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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-03-01 · Heft 9 (1.3.1895) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 9 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 z. Berlin, 24. Februar. Unter zahlreicher Betheiligung fand heute die feierliche Einweihung der neu gegründeten Jüdischen Lesehalle statt. In den Räumen derselben, Burgstr. 10, hatte sich eine stattliche Versammlung eingefunden, die den Reden mit großer Aufmerksamkeit folgte. Professor Dr. Philippson eröffnete die Feier mit einer längeren formvollendeten Rede, in der er die Aufgabe des neu gegründeten Instituts präzisirte. Dasselbe habe in erster Linie eine geistige Aufgabe zu erfüllen, die Schätze des jüdischen Geistenslebens in Vergangenheit und Gegenwart den weitesten Kreisen zugängig zu machen. Außerdem sei eure soziale Aufgabe zu erfüllen, durch die Erlangung möglichst großer, materieller Vortheile für die Besucher der Lesehalle und durch die Schaffung von Räumen, wo diese sich wirklich wohl fühlen tonnten, allmählich die Organisation eines Jünglingsheims zu erstreben. Zur Zeit sei nach dieser Richtung hin schon ein Anfang gemacht, indem man unter Anderem eine Unterrichtsvermittelung einrichte. Wir müssen mk; des Raumes halber leider versagen, auf diese vorzügliche Rede, wie auf die folgenden näher einzugehen. Es sprachen noch die Herren Dr. Karpeles für den Verband der Litteraturvereine, Eugen Rosmthal für die Bnei Brith-Logen, Adolf Friedemann für die jüdische Humanitätsgesellschaft und Dr. Löwe für den Verein Jung Israel, worauf Herr Dr. H. Hildesheimer in einem Schlußwort die Hoffnung anssprach, daß alle die guten Wünsche, die man heute dem neuen Institute gewissermaßen in die Wiege gelegt habe, sämmtlich in Erfüllung gehen möchten. Ein gemeinsames Festmahl hielt nach der würdigen Feier die Theilnehmer noch in zwangloser Form beisammen und auch dabei wurde manches gute Wort gesprochen. Uebrigens findet die Lesehalle in der That allgemeines Interesse, mtb der Besuch von durchschnittlich 30, manchmal 50 Personen an einem Tage, zeigt am besten, daß sie ein wirklich vorhandenes Bedürfniß befriedigt. W. Berlin, 25. Februar. Am 18. Februar beging der „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr" im Festsaale des Louisenstädtischen Konzerthauses die Feier seines 12. Stiftungsfestes. Dasselbe war von Studirenden, befreundeten akademischen Verbindungen und einem reichen Damenflor gut besucht. Nach Eröffnung des Festtommerses durch den Kaisersalamander entrollte der Vorsitzende Herr carid. rned. Edel in längerer Rede ein Bild von den Zielen des Vereins unb seiner Entwickelung in den letzten Jahren. Er, wie auch die folgenden Redner des Vereins ließen es sich angelegen sein, die Neutralität des Vereins in religiösen und politischen Fragen zu betonen, auf die sich der Frieden im Verein und die Möglichkeit ungestörter wissenschaftlicher Arbeit gründet. Er schloß mit einem Salamander auf die Gäste. Den Ehrengästen widmete der zweite Chargirte, Herr stud. pliil. Sachs, ein herzliches Willkommen, in ihrem Namen antwortete Herr Dr. Nosenzweig in recht launiger Weise. Nach den üblichen Begrüßungen der alten Herren und Damen, den Glückwünschen der befreundeten Vereine, machte den Uebergang zur Fidelitas eine flott gespielte Biermimik, die im Sinne studentisch-burschikosen Humors „Jugend" und „Weber" zu einem heiteren Bilde vereinigte. — Den engeren Freundeskreis des Vereins vereinigte ein vom „Verband alter Herren" am 20. Febr. im „König von Portugal" veranstaltetes Souper mit folgenden: Ball. Hier widmete besonders das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Professor Philippson, der selbstlosen, idealen Arbeit des Vereins herzlich anerkennende Worte. ^2 Berlin, 26. Februar. In Eharlottenburg ist am 23. Februar Herr Wilhelm Schlesinger, Redakteur und Verleger des „Neuen Jntelligeuzblattes", im 57. Lebensjahre gestorben. So berichten die Zeitungen. Aelteren Berlinern und Breslauern werden dabei seltsame Erinnerungen aufsteigen. Sie werden sich Nathan Schlesingers erinnern, der der Sohn eines frommen und gelehrten Dajan in Breslau war und schon in früher Jugend zu den besten Hoffnungen berechtigte, so daß seine Bar-Mizwa-Rede gedruckt wurde; der dann eine Zeit lang auch das jüd.