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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-11-24 · Heft 47 (24.11.1893) · p. Seite 563

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 47 (24.11.1893)
Date
1893-11-24
Page
Seite 563 (sequence 13)
Language
German
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5 03 : macht, nk : voll Tram esagt; aber ' der Liebe; nchmal sehr imb Rechen iiiauszogen, Aha, die , daß wir jwar darin, nicht auf n, daß es Tage und )er „Gasse" , womit so . Ehe man , von denen ,nagoge zu rzubereiten. war von Rüstabend hres. Die >uch dieser zrcs, ohne erst dieser;t sich eraiehr über?. Da er )eiler Haut che, daß er ch erfüllen, jeut Nacht i. sagte er. irst übers mein Herz 'ach zwölf en Namen sich Alles verrichtet otlendung auden bis rrück, und legt man , der die e ruft, ich Hause sich aufs öoren, es chlief. chen, eiu hes Bild. > ander», gelaufene ) wie die kwgen des Stromes ruhig fließen oder stürmisch rauschen, je nachdem e r leise fächelnde Wind sie sanft bewegt und kräliselt, oder ein übender Orkan sie im tiefsten Grunde auswühlt, so fließen auch die pitwellen in verschiedenem Takte und Rhythmus wachsend und abü hmeud, in sanfter Wallung oder stürmischer Flnth vorüber und heitern entweder mit fröhlichen Bildern das Menschenherz oder .schlittern es mit furchtbaren Schicksalsschlägen. Der Mensch als Naturwescu bedarf des sinnlichen Marksteines. :'ie koutinuirliche Zeit zerschneidet er und kla>nmert sich an flüchtige l unkte des Daseins. Gebtirt und Grab beginnen und schließeit dasselbe iir den einzelnen Menschen. Für ganze Völker und Menscheneemeiitschaften werden solche Marksteine an regelmäßig wiederkehrende .leitmomente, an welche sich ihre wichtigsten und heiligsteit Erinncruni cit knüpfen, gesetzt. Einen solchen Markstein bildet für das jüdische Volk der Sonneni »tergang am „Erew rosch Haschanah" (Rüstabend des neuen Jahres). Die Zeit steht zwar nicht stille, aber doch — ein altes Jahr ist vor- | t>er und eiu neues beginnt. Was reibt Raphael sich die Augen, wie um sich zu besinne», in |' >elcher Welt er sei! Hat er so lange geträumt? Hat er sich vom alten ) >s neue Jahr hinübergcschlafen? Was mag er wohl geträumt habe»? Was immer! welche Bilder der Traum ihm auch gebracht haben »achte, gewiß war keines schöner und wonniger, als das Bild, das ich dem Erwachenden bot. Er aber meinte, er sei im Paradiese. Auf dem Tische brannten zahllose Kerzen in silbernen Armcnchtern, und die Stube hatte ein feierliches Aussehen. Der Vater atte bereits die feine weiße Weste und das weiße Halstuch angezogen, ie Mutter ihr weißes Kleid und die gute Haube. Die gnie Channah rüg ihre Feiertagsgewänder, und neben der Mutter stand eine eizende Franengestalt, wunderbar beleuchtet von dem Glanz, der über as ganze Zimmer ergossen war. Der Vater des Mädchens aber — ■er derbe Randar, stand schon ungeduldig vor der Thür und drückte nf die Klinke, denn es tvar bereits Zeit, in Schul zu gehe». „Was ist das?" fragte Raphael erschrocken, „sieht es hier so aus? as ist ja ganz wie bei uns daheim!" „Ja bis hundert Jahr," gab die Mutter zur Antwort und fuhr ort: „Siehst Du, Fohl-Lcben, ich Hab Dir's alleweil gesagt, Dir 'rauchst Dich nicht zu fürchten, Gott wird Dir beistchen. Nun ist er Dir beigestanden. Das Jahr ist vorbei." „Vorbei!" rief Raphael anfspringend und war fast außer sich wr Wonne. Nichts war ihm weniger begreiflich, als daß er noch lebe. Ras'hacl umarmte seine Mutter. „Gehn wir jetzt in Schul," ermahnte der Randar, „es wird spät." „Geh in Schul," sagte die Mutter, indem sie die Hand ans sein Haupt legte, „rmd bet' Dir alles Gut'S aus. Drr hast arrsgestanden, >vas noch nie ein Mensch ausgestanden und gelitten hat, ein ganzes Jahr Todesmgst; ich bin überzeugt, es wird Dir auf dieser Welt noch gut gehen." Raphael vergoß Frendenthänen. Weinend umarmte er seine Orant, die er jetzt erst fein zu nennen wagte. Die gute harmlose Channah war die einzige, welche mit den im?aufe der Zeit allmälig eintretenden Ereignissen nicht ganz zufrieden var; denn da sie eines Tages Raphael ihre Freude ausdrückte über in nahe bevorstehendes Familienfest, ersuchte er sic init der ihm eigenen Üutinuthigkeit, seinem Kinde, wenn dasselbe heranwachsen würde, um Gatteswillen nur keine Geschichten zu erzählen. Die gute Channah! sie sah ihn traurig und fragend an und onntc es nicht begreifen! „Paketel," sagte sie sich im Stillen, „als vte wenn ein „Maißele" (Geschichtcheu) ein Kriminalverbrechen wär'!" Spreichsaal. Auf die Behauptungen des Herrn Dr. Grümvald in Nummer 45 der Allgemeinen Zeitung des Jüdenthums über die Aussprache des Hebräischen seitens der Sephardim in Sofia, erlaube ich mir Folgendes zu bemerken. 