Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1895)
- Date
- 1895-04-19
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
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185 friedlich feil. uns nu > Schade,; nd iniiiie > Richter, te Väter e versetz en schwer cankheits Cent rul!U.; Irl itzberichtvaltschas Kamps, egen di. st Götte iß unser, seu unl daß di. in unzu gewisse, ue» »M lnnahm e gegei ite Will schließe, »ch ein; es siel ■»lt Ehr; unter ug unk e, könnt, ten. das lschliche. Anders bürgert iuudert Pfungei Klaube, staats ligiontz . ihiie, re Ehr an den in de: nngslo ill, ha rmtheit fen uir Angriff castlose, Energie abwehren, dürfen wir von uns sagen, daß wir ihrer würdig und. Ich fürchte zwar nicht, daß unser Mühen vergeblich sein lvird, aber im Grunde gelwiiimen halte ich den materiellen Erfolg für nebensächlich. Wenn wir unsere Stellung im Baterlande durch eigene Kraft »ehren, wird uns dieAchtung unserer besser gesinnten Mitbürger nicht fehlen; wenn llns unser Recht versagt lvird, werden wir an Sympathie gelvinneii. Und wen» mich auch diese Hoffniliig auf aie Menschheit täuschen sollte, »in unserer selbst willen niöchte ich oer Fortsührung des Kampfes nicht widerrathen. Wer in der Bewegung steht, wird mit freudiger Genugthuung es empfinden, wie ote Gemeinsamkeit der Abwehrbestrebungen und das Bewußtsein der csüllten Pflicht das Jlidenthiii» verinnerlicht, die Charaktere stählt, oie bangen Gemüther erhebt und mit neuer Hoffnung erjüllt. Wer wollte diesen Werdegang der Dinge stören und die ausithmenden Gemüther durch Warnuiigsrnfe verzagt machen? Zur KchuLstatistik. Von W. Heß. 7^7» den Schlagworten, mit denen die Judenfeinde, und hier *4^7 gilt das Wort im weitesten Sinne, nicht nur von den reinen Antisemiten, sondern von den Konservativeil und all denen, aie nur Rischus besitzen, arbeiten, gehört auch dies: Tie Juden orangen sich überall vor, sie überschwemmen unsere Gymnasien und aoheren Schulen, bald werden sie die akademischen Berufe ganz an ich gerissen haben. Im Lichte der Zahlen erscheint freilich diese Behauptung so thöricht, wie so viele andere der Hasser unserer Borzüge, und deshalb wollen wir einmal ziffernmäßig seststellen, wie groß in Wirklichkeit in Deutschland der Antheil der Juden an den 'erschiedencn Bildungsstufen ist. Beginnen wir mit 1. Preußen. Als Quelle dient das amtliche statistische Jahrbuch für den 'rerißischen Staat Baud II., ferner die Zeitschrift des königlichen >renßischen statistischen Büreans 1894, III. Auf den sämmtlichen höheren Lehranstalten, nämlich Gymnasien, Brogynmasien, Realgymnasien, Realprogymnasien, Oberrealschule», ttcalschulcn und höheren Bürgerschnlen, befanden sich Ostern 1892 >56,796 Schiller, voll denen 14,614 Inden lvaren. Es kamen also uif 1 Juden immer noch 16 christliche Schüler, aber vor Allem ist ,!> betonen, daß der Antheil der Inden fortgesetzt relativ und absolut luriickgeht. Im Jahre 1882 waren cs 15,260 jüdische Kinder, seitdem geht die Ziffer, wenn auch selbstverständlich mit kleine» -chwanknngen zurück, und ebenso füllt der prozentuelle Antheil, von 16.2 Prozent bis ans 9.3, während bei den Christen die evangelischen Schülerziffern konstant geblieben, die katholischen um 20 Prozent gc- .iiegen sind. Aber auch im Berhaltns; zu der gesammten Zahl der oie Schule besuchenden jüdischen Kinder erscheint die obige Ziffer licht gar so hoch, wenn man bedenkt, wie günstig für den. Besuch jäherer Schulen bei den Inden die äußern Berhältniffe liegen. Es ist selbstverständlich, daß der Besuch der höheren Schulen >>ei der städtischen Bevölkerung am regsten ist, lveil die Gelegenheit dazu am bequemsten geboten lvird. So zeigt Berlin (Etat. Jahrbuch