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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-07-05 · Heft 27 (5.7.1895) · p. Seite 315

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 27 (5.7.1895)
Date
1895-07-05
Page
Seite 315 (sequence 5)
Language
German
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.315 Bezüglich dieser Erklärung berief sich unmiitelbnr darauf Bürgermeister v. Engel ans sei» Programm, welches keinen Zweifel darüber lasse, wie er über Konfessionen und deren Rechte denke. Die Erklärung Singer's billigte er vollinhaltlich; sie enthalte nichts als die richtigen Prinzipien der deutsch-liberalen Partei, und er erachte sich verpflichtet, als Abgeordneter diese Prinzipien zur Geltung zu bringe» und den geführten Beschwerden nach Kräften abzuhelfen. Protokolle der am fl. Inni 1895 in Breslau stattgehabten Nerlammlung des Uereins jüdischer Lehrer in Ächielien und Posen und deren Buterstühnngvlralle. Anwesend waren a) als Mitglieder: die Herren Bach-Myslowitz, Prof. Dr. Badt-Breslau, Behle -Lissa, Bernhardt-Tarnowitz. Prediger Blumenfeld-Schweidnitz, Borchardt-Samter, Böhm-Königshütte, Boßj Bernstadt, Dozent Dr. Brann-Breslau, Brann-Beuthen O.-S., Brock- Hirschberg, Dr. Doctor-Breslau, eanä. phil. Elbogen-Breslcm, Rabbiner Dr. Freund-Czarnitau, Götz-Oberglogau, Rabbiner Dr. Guttmann- Breslau, Guttmann-Ohlau, Graf-Glogau, Grünfeld-Schwersenz, Herbst- Lissa (Posen), Jaeobsohn-Gleiwitz, Frl. Krakauer-Breslau, die Herren Krolik-Cosel O.-S., Ksinski-Kempen, Löwenstein-Glatz, Rabb. Dr. Löwenthal-Tarnowitz, Löwenthal-Schildberg, Dr. Louis Neustadt-Breslau, Frl Peiser - Breslau, Herr Plaut - Laurahütte, Frl. Roth - Breslau, Frl. Roth-Zabrze, die Herren Nabb. Dr. Rosenthal-Breslau, Dr. Samter- Breslau, Dr. Samuelsohn-Breslau, Schampanier-Breslau, Steiner- Groß-Strehlitz, Tintner-Bunzlau, Wolf-Groß-Strehlitz; b) als Gäste: die Herren Oberlehrer Dr. Blaschke-Berlin und Th. Oschinski-Breslau als Delegirte des D. I. G. B., Frl. Grünseld, Seminaristin-Schwersenz, die Herrm K. Haase-Rosenberg O.-S., Kolodzinski-Neu-Weißensee bei Berlin, Jacob Ledermann-Breslau. 1. Vormittags 8 Uhr wird unter dem Vorsitze des Herrn , Dr. Samuelsohn die Berathung des Vorstandes der Unterstützungskasse j des Vereins eröffnet. Der Vorsitzende theilt den Kassenabschluß pro 1894 mit, welcher mit 4302.68 M. in Einnahme und Ausgabe balanzirt. Hierauf wird der Voranschlag zu den Einnahmen und Ausgaben für das Jahr 1695 mit 2000 M. genehmigt. — Ein Antrag Graf-Groß- Glogau, die Eintrittsgelder und Jahresbeiträge zu erhöhen, wird als inopportun abgelehnt, dagegen beschließt der Vorstand auf den Wunsch von Herbst-Lissa, vom 1. Januar 1890 ab die Unterstützungsquoten zu erhöhen und demgemäß § 24 der Statuten abzuändern, der Sache näher! zu treten. — Endlich wird von dem vorliegenden Revisionsbericht Kenntniß genommen und ebenso von der Mittheilung, daß der Kapitalfonds nunmehr die Höhe von 33,508.88 M. erreicht hat. 2. Um 8V‘i Uhr versammeln sich die Mitglieder der Unterstützungskasse. Herr Dr. Samuelsohn berichtet über den Stand der Kasse, die Zahl der Pensionäre und über die Höhe der gezahlten Pensionen. Auch theilt derselbe mit, daß aus einem Legale des verstorbenen Stadtältesten, Herrn Moritz Moll Hierselbst, der Kasse ein Kapital von 1000 M. zugeflossen sei. — Hierauf verliest Dr. Badt-Brestau den Kassenbericht und beantragt Entlastung für den Schatzmeister, welche die Versammlung beschließt. — Ein Antrag von Borchardt-Samter, der Verein möge durch Beauftragte für diesen eine Sammlung veranstalten, wird abgelehnt, dagegen das Anerbieten desselben, in eigener Person eine Sammlung auszuführen, dankend angenommen. Bei dieser Gelegenheit macht Herr Hamburger-Breslau darauf aufmerksam, daß die Lehrer mehr zum Eintritt in den Verein veranlaßt werden müßten, und zwar zu ihrem eigenen Besten und im Interesse des Vereins. — Graf-Groß- Glogau hofft, durch Ermäßigung der Jahresbeiträge und Erhöhung der Eintrittsgelder dem Verein mehr Mitglieder zu gewinnen und bittet den Vorstand, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen. — In der hierauf stattgehabten Vorstandswahl wurden einstimmig oder mit überwiegender Majorität die Herren Dr. Samuelsohn, Dr. Badt, Stadtath Pringsheim, Hamburger, sämmtlich zu Breslau, Herbst- Lissa, Tintner-Bunzlau, B l um enfel d-Schweidnitz gewählt. Diese Herren nahmen auch die Wahl an, ebenso die Herren Geh. Justizrath Freund, Kommissionsrath Moll und M. Baruch, welche als Revisoren wiedergewählt wurden. 