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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-11-10 · Heft 45 (10.11.1893) · p. Seite 533

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 45 (10.11.1893)
Date
1893-11-10
Page
Seite 533 (sequence 7)
Language
German
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533 die Bekenner em erhabenen dürfte es an am meisten ist ers entbehren, eseelt, müssen ft opfern und Zedeihen eines lbe muß den Weise geboten :s Judenthuin anzukämpfen. : Zeitung de? m möchte, in findet, oder bei den Mulagsortes, so ine Bibliothek nden Werken, n sich genug me Dubletten ktische Wirüe ien zu geben, lnmeldepfli lil Dr. W o l s f. swerthe Andie Reform gende wertih ert Herr Jul. re auf, ihm »ttesdienst e.ech wird Herrn ins fehlt rin ie Synagoge. Lieder. T ie Varum sollen Hand geben, t er den reuin Werk, n ie ermöglichen, die Verbr i zendes: Das esanges nicht :n mein Ideal choralgesarg, nur zu den verden. Der e feste Säule, auf welchein i dem guten höre für die er Jude lü ynagoge nur twirken. i?r u und Am u jm die aus urch zu viele asmannskoü, oräischen und er Gemeinde ang an sich- C'in heute blühender Chor kann im nächsten Jahre oftmals sehr wenig leistungsfähig sein. Wer von den Chorleitern kennt nicht die Launen, vu? Capricen und die unberechenbare Unbeständigkeit der jungen Leute, mit den man zu kämpfen hat. Und dazu die stets fluktuireude Mitgiiederzahl. Alles dieses wird paralystrt, wenn die Gemeinde selbst siugt: Dann ist der oft widerspänstige Chor entbehrlich, d. h. die (Gemeinde und der Gottesdienst ist von ihm im Falle des Nicht¬ oder nicht gut Singenkönnens unabhängig, und er hat Zeit und Muße genug, sich für die Feiertage die schönsten Sachen einzuüben, wenn er dies vermag. Alle diese Erwägungen haben mich dahin geführt, als vornehmste Aufgabe der Synagogenchöre die Erziehung der Gemeinde l\.nt einstimmigen Gesang, eventuell mit nur einer Begleitstimme anzustben. Nur für die Feiertage trete der vierstimmige Chor in seine Rechte. Auch der Vorstand des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Westfalens scheint dieser Ansicht von dem hohen Werth des Gemeindegesanges zu huldigen. Läßt er doch heute die ihm von den betreffenden Gemeinden agegebenen Choräle zu einem gemeinsamen Choralbuche für den Verband ,u sammenstellen. Und in einem Choralbuche sind ja vierstimmige Chor- )c\\t ausgeschlossen. Jul. Ruhstadt, Soest.? Nie Volksmärchen und ihre Verbreitung durch die Juden. Vorgetragen im litterarischen Verein des „Jews College“ von Josef Jacobs in London. (Schluß.) Aus dem Pehlevi gingen die Fabeln des Bidpai fast unmittelbar ins 7 yrische über in einer Uebersetzung, welche vor einigen Jahren unter i inantischen Umständen entdeckt wurde, und um 750 n. Chr. ward b e Pehleviübersetzung von Abdullah ibn Almokaffa, einem znm Islam b kehrten Bekenner Zoroasters, ins Arabische übersetzt. Doch giebt es c;ie andere Erzählung über den Uebergang des Buches ins Arabische, d e uns ganz besonders iuteressirt. Dr. Steinschneider hat vor einigen fahren in der „Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft" e ie» Auszug aus einer der astronomischen Abhandlungen Abraham ’i n Ezras veröffentlicht, den ich Ihnen in Kürze mittheilen will. - er gelehrte Forscher hatte damals mehr Interesse an den astronomischen fragen, welche in diesem Citate aufgeworfen werden, doch wollen wir li er nur denjenigen Theil betrachten, der sich auf „Kalila w’ Dimna“ l> zieht. Er lautet folgendermaßen: „In alten Zeiten hat es weder Wissenschaft noch Religion unter d» Söhnen Jsmaels, welche in Zelten wohnen, gegeben, bis der Urheber des Korans aufstand und ihnen einen neuen Religionsgesetzk vex nach seinem Wunsche verlieh ... bis der große König in Jsmael, Samens Es-'Saffa'h' (750 n. Ehr.) aufstand, der da vernahm, daß d.i in Indien viele Wiffenschaften zu finden seien... und da kamen Männer, die berichteten, daß es in Indien ein außerordentlich oroßes Buch über die Geheimniffe der Negierung gäbe in der Form c »er Erzählung, die in den Mund stummer Thiere gelegt ist, und t irin manche Illustrationen; denn das Buch war sehr geehrt in den Augen des Lesers und es hieße „Kalila w’ Dimna“ (d. h. der - owe und der Ochs), weil die Geschichte im ersten Kapitel des Buches Mer diese handelt. Der genannte König fastete daher vierzig Tage, >v daß er den Engel der Träume sehen mochte, der ihm das Buch iu die ismaelitische Sprache zu übersetzen