Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1893)
- Date
- 1893-09-08
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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m7n --;u. . . t!" Ziehn. §rde Hort!7 md Fest, ti läßt. Bote sein? >iu!" es gleich! bleich? den Stump' und dump. |; 7. Jahrgang. Nr. 36. TM ff t M Berlin, 8. September 1893. Weikage zurr „Akkgemernen Zeitung des ZuöenLHums". nwied 1S9-;. | n gegen bif iheren, viel' die nicht' uchen darf. ) gern vo ’ liehen Liebt, I lt, mit bei chmerzlicheu ennen hört, verderblich! zahrhunden o wäre cnnen, fried ad andere> )ie Zlufgab?krankheite fogenannt s moderner! trnt in ein g für jedee i gegebenem t Professor dmhetze ir owohl de gegenübe schlitternde iegenwärti st und im se erschwer ^eser wirb : widerlich moralisch dem mai Schewuot oll inniger md Hillels ern preist lin Korrespondenzen und Nachrichten. Dentschlaud. * Berlin, 3. September. Am vorigen Sonntag feierte eine der; testen Zweiggemeinden der hiesigen jüdischen Gemeinde, die „Schochare atob-Gemeinde", die Einweihung ihrer neu errichteten Synagoge ^chillingstraße 12. Der Bau ist würdig und angemessen ausgestattet ud allen berechtigten Anforderungen entsprechend eingerichtet. Die estpredigt hielt Herr Dr. M. Petuchowski. Der Redner sprach in beeisternden Worten von der Bestimmung des Gotteshauses überhaupt ud seiner hohen Bedeutung für unsere Zeit insbesondere. ■An Berlin, 4. September. Auf vielfache Anfragen, die Preis - ufgabe des Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur 'treffend, bemerken wir, daß dieselbe natürlich nur in deutscher prache abgefaßt sein darf, ferner, daß der Termin der Einsendung bis mi 1. Dezember d. I. läuft, endlich, daß die Kommission keine andere mskunft über das Thema zu geben in der Lage ist als diejenige, welche sich in dem Preisausschreiben selbst findet. Es handelt sich um ne Erzählung, die Hillel und seine Zeit schildert. Es ist aber nicht othwendig, daß Hillel selbst der Mittelpunkt dieser Erzählung ist oder iß dieselbe ausschließlich eine Biographie Hillels darstelle. Alles lebrige must den Autoren selbst überlassen bleiben. Berlin, 2. September. Linath Hazedek nennt sich ein mmanitäts - Verein, welcher im Jahre 1891 Hierselbst von wenigen Personen begründet wurde, zur Zeit, d. h. nach zwei Jahren seines Bestehens, aber die stattliche Anzahl von 200 Mitgliedern aufweist. Der herein, welcher sich in erster Reihe, oie Krankenpflege zur Aufgabe stellt, h. seinen Mitgliedern in Erkrankungsfällen ärztliche Behandlung, lrznei und im Bedürfniftfalle Baarunterstützungen gewähren will, hat ■eu Vorzug vor anderen ähnlichen Institutionen, daß er seine Fürsorge ücht nur auf das Mitglied selbst, in der Regel den Haushaltungsorstand, sondern auf die gesammte Familie ausdehnt. Von dem 'Grundsatz ausgehend, daß gerade in Krankheitsfällen sich das Bedürfniß ■es Erkrankten nach freundlichem Zuspruch und religiösem Trost fühlbar it machen pflegt, ist mit dem Verein auch eine „Chebra kadischa" Veranden, und das dürfte in unserer Zeit des Materialismus allein von >ohem ethischen Werth sein. Trotz des geringen monatlichen Beitrages on 75 Pf., trotz der schweren Aufgaben, die speziell in der ersten Zeit .n derartige Vereine heranzutreten pflegen, weist derselbe laut Nechnungsegung in der letzten General-Versammlung bereits einen Kaffenbestand on 1100 Mark auf, ein Erfolg, der wohl nur der opferfreudigen Hingabe der Mitglieder zu danken ist, indessen bei Weitem nicht hinreicht, in mßergewöhnlichen Fällen den Ansprüchen der Mitglieder Nachkommen zu -önnen. Deshalb, und weil ein solcher Verein ganz dazu angethan ist, oie große Gemeinde bezüglich der an sie gestellten Ansprüche zu entlasten, sei derselbe dem Wohlwollen der Gemeindemitglieder empfohlen. Der Verein „Linath Hazedek" hat sich weite Ziele gesteckt und ist auf dem besten Wege, dieselben zu erreichen. Er wird sie erreichen, wenn er durch Aufmunterung, die er von Seiten unserer humanen Glaubensgenossen erfährt, in seinem Streben gefördert wird. y£i Berlin, 5. September. Wir haben bisher über einen Vorfall geschwiegen, der in hiesigen Zeitungen viel Staub aufwirbelte und nunuehr durch die Erklärung des Betheiligteu ein charakteristisches Interesse gewinnt. In dem nahen Grünau hat der dortige Prediger Rochow un vergangenen Sonntag bei einem Leichenbegängnisse zur allgemeinen Verwunderung der Zuhörer eine antisemitische Grabrede gehalten. Es bandelte sich um das Begräbniß eines jungen Mädchens, das kürzlich Ulsammen mit einem anderen Mädchen durch ein Bootsunglück