3. Um 10 Uhr begann die 17. Versammlung des Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen. 1. Der Vorsitzende begrüßt die Versammlung und berichtet über den Stand des Vereins. Darnach hat derselbe 2 Mitglieder leider durch Tod und 2 durch Verzug verloren, dafür aber 10 neue Mitglieder gewonnen, und es stellt sich die Gesammtzahl derselben jetzt auf 135. 2 Der Schriftführer Dr. Samt er giebt den Kassenbericht, nach welchem die Einnahmen, einschließlich eines Bestandes aus dem vorigen Jahre, auf 88.15 M. sich belaufen, während die Ausgaben 50.52 M. betragen, so daß ein Bestand von 31.03 M. für das folgende Jahr verbleibt. Die Rechnung wird geprüft und für richtig befunden, und infolge dessen wird dem Kassirer Entlastung ertheilt. 3. Vorstandswahl. Herr Dr. L. Neustadt beantragt, den bisherigen Vorstand durch Zuruf wiederzuwählen. Da kein Widerspruch gegen diesen Vorschlag erhoben wird, gilt er als einstimmig angenommen, und der Vorstand besteht daher wieder aus den Herren Dr. Samuelsohn als Vorsitzenden, Dr. Samter als Schriftführer, Beide zu Breslau, und Hauptlehrer Herbst -Lissa als stellvertretendem Vorsitzenden. 4. Berathung über die Gründung eines Verbandes der D.-J. Lehreri vereine im Anschluß an die Entwürfe des Jüdischen Lehrervereins der! Provinz Hannover und des D. I. G B. Hierzu erhält Herr Dr. Braun-! Breslau als Berichterstatter das Wort und führt aus, daß die Organi-! sationen, welche vor etwa zwei Jahrzehnten mit der Gründung der Lehrervereine ihren Anfang genommen Hütten, in der Bildung eines Verbandes sämmtlicher Vereine ihre Krönung finden sollten. Schon daraus folge nothwendig, daß das Fortbestehen der Lokalvereine durch die neue Organisation gesichert ist. Es sei nur die Frage, wie der Verband organisirt werden solle. Zuerst handle es sich um den Namen des Verbandes, der nicht blos äußerlich, sondern auch seinem Wesen nach in den beiden Entwürfen verschieden sei. Er schlage daher vor. die neue Organisation „Verband der jüdischen Lehrervereine des Deutschen Reiches" zu nennen. — In Bezug auf den Zweck des Verbandes beantragt Referent, denselben so beizubehalteu, wie er im £ 2 des Hannoverschen Entwurfes angeführt ist, mit Hinzufügung der Worte „und der von diesen ins Leben gerufenen Vereine" hinter „Lehrerstandes". — Als Bestimmungen über die Mitgliedschaft sollen die im Entwürfe des D. I. G. B. unter Nr. 2 angegebenen gelten, jedoch mit Hinzufügung des zweiten Alinea des $ 4 aus dem Hannoverschen Entwurf, betreffend die Ehrenmitglieder. — Der Verbaudsvorstand soll nach Nr. 4 des Berliner Entwurfs aus 5 geprüften Lehrern bestehen, von denen mindestens 2 ihren Sitz in Berlin haben müssen. Insbesondere gegen die letztere Bestiunnung wendet sich der Referent, wenn er fordert, daß der Vorstand überhaupt kein bestimmtes Domizil, sondern dort seinen Sitz haben solle, wo der jedesmalige Vorsitzende seinen Wohnsitz habe. Deshalb sei der $ 7 des Hannöverschen Entwurfes, der ebenfalls vom Vorstande handle, vorzuziehen, mit der Maßgabe jedoch, daß das zweite Alinea von Nr. 4 des Berliner Geltung erhalte, und daß die Lehrer, welche dem Vorstande angehören, approbirt sein müssen. — Für die Bestimmungen über Ort und Zeit der Vorstandssitzungen hält der Berichterstatter die Vorschriften von Nr. 5 des Berliner Entwurfs mit Streichung von „in Berlin" für angemessen. — Auf die Begrenzung der Anzahl der Delegirten zum Verbandstage will Herr Dr. Braun nicht eingehen, schon deshalb nicht, weil es sich ja nicht blos um die Interessen der staatlich geprüften Lehrer, fonbern zum größten Theile auch solcher Religionslehrer handelt, die, staatlich nicht geprüft, doch zum Religionsunterricht zugelassen sind und diesen in vielen Gemeinden thalsächlich ertheileu. Er schlägt daher vor, daß je 25 Mitglieder eines Vereins je einen Delegirten wählen sollen Im Uebrigen aceeptirt er den § 8 des Hannöverschen Entwurfs mit der Bestimmung aus Nr 8 des Berliner, „kleinere Vereine können sich zu diesem Zwecke mit einem anderen Vereine verbinden." — In Bezug auf die Delegirteu-Versammlung erklärt sich der Berichterstatter mit der Bestimmung einverstanden, wie sie im § 5 des Hannöverschen Entwurfes gegeben ist, will den Ort dieser Versammlung dem Vorstande anheimgeben und zugleich der Nr. 9 des Berliner Entwurfes Geltung gewähren. — Die Nr. 7 des Berliner Entwurfes, welche von der Be-

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