Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1895)
- Date
- 1895-03-29
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Berlin, 29. Mär; 1895. mit einem ohne Bemrius der mpfehlung l „Revue" enschasten. r Bürger er der geögen, eine Jahre ist t so reich anden zu Niemand Vermögen >ar Jungkinderlos ^ige, seine n intimen an strebte, h einigen a er die ehemalige p wendete, en letzten Beamter, war; ich Breslau. wiederhe Revue religiös wenn sich nicht, wie W teuer lu Juden tjuden ja lung doch der Höhe Mal Babad. e Proben OEp pE r in pj£ lüd von röser ein oeifel ein r schreibt Sd. XVI., Thosri, ihm sein lbelachten llig ebenamt er. S. 127 Rabbiners inthal. «-.IS. (Heineindebote. Weikcrge zur „ALLgerneinen Zeitung des Iuöenthurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 22 Berlin,22. März. Die Gesellschaft Magine Renn hielt am 17. d. M. unter Leitung ihres Vorsitzenden Herrn Moritz Manheimer ihre sehr gut besuchte 91. General-Versammlung ab. Sie hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Es sind dem Verein 200 neue Mitglieder beigetreten, was bei der durch Eintrittsgeld und Kugelung erschwerten Aufnahme nicht wenig besagen will. Der Schriftführer, Herr Syndikus Dr. Minden, hob in dem von ihm erstatteten Jahresbericht unter allseitiger jubelnder Zustimnmng hervor, daß nächst den gesunden Prinzipien, auf denen das Statut beruhe, dieser Aufschwung fast ausschließlich das Verdienst des in allen Angelegenheiten der jüdischen Wohlthätigkeit mustergiltigen Vorsitzenden sei, den Vorstand und Ausschuß am 4. November 1894, dem 90. Stiftungstage der Magine Reim, zum Ehrenmitglied ernannt habe. Der Verein hat nunmehr 1058 Mitglieder, darunter 164 verstorbene Immerwährende. Die schöne Sitte, für dahingeschiene Angehörige durch Spendung des statutenmäßigen Beitrages von 300 Mark für die Haupt-, 150 Mark für die Wittwen- und Waisenanstalt die immerwährende Mitgliedschaft zu erwerben, ist auch in diesem Jahre geübt worden, aber lange nicht in dem reichlichen Maße, wie diese Vereinigung von Pietät und Wohlthätigkeit es verdiente. Von den früheren Mitgliedern der Magin Reime fehlt noch mancher Name unter den Immerwährenden! Eine zeitliche Schranke für die Erwerbung dieser Art der Mitgliedschaft ist nicht vorhanden. Die Haupt-Anstalt hat an Unterstützungen 12,305 Mark, die Wittwen- und Waisen-Anstalt 8119 Mark ausgegeben. Letztere hat damit die Höhe ihrer Einnahme überschritten und den Reservefonds angreifen müssen. Die Mittheilung dieser Thatsache veranlaßte den stets hilfsbereiten Herrn Adolf Ginsberg, in der Versammlung seine Gattin geb. Sachs als immerwährendes Mitglied der Hilfs-Anstalt mit einer Spende von 1000 Mark anzumelden. Die Gabe wurde dankbar angenommen: doch wird die juristische Titulirung derselben dem Vorstand einiges Kopfzerbrechen machen, denn statutengemäß dürfen Mitglieder der Haupt- Anstalt nur „majorenne Männer jüdischen Glaubens" sein, und der Wittwen-Anstalt dürfen nur Mitglieder der Haupt-Anstalt beitreten. Doch wird der Vorstand über die Schwierigkeit dieser „Kasche" wohl hinwegkommen. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Rud. Demuth, 'Alb. Phil. Meyer, Dr. Minden wurden wiedergewählt. 22 Berlin, 25. März. Verschiedene Zeitungen brachten jüngst die Meldung, die königl. Regierung habe an die jüdische Gemeinde eine Anfrage, betr. die Ertheilung des Religionsunterrichts, gerichtet. Diese Nachricht ist leider total unrichtig. Sie kann nur darauf zurückzuführen sein, daß von Seiten der städtischen Schuldeputation eine diesbezügliche rein informatorische Anfrage an den Vorstand gelangt ist. — Auf eine Anregung aus städtischen Kreisen sind auch die Bestrebungen zurückzuführen, welche sich jetzt bezüglich einer Centralisirung der gesummten W ohlthätigkeitsanstalten unserer Gemeinde geltend machen. Wie wir hören, Hot die Armenkommission einen diesbezüglichen Antrag an den Vorstand gestellt, und es soll schon zum 1. April — vorbehaltlich der Zustimmung der Repräsentantenversammlung — ein Centralbüreau für sämmtliche Wohlthätigkeitsanstalten errichtet werden. Damit wird ein Wunsch erfüllt werden, den wir wiederholt und ausführlich motivirt haben. S£ä Berlin, 26. März. Soeben ist das neue Gebetbuch der Reformgemeinde erschienen und zwar als Jubiläumsausgabe zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Gemeinde, die am 2. April festlich begangen werden soll. Wir kommen auf dieses bedeutsame liturgische Werk ausführlich