Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1895)
- Date
- 1895-05-31
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
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3 Direktor bc -i llinge, meid .' anstimmten: n Lehrlinge. ar mit bei: ngenen eine i einen tiefe; t seit ihrer rtorium un ck, kam hie idenen Feie »rnmen, wei rrvorragend oerkerstande im Februa Gemeinde h lest eingeleg mitgewähl naä)ten abe hes bei den age vor den chiedenheiter : vom Vor ersammlunc rt hatte, bit n Vorgang >n noch aut auf Grund m Bescheid, n demselben »tigt sind lrch verletzr >l und nid)l eingetrager' tarschule ir tion in ein. 59 Kindern irb vor bei anderweitig ahresberichr en jüdischer Heist waren 102 (501), 185 (477), 3 (617), in . Ev. Realwaren in chen evang. chule II 77 lelschule 3<- ichtsanstall rhresberichl rinnen; die Religions ihresbericht knaben und chule für )as Schultm Beginn ht gedenkl >er Schule, 1. Jahresgerufenen 1894) enter Anstalt gsbeiträge v urden für 1 Knaben und 4 Mädchen, sowie einem jungen Manne ein Studienl ütrag gezahlt. Besonders verdient gemacht haben sich auch im verflossenen ' ahre die Ehrenmütter des Hauses, Frau Henriette Lisser, Frau Sophie iehmann, Frau Minna Levin und Frau Sophie London, sowie Herr Rabbiner Dr. Vogelstein durch seine sinnigen Ansprachen bei den Festl chkeiten der Anstalt, deren Verwaltung Herrn und Frau Willner obliegt. Mit dem in der Anstalt seit drei Jahren unter Leitung des Herrn Mann- Ups eingesührtenHandfertigkeitsunterrichte nahmen sämmtliche Knaben theil - nd machten gute Fortschritte; die bei der letzten Chanukafeier ausgestellten, : ÜN den Kindern angesertigten Gegenstände fanden allseitige Anerkennung, iußer Jahresbeiträgen in Höhe von 2916 Mk., Geschenken von 1222.73 Alk. nd Zinsen von 5316.80 Mk. hatte die Anstalt im verflossenen Jahre . n Legaten die hübsche Summe von 4860 Mk. vereinnahmt. Den 455.53 Mk. an Einnahrnen standen 10033.81 Mk. an.Ausgaben gegenber. Der Ausgaben-Ueberschuß von 578.28 Mk. wurde dem Reserveonds entnommen. Das Vereinsvermögen, welches sich im verflossenen ^ahre um 4271.72 Mk. vermehrt hat, beläuft sich auf 142,180.10 Mk. - Am 12. d. Mts. fand in Greifswald in dem neuen Betlokal der ortigen Gemeinde eine kleine Einweihungsseier statt, welche der dortige lantor Hirschlowitz mit den Kindern seiner Religionsschule ausführte. Oie Feier erhielt ihre besondere Weihe dadurch, daß Herr Rabbiner Or. Königsberger aus Pasewalk, welä)er gerade zu diesem Tag einen Utteratur-Vortrag „Aus dem Reiche der altjüdischen Fabel" zugesagt hatte, ie Festpredigt übernahm, welche anknüpfend an Numeri 9, 23 und 15, uf die vollzählig erschienenen Gemeindemitglieder einen tiefen Eindruck machte. g. Dresden, 13. Mai. Der kürzlich erschienene Ver waltu ngsericht unserer israelitischen Religionsgemeinde ist in der ^age, wiederum über eine größere Stiftung zu berichten, deren Einichtung den Vorstand während des Berichtsjahres beschäftigt hat. Am 4. Juli 1894 ist die Wilhelm Schie-Stiftung bestätigt worden. Die 8erwaltungsordnung bestimmt im Wesentlichen: „Verschämte Arme, Alte, Kranke, Schwache, unverschuldet vom Schicksal Betroffene, werden vorzugsweise berücksichtigt." Im Berichtsjahre sind aus den sehr bedeutenden Erträgnissen der Stiftung an 10 Verwandte des Stifters i800 M. und an 82 Arme der hiesigen Religionsgemeinde