Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1893)
- Date
- 1893-10-13
- Page
- Seite 491 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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491 en Blick an, igung ihrer > und gnter , sie großer Schwatzcht zufügen, ht im aus- . Wie gar in an viele Es gehört i zu haben, rr „Jailes" tande war, wie er den cochen, und »de vergaß au in Anille spielen, e auch auf d - sollte st, die ihm ich jetzt beiagte sie in wie unser inmal eine Nu ja, Bräutigam öcht da die t geschenkt, für die er fallen und land unter Hoffnungen iaht eingeikte es der >hl-Leben," nnerabbe", in' Goldeg bei Tisch äfrig sein,? bin ich m bei Dir Die Mutter „Sedreh", wieder an sein; geh te sie noch rem Sitze, n wünschte ) in seine >ng folgt.) Wie mein Urgroßvater meine Urgroßmutter bekam. Nach den Berichten seiner Mutter erzählt von Gustav Eichengrün. (Fortsetzung.) Eine Woche ist eine lange Zeit, nur kurz für den, dem sie in -roher Thätigkeit vergeht, lang, wenn der arbeitsgewohnte, freie Mann ii müßiger Selbstaiischanung dahinlebt, wenn, während die kräftige aon Arbeit zeugende Hand ruhen soll, bange Sorge und Zweifel «eine Seele martern; eine lange Zeit eine Woche. Zur Ewigkeit aber lvard sie Markus Cohn. Ihm begann die Woche nicht mit dem ersten Werkeltage mehr, sein Werk ruhte ja; auch nicht mit dem Tage, da man ihm gewaltsam Heim und Freiheit geraubt; trübe Ereignisse nimmt der Gläubige nicht zum Anfang seiner Zeitrechnung. Markus rechnete von der Stunde an, da in den düster» Kerker ein Lichtstrahl fiel. So kamen und gingen Wochen, bang und schwer, nur versüßt durch die Erinnerung an die Eine, die gesprochen: „Vielleicht kann ich ihm Trostesworte sagen!" „Ich muß die Erinnerung verscheuchen," sagte sich Markus. „Diese Erinnerung und diese Hoffnung werden zum Wunsch, und ivas hat der von der Welt zu wünschen, dem jahrelange Kerkerhaft droht, dem die Schuld für ein schweres entehrendes Verbrechen bewiesen werden soll?" Aber die Erinnerung wollte nicht aus Herz und Seele weichen. Zlvei Monate hatte Markus so zugebracht. Wieder war's an einem Freitag; der Richter Ebel kam in die Zelle und verkündete, daß die Verhandlung am nächsten Montage beginnen solle. „Haben Sie noch Entlastungszeugen zu laden?" schloß der Richter seine Mittheilung. „Nein," antwortete Markus. Ebel entfernte sich. Also Montag. Dem Menschen ist es oft bewußt, daß er einer schicksalsschweren Stunde über lang oder kurz entgegengeht. Der Gedanke daran macht ihn lvohl zittern, doch die ganze Tragweite dieses entscheidlingsvollen Augenblickes wird er erst dann inne, wenn er unmittelbar vor ihm steht. So war's auch Markus. Alles, was während der schweren Zeit seiner Gefangenschaft an Wemuth und Schmerz durch seine Seele gezogen war, ergriff sein ganzes Wesen. „O Gott!" rief er in qualvoll bitterem Schmerze aus, »m meiner Eltern willen sei mir gnädig! Hilf, allmächtiger Vater!" Er verbarg seine Augen mit beiden Händen. Die Thür öffnete sich; Rebekka trat ei». „Ihr seht so verstört ans, Markus, ganz anders als sonst." Er berichtete von dem, was ihm bevorstand. „Meine armen Eltern!" schloß er seine Mittheilung. „Werde ich noch jemals in das geliebte Auge der Mutter wieder blicken, wird der treue Vater je wieder seine segnende Hand auf mich legen? Gott, ich ertrag's nicht." „Ihr seid in banger Sorge um Eure Eltern, ich kann diesen Schmerz