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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-09-22 · Heft 38 (22.9.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 38 (22.9.1893)
Date
1893-09-22
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 bereu Zinsen bischen und bargemeiudc alen, neuerauswärtige, ausgestattet, iaren außer! Stadt und g des Herrn towu mit ibet wurde. Liturgie ab. zu Herzen chloß. Die nach einem x das Aller- Peritz, in nliebe und Nun betrat o Gebet für volle Rede wden Allen Kaiser, der ^don olom ativ schloß el Schmidt. Die Reihe auf unfern rlitz nahm rkeit, daß bedrängte dem Vater stigkeit und der Fest- und Nory Baumeister, für die er- )er Herren Gemeinde Friede sei Lottes sind msistoriall Fakultät msspricht: Angesicht, ' — Nein, f die Geen Herren . In der le dankbar r Tintner ynau kann ist wieder >st" ihren und jede ache, daß lolling zu ung eines moversche len armen blehnung, er blicken nftleitung „Deutschuns bewehr ist. rgen nur ledingt verantwortlich, er selber erklärt, daß er an hochgradiger Nervosität leide und daß er eine Kaltwasseranstalt aufsuchen wolle." l-ine nette Schriftleitung das! Erst Morres de Jongh, nun Dr. Tesdorpf in eine Kaltwasseranstalt, wann folgt der Dritte im Bunde. * Dinslaken, 8. September. Das hiesige israelitische Waisenhaus versendet soeben seinen achten Rechenschaftsbericht. Das Resultat des abgelaufenen Jahres ist, wie wir dem Berichte entnehmeni ach jeder Richtung hin ein überaus erfreuliches. Die letzte auf dem >ause ruhende Hypothekenschuld wurde abgetragen, so daß das Haus ebst Grundbesitz jetzt lastenfrei ist. Die Einnahmen haben sich mit circa Rk. 24,000 auf vorjähriger Höhe gehalten. Die Einzahlungen, welche nr Errichtung von Kaddisch - Stiftungen gemacht worden sind, konnten estimmungsgemäß dem Fond zugeführt werden; die übrigen Einnahmen nußten jedoch bis auf Mk. 500.-, welche der Reserve zuflossen, zur Deckung der laufenden und einmaligen besonderen Ausgaben verwendet oerden. Pro 1892/93 wurden sieben Kinder entlassen. Die frei geworenen Plätze wurden sofort wieder besetzt. Die Zahl der Pfleglinge berägt zur Zeit zweiundzwanzig. Zu der bisherigen günstigen Eniwickeang des Hauses haben insbesondere die errichteten Kaddisch - Stiftungen eigetragen. Die Verwaltung bittet deshalb insbesondere, daß die freunde des Hauses keine Gelegenheit versäumen möchten, bei entsprechenen Fällen auf die Anstalt hinzuweisen, denn kann Jemand sowohl in >er Freude wie in der Trauer etwas Schöneres vollbringen, als wie Verewigung des eigenen Namens in Werken der Barmherzigkeit, womit gleichzeitig diese gekräftigt und befähigt werden, die Wohlthaten ihrer Wirksamkeit immer weiteren Kreisen zugänglich zu machen? Das für ine Kaddisch-Stiftung einzuzahlende Kapital beträgt Mk. 300, — hiergegen wird während des Trauerjahres das Kaddisch - Gebet täglich Morgens und Abends von den Waisen verrichtet und die Jahreszeit für wige Zeiten in althergebrachter Weise begangen. Der Ertrag der lllmosenbüchse ist in diesem Jahr etwas zurückgegangen. Büchsen können arm Zwecke der Aufstellung in Synagogen, Hotels und Büreaus von )er Verwaltung in Dinslaken gratis und franko bezogen werden. Desgleichen wird auch der Bericht auf Wunsch Interessenten franko zugesandt. * München, 13. September. Die in unserer Gemeinde seit wrigem