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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-12-01 · Heft 48 (1.12.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 48 (1.12.1893)
Date
1893-12-01
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3;n der vom Nyslowitz wen Moritz Seitens des Frankel in behörde eine beschenk anehnt wurde, Person zur Ersatzwahl zu Oppeln er, Samuel ellvertretern eine sechs-, llen Verein" lgen Haupt- Verleger des m 1. Januar . falls nicht ler, daß der x „versetzt" otirte. Im r Breslauer Schulze und \ Rohrspatz nen „dernonen die Bekommen! — ne der Zuepiann Mark, der llschaft mit lnstalt mit >at. — Am Breslau, kinder und >urde durch vom König rch langem igl. Reichsnn. Wer te und Edle ne Thätigörigkeit zu zes Wirken »es Vereins 1872 war der dritten n zur Ernorgen im zu welcher Verein mit irkung zudie Vormde Text i Grunert eater) geder Bilder oohlthätige en Besuch rmosch, die lzertmeister m hat den reichhaltig eine halbe Gemeinde des Preigers Rothschild ein „Verein für jüdische Geschichte und Littest ur" gebildet. Derselbe ist mit der stattlichen Anzahl von 160 Mitgliedern ins Leben getreten, und hat in den Vorstand gewählt die | Herren Freund als Vorsitzenden, Sanitäts-Rath Dr. Blankenstein als ellvertretenden Vorsitzenden, Gemeinde-Vorsteher Ad. Elias, Prediger Rothschild, Metzger Jac. Rath. Wolff und Kaufmann Jacob Baum. :ie Zwecke des Vereins sollen durch eine zu begründende Bibliothek, zu welcher Herr Hermann Kaufmann von hier in hochherziger Weise den > Grundstein durch Schenkung von 100 Mark gelegt hat, durch Vorträge Wischer Gelehrten re. gefördert werden. Ein besonderes Augenmerk hat er Vorstand darauf gerichtet, alle Kreise der jüdischen Gemeinde an den steten des Vereins theilnehmen zu lassen und darum den Jahresbeitrag uf nur 3 Mark normirt. Infolgedessen sind auch viele junge Kaufleute, lngestellte hiesiger Geschäfte, dem Verein beigetreten. Es wird nun eabsichtigt, für diese Mitglieder am Sonntag Nachmittag, wo dieselben n Folge der staatlichen Sonntagsruhe über freie Zeit verfügen können, hne immer zu wissen, in welcher Weise sie dieselbe verbringen sollen, n dem Vereinslokale einen Sammelpunkt zu bilden. Es sollen Bücher!nd Zeitschriften ausliegen, deren Benützung einen angenehmen Zeitvertreib ieten wird, Schach und ähnliche Spiele sollen gestattet sein und bei genügender Betheiligung auch sonstige gesellige Veranstaltungen getroffen verden, welche die Jugend um so fester an den Verein und seine 'Bestrebungen fesseln dürften. Bei diesen Zusammenkünften hat mindestens in Vorstands-Mitglied anwesend zu sein, um dieselben zu leiten. Wir stauben, daß gerade diese Einrichtung des neu begründeten Vereins iflfeittge Beachtung und Nachahmung verdient und wünschen demselben in fröhliches Blühen und Gedeihen. * Karlsruhe, 27. November. Der Großherzogliche Oberrath der ffraeliten in Karlsruhe übersendet an sämmtliche Bezirkssynagogenräthe -es Landes einen Entwurf, die Vertretung der israel. Religionsgemeinschaft des Großherzogthums durch eine Synode, ähnlich wie -ei den Protestanten des Landes, betreffend Zur Begutachtung des Entwurfs, die spätestens bis zum 30. d. M. der obersten Kirchenbehörde wrgelegt sein muß, sollen Bezirksversammlungen abgehalten werden Die Synode soll nicht lediglich Steuerbewilligungsorgan darstellen, sondern s soll eine Vertretung der Gesammtheit geschaffen werden, die in allen wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens