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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-04-26 · Heft 17 (26.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 17 (26.4.1895)
Date
1895-04-26
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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59. Jahrgang. Nr. 17. ^XV ttttflttiltflj&tt + ^Erlin. 26. April 1895 HZeikage zur „Allgemeinen Zeitung öes Zuöenthurns". Korrespondenten und Nachrichten. Deutschland. 22 Berlin, 24. April. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin versendet soeben ihren dreizehnten > Bericht. Demselben geht eine streng wissenschaftliche Abhandlung von Dr. M. Schreiner: „Der Kal-,m in der jüdischen Litteratur" vorauf. Der Bericht giebt, wie üblich, Aufschluß über Einnahmen und Allsgaben, über Stiftungen und Geschenke. Die Zahl der Hörer betrug im Sommersenlester 26, im Wintersemester 31 und 7 Hospitanten. Besonderer j Gunst wird die Stipendienkasse der Lehranstalt empfohlen. Im Sommer-! semester, das am 21. April beginnt, werden daselbst folgende Vorlesungen! gehalten werden: Herr Dr. Map bäum wird lesen: 1. Midrasch- - Lektüre, 1 Stunde, Dienstags 8-9 Uhr; 2. Homiletische Uebungen,! 2 Stunden, Freitags 8—10 Uhr. Herr Dr. Müller wird lesen: > 1. Talmud statarisch, Ketubot, Abschnitt XII, 4 Stunden, Montags und Donnerstags 10-12 Uhr; 2. Talmud kursorisch, Chullin, Abschnitt III, 3 Stunden, Sonntags 6-9, Mittwochs 8-10 Uhr; 3 Jore Dea. Hil. Schechita, 2 Stunden, Dienstags und Freitags 10-11 Uhr; 4. Jeruschalmi Schebuot, 1 Stunde, Freitags 11-12 Uhr; 5. Mischna Nesikin,! 1 Stunde, Dienstags 11—12 Uhr; Maimon, Mischne Tora, Hil. Tefillah,! 1 Stunde, Sonnabends 11—12 Uhr Herr Dr. Schreiner wird lesen:! 1. Einleitung in die heilige Schrift, 2 Stunden, Montags und Donnerstags! 8— 9 Uhr; 2. Alte Pentateuchkommentare, 2 Stunden, Montags 3—5 Uhr; I 3. Erklärung der Psalmen, 2 Stunden, Sonntags 9—11 Uhr; 4. Ein-! leitung in die Wissenschaft des Judenthums, 1 Stunde, Dienstags 9 — 10 Uhr; 5. Lektüre und Erklärung des More Nebuchim des Maimonides, 2 Stunden, Mittwochs 10—12 Uhr; 6. Geschichte der Juden, das spanisch-arabische Zeitalter, 2 Stunden, Montags und Donnerstags j 9- IO Uhr Herr Professor Dr. Steinthal wird lesen: Religionsphilosophie, 1 Stunde, in einer noch zu bestimmenden Stunde. — Die ordentliche Generalversammlung für das Jahr 1895 findet an: 28. April statt. Es ist dringend zu wünschen, daß alle Gönner und Freunde des Instituts sich an dieser Generalversammlung betheiligen und für die Wahl von Männern eintreten, welche die Propaganda für die Anstalt eifrig betreiben und dieselbe nach jeder Richtung würdig repräsentiren wollen. Zu den vortrefflichen Männern, die jetzt das Kuratorium bilden, müssen auch neue, arbeitsfähige Kräfte hinzutreten, die es verstehen, weitere Kreise für die Anstalt zu interessiren und dieselbe auf jene Höhe zu bringen, welche ihr gebührt und welcher sie bedarf, um ihre großen Ziele zu verwirklichen. Möchte diese Anregung alle Gönner der Lehranstalt zu reger, persönlicher Theilnahme veranlassen! 8 Berlin, 2i. April. In der Beitel Heine Ephraim'schen Lehranstalt, Oranienburgerstraße 87, I, werden im nächsten Semester, das am 23. April beginnt, und zwar gratis lesen: Herr Professor Steinschneider: Geschichte der nachbiblischen hebräischen Sprache und Sprachkunde, 1 Stunde wöchentlich. — Neuhebräische Schriftsteller, 2 Stunden. — Herr Professor Barth: Maimonides: Dalalat al- Hai'rin, arabisch, 1 Stunde. — Arabische Histor lker, 2 Stunden. Meldungen 23. April 6 Uhr, im Lesesaal. lg. Berlin, 19. April Die Alte Synagoge (Heidereutergasse) ist seit heute für den öffentlichen Gebrauch bis auf Weiteres geschlossen. Wie im vorigen Jahre bauliche Umgestaltung und vollständige Renovirung Veranlassung zur zeitweiligen Schließung gegeben, ist auch das Motiv der jetzigen Schließung der Synagoge in der Umgestaltung des Beleuchtungswesens daselbst ausschließlich zu suchen. Es soll nämlich — wie wir erfahren — eine elektrische Beleuchtungsanlage geschaffen werden. Diese war schon längst vom Vorstande und den Besuchern des Tempels herbeigewünscht, da die Gasbeleuchtung, welche bisher dort in Anwendung gebracht worden, stets, und namentlich im Sommer, eine höchst unangenehme Wärme verbreitete. Zahllose Besucher drängten am Freitag Abend zu dem Eingang der Synagoge, mußten jedoch wieder unverrichteter Sache abziehen. Dafür waren an diesem Abend die anderen Synagogen stärker besucht, besonders die Synagoge in der Kaiserstraße. kg. Berlin. 