Jahre bestehende Einrichtung der Enthebungskarten von oer Beglückwünschung für Rosch-Haschanah hat sich auch in nesem Jahre sehr bewährt, indem fast 2000 Mark eingingen, die den Wohlthätigkeitsanstalten der Gemeinde zuflossen. Es wäre wünschenswerth, daß im folgenden Jahre auch andere Gemeinden dem Beispiele Münchens folgten und speziell die Enthebung auch auf auswärtige Freunde und Kollegen ausgedehnt würde, wodurch den in der Festeszeit mit Arbeit überhäuften Kultusbeamten eine unnöthige Last abgenommen würde. Oesterreich - Ungarn. * Guns, 18. September. Bei dem Empfang nach den hiesigen Manövern hielt Kaiser Franz Josef Cercle. Auf die Ansprache des Führers der israelitischen Deputation erwiederte der Kaiser, er zweifle nicht daran, daß die Israeliten nie Gelegenheit bieten würden, daß er seine Gnade und seinen Schutz den treuen israelitischen Unterthanen entziehe. Die Antworten des Kaisers wurden mit begeisterten Eljenrufen ausgenommen. □ Wien, 17. September. In dieser Woche waren es zwei Ereignisse, die die ganze Stadt in Aufregung versetzten: die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Prag - und der Prozeß Meyer-Deckert. Heber letzteren berichte ich Ihnen an anderer Stelle, über den ersteren wird man bei Ihnen wie bei uns der gleichen Ansicht sein, daß die Jungczechen. verführt und geblendet von dem Antisemitensührer Prinzen Liechtenstein und den Klerikalen, diese Maßregel selbst qeraufbeschworen haben und nun die Früchte tragen müssen, die Jene gesäet. — Wohin Hetzereien führen, zeigt wieder Nachstehendes aus Ungarn: Aus Szabadka wird gemeldet, daß in Folge des Verbotes der Katholikenversammlung das Volk gegen die Juden aufgehetzt wurde. Es wurde ausgesprengt, daß die Minister von den Juden gezwungen worden seien, die Katholikenversammlung zu verbieten. In Folge dessen kam es auch zu einem Einbruch in des Kanzleigebäude der jüdischen „Chebra Kadischa“, wo aus der Kasse alles vorhandene Baargeld gestohlen wurde. Und dies geschieht in dem Lande, wo einige Tage früher Oesterreichs Kaiser die bedeutungsvolle Anrede an die Bischöfe in Boros-Sebes gehalten hat. — Aus Proßnitz in Mähren geht uns die Mittheilung zu, daß der Beschluß des Ortsschulrathes der Stadtgemeinde bezüglich Nichtaufnahme von Schulkindern der Judengemeinde in die Stadtschulen vom Bezirksschulrath als ungesetzlich sistirt wurde. — Der Kaiser hat die Doktoren Friedrich Pollack, Adolf Reich, Simon Hirsch, Siegmund Ehrenthal, Oskar Weiß, Jakob Berger und Leo Steiner zu Assistenzärzten in der Reserve, ferner die Doktoren: Otto Morgenstern, Gustav David, Aaron Wettenstein zu Oberärzten im Präsenzstande des kaiserl. und königl. Heeres ernannt. — Sonntag Abends um halb 8 Uhr wurde auf dem Wege vom Dorfe Daudliwetz bei Pilsen nach dem Strafhause am Bory der jüdische Händler Weiß, ein beinahe 60 Jahre alter, jedoch ziemlich rüstiger und kräftiger Mann, erschlagen und beraubt. Man fand ihn unweit der genannten Ortschaft mit vollständig zerschlagenem Schädel auf. Als Thäter wurde Josef Zenischeck aus Pilsen eruirt und dem Landesgerichte eingeliefert. Der Ermordete hatte einen Wechsel des Zenischeck bei sich, der an diesem Tage fällig war, und um diesen zu erlangen, verübte er den Mord. Holland. -g. Amsterdam, 17. September. Die Verwaltung des israelitischen Waisenhauses in Utrecht sandte