die Bedürfnisse, Wünsche und Forderungen der Gesammtheit in autorativer Weise zu vertreten habe, owie bei Erlaß neuer Satzungen und Verordnungen ihre Willensmeinung ntscheidend in die Wagschale zu werfen hätte. Die Synode soll aus geistlichen und 20 weltlichen Mitgliedern bestehen, jene von den Landesabbinern, diese unmittelbar von den Stimmberechtigten eines jeden Wahlbezirks in geheimer Abstimmung gewählt werden. Die Einberufung oer Synode erfolgt alle drei Jahre durch die oberste Kirchenbehörde im Einverständniß mit der Großh. Regierung. Die Berathung und Beschlußassung soll öffentlich sein. Oesterreich - Ungarn. □ Wien, 28. November. In der abgelaufenen Woche hat sich dem Abgeordnelenhause das neue Ministerium vorgestellt. Das Programm, )as Ministerpräsident Fürst Windischgrätz in einer glänzenden Rede ntwickelte, ist ein vielversprechendes; möge es dem Koalitions-Ministerium gelingen, nebst Anderem auch die häßliche Saat des Rassenhasses zu vertilgen, die unter der Aera des Grafen Taaffe so glücklich fortgewuchert iat! — In die gestrige Sitzung des Reichsrathes gelangte auch im Einkauf eine Zuschrift des Kreisgerichts Krems, in welcher die Zustimmung \ux strafgerichtlichen Verfolgung des Abg. Schneider wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung nach § 302 des Strafgesetzes (Aufreizung gegen eine Religionsgenossenschaft) begehrt wird. — Wie wir erfahren, wurde das Strafausmaß für Paulus Meyer noch um einige Monate rhöht. (?) — Im israelitischen Tempel der Josefstadt fand ein feierstcher Trauergottesdienst zum Andenken an den vorige Woche verstorbenen Wohlthäter Baron Moritz Königswarter statt. — Gestorben ist nach langer, schwerer Krankheit und mehrtägiger Agonie Josef Hesky, Vizepräsident des Verwaltungsrathes der „Steyermühl"-Aktiengesellschaft und Besitzer der bekannten Leihbibliothek in der Praterstraße. Der Verblichene, einer der ältesten Veteranen der Wiener Journalistik, zählte zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Residenz, er war ein seelenguter Mann und hat sich namentlich durch seine humanitäre Wirksamkeit für arme Studenten den ehrenvollen Beinamen „Studentenvater" erworben. Unter außerordentlich lebhafter Theilnahme von Trauergästen wurde er zur letzten Ruhe bestattet. Eine überaus große Zahl von Theilnehmern an der Trauerfeier gab dem Zuge, trotz des widrigen Wetters, das Geleite auf den Centralfriedhof. Dort schaarten sich in der großen Halle die nächsten Leidtragenden um den Sarg. Nach dem Choral, welcher von Oberkantor Goldstein im Vereine mit dem Chor gesungen wurde, hielt Oberrabbiner Dr. Güdemann die Trauerrede, in welcher er betonte, daß Hesky sich nach harten Kämpfen emporgearbeitet habe zu ehrenvoller Stellung. Dr. Güdemann hob den Wohlthätigkeitssinn und das glückliche häusliche Leben des Dahingeschiedenen hervor. Hierauf widmete Präsident Professor Warhanek dem Verblichenen, als einem der ältesten Mitglieder der „Concordia", das sich um die Gründung des Vereins verdient gemacht und zeitlebens demselben sein reges Interesse bewiesen hat, einen warmen Nachruf. Der Präsident der „Concordia" erinnerte daran, daß der Verein nicht einmal einen Kranz seinem Hingeschiedenen Mitglieds widmen konnte, ha Josef Hesky in seinem letzten Willen jede Blumenspende ablehnte und auch darin seine Bescheidenheit kundgab. Der Präsident der „Concordia" rühmte ebenfalls den Wohlthätigkeitssinn und das humane Wirken des Hingeschiedenen, dem der Verein ein ehrendes