Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1893)
- Date
- 1893-12-29
- Page
- Seite 624 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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024 \ \ ja. sehen eie mid) nur noch bcvau^fotbernb an. Wir kennen Ihre schliche. . . Rninsberg und so weiter." „Aber Herr Direktor." „Ruhig, sonst stelle ich Sie dem Herrn Doktor Frey gegenüber, der Sie gesehen hot... .üerle, die sonst zu nichts taugen, fitib Antisemiten!" (Forts, folgt.) U Litterarischo Wittheilungen. Grünwald, M Dr. phil., Großrabbiner von Bulgarien. Gatechismo de in reliqion "idia soLrun el decaloyo, eomprosto. Solin 1894. Se vende en In redncciou del .. Amiqo del puei)lou 32 Seiten in 8°. Es in dieses in jüdisch-spanischer Sprache abgesagte Lehrbuch der jüdischen Religion das erste seiner $h4 und ist bei dem Umstande, daß auch in Bulgarien die jiddische Jugend die Mittelschulen (Realgpmnasium und Pädagogien) besucht, bisher fein Lehrbuch vorhanden war, doppelt freudig zu begrüßen. Herr Tr. M. Grünwald hat bereits im Jahre 1882 eine philologische 'Arbeit unter dem Titel „Ueber die Aussprache des Indisch-spanischen als Beitrag zur Aufhellung der 'Aussprache im Altspanischen" v e r o ff e u t l i ch t. Spverftsaal. Verehrte Redaktion! In 'Ar. 5l Ihrer Zeitung, in dem sehr ernsten und darum beachtenswerthen Artikel „Unsere Sünden" werden u. A. mehrere Forderungen gestellt. Tie eine heißt „Unterstützung der jüdischen Wissenschaft" — das ist gut und klar! - dann aber folgt: „Schaffung eines Mittelpunktes für sie". Was heißt dass Ich verstehe den Sinn dieser Worte nicht. Angesichts der Thatsache. daß seit etwa 50 Jahren an verschiedenen Orten Europas und 'Amerikas In Breslau, in Berlin 2, in Budapest und Wien, in Paris, in London, und so viel ich weiß auch in Ramsgate, in Cincinnati und New-Pork, Lehrstätten für die Wissenschaft des Judenthnms errichtet sind, weiß ich nicht, was es heißen soll, daß „Schaffung eines Mittelpunktes für die Wissenschaft des Judenthums" gefordert wird. Ich vergleiche diese Wissenschaft mit allen anderen; aber ich finde keine, welche außer den verschiedenen Akademien, Fakultäten, Seminaren, oder lvie die Lehranstalten sonst heißen mögen, uoc£) eilten besonderen Mittelpunkt hat. Vielleicht wissen deshalb auch manche andere Leser Ihres Blattes nicht, was sich Herr Fritz Stier-Somlo eigentlich unter diesem „Mittelpunkt" denkt; er würde sich also tlm die Sache und um uns ein Verdienst erwerben, wenn er es uns deutlich sagen wollte: und ein doppeltes, wenn er vielleicht auch die Art, wie, oder der: Weg, aus welchem ein solcher Mittelpunkt zn schaffen wäre, angeben möchte. Hochachtungsvoll Berlin, 24. Dezember. Prof. Dr. Lazarus. Sehr geehrter Herr Redakteur! Mit lebhaftem Interesse habe ich bisher die statistischen Erörterungen iu Ihrem geschätzten Blatte verfolgt, und ich würde and) weiter keine Veranlassung gesunden haben, iu den häuslichen Streit der beiden dabei betheiligten Herren mich eiuzuutischen, wenn Herr Tranbenberg uiä)t sein letztes Wort in der Sache, wie er versicherte, gesagt hätte. Das letztere ist darum bedauerlich, weil manche neugewonnenen Gesichtspunkte durch die heftige Erklärung des Herrn Bambus in Frage gestellt scheinen. Die verschiedenen Widerlegungen dieses Herrn sind nach meiner Auffassung nur ntöglich, wenn er den Traubenbergscheu Artikel in Ar. 49 gar nicht oder nur oberflächlich gelesen hat, oder — was ich nicht annehmen möchte — wenn er den Zahlei; und Talen nicht den Mnth hat, unbesaitgen ins 'Auge zu sehen. Auf einzelnes kann ich mich uid)t entlassen, nur das Eine sei bemerkt, daß Nr. 2 und 8 der B. Entgegnung in unlösbarem Widerspruch mit einander stehen. Vielleicht wird Herr B. bei ruhigen; Nachlesen seiner Erklärung den Jrrthum selber einsehen. Andeutungsweise sei nur gesagt, daß von den 3037 Ehen die Hälfte der Mischehen — etwa 150 — von Herrn Traubenberg doch bereits abgezogen war. er also richtig rund 2900 angab. — — Gar nid)t am Platze waren die herabsetzenden