte Synagoge an ein katholisches Kloster, um einen neuen, den Bedürfnissen entsprechendern Tempel bauen zu können. Der Schulstuhl derselben Gemeinde wählte den Professor Dr. Adalbert Kardos zum Direktor der israel. Volksschule. — Der Unterrichtsminister ernannte Dr. Max Mahler, den Direktor der israel. Unterrealschule in Väg-Ujhely, zum ordentlichen Professor nach Elisabethstadt. — Ein alter Sonderling, Namens Abraham Rottel, ist hier 77 Jahre alt gestorben. Seit mehreren Jahrzehnten besuchte er zweimal wöchentlich sämmtliche hauptstädtischen Spitäler und vertheilte daselbst an die Kranken Zuckerwerk, Zitronen, Orangen re. Er opferte sein ganzes Vermögen diesem seltenen Akte der Wohlthätigkeit. — Bischof Baltik erklärte vor einer jüdischen Abordnung, daß ihn in allen seinen Handlungen nur die Nächstenliebe leite und er immer objektiv zu bleiben strebe. Er schätze die jüdische Religion auch als solche hoch, der die andern ihren Ursprung danken, wie die Zweige dem Stamme. cj Krakau, 1. September. Am 2. und 3. Juni d. I. wurde hier die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes der Israel. Humanitäts-Vereine für Oesterreich abgehalten. Die von dem Präsidenten Dr. Hammerschlag geleiteten Verhandlungen hatten vorwiegend die Organisation und innere Ausgestaltung des Verbandes zum Gegenstände und wurde diesfalls eine Reihe von Abänderungen der bisherigen Geschäftsordnung und der Statuten beschlossen, die, strikt auf dem Boden der Staatsgesetze stehend, die Verbreitung der Vereinigung über ganz Oesterreich, sowie die entsprechende Ueberwachung und Oberleitung der einzelnen dem Verbände ungehörigen Vereine zu ermöglichen und zu fördern bestimmt sind. Der Bericht des um den Verband hochverdienten Sekretärs Adalbert Skall konnte das erfreuliche Aufblühen der einzelnen Verbandsvereine (Bielitz, Pilsen, Krakau, Prag, Karlsbad, Reichenberg) konstatiren. Dieselben zählen insgesammt trotz ihres kurzen Bestandes bereits über 630 Mitglieder, wovon auf den Verein Bohemia (Prag) allein 261 entfallen. Eine wesentliche moralische und nummerische Stärkung des Verbandes steht durch die für den 13. Oktober d. I. in Aussicht genommene Aufnahme des Israel. Humanitäts-Vereines Wien in Aussicht. Dieser Verein ist Dank einem dort vom Verbandspräsidenten Dr. Hammerschlag im Frühjahre vor einer zahlreichen, geladenen den besten Kreisen ungehörigen Zuhörerschaft gehaltenen Vortrage in höchst erfreulicher Entwickelung begriffen. Derselbe zählt bereits über 50 Mitglieder, eine Zahl, die trotz der bei der Aufnahme geübten außerordentlichen Vorsicht in stetem Wachsen begriffen ist und bis zum Herbste sich wesentlich heben dürfte. Die Verhandlungen in Krakau verliefen in größter Eintracht und befestigten den innigen Zusammenhalt der einzelnen Vereine, sowie die persönlichen freundschaftlichen Beziehungen ihrer Repräsentanten. Großbritannien. B. London, im September. Ein Plan, der auf dem Kontinent schon in vielen Städten ausgeführt ist, wird jetzt auch hier diskutirt. Es handelt sich um die Errichtung einer jüdischen LesehalleundBibliothek, deren Benutzung gratis sein soll. Hoffentlich führt die Diskussion zu bestimmten Vorschlägen, die dann auch verwirklicht werden. — Ans Cypern ersehen wir, daß eine Anzahl russischer Juden, die nach Aegypten gehen wollten, auf der Insel Cypern gelandet^sind und dort Land erworben haben, das sie bebauen wollen. Wir werden über die Entwickelung dieses interessanten Versuchs weiter berichten. — In Kimberly in Süd-Afrika wurde die