Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1893)
- Date
- 1893-08-18
- Page
- Seite 389 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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389 Hessen. Hotel Prinz n festlicheren olchen jedoch Kollegen — hindert mav, ine stattlich rer aufweit, i die Herren rfteheramteö, Höxter uub Dr. Muni- Vorstand";-Diez, Voc- Grüße und außerhessiscke Badekur ve> telegraphisch n und Glüttihisch, thei.i kfurt a. Mn, zbaum-Triel, -Varel. ngung eines rch ein lies gesang dien' zunächst de ni verliehen sei, anen. Einen m AbschniU nnpser, über mitgenießen nn Zeitrau u mngen weist die Jahren es in Hessen Gefühl d rl rfen und d-el rdurch haben! agen, „dernl r wird, w.el Lehrern der» hwendig rviel .blick auf die» der Kami» vürde. V'.-nI ihrem Hasel vickelung der» vickelung l er I welcher diel »e. Zu den! ren Idealen,! nne sich it-nl! ne Hoffnmrg! Stellung nrh! rmengruß r-n I ts entgegen-1 »en zu The'l! aus in ein! welchem dir! n-Barchfew: I;rden?" Tü'I von einem » , gelungenen» nd am besten „Leitsatz 1. Die israelitische Elementarschule Hessens soll erhalten werden, weil sie trotz der geringen Verhältnisse, aus denen sie sich entwickelte, und der Schwierigkeiten, gegen welche sie zu kämpfen genöthigt war, eine segensreiche Vergangenheit hat und bezüglich ihrer Leistungen in (-rziehung und Unterricht den übrigen Schulen ebenbürtig zur Seite steht. Leitsatz 2. So lange die Volksschule mit simultanem Charakter nicht eingeführt und die Anstellung israelitischer Lehrer an derselben nicht gewährleistet ist, soll aus idealen, sozialen und materiellen Gründen die israelitische Elementarschule erhalten werden. Leitsatz 3. Mit aller zu Gebote stehenden Mitteln ist dahin zu 'wirken, sie auch an solchen Orten zu erhalten, wo die bestehenden l lementarschulen aus Mangel an Mitteln oder wegen geringer Schülerz chl in Frage gestellt sind, und daß an Orten, wo solche nicht bestehen, r eue errichtet werden. Leitsatz 4. Um auch ferner ihrer Aufgabe gewachsen zu sein, ist es nöthig, daß die israelitischen Elementarschulen mit den besten Lehr- und Lernmitteln ausgestattet werden und daß die israelitischen Lehrer eine j c ^sprechende Besoldung erhalten."! Auch dem Korreferenten, Herrn Weingarten-Bebra, wurde von der! Versammlung der verdiente Dank für seine zwar kurz gehaltener!, aber k?ch gut angebrachten Bemerkungen zu einzelnen Punkten des Referates, ausgesprochen. > Der von Herrn Gutkind-Kassel erstattete Kassenbericht war recht! erfreulich. Durch eine Subvention des D. I. G. B. von 230 M. und j , ne solche des Vorsteheramtes der Israeliten zu Kassel von 100 M. war! ermöglicht, die Jahresversammlung etwas festlicher als sonst zu! a.'stalten, was die Versammlung mit herzlichem Dank aufnahm.! Es folgten sodann Namens des Ausschusses durch den Unterzeichneten , mram einige Mittheilungen. Den durch die vorige Jahresversammlung! erhaltenen Auftrag ausführend, ist der Ausschuß bei den vier Vorsteher-! entern um besondere Honorirung des Vorsängerdienstes vorstellig j 'worden. Dieselben haben theils ablehnend, theils ermuthigend geantj ortet. Doch ist es nothwendig geworden, wegen der inzwischen!! gonnenen Neuregulirung des Diensteinkommens der Lehrer die Frage! irr besonderen Honorirung des Vorsängerdienstes bis auf Weiteres j Eckzustellen. Besonders erfreulich war die Mittheilung, die dann noch j Mrd) Herrn Katz-Langenselbold ergänzt wurde, daß — entgegen den > i sher gehegten Befürchtungen, die israelitischen Lehrer möchten von der! u; {gemeinen Gehaltsregulirung ausgeschlossen bleiben — die Gehälter der j : raelitischen Lehrer im Kreise Hanau bereits erhöht worden seien. — j bezüglich des im vorigen Jahre angenommenen Antrags, bei den Vor-! ' .'Herämtern um bessere Regelung des Dienstverhältnisses, in welchem! e Lehrer als Vorsänger zu den Gemeindeältesten stehen, einzukommen,; ■ritten vorläufig mündliche Unterhandlungen stattgefunden, weshalb fick) j; :e Erledigung der Angelegenheit bis jetzt verzögert hat. i Für die nächste in Marburg stattfindende Jahresversammlung , urde „die Vorbildung des israelitischen Lehrers" als Referat bestimmt. j er Unterzeichnete Amram übernahm das Referat, Herr Blach-Gudensberg j iws Korreferat. j Nachdem die Versammlung mit dem Wunsche eines frohen Wiederj hens im nächsten Jahre geschlossen worden war, sprach Herr Blach! dem Herrn Vorsitzenden für die umsichtige Leitung der Verhandlungen i i oit Dank der Versammlung aus. j Die eigentliche Festesstimmung kam erst bei dem gemeinschaftlichen! Rahle recht zur Geltung. Dasselbe brachte zwei Ueberraschungen. Herr; £r. Stein hatte nämlich eine von ihm der 25. Jahresversammlung gewidmete .Geschichte