Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1893)
- Date
- 1893-11-17
- Page
- Seite 551 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3228033--50353-3271962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
551 erbe; scih et herannahen, er ihm hier war es ihm : verbrennen :6er nur die beizufiihren. seine Furcht i die Brücke gingen — che Mörder am ganzen und dergl. zu liefern, id ein Spiel ch zappeln," cloreu gehe. tu, und er mb’ ich zum „Du wirst Mein Herz te zu seiner ille leinen". Du wirst es iger Winter ben empor.?n, und die t. Raphael etzten Mal iutter. Die ehen, mein Air sagt es :ert um die : Dinge der uoth", das ße Geschenk ig, an dem alle Zeiten. Aatur muß hluß folgt.) y diese edle et, so recht Tugenden en Vorzug, ugnete und cklerhöchsten m hindurch sabene Geschichte ihrer Glaubensbrüder an den Tag gelegt. Interessante Mittheilungen darüber findet man in den von Dr. L. Loewe herausgegebenen Tagebüchern von Sir Moses und Lady Judith Montesiore. So legt besonders eine Episode aus dem Leben der Lady im Hause ihrer Eltern beredtes Zeugniß ab von der klugen Art, in der sie auch Aitdersgläubigen Achtung vor jüdischer Sitte und jüdischem Brauch abzugewinnen wußte. Die Lady erzählt: Einst an dem Fasttag der Zerstörung Jerusalems saßen wir, wie es Sitte ist, in Trauerkleidung auf niedrigen Stühlen und lasen die Klagelieder Jeremia's. Da trat plötzlich der Diener ins Zimmer, dem auf dem Fuße der Admiral Sir Sidney Smith und mehrere : andere Herren folgten. Meine Schwestern wurden etwas verlegen j und sahen sich nicht gern in diesem sonderbaren Zustand überrascht! und gestört; ich aber behielt ruhig ineiuen Sitz inne, und als Sir i Sidney mich nach dem Grunde meines niedrigen Sitzens fragte,! antwortete ich: „Heute ist der Jahrestag der Zerstörung Jerusalems, : der von frommen Juden als ein Tag der Trauer begangen wird, j Die Tapferkeit, welche unsere Vorfahren bei dieser Gelegenheit an den Tag gelegt haben, ist ohne Zweifel Sir Sidney und den anderen Herren hier bekannt, und ich weiß sicher, daß Sie unseren j Gram darüber, daß das heilige Land und der Tempel nicht gerettet! werden konnten, verstehen. Aber wir bewahren das Andenken darait > als ein leuchtendes Beispiel für uns und alle folgenden Geschlechter, : wie man kämpfen und sein Leben hingeben muß für das Land, in dem man geboren ist und dem man Schutz und Schirm zu verdanken hat." Sir Sidney und die anderen Herren schienen von; dieser Erklärung sehr befriedigt zu sein. Sie bemerkten, daß es ein höchst edles Gefühl sein müsse, das die treuen Patrioten antreibt, i um die Tapfern zu trauern, die für ihr Vaterland auf dem Schlachtfelde gefallen sind, und daß die Erinnerung an die Kämpfe der Juden in Palästina, die die rechtmäßigen Herren des Landes bleiben wollten,! das Gott ihnen zur Erbschaft gegeben, nicht nur immer in dem Herzen jedes Tapfern im britischen Reich, sondern auch in demjenigen jedes i rechtlich denkenden Menschen in der ganzen Welt als ein ruhmvolles : Denkmal ihrer großen Tapferkeit und vollen Hingabe au eine erhabene : und heilige Sache hochgehalten werden wird. Al. H. * Litterarische Wittheilungen. --- Himjarische Inschriften und Alterthümer indenKöniglichen Museen in Berlin. (Berlin 1893, W. Spemann.) Das undurchdring-; liche Dunkel, das über dem arabischen Volke der Himjariteu seit Jahr-! hunderten lagerte, beginnt sich immer mehr zu lichten. Dank der unermüdlichen Arbeit, welche vor Allem unser geschätzter Mitarbeiter, der berühmte Forscher und Reisende Dr. Eduard Glaser, schon seit mehr; als 10 Jahren diesem Studium widmet. Bereits zum vierten Male befindet er sich gegenwärtig auf einer Forschungsreise in Süd-Arabien und, wie er uns aus San'a in Jemen schreibt, hat er schon jetzt wieder ein geradezu gigantisches Material und nicht weniger als 600 alte Inschriften gesammelt. Das reiche Material, welches der kühne und unermüdliche Forscher von seiner Reise aus Süd-Arabien mitbrachte, bestand aus seltenen Handschriften, Inschriften, Münzen und Steindenkmälern von hohem Werthe, durch welche die Kenntniß des sabäischen Alterthums in bisher ungeahnter Weise bereichert wurde. Erfreulicher Weise ist es gelungen, einen wesentlichen Theil dieser Schätze für Deutschland zu sichern. Herr Rudolf Mosse erwarb die überaus werthvolle Steinsammlung und überwies dieselbe den Königl. Museen in Berlin, welche durch Kaiserlichen Erlaß vom 1. Juni 1891 zur Annahme des Geschenkes ermächtigt wurden. Die vorliegende Publikation, die einer der trefflichsten Forscher auf diesem Gebiete, Dr. I. H. Mordtmann, mit seltenem Fleiß und nicht geringem Geschick in der