zweimal, im September und im Dezember, zusammen 16,158 M. vom Vorstand verheilt worden, nachdem er zuvor von den Vorständen der in hiesiger Gemeinde bestehenden Wohlthätigkeitsanstalten Auskunft über die von hnen Unterstützten erbeten hatte Der Vorstand versichert, daß ihm bei Austheilung der Unterstützungen Einblicke in die Verhältnisse hiesiger rrmer Gemeindemitglieder zu Theil wurden, und zwar sowohl der Zahl rls der Noth nach in einer so ungeahnten Höhe, daß er mit dankbarer Verehrung von dem edlen Stifter erfüllt ist, der solche Segnung ermögichte. — In der Verwaltung der zahlreichen anderen dem Vorstande mterstellten Stiftungen ist seit dem letzten Bericht keine wesentliche Veränderung eingetreten. In dem an Stelle der Mischeberach-Spenden eingeführten Spendenbud) sind im Berichtsjahr 5579 M. gezeichnet und gewährt worden. — Herr Kommerzienrath Joseph Bondi hat 3000 M;ur Vergrößerung der Joseph Bondi-Stiftung gespendet. — Die Besteuerungskommission hat im Berichtsjahre 24,043 Mk. an Kultussteuern ausgeschrieben. — Vorsitzender des Gemeinderaths ist Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann, an Stelle des verstorbenen Herrn Jean Scherbel wurde Herr Rechtsanwalt Gustav Meyer zum Vorsteher gewählt. Die Gemeinderathssitzung vom 6. Juni gestaltete sich, in Erinnerung daran, oaß am 6. Juni 1869 Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann zum ersten Male den Vorsitz im Gemeinderath geführt hatte, zu einer Festsitzung. Der Vorstand widmete dem Jubilar sein Bildniß von der bewährten Künstlerhand des Herrn Professors Leon Pohle. Die Gemeindebeamten beglückwünschten den Jubilar in seiner Wohnung und überreichten eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse in Form einer Votivtafel. — Die Religionsschnle der Gemeinde wurde im Berichtsjahr von 256 (247) Schülern, nämlich 137 (132) Knaben und 119 (115) Mädchen besucht. OO Hannover 26. Mai. Herr Lehrer S. Blumenfeld in Adelebsen erläßt als Vorsitzender die Einladung zu der am 3. und 4. Juni d. I. hier im Saale des Restaurateurs Falk (Andreästraße) stattfindenden 31. Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. Die Tagesordnung lautet: 1. Berichterstattung. 2. Vorstandswahl. 3. „Bibel oder Bibelauszug". Referent: Herr Lehrer Waller-Moringen. 4. Lehrprobe: „Pflichten gegen Landesvater und Vaterland" (in der Oberstufe) von Herrn Hauptlehrer Reuß-Aurick). 5: Gründung eines deutsch-israelitischen Lehrerbundes. 6. Freie Besprechungen. Die erste Hauptversammlung wird Montag, den 3. Juni, Vormittags 10 Uhr stattfinden. In der geselligen Zusammenkunft am Montag Abend wird Herr Hauptlehrer Reuß einen Vortrag halten über „Assyrien und Babylonien und die Keilinschriften". Für den ersten Konferen.ckag ist wieder ein gemeinschaftliches Mittagessen in Aussicht genommen, an dem stä) hoffentlich alle Konferenzbesucher betheiligen werden Ein Zuschuß zu den Reisekosten aus Mitteln des D.-J. G.-B. ist beantragt und wird voraussichtlich wieder gewährt werden. — Im Anschluß an die Lehrerversammlung werden die Mitglieder der Unterstützungskasse zu einer Generalversammlung auf den 4. Juni d. I. in demselben Lokale von Landrabbiner Dr. Gronemann eingeladen. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Red)enschaftsbericht pro 1894. 2. Beschlußfassung über vorgeschlagene Aenderungen in den Statuten. 