-theolog. Seminar besuchte, um schließlich in die Journalistik abzuschwenken. Er kam nun nach Berlin und begründete hier 1871 die „Jüdische Volkszeitung", ein Blatt, das hier und da recht interessant war, zumal,, wenn der Redakteur selbst wichtige und moderne Schaalot Teschubot erledigte, wie etwa die, ob ein jüdischer Redakteur auch Tefillin legen müsse, ob man, wenn man zur frommen Partei gehöre, auch nicht koscher essen dürfe n. oergl. Das dauerte aber nicht lange, und Herr Schlesinger verschwand aus dem jüdischen Kreise, um nach einigen Jahren — als getaufter Jude und als Antisemit aufzutreten. Später trat er allerdings wieder einen gewissen Rückzug an. Nun ist er tobt, und wir wollen über alle Irrungen dieser Zickzack-Karriere gern den Schleier der Ver gessenheit breiten. w. Schivelbeiu, 24. Februar. Das anerkennenswerthe Bestrebe: der Allemanialoge „B’ne B'rith" zu Stettin geht dahin, den Religions unterricht auf Wunsch derjenigen Gemeinden, in welche sich kein Rabbinat befindet, durch Entsendung eines Rabbiners inspiziren z: lassen. So fand am 5. d. M. in der Aula der hiesigen Stadtschule eine öffentliche Prüfung unserer Religionsschule im Beisein des Herrn. Dr. Vogelstein statt. Nachdem sämmtliche Klassen in allen Fächer:: des Religionsunterrichts geprüft worden waren, äußerte sich Her: Vogelsteiu in einer Ansprache an die Kinder sehr anerkennend über tE)re Leistungen, wies auf die hohe Wichtigkeit des Religionsunterrichts hin und ermahn e die Jugend in eindringlichen Worten zu regelmäßigem Besuche der Religionsschule, zur Aufmerksamkeit und zum Fleiße. — Abends hielt Herr Dr. Vogelstein im hiesigen jüdischen Litteraturvereiu einen sehr interessanten Vortrag über „Uriel Acosta in Wahrheit und Dichtung". Reicher Beifall lohnte am Schluffe seines Vortrages den Redner, dem der Vorstand des Vereins den Dank der Versammlung aussprach. Ein gemüthliches Beisammensein - vereinigte hierauf die Mitglieder noch für einige Stunden. OO Breslau, 25. Februar. Bereits seit Jahren hat sich das dringende Bedürfniß herausgestellt, das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde in Oppeln mit Rücksicht auf deren Vergrößerung zu erweitern. Die Lage des gegenwärtig benutzten Gotteshauses ist eine wenig günstige und eine Erweiterung desselben, bezw. ein Neubau an der alten Stelle nicht angezeigt, weshalb der Beschluß gefaßt worden ist, von der Erweiterung des Gotteshauses abzusehen und zur Ausführung eines geräumigen neuen Synagogengebäudes ein geeignetes Grundstück — die vormals Christoph'sche Gerbeream Mühlengraben — anzukaufen. Die Ausarbeitung der Baupläne ist dem Architekten Henry zu Breslau übertragen, und die Nepräsentanten- Versammlung hat auf den Vorschlag des Gemeindevorstandes die Bausumme auf 120,000 Mark festgesetzt, zu welcher noch 30,000 Mark für den Ankauf des Grundstückes und 10,000 Mark für Belenchtungs- und Beheizungskörper, eine Orgel und die llnwehrung des ganzen Platzes hinzutreten, so daß sich der Gesammtbedarf auf 160,000 Mark bellmfen wird. Derselbe soll durch Aufnahme eines Darlehens bei einer Kreditgesellschaft beschafft und durch die Einnahmen aus den Miethspreiseu der Synagogenstellen und, soweit noch nöthig, durch direkte Gemeindesteuern verzinst und amortisirt werden. — Unter lebhafter Betheiligung fand am Sonnabend, den 2. d. M. im Saale des „Prinz von Preußen" die Stiftungsfeier des israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvereins" zu Nikolai durch ein Festessen statt. An dasselbe schloß sich die Generalversammlung an und wurden in derselben in den Vorstand gewählt: Kalkofenbesitzer Nathan Danziger, Kaufmann Louis Herzberg, Gasthausbesitzer Eduard Neißer, Kaufmann Lippmann, Gasthausbesitzer Brauer und Kaufmann Pollack. — Der „Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger jüdischer Geschäftsleute" in Breslau hielt Sonnabend, den 2. d. M. seine 11. ordentliche Generalversammlung ab. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalts Dr. Emanuel Kohn, erstattete der Rendant den Jahresbericht. Die Einnahmen betrugen 2665.10 Mark und die Ausgaben 2160.70 Mark; es verbleibt mithin für das nächste Jahr ein Kassenbestand von 504.40 Mark. Der Verein zählt 219 Mitglieder. In den Vorstand wurden die Herren Danziger und Gotthelf wieder- und Grünthal, Markus Fuchs und Perl neugewählt. Es wurde im Weiteren beantragt, das Statut zu modifiziren, zu welchem Zwecke eine Kommission aus drei Vorstands- und vier Vereinsmitgliedern eingesetzt wurde. h. Aus Westfalen, int Februar. Die im Juni v. I. erwähnte Anfrage der Kgl. Regierung zu Arnsberg mit Bezug auf die Ferien in jüdischen Schulen hat einen Erlaß des Kultusministers veranlaßt, der jetzt in den Amtsblättern veröffentlicht wird. In demselben wird bestimmt, daß die jüdischen Feiertage, die nicht in die Ferien fallen, schulfrei sein sollen ohne Anrechnung auf die Gesarnmtdauer der Schulferien. Ein Uebermaß von Unterrichtsausfall in den jüdischen Volksschulen soll durch eine geeignete Festsetzung der Ferien verhütet werden. unserer zahlrei« Panko: Littera Katz e die Zr wofür wesend eines l Konnte Verei von di nehme. wo ein in Mc des T gleichfc haben Ä beschäf gestorb „Lehre verstär Freurü Autor: womit viel U aus se vorher nach n in eim den Ai wenige Das Papie: werde: religiö fr Wahl synoi schild desgl. desgl. fuß. VIII. zogen M. F und 8 heim, ling, Großi steher heim, den E Anhä: Uebr fünf Synö fall d n der bc 93 J< gebor< übte s Er w geistic und t Besuc

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