Entzifferung der Inschriften besorgt hat, ist eine wichtige und interessante Beschreibung dieser Sammlung, von der der Herausgeber im Vorworte sagt: „Wenn Herr Glaser sich durch die Bergung diese sprachlich und geschichtlich so wichtigen Denkmäler das größte Verdienst erworben hat, so gebührt darum nicht minderer Dank Herrn Rudolf Mosse, welcher dieselben in uneigennütziger Weise der deutschen Forschung zugänglich gemacht. Die Sammlung Mosse wird künftig eine Zierde der orientalischen Abtheilung unserer Museen bilden und neben den Funden des Orient-Komitees ein schönes Zeugniß ablegen für das Interesse, das auch in unserem Vaterlande in weiteren Kreisen wissenschaftlichen Bestrebungen zu Theil wird." Treten wir nun der Sammlung näher. Die beiden ersten und wichtigsten Steine find zu Ehren des Gottes Tallab, des Schutzpatrons des Stammes Haschid, errichtet. In diesen Inschriften ist viel die Rede von Kampf und Streit und Blutfehde, und wiederholt kommt die Bitte um „Beglückung mit reichlichen Tödtungen im Kampfe" vor. Ueberall tritt der kriegerische Charakter der Haschid-Stämme, wie er fich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, deutlich hervor. Die Steine sind, da sie die verschiedenen Feldzüge der Reihe nach aufzählen, für die Geschichte Jemens von außerordentlicher Bedeutung. Sie stammen fast sämmtlich aus den Ruinen von Na'hit und Umgebung. Der dritte Ltein führt eine Reihe von Einrichtungen oder Stiftungen auf, welche ländlichen Besitz zum Gegenstände haben; der Verfasser ist wahrscheinlich ein unabhängiger Hamdanidenfürst. Auch die folgenden Inschriften enthalten meist die Bitte an die Gottheit um Schutz vor dem Feinde und anderen Nebeln. Die Führer weihen sich und ihre Habe dem Schutzgotte zum Dank „für das Gedeihen der Aecker, Kinder und Kameele". Andere Inschriften sind Dedikationen zum Andenken an Wallfahrten nach gewissen berühmten Heiligthümern oder demüthige Bitten um die Gunst der Könige von Saba. Eine Statue wird dem Gotte Tallab errichtet zum Dank dafür, daß er seinen Knecht Ha'an von einem schweren Fußleiden errettet hat. Andere sind Grabmonumente; besonders interessant sind die Reliefköpfe von Grabsteinen, in welche sie eingelassen sind. Einige Inschriften enthalten Kultusvorschriften, andere sind Baudenkmäler. Eine Reihe kleiner Alterthümer, deren südarabische Herkunft zwar nicht ganz zweifellos ist, die aber darum von nicht geringerer Bedeutung sind, enthält merkwürdige Figuren von Menjchen und Thieren, Siegeln und geschnittenen Steinen mit himjarischen Aufschriften, Perlen und Anhängseln ohne Gravirung, Täfelchen mit Oesen oder Stielen, Namensschildern oder Stempeln. Die ganze Sammlung ist, wie gesagt, von Herrn Dr. Mordtmann mit ganz besonderem Fleiß bearbeitet worden. Wer da weiß, welchen Schwierigkeiten die Entzifferung sabnischer Inschriften noch immer begegnet, der wird die Bedeutung dieses Unternehmens vollauf zu würdigen wissen. Wir wissen nicht, ob Eduard Glaser, der der größte Kenner dieser Alterthümer ist, mit dem Kommentar, den Mordtmann den Inschriften beigefügt, überall einverstanden sein wird — wir fürchten sogar, daß dies wahrscheinlich nicht der Fall sein wird, — gleichwohl wird Jeder den Fleiß und das Geschick des Herausgebers anerkennen müssen, der diese Arbeit selbst nur als eine provisorische bezeichnet und der Kritik die volle Freiheit zur Bestätigung oder Widerlegung seiner Deutungen giebt Die Publikation enthält außer den hebräisch transkribirten Inschriften und einem Kommentar zu denselben auch noch ein sorgfältig ausgearbeitetes Glossar, ein Sachregister und Nummernverzeichniß und sieben Tafeln mit außerordentlich gelungenen Abbildungen der Steine. Sie ist vorzüglich ausgestattet und reiht sich den anderen Publikationen unserer Museen würdig an. Die große Bedeutung der ganzen Sammlung für die Geschichte und Kulturgeschichte Süd-Arabiens wird erst dann in hellem Lichte hervortreten, wenn der Entdecker dieser Inschriften von seiner vierten Reise zurückgekehrt sein und die wohlverdiente Muße finden wird, um die Resultate seiner Forschungen in einem grundlegenden Werke niederzulegen. Schon jetzt aber ist die Sammlung ein merkwürdiger Beleg für die Wahrheit des alten Wortes, daß, wo Menschenstimmen j schweigen, die Steine zu reden beginnen. 0. K. — Dr. L. Neustadt, Die letzte Vertreibung der Inden in j Schlesien. Beilage zum Jahresbericht der hebr. Unterrichtsanstalt in; Breslau über das Jahr 1892,93. Die Vertreibung der Juden aus! Leobschütz 1543 ist bereits durch die von Troska in seiner „Geschichte I der Stadt Leobschütz" mitgetheilte Urkunde bekannt geworden. Die Ur-