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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-11-24 · Heft 47 (24.11.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 47 (24.11.1893)
Date
1893-11-24
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Berlin, 24. Uoveniber 1893. -ringen, nu> s, das zwei at er gelekn, abgelegenen ißen vorav. ihn nach d<- ist gewesen: in Spinozn llhner jener eisteslebens. ich, wie e rnen Jahr die Stätte. ch Gerhard unter dei Bedeutung senbahn ge rte hat ec Europäer prungs und zusammen eten frühei rden, sowii r Handelsild Frauen den Juden r beiderlei Synagoge, er verlegen rd, daß in Denkmäler ien Anzah! n. — Wir das Recht rusalem zu ynte Land, Gedanken nal in der dere große iner neuen -elche zuw ü r d e 'i inien, hat id zerstreu! ne Million ^Aufsatzes, l? - Wie M. F. »einrief) III. e Sheriffs Hs von den Worcester n und ihr 5) mit den i pünktlich , so vielen Käthen er- )e andere, )t weniger blos beöestürzuug verboten, Hälfte des ur. 47. d&tmtinbtbott. WerLcrge zur „Akkgemeinen Zeitung des IuöentHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. L2 Berlin^ 21. November. Der „Verein für jüdische Gechichte und Litteratur" hat eine überaus dankeuswerthe Einrichtung getroffen; er hat nämlich einen populären Vortrags-Cyklus über jüdische Geschichte eingerichtet, der hauptsächlich für junge Kaufleute, Handlungsehrlinge und Handwerker bestimmt sein und deshalb an jedem Sonntag vormittag von 11—12 Uhr abgehalten werden soll. Der erste Vortrag ivurde gestern im blauen Saale des Grand Hotel von Herrn Dr. Gustav tarpeles gehalten. Nach Beendigung des Vortrages hielt Herr Oberlehrer Dr. Schäfer eine Ansprache, in der er säunntliche Anwesende aufforderte, in ihrem Kreise dahin zu wirken, daß der Verein bekannt werde und reiche Betheiligung finde. Auch wir schließen uns diesem Wunsch aus vollem Herzen an. Diese jungen Leute, durch ihren Beruf leider unseren Gottesdiensten an Sabbathen und Festtagen fast ganz entfremdet, sollten durch ihre Prinzipale in deren eigenem Interesse veranlaßt werden, allwöchentlich diese Vorträge zu besuchen, um tu ihrem Herzen Liebe und Begeisterung für das Judenthum, seine Geschichte und seinen erhabenen Lehrinhalt zu erwecken und zu befestigen. ££2 Berlin, 20. November. In den festlich geschmückten Räumen der Philharmonie fand am 18. os. das Fest der „Hilfskasse für israelitische Kultusbeamte" unter überaus zahlreicher Betheiligung statt. Es waren etwa 2300 Damen und Herren anwesend. Die Feier nurrde durch ein Orgelpräludium des Organisten der neuen Synagoge Franz Rokicki wirksam eröffnet; sodann hielt Herr Dr. Gustav Karpeles die Festrede. Hierauf begann das Konzert, von ersten künstlerischen Kräften ausgeführt und mit jubelndem Beifall ausgenommen. Es genügt, die Namen der Königl. Kammersängerin Rosa Sucher, des Hofopernsängers Julius Liebau, des Hofeellisten Heinrich Grünfeld, des Künstlervaares Otto Sommerstorfs und Theresina Geßner zu nennen. Nach dem Konzert folgte Ball, und während der üblichen Kaffeepause hielt Herr Dr. Hirsch Hildesheimer eine zündende Ansprache, in der er zu reger Theilnahme für die Hilfskasse aufforderte, und Herr Oberkantor Friedmann stattete dem Vergnügungskomitee den Dank des Vereins ab, den dasselbe auch reichlich verdient, denn das Fest war überaus geschmackvoll arrangirt und hat sicherlich der Hilfskasse reichen Ertrag gebracht. a. Berlin, 19. November. Der Lissaer Hilfsverein beging am Sonntag, den 5. d. M. in dem Lokale der „Gesellschaft der Freunde" den Gedenktag seines 25jährigen Bestehens. Die Feier wurde durch ein Präludium und daran anschließenden Festgesang eröffnet. Hieran schloß sich ein die Tendenzen des Vereins feiernder von Geist und Herzenswärme diktirter Prolog, welcher von Fräulein Auguste Poppelauer in verständnißvoller Weise gesprochen wurde, so daß der reiche Beifall ein wohlverdienter war. Sodann hielt das Mitglied Herr Redakteur Dr. Julius Basch die Festrede in überaus geistvoller und schwungreicher Weise, welche mit rauschendem Beifall ausgenommen wurde. Die Festtafel wurde außer durch viele sinnige Toaste, u. A. einem glänzend aufgenommenen auf die Damen, auch durch lebhaft applaudirte Vorträge der Konzertsüngerin Fräulein Jeanette Goldstein, des Opernsängers Herrn Leo Perla, wie des Rhetors Herrn Scheftel gewürzt. Besonderes Interesse und stürmischen Beifall fand das von dem Schriftsteller Herrn N. I. Anders verfaßte Lebensbild „Lissaer Kinder", welches nach aufgehobener Tafel in Szene ging. Die humanitären Tendenzen des Vereins spiegelnd, riß es mit seinen bald tiefernsten, bald drastischen Szenen das