Worte, denen sich Herr Traubenberg für seine wohldurchdachte und mühevolle Arbeit aussetzen j mußte, denn einzelne Ausführungen, wie z. B. über die scheinbar i geringere Sterblichkeit der Juden sind durchaus originell und entbehren! nicht nur für den gewöhnlichen Leser, sondern auch für den Statistiker von Fad) nicht des lebhaftesten Interesses. Mit vorzüglicher Hoä)aä)tung Berlin, 17. Dezember. I. Neu mann. Geehrter Herr Redakteur! Ich ersuche Sie höflichst, folgende Zeilen in Ihr gesä)ätztes Blatt ausnehmen zu wollen. Bereits zum dritten Male gewinne iä) die Ueberzeugung, daß es schwer, ja unmöglich ist, siä) mit Herrn Dr. Grünwald in objektiver Weise wissenschaftlich auseinander zu setzen. Meine erste Polemik mit ihm betraf das bei Raschi vorkommende und die von diesem; gebrauchten quasi slavischen Bezeichnungen, die Herr Dr. Gr. durd) gar : nicht existirende, ich weiß nid)t, wo von ihm hergenommene Worte aus dem Polnischen erklären wollte (Siehe meine Aufsätze im „Jüdischen Litteraturblatt" 1880 und 1881: „Die slavischen Worte bei Rasd)i und „Noch einmal Unsere zweite Polemik bezog sid) auf die bei vielen Juden in Böhmen gebräuchlichen slavischen Familiennamen (s. Jsraelitisä)e Gemeinde-Zeitung vom I. 1880, damals herausgegeben in Neichenberg in Böhmen). Diesmal handelt es sich, wie bekannt, um die Aussprache des Hebräischen bei den Sephardim in Sofia. Bei allen diesen polemischen Auseinandersetzungen zwischen uns habe iä) die Wahrnehmung gemacht, daß Herr Tr. Gr. mit Mitteln operirt, die ganz außerhalb des Bereiches der behandelten Streitfragen liegen; denn anstatt Thalsachen und Gegenbeweise anzuführen, gebraucht er immer eine ganze Reihe von Citaten, die gar niä)t zur Sache gehören, und welche, wie es scheint, den Zweck haben sollen, seine stupende Belesenheil i zu dokumentiren. In seiner letzten Entgegnung auf meine thatsäch-! lichen Bemerkungen auf dessen, die Aussprache des Hebräischen bei den; Sephardim iu Sofia betreffenden Behauptungen, holt er außerdem aus! dem reichen Köcher seiner Argumentationen noch andere neugeschmiedete : Waffen hervor. Ich bemerkte nämlich, wie erinnerlich, in meiner Erj wiederung auf seine erste Notiz in diesem Blatte, dos; es eines längeren! Aufenthalts in Sofia als von 2h., Monaten bedarf, um die Aussprache der dortigen Sephardim richtig erfassen zu können; Herr Dr. Gr. führt ' aber gegen diese Bemerkung die vagen Argumente ins Treffen, daß er : während seiner Studien iu Wien (seit welcher Zeit bereits eine Reihe von Jahren verflösse;; ist) viel mit einem Herrn Semo verkehrte, bei Herrn Adutt unterrichtete, täglich die sephardische Synagoge besuchte und daß er sich seit 15 Jahren mit der hebräisd)en Aussprache der Spaniolen befasse, ohne erwogen zu haben, daß es sich hier nid)t um die Aussprache des Hebräischen bei den Sephardim im Allgemeinen handelt und daß er selbst in der besagten Notiz blos von den Sephardim in Sofia berichtet hatte. Bekanntlich variirt die Aussprache des Hebräischen bei den sephardischen Juden wesentlich. Herr Dr. Gr. führt and) noch, gleid)wie zur Bekräftigung seiner Argumente, eine Blumenlese von Artikeln in verschiedenen Zeitschriften an, die, wie zu vermuthen ist, eigeutlid) nur einen und denselben in mehreren Blättern abgedruckten Artikel enthält, sowie daß ein Buch von ihm „lieber die Sitten und Bräuche der Juden im Oriente" unter der Presse sich befände. Was den oder die Artikel angeht, kann ich, da ich sie md)t gelesen habe, nichts darüber sagen, betreffs des Buches aber will ich blos bemerken, daß weder ich noch alle die, welche Herrn Dr. Gr. uub seine Arbeiten kennen, je daran gezweifelt haben, daß er im Stande ist, da omnibus et de quibusdam aliis zu schreiben. Nun, wir halten Herrn Tr. G. diesfalls beim Wort. Ten am Schluß seiner Entgegnung gegen mich geschleuderten persön- Ud)cu Angriff übergehe iä) mit Stillschweigen. Wien, 10. Dezember. Dr. S. Dankowitz. Xrurf und Vertag von Rudolf MoNe in Berlin Verantwortlich für die Redaktion- Mar Bauchlvitz in Berlin.