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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-09-29 · Heft 39 (29.9.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 39 (29.9.1893)
Date
1893-09-29
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Mrscelten. Die Parabel von den drei Ringen. Es dürfte allgemein bekannt fein, daß Lessings berühmte Ring-Parabel airs „Nathan der Weise" nicht von dem Dichter frei erfunden ist. Sie ist vielmehr nur das Schlußlied einer jahrhundertlangen Ueberlieferung. In dieser lassen sich zwei Gruppen von Fassungen unterscheiden. In der ersten Gruppe, zu der auch Boccaccios Erzählung gehört, Lessings unmittelbare Quelle, wird behauptet, der Vater habe alle drei Söhne gleich geliebt, daher allen Dreien gleiche Ringe gegeben, den echten selbst nicht mehr herausgefunden oder vielleicht selbst zerstört. In der anderen Gruppe, von der wir ältere Zeugnisse besitzen, die freilich nicht geradezu beweisen, daß die Fassung älter ist, wird durch den Vater einer der drei Söhne bevorzugt. Dieser, und zwar der Jüngste, bekommt den Ring, der, wie der Vater weiß, der rechte ist. Zwischen diesen beiden Gruppen nun steht ein neuerdings von Th. Hampe in der Vierteljahrsschrift für Literaturgeschichte Band 6, S. 102 ff. veröffentlichtes Meistersängerlied. Es will seltsamerweise glauben machen, der Vater habe alle drei Söhne gleich lieb gehabt, und behauptet doch, der Vater habe gewußt, daß er dem jüngsten Sohne den echten Ring gäbe. Nicht in dieser eigenthümlichen Fassung allein besteht das Interessante der neuen Veröffentlichung, sondern in der Zeit, aus der das Lied stammt. Es ist das Jahr 1605; der unbekannte Dichter, jedenfalls ein Protestant, verlegt die Geschichte nach Prag an den Hof des den Evangelischen freundlich gesinnten Kaisers Maximilian II. Der Kaiser lächelte, so schließt der Dichter nach der Erzählung des Inden, den er nach dem rechten Glauben gefragt hatte, und sagte zu ihm: „Deine Vernunft hat Dich gerettet; denn ich muß wohl auch diese Sachen glauben." Man erkennt daraus, daß der Aufklärungsgedanke auch zu den Zeiten, in denen man ihn völlig unterdrückt wähnte, nicht todt war, sondern vegetirte, wenn auch nur in einem der Form nach recht dürftigen Meistersängerliede. L. G. Heft 12 des 37. Jahrganges der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthnms" (Breslau, S. Schottländer» hat folgenden Inhalt: D. Chwolson: Ueber das Datum im Evangelium Matthäi 20. 17. — Alex Ko Hut: Die Hoschanot des Gaon j Saadja. (Schluß. — Max Freudenthal: Die ersten Emanzipations- I bestrebnngen der Juden in Breslau. (Schluß). — M. Braun: Notiz.— j Jahres-Uebersicht. j *! — Tie Nr. 39 der „Mittheilungen aus dem Verein zur! Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13,! Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Das christliche Prinzip in der Freimaurerei. — Studentischer Unfug. — Der zweite norddeutsche! Antisemitentag. — Zum Fall Paasch. — Ritualmordprozeß in Wien. — , Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. j Kri der Redaktion ringrgangene Kücher. (Ein näheres Eingehen auf einzelne Werke bleibt Vorbehalten? B. Gü de mann: Was bedeutet das Hebräische für den Israelitischen Religionsunterricht. S. A. Wien 1893. M. Waizner. Samuel Krauß. Zur griechischen und lateinischen Lexikographie aus jüdischen Quellen. S. A. Straßburg 1893. B. G. Tauhner. K. v. Kißling. Offenes Sendschreiben an den hochwürdigen Herrn Johann Hauser, Redakteur des „Linzer Volksblattes". Linz 1893. Selbstverlag. Moritz Reich. Gottesdienstliche Vorträge. Zweite Folge. Sabbathreden. Wien 1893. CH. S. Lippe. A. Brodbeck. Leben und Lehre Buddha's, des indischen Heilands. Zürich 1893. Verlags-Magazin. Fr. S. Kraus. Böhmische Korallen aus der Götterwelt. Wien 1893. Gebrüder Rubinstein. K. Faulmann. Im Reiche des Geistes. Jllustrirte Geschichte der Wissenschaften. Lief. 5—10. Wien 1893. C. Hartleben. Leo Löwenthal. Wandersteins Tochter. Roman in zwei Büchern. Berlin 1893. Cassirer & Danziger. H. Prag u e. Annuaire des Archives Israelites pour Tan du monde 5654. Paris 1893. Bureau des Archives