Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1895)
- Date
- 1895-07-05
- Page
- Seite 317 (sequence 7)
- Language
- German
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317 rgen Berlin Vorstandes ie Geschäfte Seiten de5 lrbeiten de-, -ig, daß die c Gemeind' dt-Bresla- 1 Arbeitslad ltgliede, bei; auch späte eitslast fit; cgebniß bcv ließlich Ab bt die An wei Mit er Verbann n vor, naci er kommen 1 eine kurz Delegirten; Delegirten n. — Dem gengesetztei aufgestellte rg erst die gegen den und nicht ie geringere u verwahrht staatlici;re Debatte >lau stimm, en Antrae e Stimmen Referenten en Lehrern nd nicht zn Dr Gutt Hke-Berlin besondere >n zwischei n auch di, , da dies Dadure! rl-Breslan ereins aun re zu große )ie Anzahl n sollen Erklärung daß größtem wider zerade am;n, ebenso nd zweiter iferent das trag, daß lt werden äher aus ragraphen zunehmen, ittagessen, die noch ledigen zn bst-Lissa, daß man für eine zweite Sitzung die Versammlung kaum noch zusammenbehalten würde, und Br ann-Beuthen, der nur eine kurze Pause wünscht, wird der Antrag zurückgezogen und von Neuem in die Tagesordnung eingetreten. Punkt 5. Da Dr. Rosenthal-Rogasen durch Amtsgeschäfte an dem Erscheinen in der Versammlung und am Halten seines Vortrages verhindert war, und Dr. L. Neustadt-Breslau erklärte, seinen Vortrag nicht halten zu können, da behördliches Material bis jetzt ausgeblieben sei, so hielt Grünfeld-Schwersenz seinen Vortrag über das Thema: ,.Wie erzieht man die Jugend zur Wahrheitsliebe?" An die von dem Vortragenden aufgestellten Thesen knüpft sich eine längere Debatte, in welcher Blumenfeld-Schweidnitz unter Anderem einige talmudische Aussprüche ansührt, die er dem Vortrag gern einverleibt gesehen hätte, Hm Uebrigen spricht die Versammlung dem Vortragenden ihren Dank i:itb ihre Anerkennung aus für die mit Fleiß und pädagogischer Kenntniß g elieferte Arbeit. (Punkt 6 der Tagesordnung betraf interne Angelegenheiten, die weitere Kreise kaum interessiren. Im Verlaufe der Debatte sprach sich Vrof. Dr. Badt gegen den „Reichsverband jüdischer Religionslehrer" ous. Die Red.) Die Sitzung wurde gegen 2 Uhr geschlossen. Der Schriftführer: Dr. Samter Bericht über die 6. Iahres-Uersammiung des „Uerems der israelitischen Lehrer Nassaus," Mn dem lieblichen Weilburg tagte am 9. Juni d. I. die leider fehl schwach besuchte Versammlung der israelitischen Lehrer Nassaus Um 111/2 Uhr wurde die Sitzung im Schullokale der israelitischen Gemeinde mit einer von Herrn Lehrer Fröhlich-Weilburg ca. V2 Stunde ^dauernden Lehrprobe im Konzentrationsunterricht eröffnet. Hierauf begaben sich sämmtliche Anwesende, durch den Besuch zweier Vorsteher, Beilburgs, Herrn Nathan Reisenberg und Herrn A. Stern-Löhnberg owie auch durch oen des ehemaligen Vorstehers Herrn G. Reifenberg Lehrt, in den Saal des „Pariser Hofs". Hier begrüßte unser verehrter Vorsitzender Herr Lomnitz-Limburg Ae Anwesenden, unter denen sich auch unsere drei allseitig geschätzten Herren Bezirksrabbiner Dr. Landau-Weilburg, Dr. Silberstein-Wiesbaden and Dr. Weingarten-Ems befanden, in einer gediegenen, zu Herzen gehenden Ansprache, welche in einem Hoch auf seine Majestät gipfelte w das alle Präsenten begeistert einstimmten. Zunächst wurden mittelst einer eingehenden Debatte einige intern ^ereinsangelegenheilen zur allgemeinen Befriedigung erledigt. Alsdann rüg man dem Magen Rechnung. Nachdem sich alle Anwesenden an einem so schmackhaften wie billigen, urch Frau Fröhlich hergerichteten Mahle zur Genüge gelabt hatten rfreute uns Herr Fröhlich durch seinen in jeder Beziehung vorzüglichen Vortrag über: „Konzentration im jüdischen Religionsunterricht". Wenn .um auch Einer oder der Andere, namentlich Herr W. Frank-Westerburg, an der Lehrprobe Verschiedenes zu tadeln fand, so verdient dieselbe vennoch, wie allseitig anerkannt wurde, als eine gute bezeichnet zu werden. Was nun den Vortrag anlangt, so dürfte es vielen Berufsgenossen erwünscht erscheinen, wenn derselbe durch Drucklegung eine weite Verbreitung erlangte. Nach Erledigung dieser nicht nur interessanten 'ud belehrenden Angelegenheit ging man zum wichtigsten Punkte der Tagesordnung: „Die Bildung eines Verbandes der israelitischen Lehrer- Dreine Deutschlands", über. Diesbezüglich entspann sich nun eine