3 Sonstige Angelegenheiten der Kasse. k Hannover, im Mai. Der vom Komitee für Ferienkolonien armer kränklicher Schulkinder aus Hannover und Linden auf das Jahr 1894 ausgegebene Bericht bestätigt wieder das einträd)tige Zusammengehen und Wirken aller Konfessionen in diesem Liebeswerke, an dem seit 14 Jahren unter Vorsitz des König! Oberpräfidenten Dr v Bennigsen eine Zahl hoä)angesehener Männer unserer Stadt arbeiten. Da die jüdischen Kinder die gebührende Berücksichtigung finden, und die Mehrkosten durch Beiträge von Vereinen regelmäßig gedeckt werden, sind wir nicht genöthigt, wie es in anderen Gemeinden geschieht, besondere Vorkehrungen für diesen Zweck zu treffen Von den 274 Ferieukolonisten find 2l jüdische Kinder auf Kosten des Komitees entsandt und für vier, die in Familien Freiquartiere fanden, wurde das Fahrgeld bezahlt. Mit besonderer Anerkennung erwähnt der Bericht den verstorbenen Geheimen Kommerzienrath Louis E. Meyer, den Schatzmeisters des Vereins. Der Sohn des Verstorbenen, Herr Bankier Emil Louis Meyer, hat auf Bitte des Komitees den erledigten Sitz und damit gleichzeitig das mühevolle Amt des Schatzmeisters übernommen. — Je seltener in unseren Tagen Juden zu Ehrenämtern und Vertrauensposten berufen werden, um so freudiger ist es zu begrüßen, wo es geschieht. Wir erwähnen deshalb gern, daß Herr Leopold Fischer, der seit Kurzem der Repräsentanz unserer Gemeinde augehört, in unserer Nachbarstadt Linden mit Einstimmigkeit wieder in das Bürgervorsteher-Kollegium gewählt wurde. Göttingen, im Mai. Soeben ist der vierte Jahresbericht über denReligionsunterrichtder Synagogen-Gemeinde zu Göttingen für das Schuljahr 1894 bis Ostern 1895 erschienen. Derselbe enthält das Pensum des Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen, an der Religionsschnle und in der Konfirrnandenabtheilung; außerdem aber noch eine sehr interessante Abhandlung über Lehrziele, Stoffvertheilung und Behandlung der einzelnen Unterriä)tsgegenstände, speziell der biblischen Geschichte. Die Abhandlung ist gediegen und lehrreiä). Schließlich enthält das Programm noch den Abdruck eines sehr gut ftilisirten Flugblatts mit der Ueberschrift: „Hast Du eine Bibel im Hause?" das die Bezirkskonferenz jüdisd)er Lehrer Süd-Hannovers herausgegeben und das die weiteste Verbreitung verdient. Schon um dieser Beigaben willen darf der Jahresbericht, den der eifrige und pädagogisd) sehr tücktige Rabbiner unsrer Gemeinde, Herr Dr. B. Jakob, wie alljährlich, so auch diesmal herausgegeben, allen Lehrern und Schulfreunden zur Lektüre empfohlen werden. .. r. Augsburg, 21. Mai. Der Begründer des gleichnamigen Bankhauses, Herr S. Rosen dusch, wurde heute hier zu Grabe getragen. Die angesehensten Bürger unserer Stadt und der größte Theil der israelitischen Kultusgemeinde gaben ihm das letzte Geleite. Herr Dr Groß schilderte in überaus warmen Worten, wie der Verstorbene einer der Begründer der hiesigen Gemeinde und viele Jahre hindurch ihr erster Vorstand war, der mit Geschick und Verständniß seines Amtes waltete, wie ihn auch die Stadtgemeinde durch Verleihung von Ehrenämtern auszeichnete, wie er, hilfreich und gut, immer bereit war, Noth zu lindern, und wie endlich die Söhne das gemeinnützige Wirken des Vaters fortsetzen. Das edle Wirken des Verstorbenen verdient and) in diesem Blatte als Muster gerühmt zu werden.