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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-07-19 · Heft 29 (19.7.1895) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 29 (19.7.1895)
Date
1895-07-19
Page
Seite 341 (sequence 5)
Language
German
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341 Geschichts leiden, verg biblischer empfehlen, Bezüglich instimmung einden Ostdagogischen e der Vorlrnbuch zu; des gött- :selbe durch )ffenbarung Menschliche ch der Erdrück) dardecken hat. ) erzählen; langen aus Mittelstufe rrsonen der natürlichen Ltnb deceut, uß werden eine Zeitlö glich Wucher. ckagspause, Konferenz- Inster und -andlungen ‘x Waisenferenz verjüdischen Behörden, iten in so em Nebenlchstudium. 7. Diverse. Prediger 6. Für die jüdische Elementarschule. 7. Für Konfirmanden. 6. Diverses. Die Zahl der ausgelegten Schriften betrug gegen tausend, die Ausstellung war demnach die größte, die je auf diesem Gebiete veranstaltet worden ist, und machte auf alle Theilnehmer der Konferenz einen ergreifenden, überraschenden Eindruck. Trotz der für die Besichtigung nur kurz bemessenen Zeit ist doch sicher Niemand ohne reiche Belehrung von ihr geschieden, und auch die betheiligten Verleger dürften mit dem direkten und indirekten Erfolge derselben zufrieden sein In der allgemeinen Befriedigung über das Gebotene fand schließlich auch der Arrangeur der Ausstellung neben dem reichen Lob und Dank, die ihm gespendet wurden, den vollwerthigen Entgeld für seine aufgewandte große Müheleistung. Durch Bearbeitung eines Kataloges über die Ausstellung soll derselben auch für weitere Kreise ein bleibender Gewinn entzogen werden- Herr Sekretär Klein berichtete darauf über den Stand der Hilfskasse der jüdischen Beamten der drei Ostprovinzen, schilderte die außerordentlichen Vorzüge der Kasse bei geringerer Beitragspflicht und empfahl Allen dringlichst den Anschluß an dieselbe. Punkt 8 der Tagesordnung lautete: Anträge aus der Versammlung. Herr Kantor Caro beantragt, in den Schulplan des Verbandes die Einrichtung des Jugendgottesdienstes aufzunehmen, der es sich zur besondern Aufgabe machen soll, die Kinder mit der Gebetordnuug bekannt zu machen. Der Antrag wird aber unter Hinweis, daß der Schulplan eine ähnliche Bestimmung bereits enthält, abgelehnt. Herr Rabbiner Weinberg-Insterburg beantragt die Gründung einer Provinzial-Lehrer- Bibliothek. Der Verbandsausschuß soll um Bewilligung von hundert Mark zu einen Grundstock, entnommen den ausgestellten Lehrmitteln, ersucht werden. Auf Wunsch der Konferenz wird der Antragsteller seinen Antrag, Namens der Versammlung, auf dem nahen Verbandstag direkt zum Ausdruck bringen. Herr Kuttner-Johannisburg fragt an, wie sich der Lehrer Kindern gegenüber zu verhalten habe, welche die Schule böswillig versäumen Aus der Debatte ergiebt sich, daß eine allgemeine Regel dafür nicht aufgestellt werden könne, vielmehr Alles unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse entschieden werden müsse, daß im Allgemeinen aber Gewaltmittel nicht zu empfehlen seien. Auf Antrag des Herrn Kantor Bähr- Tilfit wird die Verhandlung auf eine Stunde unterbrochen, um Allen noch weitere Gelegenheit zur Besichtigung der Lebrmittelausstellung zu geben. Herr Peritz übernimmt dabei die Führung. Den Schluß der Konferenz bilden Lehrproben und zwar 1. von Herrn Rabbiner Dr. Ehrlich-Tilsit über Psalm 19 auf der Oberstufe, und 2. von Herrn Prediger Stur mann über Propheten Samuel. Beide fanden vielen Beifall. Die Konferenz wurde um 4 Uhr Nachmittags vom Vorsitzenden geschlossen und begaben sich die Theilnehmer jetzt in corpore nach der zur Zeit in Königsberg sich darbietenden Nordostdeutschen Gewerbeaussteüung, in welcher Herr Professor Dr. Lassar-Cohn in liebenswürdiger Weise die Führung übernahm. In gemüthlicher Unterhaltung blieben die Mitglieder noch lange zusammen. I. Bähr-Tilsit. A. Peritz-Königsberg i. Pr. Ziddurim; . Vokabumbularien. Biblische aphie von fäden der ponslehre: Unterricht. Schreib- Bas eine Buch. Von Leopold Katz, Waisenhausdirektor