der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens" als Festschrift 1 l or Beginn des Mahles vertheilen lassen. Die zweite Ueberrasä)ung l 'stand darin, daß Herr Gutkind Herrn Dr. Stein als Angebinde der i Versammlung zu der Jubelfeier und als schwaches Zeichen ihres Dankes; '«neit prächtigen Blumenstrauß überreichte und in einer kernigen An-;! «rache die Verdienste würdigte, die sich Herr Dr. Stein um die Kon- ' renz erworben, denn er sei es gewesen, der sie ins Leben gerufen, durch!!e 25 Jahre geleitet und sie auf ihre heutige Höhe gebracht habe. * ' rhebend war es, wie Herr Dr. Stein mit fast erstickter Stimme Dank l 'ür die Aufmerksamkeit sagte und gelobte, auch fernerhin dem Wohle der; ^ssischen Lehrer und ihrer Schulen seine ganze Kraft zu widmen. 1 Bei dem Mahle herrschte die angeregteste Stimmung. Der erste i ^rinkspruch, ausgebracht von dem Vorsitzenden, galt selbstverständlich! Majestät dem Kaiser. Ebenso selbstverständlich war Herr Dr. Stein! Mittelpunkt aller Ovationen. Ihm wurden Trinksprüche gewidmet von den Herren Cornelius-Rotenburg, Lion sen.-Frielendorf und Samuel- Bleicherode. Weitere Trinksprüche brachten aus: Herr Gutkind auf den D. I. G. B., bezw. dessen Vertreter, Herrn Gotthelft, der dann mit einem Toaste auf die Versammlung antwortete, und der Unterzeichnete Amram auf die Gäste, in deren Namen die Herren Dr. Rosenberg und Dr. Munk erwiederten. In gehobener Stimmung trennte man fick) in dem Bewußtsein, wieder einen schönen Tag verlebt zu haben. Möge das Band, das die Jahresversammlungen um die israelitische Lehrerschaft Hessens gesck)lungen haben, auch im zweiten Vierteljahrhundert sich immer mehr befestigen! Die Sck)riftführer: Oppenheim-Treysa, Amram-Borken. U Die Juden im Schatten der Alhambra. Ein Vortrag von Dr. Heinrich Groß. Rabbiner in Augsburg. Vor wenigen Monaten wurde in der ganzen gebildeten Welt der Name des Mannes gefeiert, der bor bierhundert Jahren einen neuen Wclttheil entdeckt und damit der stetig wachsenden Bevölkerung der Erde neue Wohnsitze und ihrem sich steigernden Unternehmungsgeiste ein neues Feld der Thütigkeit erschlossen hat. Wir Israeliten verfolgten die vierhnndertjührige Jubelfeier der Entdeckung Amerikas mit doppeltem Interesse. Gilt uns doch Amerika als das Land, in dein der Baum der Freiheit mächtig emporblüht und die Menschen nicht wie im alternden Europa nach ihrer Geburt und Konfession, sondern nur nach ihrer Fähigkeit und Tüchtigkeit taxirt werden. Hunderttausende unserer Glaubensgenossen, welche der religiöse Fanatismus ans ihrem Vaterlande verdrängt hat, haben in Ainerika eine neue Heiinath gefunden. Tausende derselben suchen noch jetzt dort eine Zuflucht. Das alte hebräische Sprichwort hat Recht: „Gott schafft das Heilmittel vor der Wunde." In das Jahr 1492 fällt eines der traurigsten, verhängnißvollsten Ereignisse der jüdischen Geschichte. In dersellen Zeit fast, in der Kolumbus im spanischen Hafen von Palos die ihm von der Königin Jsabella nach langem Bitten geschenkten drei ärmlichen Schiffe zu seiner kühnen Seefahrt ausgerüstet hat, hielt Ferdinand der Katholische, König v»n Aragonien, an der Seite seiner bigotten Gemahlin Jsabella, Königin von Eastilien, seinen feierlichen Einzug in Granada, lvo er auf Veranlassung des Großinquisitors Torquemada aus Freude über den errungenen Sieg ein „gar frommes Werk" vollbracht, die Vertreibung sänuntlicher Juden aus Spanien dekretirt hat. Mit der alten Chalifenstadt Granada war das letzte Bollwerk der Mauren in Spanien nach einer Herrschaft von 781 Jahren gefallen. Ganz Spanien war nun katholisch. Es gab daselbst keine Ungläubigen mehr, weder Juden noch Mohammedaner. Die Letztere» ließen aber in den zahlreichen Baudenkmälern, die sich erhalten haben, die sichtbaren Spuren, die vollgiltigen Zeugnisse ihrer höher» Kultur zurück, die sie aus dem Oriente über das Meer nach dem Abendlande getragen haben, als dieses in dem Zeitalter nach der Völkerwanderung in die tiefste Barbarei versunken war. Eines der herrlichsten dieser Denkmäler ist der von 1231 bis 1338 auf der Höhe von Granada erbaute rothe Königspalast, der sich zum großen Theile erhalten hat, die Alhambra. Granada gleicht einer Schale voll Edelsteinen, deren kostbarste das genannte Königsschloß ist. Der Andalusier sagt mit Stolz: „ei que no ha visto Granada, no ha visto nada.“ „Wer Granada nicht gesehen hat, der hat nichts, das heißt nichts Schönes, gesehen." Was die Kunst hier auf dem steilen Felsen des Albaycin geschaffen hat, wetteifert mit der Natur, die in der entzückenden Landschaft der Umgebung ihre bestrickendsten Reize entfaltet. Wie eine Warte schaut das hochragende Königsschloß in das üppige Thal hinab,