Debatte, u welcher die Geister auf einander platzten. Nachdem das pro et contra von allen Seiten reiflich erwogen, inigte man sich schließlich zur Entsendung eines Delegirten in Person des Herrn Fröhlich-Weilburg nach Berlin. So sehr die schwache Betheiligung seitens der Herren Kollegen auch zu bedauern war, so lobenswerth und ehrend hingegen war der Besuch der Herren Bezirksrabbinen, die so regen Antheil an unseren Versammlungen nehmen und weder Mühe noch Zeit scheuen, zur Förderung der Religionsschule das ihnen Mögliche beizutragen. Möge das Beispiel unserer Herren Rabbiner dem Theile der Lehrer Nassaus, der dem Vereine so wenig Interesse widmet, eine Sprache reden, die ein pflichttreuer Lehrer nicht unbeachtet lassen kann damit die nächstjährige Versammlung beweise, daß die für einen besseren Besuch unserer Konferenzen gegebenen Anregungen, insbesondere die von den Herren Bezirksrabbinen beantragten Reiseentschädigungen seitens der Kultusgemeinden, auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Zum Schluß noch die Bemerkung, daß ein Gegenstand der Tagesordnung ausfallen mußte, weil es der Referent für gut befand, wede* zu erscheinen noch sein Nichterscheinen anzuzeigen. Als Ort für die nächste Versammlung (Sonntag nach Pfingsten k. I.) wurde auf Vorschlag des Herrn Dr. Landau-Ems gewählt. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über die Wichtigkeit des Pentateuchunterrichtes in der Religionsschule, Referent: Herr Dr. Weingarten- Ems. 2. Lehrprobe über Konzentration des Unterrichts in der Religionsschule. Referent: Thalheimer-Hachenburg. 3. Vereinsangelegenheiten, Auf fröhliches Wiedersehen im Kaiferbad. Hadamar, im Juni. A. Oppenheimer, Schriftführer Eine jüdische HochMsseier in Fonds«. Von Benas Levy. zwei Jahren schilderte ich i» der „Allgemeinen Zeitung äLJ des Judenthnms" die Feier einer englich-jiidischen Hochzeit und wies darauf hi», wie wesentlich anders, als bei uns, von unfern Glaubensgenossen jenseits des Kanals ein Hochzeitsfest begangen wird. Am Mittwoch den 26. Juni d. I. fand in London eine jüdische Hochzeit statt, die besonders deswegen erwähnt zu werden verdient, weil sie einen deutlichen Beweis lieferte, welch' innige Verbindung der Ober-Rabbiner von England mit seiner Gemeinde unterhält. Es besteht zwischen beiden Theileu ein außerordentlich freundschaftliches Verhältniß, das sich bei jedem Anlaß kundgiebt und das nicht zu unterschätzen ist. Der Ober-Rabbiner gelvinnt dadurch Einfluß auf die Gemeinde-Mitglieder, und diese bringen ihm Liebe und Hochachtung entgegen, während unsere Rabbiner dein allergrößte,! Theil der Gemeinde-Mitglieder vollständig fremd gegenüber stehen. — Ober - Rabbiner Dr. Hermann Adler in London verheirathete am 26. Juni d. I. seine zweite Tochter Ruth mit dem Dozenten ander Universität Cambridge Mr. Alfred Eichholz, und diese Feier gestaltete sich zu einer Kundgebung der Liebe der Jllden Londons für ihr geistliches Oberhaupt. Der Trauung ivohnte eine sehr zahlreiche Bersammlnng von Juden und Christen bei, und Biele befanden sich darunter, welche hohen Rang und Achtung in England besitzen. Als die bekanntesten nenne ich nur Sir Samuel Montagu, Sir Philipp Magnus, Mr. Moeatta, Lord Rothschild, Mr. Claude G. Mvntefiore, Oberstlieutenant Goldsmid, Dr. M. Friedlaender, Mr. Hall Caine, Air. I. Zangvill. Viele Hunderte aber sandten kostbare Geschenke dem Brautpaare, als Beweise ihrer Verehrung für ihren Chief Rabbi Dr. Adler. Die Trauung fand in der Baysivater Synagoge statt, an welcher der Vater der Braut lange Jahre als Rabbiiier fungirte, bevor er zum Ober-Rabbiner ernannt wurde. Es ist in England Sitte, daß der Bräutigam zuerst unter den Trauhinnnel tritt und dorthin begleitet wird von seinem beste» Freunde, dem sogenannten „liest inan", dann erst wird ihm die Braut von demjenigen zugeführt, ivelcher dieselbe „weg giebt". In diesem Falle gab Ober- Rabbiner Dr. Adler seine Tochter weg, da er aber die Traurede hielt, führte sein Sohn die Braut in dem Tempel. Dieselbe hatte eineir Kranz von Orangeuolüthen im Haar, da solche i» England anstatt des Myrthenkranzes getragen iverden, und vier Brautjungfern begleiteten sie, eine derselben war die Tochter des Baronet und Abgeordneten Sir Samuel Montagu. — Außer dem Chief Rabbi am-