bei Grünan um das Leben gekommen ist. Den zufälligen Umstand, daß die männlichen Begleiter der Mädchen bei der Ruderfahrt, die nachher zur Kollision mit einem Dampfer führte, jüdischen Glaubens waren, nützte der Herr Pastor zu einer antisemitischen Predigt aus, in welcher er in der Tonart der antisemitischen Versammlungsreduer von der „Pestbeule am Körper der deutschen Nation", von „jüdischer Ausbeutung" und dergleichen sprach. Aus einige entrüstete Zeitungsartikel antwortete Herr Rochow mit einer Berichtigung, in der er den Satz: „Wachse heran und räche Deine Schwester" für unwahr erklärte, die Darstellung zurückwies, als hätte er „das Judenthum in seiner Gesammtheit" angreifen wollen, alles Uebrige aber stillschweigend bestätigte. Die wachsende Erregung in der Gemeinde veranlaßte aber Herrn R. noch zu weiteren Berichtigungen - so sah er sich gestern genöthigt zu erklären: „Auf Grund der mir von Herrn Isidor Bons.in einer persönlichen Zusammenkunft gegebenen Erklärungen stehe ich nicht au, die Ausführungen meiner Grabrede, soweit sie sich auf den ertrunkenen Herrn May Boas beziehen, znrückzuziehen und zu erklären, daß Herr Boas in keinem weiteren Zusammenhänge mit dem Bootsunfall stand, als daß er durch einen unglücklichen Zufall Theilnehmer jener Rnderpartie war. Rochow, Pfarrer." k. Pankow, 3. September. Herr Professor Dr. Mendel hat der Gemeinde Pankow einen Theil seines am Scbloßpark belegeneu Grundstücks zum Geschenk gemacht, der ein geeignetes Quellenterrain für die Klärstation der jetzt hierorts in Betrieb gesetzten neuen Wasserleitung darbot. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung, welche in dankbarer Anerkennung die neue an die Klärstation angrenzende Straße Mendelstraße benennt, wurde beschlossen, die gerichtliche Auflassung für die Gemeinde entgegen zu nehmen. — In heutiger Zeit verdient jedes Moment, welches einen Lichtblick aus den sonst der antisemitischen Bewegung nahestehenden Kreisen darstetlt, immermehr Beachtung. Wir registriren daher gern, daß die Zöglinge des in Pankow in der Berliner Straße befindlichen jüdischen Erziehungshauses von dem hiesigen Komitee zur Sedanfeier eingeladen und durch Prämien ausgezeichnet worden sind. Direktor und Lehrer des Erziehungshauses nahmen mit den Zöglingen an der von Hauptmann Stetiger geleiteten Feier Theil, die Kinder führten unter Gesang patriotischer Lieder Neigen auf, und es gewährte einen durchaus erfreulichen Anblick, die jüdischen Knaben sich unter Vorautritt ihres eigenen Tambourkorps durch besondere Exaktheit im Marschieren, sowie in körperlicher Gewandtheit überhaupt auszeichnen zu sehen. — Bekanntlich ist das jetzt unter Verwaltung der Berliner Hauptgemeinde stehende Erziehungshaus ursprünglich für Kinder aus russisch-jüdischeu Familien, welche vor den Verfolgungen in Südrußland geflüchtet sind, begründet, die hierher von Brody kamen und zu tüchtigen Handwerkern durch Berliner Meister ausgebildet wurden. Ein großer Theil derselben befindet sich jetzt in Chicago in meistens günstigen Lebensstellungen. Jetzt werden nur Waisen aus deutschen Familien ausgenommen, die, bis sie Gesellen werden, im Erziehungshause verbleiben. QD Aus der Provinz Posen, 1. September. Das seitens der Ortspolizei für Krojanke erlassene Schächtverbot, nach welchem nur Geflügel koscher geschlachtet werden darf, wird von der jüdischen Gemeinde recht schwer empfunden, da ihre Mitglieder ihren Fleischeinkauf nunmehr in Flatow machen müssen, wo im Schlachthause daS rituelle Schlachten erlaubt ist. Auch hat der dortige jüdische Kantor, der das Amt des Gemeindeschächters versieht, infolge dieser Maßnahme einen nicht unbedeutenden Ausfall in seiner Einnahme, da ihm ein großer Theil der Schlachtgebühreu verloren geht. Hoffentlich läßt es der Gemeindevorstand an ernergischen Gegenvorstellungen höheren Orts nicht fehlen. — Im Laufe der letzten Tage hatte sich das Gerücht verbreitet, die Polizeibehörde in Posen habe au f Ersuchen der dortigen jüdischen Gemeinde für die bevorstehenden hohen Feiertage an beiden Bahnhöfen auch in diesem Jahre wieder umfassende Vorkehrungsmaßregeln getroffen, um die russischen Bettler, welche zu diesen Tagen dort einzutreffeu pflegen und ihre Glaubensgenossen in aufdringlicher Weise geschäftsmäßig anbetteln, sofort an die Grenze zurückzubefördern. Wie der Gemeindevorstand jetzt jedoch öffentlich erklärt, steht er einer derartigen polizeilichen Anordnung durchaus fern. B. Bonn, 3. September. Unter dem Vorwände, ,/Auswüchse des Handels stand es zu bekämpfen", will man auch hier den Anti-