erlauben sollte. Und er ';h in seinem Traume, wie er gewünscht hatte. Darauf schickte er! i» einen Juden, der beider Sprachen mächtig war, und befahl ihm, as Buch zu übersetzen, weil er fürchtete, daß ein beider Sprachen nächtiger Jsmaelite, der es übersetzen würde, sterben würde. Und cls er sah, daß der Inhalt des Buches außerordentlich war — und er war es in der That — faßte er den Wunsch, die Wissenschaft kennen z > lernen. Er gab darum eine große Summe dem Juden, der das oben genannte Buch übersetzt hatte, auf daß er nach der Stadt Arm (in Ceylon) gehe, die unter dem Aequator liegt... vielleicht gelänge es ihm, einen ihrer Weisen zum Könige zu bringen. Der Jude ging und wandte viel Schliche an, bis einer der Weisen von Arin sich entschloß, für eine große Geldsumme zum Könige zu kommen. Darauf ward der weise Manu, der Kanka hieß, zum Könige gebracht und lehrte die Jsmaeliten die Prinzipien der Zahl, die aus neun Figuren besteht." Sie werden bemerken, daß dieser Erzählung zufolge durch Vermittlung eines Juden die Figuren, die wir die „arabischen Zahlen", die Araber selber „indische Zeichen" nennen, zuerst im Westen eingeführt wurden. Was uns aber noch näher angeht, das ist die Behauptung Ibn Ezras, daß der Jude „Kalila w’ Dimna“ derart aus dem Indischen übersetzte. Alle arabischen Quellen und die meisten Handschriften schreiben die Uebersetzung dem Almokaffa zu und behaupten, daß dieselbe aus dem Pehlevi oder Altpersischen angefertigt wurde. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, daß wir beide Behauptungen durch die Annahme vereinigen könne», daß Almokaffa den Juden als „Geist" oder „Teufel" benützte, und so wäre es nur natürlich, für die beiden Seiten zwei verschiedene Berichte zu erhalten. Aber dies würde eine direkte Uebersetzung aus dem Sanskrit läugnen, welches gerade der wichtige Punkt in Ibn Ezra's Erzählung ist. Ich bilde mir ein, zeigen zu können, daß in der von Ibn Ezra berichteten Ueberlieferung einige Wahrscheinlichkeit liegt, und da die Frage für die Bidpailitteratur von vitaler Bedeutung ist, so werden Sie mir vielleicht gestatten, dabei zu verweilen. Der Zustand des arabischen Textes ist sehr ungenügend, die theilweise Ausgabe von Schulten und de Sacy's vollständige Ausgabe sind beide aus sehr armseligen Manuskripten angefertigt, wie Guidi und Nöldeke gezeigt haben. Doch ist es aus diesen Ausgaben und den bei Guidi abgedruckten Auszügen völlig klar, daß es zwei verschiedene Handschriftenfamilien giebt. Weist dies nicht auf zwei verschiedene Uebersetzungen hin und bestätigt somit Ibn Ezra's Erzählung? Dagegen weist Benfey fortwährend darauf hin, daß die lateinische Uebersetzung Johanns von Capua und daher die hebräische Rabbi JoÄs und folglich auch die arabische Uebersetzung, aus welcher diese unzweifelhaft angefertigt wurde, dem indischen Original weit näher kommt als die andere! Familie arabischer Handschriften, welche de Sachs Text darstellt.! Bei einer Gelegenheit zeigt er sogar, daß der lateinische Text allein j unter allen Uebersetzungen einen der Verse des indischen Originals erhalten hat. Spricht dies nicht für die andere Behauptung von Ibn Ezras Bericht, daß eine der arabischen Uebersetzungen direkt aus dem Sanskrit sich ableitet? Diese wichtige Hypothese zu unterstützen, erfordert mehr Sprachkenntnisse, als ich darüber verfüge. Ich weiß wenig Arabisch und noch weniger Sanskrit, und es würde eines Meisters in beiden Sprachen bedürfen, um in autoritativer Weise diese Frage zu entscheiden. Doch glaube ich, hinreichend darauf hingewiesen zu haben, um das Problem von kompetenten Orientalisten aufnehmen zu lassen. Derenbourg hat uns die beste Ausgabe des hebräischen, ebenso die beste des lateinischen Textes geschenkt; ich j hoffe, er wird uns noch erhalten bleiben, um uns eine ebensolche des l arabischen zu schenken und dabei die Frage zu entscheiden, ob unsere arabische Uebersetzung nicht direkt von einem Juden aus dem Sanskrit gefertigt wurde, wie Abraham ibn Ezra berichtet. Und ich glaube, zur Entscheidung dieser Frage eine Probe von ausschlaggebendem Werth entdeckt zu haben, welche Arabisten in den Stand setzen wird, mit Leichtigkeit die Affiliation von Manuskripten zu bestimmen. Ich meine die Illustrationen, welche, wie wir gesehen haben, nach Ibn Ezra im indischen Text vorhanden waren und wahrscheinlich von solchen Skulpturen der JLtakas sich abgeleitet

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