Andenken bewahren wird. Nach der Einsegnung wurde der Sarg unter Trauergesängen in die Erde gesenkt. - Gestern Mittags verschied im 51. Lebensjahre Dr. Ignaz Funk, Direktor-Stellvertreter des Wiener Giro- und Kassenvereins in Pension. Der Verblichene wurde im März 1872 bei Gründung des Kassenvereins als Präsidial-Sekretär angestellt und avancirte schon im Mai 1873 zum Direktor-Stellvertreter, in welcher Stellung er bis zum Herbst des Jahres 1891 in erfolgreichster Weise thätig war. Seit dieser Zeit kränkelte er und ein schweres Nervenleiden zwang ihn schließlich, sich von jeder öffentlichen Thätigkeit zurückzuziehen. * Budapest, 27. November. In Angelegenheit der zu gründenden ungarisch-israelitischen litterarischen Gesellschaft fand im Prunksaale der Pester israelitischen Kultusgemeinde unter dem Vorsitze Dr. Samuel Kohn's eine stark besuchte Konferenz statt. Unter den Anwesenden befanden sich die Reichstagsabgeordneten Dr. Franz Chorin, Dr. Alexander Nagy und Dr. Samo Visontai, ferner der königliche Notar Dr. Philipp Weinmann, Dr. Josef Banoczi, Dr. Moriz Karman, Dr. Moritz Stiller, Dionys Beck, Karl Reuß, Berthold Weiß, Dr. Josef Simon, Moriz Szatmari, Dr. Franz Mezei, Moses Ehrlich, Adolf Sternthal u. A. Der Abgesandte der Kultusgemeinde Dr. Anton Neumann hatte sein Fernbleiben brieflich entschuldigt. Es wurde gemeldet, daß Alexander Svab für die zu gründende Gesellschaft 1000 Kronen gespendet habe und daß die Herren Anton Frank und Dr. Heinrich Schuschny mit je 200 Kronen der Gesellschaft als Mitglieder beitraten. Hierauf wurde der Statuten - entwurf, angenommen und nachdem Alexander Neumann, Paul Tencer u. A. gesprochen hatten, wurde beschlossen, mit der Einreichung der Statuten beim Ministerium, sowie mit der Anwerbung von Mitgliedern das provisorische Präsidium zu betrauen. Dieses hat folgenden „Aufruf an die Israeliten Ungarns" erlassen: Unsere Glaubensgenossenschaft steht in unserem Baterlande vor einer wichtigen, epochalen Thatsache. Während sonst in den Ländern Europas weithin Rassenhaß und konfessionelle Eifersucht selbst die sittliche Gemeinschaft zwischen den israelitischen und andersgläubigen Bürgern desselben Staates zu bestreiten sich erkühnt, bereitet die ungarische Gesetzgebung mit beinahe einhelliger Zustimmung der öffentlichen Meinung die Rezeption der Religion unserer Väter vor. Der Israelit kann fortan iniUngarn sich nicht blos in den Schranken des bürgerlichen Lebens als Sohn seines Vaterlandes fühlen, sondern wird nunmehr mit dem vollen Gehalte seiner Ueberzeugungen und seiner G^ünnung Mitglied der Nation. In zweifacher Hinsicht verpflichtet dieser Thatbestand die Gesammtheit unserer Konfession, sowie auch jeden einzelnen Bekenner derselben, insbesondere die Vertreter unserer Gemeinden und sozialen Organisationen. Zunächst ist danach zu streben, daß der ganze Umfang unserer sittlichen Weltauffassung, von dem Lichte wissenschaftlicher Forschung erhellt und mit der Innigkeit des gläubigen Gemüths zusammengefaßt, unter uns im Schooße unserer Genossenschaft in je weiteren Kreisen bekannt und anerkannt werde. Es gilt zumeist dem'cheranwachsenden Geschlechts, zur Kräftigung seines Glaubens und zur Veredlung seines Denkens den ganzen Schatz unserer Traditionen, unseres heiligen Erbes klarzulegen, auf daß es denselben auch unter den Verhältnissen des neuen Lebens nach seinem wahren Werthe zu würdigen wisse und ihn auch fernerhin zu wahren

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