Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1895)
- Date
- 1895-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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Misoellen — Achim v. Arnim und Moritz Jhig. Im Feuilleton der „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht Professor Dr. Ludwig Geiger interessante Erinnerungen an Achim von Arnim und Moritz Jtzig. In Barnhagen von Ense's stilistisch trefflichen, inhaltlich ebenso belehrenden wie unterhaltenden „Vermischten Schriften" (3. Aufl. 2. Theil Leipzig 1875) findet sich in der Rubrik. „Biographisches" ein kleiner Aufsatz, der den beiden in obiger Ueberschrift zusammengestellten Personen gewidmet ist. Der Aufsatz folgt unmittelbar einem stimmungsvollen gleich nach Arnim's Tode geschriebenen Nachruf. Während dieser Nachruf eine hübsche Würdigung der literarischen Stellung Arnim's gab, enthielt jener Aufsatz einen kleinen Vorgang aus Arnims Leben, der ihm nicht zum! Ruhm dient und von dem Erzähler auch derartig zugespitzt wird, daß er als unrühmlich erscheinen soll. Arnim — das ist ungefähr der! Inhalt — sei 1811 uneingeladen, in unziemlicher Tracht (in Pump-! oder Pluderhosen) iu einer Abendgesellschaft bei Frau Sarah Levy > erschienen und habe sich durch lautes Benehmen unangenehm gej macht. Die Wirthin fühlte sich durch dieses Vorgehen verletzt, gleichsam! als ihr Vertreter verlangte ihr Neffe Moritz Jtzig von Arnim Entschuldigung. Arnim verspottete dies Ansinnen und erhielt darauf eine 1 Herausforderung zum Zweikampf. Anstatt ihr Folge zu leisten, ließ er sich von Edelleuten und Offizieren ein Zeugniß ausstellen, daß er sich mit einem Juden nicht zu schlagen habe. Jtzig erwiederte, er werde sich mit dem Stock zu rächen wissen. Diese Drohung führte er aus, indem! er Arnim eines Tages durchprügelte: den auf Arnim's Hilferuf Herbei-! eilenden gab er seinen Namen und den Grund der von ihm gewählten j Bestrafung an. Arnim klagte beim Kammergericht und erwirkte wegen der thätlichen Beleidigung natürlich eine Bestrafung seines , Gegners. Trotzdem hatte er, nach Varnhagen's Zeugniß, bei seinen Standesgenossen und Freunden viel zu leiden, die sein Verfahren als unritterlich bezeichneten; einige der ehemals von ihm zum Zeugniß aufgerufenen * Genossen nahmen nun, zum Theil auf Rahel's Antrieb, zum Theil aus freien Stücken, nachdem sie besser über die Vorgänge informirt waren, ihre Erklärung zurück. M. Jtzig, der sich 1812 mit eifriger Thätigkeit und großen Geldopfern an einem auf Fichte's!Anregung begründeten Seminar Pestalozzi'scher Richtung betheiligte, zog im Jahre 1813 als Freiwilliger in den Krieg. Er trat als Jäger in das Füsilierbataillon des Leibregiments ein. Er schrieb Briefe voll patriotischen Sinnes nach Hause und dichtete, nach der Mode der Zeit, Schlachtgesänge. Auch durch die That bewies er seine Tapferkeit. Schon in der Schlacht von Lützen wurde ihm das rechte Bein durch einen Kartätschenschuß zerschmettert. Der Verwundete wurde in eine Scheune niedergelegt (2. Mai), da die Scheune in Brand gerieth, so mußte er sich flüchten und wurde, sehr mangelhaft verbunden, in das unweit Lützen gelegene Dorf Kaja gleichfalls in eine Scheune gebracht. Dort wurde er ctm 4. vom Kommissarius Goldstücker gefunden, nach Leipzig gebracht, wo er, nach heroisch ertragenen Leiden, am 13. Mai starb. Er wurde in Dessau begraben. Am 3. Juli schrieb sein Vorgesetzter, Kapitän von Rexin, Ritter des eisernen Kreuzes und Verdienst-Ordens, an den gleichfalls verwundeten Bruder Jtzig's Folgendes: „Ew. Wohlgeboren. Besonders hochzuverehrender Herr! Der Verlust, welchen die Jäger-Kompagnie des Füsilierbataillons vom 2. Garde-Regiment durch den Tod Ihres Herrn Bruders erlitten hat, ist für mich um so schmerzlicher, je seltener in unseren Tagen die Beispiele von so gewissenhafter Pflichtausübung und von strenger Verfolgung eines Vorgesetzten edlen Zweckes geworden sind. Nehmen Ew. Wohlgeb. in wenigen Worten das innigste Bedauern welches ich bei diesem für Sie so beugenden Fall empfinde, als ungeheuchelt auf, und da ich weder Wortgepränge liebe, noch in demselben excelliren kann, so beschränke ich mich, von dem Seligen zu sagen, daß ich ihn als Soldat hochgeachtet, als Philosoph bewundert, als Mensch innigst geliebt habe. Nie hat er mir einen trüben Augenblick verursacht, der Himmel tröste seine Hinterbliebenen." NEUFELD oJuss/e/fo/Tffc/? ßrä'/nmt BERLIN , Charlottensfr. 18 meine Broschüre über /Asthma] und dessen Bekämpfung 1 (durch 20jähr. Erfahrung I an mir selbst erprobt) i f versende ich gratis und franco, j A. Klein, Herford, Höckersir. 291. Bette n- Dampf- Reimgnng nach '"bestem Shärztlich empfohlen. " Preis für ein voll stand. 'Bettnur5Mk. Abholen >. Wiederbringm der Betten geschieht auf Verlangen kostenfr Küchen-Möbel Gisschränke Garderoben-Schränke Verkauf bei Tischlermeister E. Schild, _Münzstraße % Hof pari. { vertreibt Warnen A4. 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