zurück. Auch eine geschichtliche Darstellung des Entwickelungsgangs der Reformidee aus der Feder des Predigers Dr. M. Levin ist aus diesem Anlaß erschienen. Die Vorbereitungen für eine würdige Feier des Tages sind in vollem Gange. A. F. Berlin, 26. März. Am 1. April feiert der Kantor der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Arnold Markso hn, sein 25jähriges Amtsjubiläum; Herr M. gehört zu den Kantoren, die ihre Anregung zum Vorbeterfach im Osten unseres Vaterlandes erhalten haben. Schon dort zeigte er große Begabung für den Gesang und gehörte zu den Stützen des berühmten Wilnaer Kantors Wasserzug, des nachmaligen Oberkantors der Londoner Gemeinde. Herr M. hatte schon in seiner Heimath Proben einer nicht gewöhnlichen musikalischen Fähigkeit gezeigt. Er fühlte jedoch den Drang in sich, gerade in Deutschland weitere Kenntnisse und ein innigeres Verständniß für die Anforderungen des Vorbeterfaches zu schöpfen. Er kam vor 30 Jahren ungefähr nach Berlin und saß hier zu Füßen hervorragender Meister der Tonkunst. Zu seinen Lehrern durfte er einen Wilhelm Tappert, Mantius u. A. m. zählen. M. wurde von seinen Lehrern in Folge seiner großen und ausgiebigen Stimme der Vorschlag gemacht, sich der Oper zu widmen. Er lehnte diesen schmeichelhaften Vorschlag mit den Worten des Psalmdichters ab: „Meinen Gesang will ich dem Ewigen weihen." Er blieb auch diesem Motto treu und nahm die Kantorstelle bei der damals in Blüthe stehenden Gemeinde Schochare Hatob an. Es dauerte aber nicht lange und M. wurde am 1. April 1870 zum Kantor der hiesigen jüdischen Gemeinde berufen. M. ist es durch seine Leistungen gelungen, sich die Anerkennung der hiesigen Gemeinde zu erwerben. Sein mildes Wesen und sein biederer Charakter verschafften ihm die große Beliebtheit, deren er sich mit Recht in der hiesigen Gemeinde erfreut. Möge es Herrn Marksohn vergönnt sein, noch viele Jahre seines Vorbeteramtes zu walten. * Berlin, 24. März. Fünfzig Jahre erfolgreichen Wirkens vollenden sich in diesem Jahre für die Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen, und der Vorstand ergreift die Gelegenheit, durch eine geschichtliche Darstellung der Entwickelung der Gesellschaft auch weiteren Kreisen einen Einblick zu gewähren in die segensreiche Thätigkeit und gedeihliche Wirksamkeit der Gesellschaft während des verflossenen halben Jahrhunderts. Als durch das Königliche Edikt vom 11. Mai 1812 die so lange ersehnte Emanzipation der Juden die bürgerliche Gleichberechtigung unserer Glaubensgenossen feststellte, wendeten sie sich schnell den bürgerlichen Berufen zu und widmeten sich in großer Zahl dem Handwerk und der Kunst. Die großen Schwierigkeiten, die der Kampf um's Dasein erzeugt, blieben ihnen freilich nicht erspart und drohten oft die Kraft des Einzelnen zu beugen. Das war der Anlaß, der hochherzige Männer dazu brachte, zu einem Verein zusammenzutreten, der Handwerker und Künstler in Noth und Krankheit schützen sollte. Der eigentliche Vater des Gedankens, Herr M. Halle, gehört noch jetzt dem Verein an. Am 9. September 1845 waren nach wirksam gehandhabter Propaganda mit ihm zehn jüdische Handwerker, die sich sämmtlich durch Thätigkeit und Intelligenz in die Höhe gearbeitet hatten, zusammengetreten und am 19. September war der Verein konstituirt, begann sein Eingreifen auf der Stelle. Der erste Vorstand beschloß dann bereits, auch Gemeindeglieder, die, ohne Gewerbetreibende oder Künstler zu sein, sich zu jährlichen Beiträgen verpflichteten, für in den Vorstand wählbar zu erklären. .Ein reger Wetteifer entfaltete sich seitdem, und hervorragende Männer stellten sich, ihre Erfahrungen, ihre Mittel in den Dienst der Gesellschaft, die von Jahr zu Jahr an Bedeutung und Umfang gewachsen ist und fortgesetzt Ersprießliches leistet. Ihr wohlthätiges Wirken ward staatlich dadurch anerkannt, daß ihr 1878 das Recht einer juristischen Person zugesprochen wurde. Die anfänglich sehr bescheidenen Mittel sind nach und nach so gestiegen, daß im Vorjahre die Gesellschaft ein Vermögen von 157,725 Mark besaß, ca. 24,000 Mark vereinnahmte und 15,300 Mark für ihre Zwecke verausgaben durfte. Die Mitgliederzahl ist jetzt auf 697 Personen, von denen 258 ordentliche Mitglieder, 439 Ehrenmitglieder sind, gewachsen. Der auf gesunden Prinzipien und auf echter werkthätiger Menschenliebe aufgebaute Verein darf mit Stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken; mehr als je ist aber jetzt seine verdienstliche