glänzende Auditorium zu wahren Beifallssalven hin, welche schließlich im wiederholten stürmischen Hervorruf des Verfassers gipfelten, ein Ereigniß, das bei sogenannten Gelegenheitsdichtungen wohl nur selten zu registriren ist. Das Festspiel erhob sich aber auch weit über das Niveau der Alltagsdichtungen und fand in Folge der Lust und Opferwilligkeit seiner Darsteller, der Damen Sophie Bernhard, Margarethe Cohn, Clara Rann und Gertrud Ehrlich, wie der Herren Oscar Norden, Ludwig Wiener' undH'Julius Mankiewicz, gestützt durch die sorgfältige Regie des Herrn Anders so vortreffliche Interpreten, daß das Publikum wohl vergessen konnte, talen-! tirten Dilettanten gegenüber sich zu befinden, vielmehr namentlich bei den; Gesangsnummeru, den Entreeliedern, Duetts und Kouplets annehmen; mußte, in den Darstellern routinirte Schauspieler und nicht die schlechtesten i zu sehen. Alle Darsteller wurden denn auch bei jedem Anlaß mit Beifall! überschüttet. Das in der That für jeden Betheiligtcn unvergeßliche Fest! hielt die Damen und Herren bis zum anbrechenden Tage beisammen, z Während des Festes lief eine große Anzahl von Glückwünschen und j Depeschen ein, u A. auch ein Schreiben des Magistrats der Stadt Lissa, welcher sein Bedauern darüber aussprach, der herrlichen Feier nicht beiwohnen zu können. MitRecht konnten sich die Mitglieder der mehrerwähnten Vereins an diesem ihrem Ehrentage der Freude hingeben; blickten sie doch zurück auf so glänzende Resultate, wie sie ähnliche Vereine nur selten aufzuweisen haben dürften, und lassen wir hier nur einige Daten folgen: Der vor 25 Jahren begründete Verein hat seit der Begründung eingenommen: An Mitgliederbeiträgen: 09,025 Mark, an Spenden 0623 Mark, an Zinsen 18,438 Mark, für Erwerbung immerwährender Mitgliedschaft 11,500 Mark. — Dagegen verausgabte derselbe: an Unterstützungen 04,962 Mark und an Darlehen 49,849 Mark. Das Vereinsvermögen beträgt z. Z. ca 33,000 Mark. — Solche Zahlen sprechen wohl in überzeugender Weise für das segensreiche Wirken des Vereins deutlich und unwiderlegbar. Wir bemerken noch, daß jeder Unbescholtene durch einen Beitrag von mindestens 10 Mark die Mitgliedschaft und durch einen solchen von mindestens 300 Mark die immerwährende Mitgliedschaft erwerben kann, und nimmt desfallsige Erklärungen der Schriftführer des Vereins, Herr Staatsanwaitssekretär Ferdinand Nürnberg, Wasserthorstraße 41, entgegen. — Wir sehen hier wieder einmal deutlich, was jüdischer Gemeinsiun, jüdische Opferwilligkeit vermögen, wenn es gilt, unverschuldeter Noth abzuhelfen. Denen aber, welche so gern und mit Vorliebe unseren jüdischen Mitbürgern selbst den Sinn für Humanität absprechen möchten, rufen wir das Bibelwort zu: „So gehet denn hin und thuet desgleichen." * Berlin, 19. November. Ein Verein für Kinder-Volksküchen ist vor einigen Tagen begründet worden. Der Zweck dieses Vereins ist, armen Kindern und namentlich den die Schule besuchenden, die zu Hause durch Arbeitlosigkeit oder Krankheit der Eltern kein warmes Mittagessen erhalten können, dasselbe entweder unentgeltlich oder gegen Zahlung von 5 Pfennigen während der Wintermonate zu verabreichen. Auch sollen die Aerzte dort, wo die Gesundheit der Kinder stärkende Nahrung erfordert, veranlaßt werden, dieselben der Küche zu überweisen. Die Eröffnung der ersten Kinder-Volksküche, Stralsunder Straße 68, nahe der Brunnenstraße, hat am 15. d. Mts. stattgefunden. Der Verein hat zu seinem Vorsitzenden den Herrn Hermann Abraham, Alte Jakobstraße 57—59, zum Stellvertreter Herrn Rechtsanwalt Steinschneider, zum Rendanten Herrn Stadtverordneten Riemer, zum Schriftführer- Herrn Rechtsanwalt Hugo Wurm gewühlt, außerdem gehören Herr Rittergutsbesitzer Max Bauer und Herr Direktor Dr. Adler dem Vorstande an. Der Verein hofft, in nächster Zeit mit Errichtung weiterer Küchen im Osten :c. vorgehen zu können. B. Hohenstein in Ostpreußen, 20. November. Am 5. November feierte das Grumach'sche Ehepaar in den Räumen von Böttchers Hotel seine goldene Hochzeit. Diese Feier des hochbetagten Paares gestaltete sich zu einem öffentlichen Feste, indem der Stadtverordnetenvorsteher Grumbach im Namen des Magistrates Herrn Partikulier Grumach unter Hervorhebung seiner Verdienste um das Gemeinwesen einen silbernen Ehrenpokal überreichte. Auch seitens der jüdischen Gemeinde ivurde das Jubelpaar durch Ueberreichung eines silbernen Ehrengeschenkes gefeiert. Aus der von den Kindern, Gebr. Grumach in Berlin, errichteten Stiftung wurden an diesem Tage zum ersten Male je 100 Mark an jüdische und christliche Arme der Stadt Hohenstein vertheilt.

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