Euch nachfühlen, er zittert in meiner Seele wieder. Mich dauern Eure Eltern. Drum Hab ich mir vom Vater die Erlaubniß geben lassen, nach W. zu ihnen zu reisen, um während dieser schweren Stunde um sie zu sein." „Das wolltest Du, Rebekka," fiel Markus hastig ein, „Du gutes Herz".... Er umfaßte ihre Hand und preßte sie inbrünstig an seine Lippen. Langsam zog sie ihre Hand zurück, Thränen füllten ihre Augen. „Nun bin ich beruhigt," fuhr Markus fort, „Du giebst mir Kraft zu kämpfen, zu leiden und zu tragen . . . Brauchst nichts zu sagen, ich fühl's, ich lveiß es, nicht kann es anders sein, Du bist mein, Rebekka!" „Mein Markus," hauchte sie. „Meine Rebekka! Welche Seligkeit liegt in diesen Worten, Seligkeit im Kerker!" Zwei Menschenherzen hatten sich gefunden, und ihr Treuschwur ward im Hiinmel gehört. d Die Anklage war verlesen worden. „Bekenne» Sie sich schuldig?" fragte der Vorsitzende des Gerichtshofes. „Nein," antwortete Markus mit fester Stimme, „ich wiederhole, was ich dem Untersilchnngsrichter so oft betheuert habe; ich bin unschuldig, ich weiß von der ganzen Sache nichts." „Bevor ich auf die Sache selbst eingehe, möchte ich einige Fragen allgemeiner Art an Sie richten. Sie sind, wie uns berichtet wird, in den jüdisch-theologischen Schriften bewandert, nicht wahr?" „Ja, in etwa." „Dann frage ich Sie, Angeklagter, ist Ihnen nach dem Talmud der Betrug gegen Christen gestattet? „Nein, und ich setze hinzu, daß alle derartigen Behauptungen Verleumdlmg sind." „Sie behaupten nun, Angeklagter, während der hier in Frage stehenden That nicht in W. anwesend gewesen zu sein?" „Nein, ich ging mit dem wandernden Gelehrten nach Delbrück. Dieser hatte, da wir uns lieb gewonnen hatten, seinen Aufenthalt in W. um einige Tage verlängert, um mich bis D. begleiten zu köiiueu. Wir gingen gegen zehn Uhr von Wünnenberg und kamen gegen drei Uhr Morgens in Delbrück an. Wir legten uns, da es eine warme Nacht war, in einen Heuschober, bis wir gegen sechs Uhr das Göddesche Wirthshaus aufsilchten. Die Wittwe Gödde und deren Dienstmagd können dies bezeugen." „Sie haben keinen Zeugen nennen können, der Sie bis sechs Uhr gesehen hat. Das ist freilich merkwürdig. Denn man sollte doch meinen, daß Ihnen Personen begegnet sein müßten. Delbrück ist ein Laiidstüdtchen, die Leute gehen früh auf das Feld, und dazu war Markttag." „Es ist uns zu dieser Stunde Niemand begegnet. Ob uns Jemand im Heuschober hat liegen sehen, weiß ich nicht." „Wo blieb Ihr Freund?" „Er wollte des Morgens in Delbrück bleiben, dann beabsichtigte er, in die Heimath zurück zu reisen." Anton Brügge trat vor. Er sagte aus, was er von der Sache wußte. „Haben Sie den Angeklagten an seiner Stimme erkannt?" fragte der Richter. „Ja," antwortete dieser. „Sahen Sie die Beiden des Wegs von der Kirche kommen?" „Ja." „Trugen sie etwas in der Hand?" „Ja." Der Torfmeyer trat vor. Er machte fast dieselben Aussagen. „Was sagen Sie dazu, Angeklagter? „Mir ist die Sache räthselhaft. Ich kenne den Zeugen als wahrheitsliebenden, guten Menschen. Nicht anders kan» ich's mir erklären, als daß hier ein grober Betrug vorliegt. Ich bin unschuldig. Weiter weiß ich nichts zu sagen." Der Schulze sollte ein Leumundszeugnis; über Markus oblegen. Er schildert diesen als einen unbescholtenen, ehrlichen und fleißigen Mann. „Halten Sie den Markus Cohn der That fähig, die ihm zur Last gelegt wird?" fragte der Richter.