Israelites. — The twenty-second annual report of the Anglo-Jewish Association 1892—1893 London 1893. Office of the A. J. A. ¥ Geschäftliche Notizen. * „Germania", Lebens-Versicherungs-Aktien - Gesellschaft zu Stettin. Ende August ds. Js. blieben versichert 173,579 Personen mit 473,541,914 M. Kapital und 1,649,732 M. Jahresrente. In den verflossenen acht Monaten dieses Jahres wurden neu beantragt 8649 Versicherungen mit 32,777,183 M. Kapital und 100,461 M. Jahresrente. Seit dem Bestehen der „Germania" (1857) wurden für fällig gewordene Versicherungsbeträge 131.? Millionen Mark ausgezahlt und seit 1871 den mit Gewinnantheil Versicherten 26,302,512 M. als Dividende überwiesen. Von dem Gesammtvermögen der Gesellschaft, das Ende 1892:144,265,530 M. betrug, entfallen M. 133,469,609 auf die Prämerienreserve und die sonstigen Sicherheitsfonds der „Germania" und M. 9,180,978 auf die Dividenden-Reserve der mit Gewinnantheil Versicherten. Diese erhalten die erste Dividende bei Zahlung der 3. Jahresprämie, die zweite Dividende bei Zahlung der 4. Jahresprämie u. s. f und beziehen nicht nur den vollen Gewinn aus ihren eigenen Versicherungen, sondern sind statutenmäßig auch Theilhaber an dem Reingewinne aus allen übrigen Geschäftszweigen der Gesellschaft. — Die nach Dividendenplan B Versicherten der „Germania" erhielten bisher eine mit jedem Jahre um 30/0 der vollen Jahresprämie Zeigende Dividende — im Jahre 1893 bis zu 39 o/o der vollen Jahresprämie, während denselben 1894 bis zu 42% der vollen Jahresprämie als Dividende zufließen. Die „Germania" hat für diese Abtheilung einen besonderen Dividenden-Reservefonds gebildet, der dazu dient, den nach Plan B Versicherten auch für die Zukunft eine gleichmäßig steigende Dividende zu gewährleisten und Ende 1892 sich bereits auf M. 7,496,351 belief. Für mein Eisen-, Eiseukurzwaaren-. Baubeschläge und Produkten-Geschäft suche per 1. Oktober event. später einen Lehrling mit guter Schulbildung aus achtbarer Familie, bei freier Station. Moritz Joseph, Stralsund, Fährstr. Eine gebildete Dame Anfang Dreißiger. häuslich und geschäftlich sebr tücktig, mit einem Vermögen von 12000 Mark. wünscht sich passend pl verheirathen; Mittlrer nicht ausgeschlossen. Nicht anonyme Franko - Offerten bitte unter J. C. 8207 an die Expedition des Berliner Tageblatts zu senden. Herftiche Bitte! Ein anständiger jüdischer Kaufmann, VE Jahre alt und seit Jahren krank, steht vor der Gesabr, wegen rückständiger Miethe exmittirt zu werden und dadurch seine Existenz zu verlieren. Von allen Baarmitteln entblößt, bittet er edle Menschen, ihm die Möglichkeit zu bieten, sein kleines Geschäft, welches durch andauernde Krankheit in schlechte Situation gerathen, sich zu erhalten. Mit einigen Hundert Mark wäre ihm geholfen, und kann nnr schnelle Hilfe ihn vor weiterem Unglück schützen. Gefällige Beiträge nimmt Herr Rechtsanwalt hisse»', Nene Roßstraße 5. entgegen. Erzieherin! Eine erfahrene geprüfte, musikalisch geb. Erzieherin, mosaisch, fucht für 3 Kinder im Alter von 8—11 Jahr per sofort. Bewerberinnen wollen sich mit Zeugnissen und Photographie melden. M. Fried länder, Kaufmann in Schulit;. fßine erfahrene isr. Haushälterin sucht in einem feineren Hause Stellung. Beste Referenzen stehen zur Seite. Offerten unter J. A. 8391 an Rudolf Mosse, Berlin SW. 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Saul, Aachen, Für einen kleinen Haushalt wird ein älteres erfahrenes israelitisches junges Mädchen aus besserer Familie als Haushälterin gesucht. Essen a. d. Ruhr. Rndolf Scliarteuherg. Gepr. Lehrerin, ßübtn), routin. i. d. Ertheilung fremdsprachl. Unterrichts, fucht zum 1. Avril 1894 Stellung an deutschem event. auch österr. Privatinftitut. Bevorzugt Engag., welch, spät. Betheittg. a. d. Leitung d. Anstalt in Aussicht stellt. Auf Wunsch Angabe von Referenz. Off. u. C. 4074 Rud. Mosse, Leipzig erbet. / Meine Broschüre üher m /Asthma/ I und M I dessen Bekämpfung § l (durch 20jähr. Erfahrung M I an mir selbst erprobt) K /versende ich gratis und franco. M I A. Klein, Herford, m

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