Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1893)
- Date
- 1893-10-27
- Page
- Seite 510 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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510 Gestatten Sie am Schlüße mir noch eine persönliche Bemerkung. Es mag sein, daß der oder jener von mir geäußerte Gedanke gegen die Interessen oder Wünsche des Einen oder Anderen verstößt; es mag auch sein, daß größere Kreise der Gemeindemitglieder mit meinen Anschauungen oder einzelnen derselben sich nicht befreunden können; meine Absicht ist es aber nicht, offen der verdeckt gegen irgend eine Person eine Spitze zu richten, vielmehr habe ich nur die Absicht, der Verwaltung "der Gemeinde und ihren Mitgliedern die Gegenstände zu bezeichnen, auf welche sie zum Northeile der Gemeinde nach meinem Dafürhalten ihre Aufmerksamkeit zu richten Hütten. Nicht nörgeln und tadeln, nicht kranken und entmuthigen, sondern ermuthigen möchte ich, damit Neues zum Besten der Gemeinde geschaffen werde, und damit den Männern, welche an der Spitze der Gemeinde stehen, durch bestimmte Borschläge, die sie erwägen mögen, eine Unterstützung unb Hilfe aus der Mitte der Gemeindemitglieder zu Theil werde. Wenn der Verein, welchen Sie zu begründen beabsichtigen, in diesem sachlichen Sinne die Vorarbeit übernimmt und den gewühlten Behörden! helfen will, dann wird seine Begründung den Interessen der Gemeinde förderlich sein. U Mas Fesen des Hebräischen. Von Dr. M. Ginsburger. In Nr. dieses geschützten Blattes stellt Herr Leopold Kotz, Lehrer in Ratibor, den Antrag, das; die Aussprache der hebräischen Vokale und einiger Konsonanten einer gründlichen Untersuchung nntcrworfen werden möge. Ich bin nun weit entfernt davon, mich etwa als Autorität oder auch nur als besonderer Kenner ans diesem Gebiete ansgeben zu wollen; denn es gehört dazu diel mehr. Trotzdem dürfte auch das Wenige, das ich bieten kann, den Lesern dieser geschätzten Zeitung eine willkommene Gabe sein, da es don Männern herrührt, welche auf diesem Gebiete wirkliche Autoritäten sind, nämlich don meinen hochverehrten Lehrern Herrn Professor Dr. Noeldeke. dem größten Kenner der semitischen Sprachen, und Herrn Professor Tr. Enking, der wahrscheinlich am besten unter allen Europäern Arabisch spricht. Was »ui, zunächst die hebräischen Vokale betrifft, so unterscheidet man bei denselben kurze und lange. Die kurzen Vokale werden im Allgemeinen richtig ausgesprochen, nur ist dabei zu bemerken, daß das kurze Kamez z. B. in kol wie das o im engl, liot, not und nicht etwa gleich dem ö iin hebe, öm „Volk" zu sprechen ist. Betreffs der Anssprache des langen Karne/, herrscht bekanntlich eine Verschiedenheit zwischen den Aschkenasim und Sefardim, indem die Ersteren dafür ö, die letzteren dagegen ä sagen. Es ist aber sehr wohl möglich, das; diese Differenz schon im Alterthum vielleicht zwischen den palästinischen und babylonischen Inden bestanden hat, da ja auch im Syrischen etwas Aehnliches vorkonimt. Einfaches /.ere ist unzweifelhaft überall wie e zu sprechen, also: ninlkenu, unser König; zusammengesetztes dagegen oder ans aj verkürztes dürfte richtiger üz lauten, also: meladiejnu, unsere Könige; j wenn auch diese Disferenzirung wahrscheinlich schon i» früher Zeit nicht mehr berücksichtigt wurde. Ganz entsprechend verhält es sich auch mit der Aussprache des Cholem. Da, wo dieser Vokal korrcspondirt mit einem arabischen u, ist ö zu sprechen, also: kodescli arab. kuds; ebenso im pari, ad. Kal. wo das Cliolein einem arab. ä entspricht, also: schochen j arab. säkin. Dagegen müßte man an überall da beibehalten, wo! Cliolem gleich a -4waw