jährliche Generalversammlung der jüdisch-philantropischen Gesellschaft abgehalten. Dieselbe konnte eine hohe Einnahme von 3000 Mark konstatiren und war in der erfreulichen Lage, davon zwei namhafte Spenden für die russischen Juden in London an den Board of Buardians und die Juden in Jerusalem zu machen. — Unterm 3. September schrieb der Vorsitzende des Board of Trade, also der berufenen Instanz, an den Sekretär der Gesellschaft für die Einwanderung mittelloser Fremder, der Board of Trade beabsichtige nicht, die Einwanderungsfrage zum Gegenstand einer Berathung zu machen. Diese bedeutsame amtliche Kundgebung ist von größter prinzipieller Wichtigkeit, weil sie die Stellung der Regierung klar legt. — Einer der Führer der cubanischen Aufständischen, General Golaß, soll ein polnischer Jude sein, der an den Spaniern eine verspätete Rache für ihre Mißhandlung der Juden nehmen will. — Die Londoner Gesellschaft für Verbreitung des Christenthums unter den Juden stellt fest, daß sie in diesem Jahre 35,648 Lstrl. ausgegeben hat und dafür einen Erwachsenen und fünf Kinder bekehrt hat. Jeder Bekehrte kostet also rund 120,000 Mark. Diese Gesellschaft hat im Ganzen seit ihrem Bestehen rund 43y2 Millionen für Bekehrungen an Juden ausgegeben. Mie viel Gutes hätte können mit diesen Millionen gestiftet werden. Rußland. n. St. Petersburg, 9. September. Am 6./18. August starb hier nach langer schwerer Krankheit Hermann Trachtenberg. Der Verstorbene, im Jahre 1839 geboren, war einer der ersten Juden, welche in Rußland ihre Ausbildung auf einer mittleren Lehranstalt (im Shitomirschen Gymnasium) erhielten. Nach Beendigung seiner juristischen Studien in Petersburg trat er in den Staatsdienst als Beamter im Regierungs-Senat, wo der Verstorbene bald durch seine Pflichttreue und seinen Eifer die Aufmerksamkeit der Vorgesetzten auf sich lenkte. Für Auszeichnung im Dienste erhielt er den Stanislausorden dritter und Wladimirorden vierter Klasse, was ihm das erbliche Adelsrecht verlieh. Zum Obersekretär des Departements avaneirt, gab er im Jahre 1875 seinen Posten auf, um sich als Rechtsanwalt in der Residenz niederzulaffen. Von wissenschaftlichen Arbeiten, welche der Verstorbene geschaffen, ist sein Auszug aus den Entscheidungen des Reg.-Senats bekannt. Gegen Ende der siebziger Jahre widerfuhr ihm die in Rußland so seltene Ehre, zum Ehrenfriedensrichter des Petersburger Kreises gewählt zu werden. Der Verblichene nahm regen Antheil an allen jüdischen Fragen und legte stets ein eifriges Interesse für das Geschick seines Volkes an den Tag. Lange Zeit hindurch war er Mitglied der jüdischen Gemeindeverwaltung und bekleidete in den letzten Jahren das Amt eines Kurators der Stipendirten, welche unentgeldlich in den hebräischen Schulen Petersburgs erzogen werden, wobei er mit warmem Herzen und regem Eifer die Noth der armen jüdischen Kinder zu lindern suchte. Als im Jahre 1891 die Juden Starodubs durch Krawalle in Noth geriethen, war Trachtenberg einer der Ersten, der sich der Noth seiner Glaubensbrüder annahm, wobei er nicht wenig Zeit und Mühe opferte, um das nöthige Material zur gerichtlichen Untersuchung zu sammeln und zu ordnen. Von Natur gutmüthig und nachgiebig, konnte er nur schwer eine Bitte abschlagen. So gehörte denn Trachtenberg zu den hervorragendsten Mitgliedern der Petersburger Gemeinde, welche sein Andenken stets in Ehren halten wird. Be. Kiew, 2. September. Bei uns in Rußland besteht bekanntlich noch eine Judensteuer: der sogenannte „Korobotschni sbor“, oder