in Rybnik. (?8^m letzten Winter hielt der Redakteur dieser geschätzten Zeitschuft im indischen Litteratnrverein zu Ratibor einen Vortrag über de» Antheil der Juden an der Kultur. Was mir vor Allem die Erinnerung an den Abend zu einer dauernden gestaltet, das ist das eine Wort über das eine Buch. Mit einem Buche in der Hand, sagte der Redner, habe Israel seine in ehrtausendjährige Wanderung über Land und Meer, über Ströme Wassers und Blutes vollführt; Menschen seien dahingegangen — das eine Buch nicht; es lebte, lebt und wird leben, so tauge die Welt in ihren Angeln sich dreht. Und dieses eine Buch sei die Bibel! Bei dem Ziele des Vortrages war es ja natürlich, das; dieser eine Gedankensplitter nicht all zu sehr ausgebildet worden. Wer sich einem so vielköpfigen Publikum gegenübersieht, hat auf so mancherlei Bedacht zu nehmen, damit der Eine und der Andere, das; Dieser oder Jener ein Körnchen Wahrheit mit forttrage, das gerade ihm, seiner besonderen Anschauimg und Neigung Stofs zum Denken und Ausbanen giebt. So greife ich denn das eine Wort über das eine Buch heraus, weil es mich veranlaßt, einen Rückblick zu werfen auf einen Gedanken, den ich in Nr. 28 vom 14. Juli 1893 in diesem geschätzten Blatte ausgesprochen, ich meine das Bi bell es e n. Der im Leben stehende Jude hat sürtvahr allen Grund, stolz zu sein auf seine Geschichte. In der Bibel ist diese nun aufs Getreueste, Unverfälschteste und Rückhaltloseste erhalten, und deshalb ist wohl eine Mahnung am Platz: zu dieser reinen Quelle, diesem lautern Born der Lebensweisheit znrlickzukehren und aus ihm Labsal, Erquickung, Lethe zu schöpfen. Jeder kundige Laudmanu wird uns sagen: Soll der Baun, gedeihen und felsenfest in der Erde stehen, so muß schon bei seiner Pflanzung darauf die weiteste Rücksicht genommen werden, lind ein Landmann ist der Lehrer auch auf dem Acker der Erziehung. Soll aus einem Knaben ein Manu, ein Mann mit eisernen Grundsätzen werden, so »ins; er wie der Baum gut eingewurzelt, geheg rmd gepflegt werden. Lehren sind Saatkörner, die man nicht allzu spät in die Juugfcrnerde der Kinderherzeu legen darf. Schon der Psalmist (8,3) ruft: Aus dem Munde der Säuglinge und Kinder hast du Sieg gegründet. 2700 Jahre später hat der der hochselige Kaiser Wilhelm 1. den tresflichen und treffenden Ausspruch gethan: Der Volksschullehrer hat uns die Schlachten geschlagen. Ja, die Lehren der Liebe zu Fürst und Vaterland hatten reife Früchte getragen: die Begeisterung für eine gerechte und hohe Sache. Da waren die zu Männer gereiften Kinder der Schule allesammt Propheten geworden, da war der Wunsch Mosis: O wäre doch das ganze Volk Propheten! zu herrlichster Erfüllung gereift. Und wie Vaterlandsliebe nebst anderen Tugenden unerzogen werden, ebenso gut läßt sich der Stolz für Geschichte mld Glauben zeitigen mit dem einen Buche: mit der Bibel. Nicht der „Allgemeinen Bestimmungen" wegen, nein und tausendmal nein, um seiner selbst willen sollen die Kinder in der Schule mit diesem einen Buche vertraut gemach werden, auf daß sie es als Panier betrachten, mit dem sie ausziehen in den Kampf ums Leben, mit ihm jede Lüge — Lüge strafen, jede Anklage abwehren, jeder Verlockung lächelnd Widerstand leisten, mit dem sie stehen und fallen. Diese Gedanken leiteten mich bei der Abfassung des bereits erwähnten Artikels über das Bibellesen. Und es gereicht uns, der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", wie auch mir, zur Befriedigung, daß unsere Anregung fruchtbaren Boden gefunden. Bald nach Veröffentlichung derselben griffen fast sämmtliche jüdische Lehrervereine Deutschlands die Frage auf. machten sie zum Gegenstand ihrer Berathungen und beschlossen, dem Bibellesen in der Schule den ihm wohlverdienteir Raum anzuweiseu. Grau, Freund, ist alle Theorie, sagt Goethe; viel früher aber hat dies der Talmud in die Worte gekleidet “ipoj? wH-ian sb ntPPön d. h. zu unserem Zwecke: Beschlüsse allein thun's nicht; sie müssen auch ausgeführt werden. eudgottes- . Für den

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