Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1893)
- Date
- 1893-08-25
- Page
- Seite 403 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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403 teimmg von achdrücklichst | -amuel nicht -llose Amtsn durch die , c kleinlichen ie wahrhaft i gegenüber I Detern Takte icrs erweckt, : zu langen, >en Palastes ist. „Wenn che Gewürzidesgeuossen des Königs »i Minister, nisschneide» Königs a» >en Minister mige wegen t und ant nusgerissen , in welcher hat. an, deren unsere Zeit >el Hangid,;er, äußerst m Jüngern faßte. Der Feder, mit ammedanei :b er auch nsgenossen ihr ganzes zu unfern labus verdichte sind i Schwung, der Schnee cm Müren cke Männer ttbegnadete!es „Quelle essen Werke Avicebron be Gabirol chaelitischen lalevi, der osophischen aimonideS, erteil", der be gedient Spaniens, chter Mose von Liebe, r geliebten ir mit den Worten: „Zn Samuels Zeit erhob sich das Reich der Wissenschaft aus seiner Niedrigkeit und die Gestirne der Erkenntniß erglänzten wieder. Gott hat ihm einen hohen Geist verliehen, der die Sphären erreichte und den Himmel berührte, auf daß er die Wissenschaft und ihre Pfleger liebe und die Religion und ihre Träger verherrliche." Die Wissenschaft, der sich die Juden Spaniens mit Vorliebe gewidmet haben, umfaßte außer denjenigen Ztveigen derselben, welche das Judenthuin selbst ausschließlich zum Gegegenstande hatten, die Heilkunde, die Mathematik und Astronomie, sowie die Philosophie. Da wie dort haben sie, in den Fußtapfen ihrer arabischen Meister wandelnd, Großes geleistet. Ihr spezielles Verdienst um die Wissenschaft ist darin zu suchen, daß sic zahlreiche wisseuschastliche Schriften, welche die Araber mit Hilfe syrischer Christen ans dem Griechischen ins Arabische übertragen oder nach dem Griechischen arabisch bearbeitet hatten, ins Hebräische übersetzten, aus dein sie später im christlichen Abendlande von gelehrten Juden, die etwas Lateinisch, gemeinsam mit gelehrten Mönchen, die etwas Hebräisch wußten, ins Lateinische übertragen worden sind. Die griechischen Originale waren in der Zeit der Roth, in der alle Völker des Abendlandes wie die Figuren eines Kaleidoskops durch einander geworfen wurde», verloren gegangen. Die Araber hatten einen Thcil der versunkenen Schütze von Hellas gehoben und die Juden die geborgenen Güter an das christliche Abendland übermittelt, welches dieselben bis zum Wiederansleben der klassischen Littcratur gegen Ende des 14. Jahrhunderts sorgfältig gehegt und gepflegt hat. Zu den verdienstvollsten hebräischen Uebersetzern arabischer Werke gehören die Glieder der Familie Tibbon, die aus Granada stammle und im 12. und 13. Jahrhundert in Südfrankreich geblüht hat. So tritt uns in der Geschichte der jüdischen Litteratur Granada als eines ihrer' wichtigsten Centren entgegen und zugleich als die Stadt, mit deren Fall das Judenthuin eine sehr schwere Einbuße erlitten hat. Spanien mit seinen entvölkerten Städten und verödeten Dörfern hat durch die Vertreibung der Juden nicht gewonnen. Der religiöse Fanatismus hat das schöne Land vergiftet und verdorben. Der Sturm, der über die Juden Spaniens hcreingebrochen ist, hat den Blüthcnstaub des geistigen Lebens derselben in andere Länder getragen, wo er befruchtend niedergefallen ist. Der Geist des Jndenthums, das ist der Wahrheit, der Liebe und des Rechts, wirkt durch alle Zeiten fort und fort. Gin französischer Friedensapostel. Von R. Landsberg. (Schluß.) Folge» loir mm Leroy-Beaulieu zu seiner Abrechnung mit den Leuten, die das Kennzeichen des ihnen antipathischcn semitischen Geistes in seiner Unfruchtbarkeit, in seinem Mangel an Ursprünglichkeit finden wollen. Wer behauptet, die Juden setzten die Ideen Anderer in Umlauf, vergißt, daß die alten Hebräer der eivilisirten Welt die Religio» gegeben haben, daß in der Bibel sich eine poetische Empfindung offenbart, wie sie unmittelbarer und reiner nie aus der Seele eines Volkes geflossen ist. Zeigt sich der Jude in seiner Rezeptivitüt einer untergeordneten Rasse ungehörig, wie vermag dann der nur der Nachahmung Fähige die starten Arier in ihrem eigensten nationalen Wesen zu gefährden? Wie aber sieht es bei so vielen Völkern arischer Abstammung mit dem Rassemnerkmal der schöpferischen Erfindungsgabe aus? Ebenso starke Widersprüche