ist, also: sdianr arab. thaur, Cd)?; l .ja,im arab. jamn, Tag; wiewohl auch diese Scheidung meines Wissens nirgends beamtet wird. Die Aussprache des Schurug als ü dürfte wohl kaum haltbar sein und ist vielleicht blos durch irgend einen Landesdialekt, möglichem weise den süddeutschen, beeinflußt worden. Viel mehr aber als bei den Vokalen wird bei der Aussprach: der Konsonanten gesündigt. Da denkt z. B. kein Mensch daran, da? Alef zu aspiriren, das Giniel lautet ganz gleich, ob es ein Dagesch hat oder nicht, während es doch im letzteren Falle eigentlich wie di anszusprechen werden sollte. In Jemen, wo man sich dieses Unterschiedes noch deutlich bewußt ist/) würde man uns gar nicht verstehen. Ebenso verhält es sich auch mit der Aussprache des Daleih und Tlianc. Auch Zain mit) Zade werden von uns falsch ausgesprochen: schon Alfasi warnt davor, das Zain in nicht wie ein Sit. ausgesprochen (Talm. bab. Ber. 156. Tosaph.) Das Azin ist ein spezifisch semitischer Laut und nach Prof. Euting ursprünglich nichts weiter als eine Nachahmung des Kameels, das sehen wir noch deutlich beim arabischen Gain. Später mag sich dieser Laut wohl etwas ab geschwächt haben, ist jedoch stets ein deutlicher Kehllaut geblieben und wäre demnach durch Zusammendrücken der Kehlspitze und Hervorstoßeu der Luft anszusprechen. Da nun aber dieses Znsammendrücken der Kehlspitze eine gewisse Anstrengung erfordert, unterbleibt es bei uns ganz, in Italien dagegen drückt man anstatt dessen die Zunge ai den Gaumen und spricht daher das Asm ganz deutlich wie ng; für Tina’-an sagt man l’nia ng an. Es versteht sich nun von selbst, daß diese Regeln nicht etwa Anspruch auf Allgemeingiltigkeit erheben sollen. Gerade deshalb aber weil es unmöglich ist, allgemeingiltige Regeln über diese Aussprache des Hebräischen anfzustellen, ist auch eine einheitliche Durchführung derselben vollständig undenkbar. Viel zweckmäßiger wäre es daher, wenn wir überall eine grammatisch richtige Betonung zu erreichen suchten, denn auch diese läßt bei uns leider noch viel zu wünschen übrig. 9 Die Volksmärchen und ihre Verbreitung durch die Juden. Vorgetragen im litterarischen Verein des „Jews College“ von Josef Jacobs in London. (Fortsetzung.) 1. Vor Allein also zum Petrus Alfonsus. Petrus Alfoiisiw war der christliche Name eines Juden, Namens Moses Sephardi der diesen Namen änderte, als er 1100 unter den Auspicien Alphonsos VI., dessen Pathenkind er war, seine Religion wechselte. Er schrieb gleich anderen Abtrünnigen gegen seine früheren Religions genossen; doch geht er uns hier nur als Urheber einer Sammlmw von 33 Erzählungen an, die den Titel führt: „Erziehungsschule für die Geistlichkeit". Das Buch hatte eine bedeutende Volksthümlichkeit es wurde von Geistlichen für ihre Predigten verwerthet, obzwar ec schwer zu verstehen ist, wie sie dies thun konnten, wenn Frauen unter ihren Zuhörern waren. Die meisten dieser Geschichten sind in die Gesta Romanorum ausgenommen worden, eines der Volksthümlichsten mittelalterlichen Geschichtsbücher, welches auch nockandere aus den übrigen „Anschlnßstationen" enthält, so daß es wohl Gesta Juclaeorum benannt werden darf. Es ist auch ins Französische übersetzt worden. Durch einen sonderbaren Zufall machte ich! 0 Vergl. die Aufsätze von E. Glaser in dieser Zeitschrift, und die i Reisebeschreibung „Eben Saphir". jüngs der ä gerad ich ai wie s diese oben brani eine die < werdl Hand beteil Gesch Bam zu g> Weis bald Weg Weis Schl und werd sie v geleg den wir als I wäre list k schlii ihn. stau, volle trug Bürglau Eng weckl aber Wie gebt Eng und wür auf, Ofe: And kreff Oesi wür mar Gesl tere' Cie: (öu sei: