Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1893)
- Date
- 1893-08-18
- Page
- Seite 395 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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395 der Stämme r-Kochba mit iglichem Anjoseph, der in md in tiefem Hänschen des cken geratheu e Helden des : den Priester halt entstand, der Zögerung einen Augenchr zu intermte wie ein, :aunen seiner mster. „Wer eis, der das Machthabers Vorstnnd der in Gott tre» rgte ernst der Rebellenvolt, jen soll." - gefaßter, und o viele treue en bewohnen, n die Heiden ortete daran? r andächtigeir influth durchetzung folgt, i ch das offen. Dörtle tmo »er werden - ii! Nun ist .: », denn was olz. Sie ist it ausgekannt armherzigkcck ssen Leidens :auft in den ott gehadert, ie dann dort, - was ist Un :es erlebt - hat sie's n> iiisen müssen! würde nichts Der Bartel weiß nun ihre Schande — er ist gegangen, ohne auch nur einmal »ach ihr zu fragen, das empfindet sie — nun ist da, was Lea gewünscht hat, wirklich da! Sie richtet sich auf. Wie soll sie nur die Nacht hinbringen? Und dann wird wieder ein Tag kommen und dann noch einer! Wenn so doch mit einem Male die Gedanken zu Ende wären i» ihrem Kopf! Ein seltsames Knacken ist da vor ihrem Fenster, dann ruft eine Stimme: „Bst! Dörtle, hörst auch?" Der Bartel! denkt sie im ersten Augenblick, wie sie aber nah ans Fenster kommt, sieht sie in dem Dämmerlicht den Peter Aigle auf der Eiche. „Hör auch," sagt er wieder, „bist's noch nicht leid?" Sie ist so matt und traurig, daß sie ihm seine Keckheit nicht einmal verweisen mag. „Bist's noch nit leid, da oben zu hausen, wie eine Maus in der Fall?" fragt der Bursche weiter. Sie schüttelt den Kopf, er sieht's und lacht dumpf. „Und ist Keiner daher kommen, Dich zu erlösen von Deiner Gefangenschaft?" Wieder schüttelt sie. „Ei," sagt jetzt der Peter, „bist ja gar still und furchtsam geworden, sollt Keiner in Dir das stolze Schwaderer Dörtle wiedererkeunen!" Sie stößt einen Wehlaut aus und schlügt die Hände vor's Gesicht. „Weinst?" ruft Peter. „Ja, arg haben sie Dir mitgespielt, wahr ist's schon. Schau, das Liedle war mein Rach', die mußt schon sein, denn ohne daß er wiedergiebt, was ihm angethan ist, geht's bei dem Aigle's Peter nit zu. Aber daß der Gabril so arg mit Dir zu Gericht ging und Dich einsperren thät, schau, das hätt i nimmer erwartet." „Ist Alles eins!"'sagt Dörtle dumpf. „Ei was!" spricht Peter und biegt sich weit von dem knorrigen Ast, auf dem er sitzt, herüber, „so verzweifelt mußt nun auch nit gleich thu», Dirn! I müßt schon ein Mittel." Das Mädchen steht theilnahmslos da, und so meint der Bursch, ist's eine stille Aufforderung, weiter zu reden. „Guck! Der Christophle hat's arg genommen mit dem Schelmenliedle; 's geht ihm an seine Ehr, er fürcht't sich, daß man hinter ihm herlachen thut — der kommt nimmer wieder als Schatz auf den Schwadererhof, das magst glauben." Dörtle starrt neben dem Burschen her ins Leere. Was kümmert sie alles das? „Und mit dem Jud, Dörtle, das mußt Dir vollends aus dem Sinn schlagen. Das giebt der Schwaderer nimmermehr zu. Er hat sich auch gar schnell getröstet, heut ist der reiche Löw mit seiner schieläugigen Tochter aus Weil der Stadt dagewesen — und der ist nit gekommen, um Bindfaden bei dem alten Judenweib zu kaufen! Sell magst auch ausdenken können." Ein tiefer Seufzer kommt aus des Mädchens Munde. — „Ob Veilchen Löw oder eine Andere. Gleich ist's und bleibt's." „Guck," fährt Peter eindringlich fort. „Der Eine nimmt Di nit — den Anderen kriegst nit — aber i, Dörtle, i weiß einen Dritten. Mitgespielt hast ihm genugsam, aber er will's Dir