der Stadt Berlin) die Thatsache, daß fast viermal so viel Berliner Kinder die höheren Schulen besuchen, als im Durchschnitt »er ganzen Bevölkerung des deutschen Reiches sich ergäbe. Ferner ist die im Ganzen günstige materielle Lage des Handelsstandes ein Moment, das die Angehörigen dieser sozialen Klasie veranlaßt, ihre Kinder in die höheren Schulen zu schicken. Bei den Juden treffen beide Momente zusammen, sie sind eine vorzugsweise städtische und vorzugsweise handeltreibende Bevölkerung, und es ist daher nicht zu verwundern, daß sie ihren Kindern gern eine gute Schule gönnen und gönnen können. Keineswegs folgt indeß aus dem Vorigen, daß die Juden in der That alle ihre Kinder in höhere Schulen schicken'; es ist vielmehr noch nicht der dritte Theil, der diesen Vorzug hat, lvie die folgende Tabelle zeigt: Es besuchten jüdische Kinder: die Volksschulen 1866 1891 a) evangelische. 11,451 10,853 b) katholische. 4,994 4,327! c) jüdische. 9,502 d) paritätische, resp. simultane . . . 5,726 5,704 Privatschulen mit dem Ziel der Volksschule . 516 3,491 Privatschulen mit dem Ziel der Mittelschule 7,629 8,023 öffentliche Mittelschulen 1 9 ‘>21 12,984! höhere Mädchenschulen J 16,284 Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen. 14,977 14,644 Schulen in Taubstummen-, Blinden-, Idiotenre. Anstalten sowie Waisenhäusern u. Seminaren 499 445 68,256 66,257 Wir ersehen aus dieser Tabelle, daß im Jahre 1891 die höheren Schulen besucht wurden von 14,844 Knaben und 6284 Mädchen, in Summa 21,128 jüdischen Kindern, d. h. etwas weniger als einem Drittel der die Schule überhalipt besuchenden Juden. Leider fehlen in der aintlichen Statistik die genauen Angaben über den Heimathsort der Kinder, sonst würde man wahrscheinlich seststellen könneii, daß die Juden in den kleineren Städten und auf dem Platten Laude in außerordentlich viel geringerem Maße an dem Besuch der höheren Schulen betheiligt sind als ihre Glaubensgenossen in den großen Städten. Eine fernere Entwickelung zeigt die obige Tabelle, nämlich eine > starke Verniinderung der jüdischen Schulkinder in den! konfessionellen jüdischen Schulen, sowie einen Rückgang der I Gesammtzahl überhaupt um ca. 2000 Köpfe. Dies Letztere hat offenbar j seinen Grund in dem Rückgang der Geburtenziffer bei den Inden seit dem j Ende der siebziger Jahre. Die Verminderuug der jüdischen Schüler in den; konfessionellen jüdischen Volksschulen ist bewirkt durch einen Rückgang j dieser selbst. Während 1886 noch 318 dieser Schuleil vorhanden waren, sind es jetzt nur noch 244, und diese Thatsache ist wohl ganz besonders dem Zug in die größeren Städte zuzuschreiben, der viele kleine Gemeinden außer Stand gesetzt hat, eigene öffentliche Schulen zu erhalten. In vielen Fällen sind an deren Stelle offenbar jüdische Privatschulen getreten mit dem Ziele der Volksschule, denen statt 516 Kinder im Jahr 1886 jetzt 3491 angehören. Auch in den Privatschulen mit dem Ziele einer Mittelschule ist die Zahl der jüdischen Kinder nicht nnwesentlich gewachsen, und diese ■ beiden Positionen, die trotz des allgeilieiuen Rückganges der Ziffern . gestiegen sind, bieten unsercs Erachtens einen Beweis, daß die ■ jüdischen Kinder in der heutigen Zeit des Antisemitismus sich in > den Privatschulen wohler fühlen als in den öffentlichen Anstalten.! Es bleibt noch die Betrachtung übrig, wie weit der Grundsatz j der Gleichberechtigung den jüdischen Lchrern gegenüber durchgeführt > ist. Wir finden in den Volksschulen jüdische Lehrer und jüdische j Lehrerinnen: an den evangelischen und katholischen keine, in den ° simultanen 89, in den jüdischen 305, in den Privatschulen 140, zn- | sainmen 534, darunter 461 Lehrer und 73 Lehrerinnen,