werden in der Benrtheilnng jüdischer Dichter und Musiker, wie Heine und Meyerbeer, nachgewiesen. Die deutsche Kritik bemüht sich, Heine jede Originalität abzusprechen, ihn ganz in den Nahmen der deutsche» Romantik ciuznfügcn und zugleich doch das Jndenthnm für das Tadelnswerthe in ihm verantwortlich zu machen. Wie Heines Eigenart sich aus einer in diesem Grade »»gewöhnlichen Verschmelzung deutschen und französischen Wesens weit ungezwungener erklärt, so läßt sich auch auf die gleiche assimilirende Fähigkeit die Weltherrschaft zurückführen, die der von Wagner verspottete Meycrbeer mit seinen Opern ans zwei Generationen geübt hat. Diese unleugbare geistige Elastizität will Leroy- Beaulieu in der Geistesverwandtschaft begründet finden, die zwischen dem Inden und den Völkern vorhanden ist, denen er sich anzupassen vermag. Ein Körnchen Ironie, eine Neigung zur Selbstverspottung, eine gewisse Ungezwungenheit hat er mit dem Franzosen, die Tiefe des Gedankens, den Ernst der Empfindung, die Moralität mit dem Deutschen, praktischen Sinn, Unternehmungsgeist, Zähigkeit mit dem Engländer gemein. Derartige Beziehungen aufznfinden, ist leicht, aber nicht unverfänglich; genug, daß der Jude sich schnell der Nationalität anzupassen vermag, in der er lebt, daß er, ohne kosmopolitisch zu sein, weniger exklusiv national sein kan», als der Eingeborene. Wie dieser kann er den nationalen Geist empfinden, wie ein Fremder ihn beurtheilen, dadurch die Brücke schlagend zwischen den Nationen. Nicht zufrieden damit, die Vorurtheile gegen die geistigen Anlagen (Io genie juif) des Juden bekämpft zu habe», wendet Leroy-Beaulieu sich gegen die Verdächtigung der Geistesrichtung der Juden (l’esprit jnif). Was man da so gewöhnlich als jüdischen Geist bezeichnet, ist ungefähr so jüdisch, als der Geist Voltaires katholisch ist. Von Formalismus, Respekt vor der Vergangenheit ist darin keine Spur, wohl aber viel Pessimismus und Materialismus. Nicht hebräischen Ursprungs ist das Fremdwort komfortabel, das der moderne Hang znm Wohlleben besonders gern zur Richtschnur nimmt, und als amerikanisch bezeichnet der französische Patriotismus Leroy-Beanlieus die Käuflichkeit der republikanische» Politiker. Vergebens würde man in der Kunst und Litteratur nach Kennzeichen jüdischen Geistes suche». Im Gefolge der Naturalisten, der Dekadenten, der Symbolisten giebt es wohl Israeliten genug, aber Führer, Erfinder sind sie ans diesen neueste» Gebieten so wenig, als sie es ans dem Felde der Operette waren, das sie seinerzeit mit so hervorragendem Geschick angebaut haben. Wie viele Juden auch in der Operette geglänzt haben, das Genre ist französisch, von gallischem Witz, von französischer Lustigkeit, von Pariser Suade genährt. Und ganz so steht es mit der Frivolität der Journalisten; nicht ererbt, sondern angeeignet ist sie mit jener unleugbaren Fähigkeit, Anderer Art und Unart anzunehmen. Frankreich mit seiner schwachen jüdischen Bevölkerung hat die traurige Ueberlegcnheit einer Schmutzlitteratnr ohne Gleichen, in der Talente wie Zola und Catnlle Mendez die äußersten Pole darstellen. In der sittlichen Atmosphäre jüdischer Häuslichkeit haben sich die Ansteckungsstosfe derselben nicht entwickelt, „die Leier mit den lydischcn Saiten und die phrygischen Eimbeln haben nichts gemein mit dem Psalter der Tochter Judas und der Harfe des Prophetenkönigs." Die Juden sind unter den deutschen Schriftstellern dieses Jahrhunderts so zahlreich, daß schon Julian Schmidt das junge Deutschland als junges Palästina bezeichnen konnte. Bei keinem zeigt sich etwas spezifisch Jüdisches, wohl aber wie bei den Andern der Einfluß französischer Vorbilder und deutscher Philosophie. Radikaler als sie und doch unleugbar urdeutsch sind Nietzsche und Stirner. Selbst die Hinneigung jiidischer Frauen zu Emanzipationsidcen kann nur als Beweis gelte», daß die geringe Kenntnis; des jüdischen Gesetzes es ihnen erleichterte, die Fesseln der Tradition abzuwerfen. Leroy- Beaulieu ist übrigens erstaunt, „daß die romantischen Phantasien der Fanny Lcwald Deutschland erschrecken konnten. Die Kühnheit der jüdische» Freidenkerin ist weit übertroffen worden von der deutschen Modeschriftstellerin Marlitt". Er vergleicht dann Auerbach und Heyse und findet Erstere» gesünder; auch Bernstein, Kompert, Ebers und