1. Es ist nicht richtig, das; das Aijn von den Spaniolen in Sofia durchweg wie ng ausgesprochen wird. Ich habe während eines mehrjährigen Aufenihalts in dieser Stadt, wo mein Beruf mich ununterbrochen mit den Sephardim zusammenführte, diese Aussprache des Aijn wie ch nur bei einem Chaeham, Charbi Preciado Bakisch bemerkt, und dies auch nur im Worte £2^; die übrigen Sephardim sprechen das Aijn grade so wie wir aus. 2 Es ist ferner unrichtig, daß das Aleph besonders im Worte mit einem Spiritus asper lautet, vielmehr sprechen die Sephardini auch diesen Buchstaben ganz wie wir aus. Ich muß nur hervorheben, daß die DUUil "" ganzen Oriente ein wenig nasal, oder besser gesagt, guttnral ausgesprochen werden. 3. Es ist ebenso falsch, daß unser Zadeli oder Dagesch bei den Sephardim in Sofia wie gl, lautet. Dieser Buchstabe wird dort durchweg, wie von unfern Glaubensgenossen in Italien, wie ss ausgesprochen. 4 Es ist endlich ebenfalls unrichtig, daß das Daleth, besonders am Schlüsse allgemein in Sofia die Mitte zwischen dem 0- und einem gelinden 8-Laut bildet; richtig ist vielmehr, daß dieser Laut in einem Theile Sudlnllgariens, wie z B. in Philippopel, Tatar-Basardschick, Jamboli und Slivno, in dem Schlußlaute der Worte (und dies auch nur in den spanischen Wörtern auf dad, wie z. B. verdad, civdad) etwa wie das weiche englische th ausgesprochen wird. Schließlich bemerke ich, daß die Aussprache des Hebräischen in dem von Inden aus den verschiedensten Gegenden der Orients bewohnten Sofia sehr verschieden und dem ungeübten Ohre des Oecidentalen schwerfaßbar ist; es gehört mithin ein längerer Aufenthalt als von 2h'y Monaten (Herr Dr. G. domizilirt in Sofia seit Ende Juli d. I.) dazu, um alle Nuaneen dieser Aussprache zu erfassen. Darüber wie über unsere Glaubensgenossen im Orient in religiöser, intellektueller, moralischer, statistischer und kultureller Beziehung handle ich in einer Schrift, die ich seit einem Jahre unter der Feder habe, ausführlicher. Wien, 12. November. Rabbiner Dr. S. Dankowitz. $ Hochgeehrter Herr Redakteur! Der Wichtigkeit der Sache entsprechend will ich in Bezug auf die ''Aussprache des Hebräischen noch hinzusügen, daß schon zur Zeit dcr ''Abfassung des Midrasch Beresehith rabha das p[ (He) wie ein Spiritus lmis ohuejede Aspiration ausgesprochen wurde (diese Welt wurde N7N durch He erschaffen) und der Liturgiker Abudirham (gewöhnlich Abudarham genannt) bemerkt in dem nach ihm benannten liturgischen Werk "nSp -)JVP DTTlIxri S22 piMP KSn 122 2P2N1 rtwfcfc,, der Grund ist, daß das n am gelindesten unter allen Buchstaben ausgesprochen worden. — Daß andererseits das mit spiritus asper ausgesprochen wird, erhellt aus den hiesigen Grabsteinen, wie fast ausnahmslos statt desPriesternamens Ahron .yirTKä11 sehen ist j*H^H (sprich Uäron). Daß bei dem Uebergange des Altgriechischen ins Neugriechische derselbe Lautwechsel von spiritus asper und levis stattfindet, muß den Kennern dieser beiden Sprachen nicht erst bemerkt werden. Um noch Näheres auzufuhren, sei bemerkt, daß die Franzosen heutzutage in der Regel, wenn dieselben die deutsche Sprache sprechen, die Vokale im Anlau^ asp irir t aussprechen. Schließlich bitte ich den sinnstörenden Druckfehler in meiner Notiz von Nummer 45 Ihrer geschätzten Wochenschrift, woselbst statt Ajin irrthümlich Za de gesetzt wurde, berichtigen zu wollen. Hochachtend Sofia, 13. November. Dr. M Grünwald, Groß-Nabbiner. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich bitte Sie ergebenst, die in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes enthaltene Mittheilung aus Frankfurt a. O in folgendem Punkte freundlichst berichtigen zu wollen: Die Inschrift auf dem Grabdenkmal, das meinem Bater, dem Rabbiner Dr. Meyer Loewenmeyer, jüngst errichtet worden, — „Lehre der

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