nit nachtragen! Seinen Namen willst wissen? Nun, das magst c schon crratheu, das bin i — der Peter." „So. Du bist's!" sagt Dörtle gleichmüthig, als hätte er vom Wetter geredet. Dem Peter ist's schon recht, daß sie ihn nicht herb zurückweist, wie sonst. Er wird ganz feurig. „Bereuen sollst's nit, Dirn! I bin nun einmal arg vernarrt i in Di! Und i will nimmer dran denke», daß Du Di von Einem! in der Bohnenlaub hast verkiissen lassen, der ein elendiger Jud ist und sonst nix. Weil aber der Gabril so ein Wiithiger ist, drum müssen wir's schlau anfange»." „So!" spricht Dörtle vor sich hin. „Und deshalb bin i hier. Hab's abgepaßt, daß Deine Leut in Stukkert sind. Ist ein guter Plan! Du springst da herüber in die 1 Eich, hast's ja oft genug gethan — und gehst mit mir. In Leou-! berg, wo i ein Bäsle Hab, da versteck i Di! Und wenn dann die! Schwadererleut heimkommen und Di nimmer finde» und sich genug! gethan haben mit Zetern und Schrein — nun, da werden sie froh! sein, wenn sie Di wieder kriegen und einen ansehnlichen Eidam dazu, j und der Schwaderer, der mir den Weg aus dem Fenster gewiesen j hat, der wird seine Hausthür schon weit aufniachen, daß i durch die wieder hereinspazier. So denk i's — und so soll's werden — und - fehlt weiter nix, als das; Du Dein Ja dazu giebst, Dirn!" Dörtle schaut ihn an. Der ist von den Dreien einzig und allein gekommen, um sie zu erlösen — aber zu ihr, zu dem Kind der armen Magd? Nein, zu der Erbin von dem Schwaderer-Gut. Heiß schießt l ihr das Blut in den Kopf und höhnisch sagt sie: „Glaubst, das geht so schnell mit dem Gabril" - frenid muß sie plötzlich von dem Vater! sprechen, es ist, als wolle das eine unbekannte Macht, „i glaub's erst j nit. Und dann, Peter Aigle, was mi betrifft, so niöcht i wohl auch l wissen, ob Du das Alles sagen und thun wollst, wenn i eine arme Dirn wär — etwa gar eine, die sich nit berühnien könnt mit ihrer ehrlichen Herkunft — und nit die Anwartschaft hätt auf das große Gut." i Peter lachte ganz unverständig laut. „Ei, machst Du einmal ein Geschwätz! Du bist eben das blitz-! saubre Dörtle, die Eichkatz, und auf dem Schwaderer sein Werk, da j wollen Du und i noch einmal recht lustig hausen, ein Prachtparle! thun wir mit einander abgeben, so was giebts gar nimmer im ganzen! Strohgäu." Da beugt sich das Dörtle aus dem Fenster. „Auf und davon gehst jetzt, Du schlechter Bu' Du, sonst ruf i laut und laß Di cinfaugcn, wie einen Dieb in der Nacht. Ja, das! thu i gewiß!"! Das hat der Peter nicht erwartet, weil die Dirn bisher so geduldig gewesen ist. „Schlechte Späß'!" sagt er. „Mein heiliger Ernst ist'?," antwortet Dörtle. „Von der Eich' da gehst, oder i mach Lärm! lind daß Du's nur weißt, eh ich auf Di hören thät und mit Dir Gemeinschaft machen möcht, eh thät i mi ins Grab wünschen!"! Der Peter schlägt die Zähne aufeinander und ballt die Faust, l „Elende Dirn, ist's Dein letztes Wort?" „Mein letztes!" und damit klingt das Fenster zu. „Tod und Teufel! Nun kenn i mi aber selber nimmer!" flucht j der Bursch und schwingt sich herab. „Nun ist's Maß voll von dem! Hohn und Spott, die i in dem Haus erduldet Hab — und überlaufen! thuts! Narrt mi die Dirn so, daß i mein, nun Hab i gewonnenes! Spiel! O, du Unhold du! Daß wär mir recht gewesen, wenn; der stolze Schwaderer seine Thür hätt' weit aufthun müssen — und; so ein eleudigs schwaches Dingte, das will Alles zu Schanden machen!! mein Rach'! wo bleibt mein Rach'!"! Er schwingt drohend beide Fäuste nach dem Fenster und nach dem Haus, nicht weit von dem Platze steht er, wo ihn neulich der Schwaderer hat den Boden berühren lassen. Mit wilder Wuth denkt er dran.