21. April. Programmmäßig fand am 15. d. M. di Einsegnungsfeier von 11 Knaben und 6 Mädchen der Reformgemeinde statt. Man gab uns beim Betreten des Gotteshauses eine eigens zu diesem Tage gedruckte Gebetordnung. Durch einen Choral, den Chor und Gemeinde anstimmten, wurde die Feier eröffnet. Der Choral hatte im Anfang das Motiv des Psalm 19 zu Grunde („Herr, vom ganzen Erdenrunde — Schallet Deines Namens Kunde; — Deine Macht rühmt die Pracht, — Die erglänzt am Himmelszelt — Sphärenklang ist Gesang — Jubelnd Dir von Welt zu Welt.") Die folgenden Strophen jedoch waren der Bedeutung des Tages angemessen. („Aber mehr als Sphärenklänge, — Als der Himmel Lobgesänge — Thut Dich kund Kindermund, — Wenn er schuldlos noch und rein, — Dich bekennt, Vater nennt und gelobt, sich Dir zu weihn. — Darum sieh mit Wohlgefallen — Unsere Kinder zu Dir wallen, — Da ihr Herz himmelwärts — Sich aus irdischen Banden schwingt, — Und die Brust, — Freud und Lust — Betend vor Dein Antlitz bringt.") Dem sich hierauf anschließenden Gebete des Vorbeters, in welchem bekanntlich das Schema Israel, einzelne Stellen des stillen Gebetes und die Keduschah eingeflochten sind, schloß sich die 'Aushebung der Thora an, bei welcher feierlichen Gelegenheit der Chor den Psalm 24, 9—10 anstimmte. Dann folgte die Vorlesung aus der Thora und die Einhebung derselben unter Absingung der üblichen Choräle (Jesaia 59, 21). Hierauf kam ein Vortrag und ein Gebet der Konfirmanden an die Reihe. Nach der nunmehr sich anschließenden Ansprache des Predigers Dr. Klemperer an die Konfirmanden, in welcher er ihnen die hohe Bedeutung dieses Tages klarlegte und sie mit einer Mahnung in das Leben entließ, sprach der Chor die Verse 12-15 des Psalm 115. Mit dem hierauf folgenden stillen Gebet der Konfirmanden, welchem sich der Segen des Predigers anschloß, fand die erhebende Feierlichkeit durch Absingung des Chorals Psalm 150 ihren Abschluß. Berlin, 22. April. Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin, die sich jüngst gebildet hat und > bereits ihren Zielen mit großer Schaffensfreudigkeit nachstrebt, hält die! nächste wissenschaftliche Sitzung Sonnabend, 4. Mai, ''Abends 83 4 Uhr,! im Hotel „Münchener Hof", Spandauerstraße 11/13, ab. In der Sitzung! wird Herr Lehrer Traubenberg über das Thema: „Eine Lücke in der; jüdischen Unterrichtslitteratur" referiren. Alle diejenigen, die den Be-! strebungen der Vereinigung sympathisch gegenüberstehen, sind freundlichst! willkommen.! fg. Berlin, 21 April. Die seit mehr als fünf Jahren bestehende Religionsschule der Lippmann-Tauß-Sy nag oge hat sehr günstige! Resultate gezeitigt. Die Schule, in welcher unter Oberleitung des | Rabbiners Dr. Oscar Lipschütz von vier seminaristisch gebildeten; Lehrern dreimal wöchentlich Religionsunterricht ertheilt wird, gewährt j Unbemittelten den Unterricht völlig frei. Daher erklärt sich auch die! die stets im Wachsen begriffene Frequenz dieser, in der Georgenkirchstraße 2, gelegenen Schule. Den bemittelten Eltern der die Religionsschule besuchenden Kinder ermöglicht es die Leitung, durch Beitritt zur Lippmann-Tauß-Synagoge freien Religionsunterricht für ihre Kinder zu! erzielen.! Berlin, 20. April. Die Oberin des Vereins für jüdische , Krankenpfleger innen, Fräulein Rose Blau, ist am 18. d. Mts. j in ihr neues Amt feierlich eingeführt worden. Die Einführungsrede! hielt der Vorsitzende des Vereins, Herr Alb. Ph. Meyer, unter Ueber-! reichung des von Frau Dr. Frankl gespendeten an einer goldenen Kette! befestigten Vereinsabzeichens, während Frau Kommerzienrat!) Julie Gerson-Liebermann Namens der Damen und Herr Stadtverordneter Louis Sachs Namens des Krankenhauses die neue Oberill herzlich

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