zum Geburtstage Ihrer Majestät der Königin ein Glückwunschschreiben, worauf die Königin der Verwaltung durch Ihren Sekretair Van de Pol ihren herzlichsten Dank ausdrücken ließ. — Se. Kgl. Hoheit der Fürst von Sachsen-Weimar besuchte jüngst den Antiquitätenladen von Van Goldern und kaufte daselbst verschiedene Gegenstände. — In Rotterdam starb der berühmte Gesandte E. voon Boers, welcher der katholischen Religion angehörte. An seinem Grabe sprach unser Glaubensgenosse Dr. Lemanson, und seine Worte gingen den das Grab Umstehenden merklich zu Herzen. — Die Zeiten sind momentan hier, in der Hauptstadt des Landes sehr schlecht. Der Handel mit Diamanten hat fast völlig ausgehört, seit sechs Monaten ist weder Käufer noch Verkäufer vorhanden, und geht es infolge der Beschäftigungslosigkeit sowohl den Kaufleuten als auch den Arbeitern, welche beide Kategorien sich fast durchweg aus Juden rekrutiren, äußerst schlecht. Leider ist bis jetzt noch kein Komitee — wie es aus ähnlichem Anlaß vor vier Jahren von unserem Rabbiner und dem katholischen Bischofs gegründet worden — zusammengetreten, so daß die armen Hungernden weder Erbarmen finden, noch Tröster besitzen. # In Haag hielt kürzlich der Verein: Lol jisroel chawerim: „Lisch’chath Holland“ seine Generalversammlung ab, bei welcher Gelegenheit A. Z. Wertheim über „Werth der Lehre und des Glaubens" und über „Israel unter den andern Völkern" sprach, welche Vorträge mit anerkennendem Beifall belohnt wurden. — Wie schon einmal mitgetheilt, hat die Regierung russischen Auswanderern den Durchzug durch Holland verboten, eine Ausnahme derjenigen, welche Schiffskarten nach Amerika besitzen, ist jetzt von der Regierung beschlossen worden. — Gensdarmen und Polizeidiener suchen in jeder Herberge nach russischen Auswandern und befördern solche nach verbüßter Hast zurück über die Grenze. Der Verein „Kol jisroel chawerim“ erließ in verschiedenen hiesigen Blättern einen Aufruf, um Geld für unsere auswandernden russischen Glaubensgenossen zu sammeln. — Dementirt wird jetzt die Nachricht, welche auch ich Ihnen s. Z. zugehen ließ, daß die Wohlhabenden Amsterdams und Rotterdams für die russischen jüdischen Emigranten die Insel Schiermonikop ankaufen wollten. Der „Rotterdam Courier" hatte diese Nachricht dem „Israelitisch Orgaan" nachgedruckt, in welcher Zeitschrift Dr. Perl seinen Glaubensgenossen diesen Vorschlag machte. Aber was sollen die Juden auf einer öden Insel, die fortwährend der Herrschaft des Wassers unterworfen ist, thun? — Wir haben hier häufig Gelegenheit zu beobachten, daß die russischen Emigranten häufig Opfer schwindelhafter Schiffskarten-Agenten werden. Vergangene Woche langten per Schiff hier circa 800 Emigranten an, welche sämmtlich zweite Kajüte bezahlt hatten und trotzdem in Viehwagen gesperrt wurden, weil dadurch die Agenten ungeheuren Verdienst erzielen, da das Vieh Freipassagiere hat. Mögen doch die Zeitungen vor diesen Schwindlern warnen! Rußland. 1. F. Odessa, 5. September. Dr. Belcowski, ein in der zionistischen Bewegung nicht unbekannter Name, welcher bekanntlich vor drei Jahren sein Staatsexamen hier gemacht und bisher in Rußland keine Anstellung finden konnte, obwohl er zur Zeit seines Examens mit einer goldenen Medaille von der hohen Schule prämiirt wurde, erhielt

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