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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-08-18 · Heft 33 (18.8.1893) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 33 (18.8.1893)
Date
1893-08-18
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 sammlung erfüllt. Er verweilte gern bei der Erinnerung an das edle Pathos des Dr. Ludwig Philippson, er gedachte der poesievollen Redeweise des Dr. Leop. Stein und der kraftvollen Auffassung des Dr. Abraham Geiger. Mit Rührung pflegte Laster die Erinnerung an die Predigt, welche anläßlich der Rabbinerversammlung Dr. Gotthold Salomon in der Synagoge zu Breslan hielt, er zitirte gern den Text seiner Predigt, den er sich tief eingeprägt hatte; es war die Talmudstelle Nedarim 81 a: „Ehret die Kinder der Armen, denn von ihnen geht die Lehre ans." min KJtn ornatr ’ian nmn Entsagung und Opfermuth hatte Laster aus dem Judenthum gelernt, ans vieles Große lernte er gern verzichten, wenn ein karges Schicksal versagend seine schwere Hand darauf legte oder ihm ein Opfer seiner Ueberzeugung zugemnthet wurde. Am 27. März 1865 hatte Laster zuin ersten Male die Tribüne des Abgeordnetenhauses betreten und am 20. April bereits galten seine juristischen Deduktionen in der Kammer einem seinen Glaubensgenossen betreffenden Gegenstand. Es handelte sich um die Petition der schlesischen Gutsbesitzer mosaischen Glaubens, betreffend die Beitragspflicht zu den Baukosten der katholischen Kirchen und Pfarrgebäude. Am 11. Mai wurde in zweiter Abstimmung das Amendement Kosch angenommen, inhalts desien „die Petition der Staatsregierung mit der Aufforderung zu überweisen sei, die Initiative zu ergreifen, um im Wege der Gesetzgebung die in Beziehung aus die Beitragspflicht zu Parochiallasten bestehende Rechtsungleichheit zwischen Juden und Christen zu beseitigen." Lasker's Standpunkt war hier einfach durch die juridische Seite der Sache präzisirt und er unterstützte den Antrag mit dem Schlagwort: „Es handelt sich um eine spezielle Unbilligkeit gegen die Juden ..." Im Jahre 1866 war Lasker's politische Thätigkeit bei einem Wendepunkt angelangt. Am 3. September in der Debatte über die Jndemnitätsfrage sprach Laster die noch heute vorbildlichen Worte: „In einem Staate, der so unsicher ist gegen äußere Angriffe, wie Deutschland, — in einem solchen Staate kann nicht ausbleiben Ueberbürdung mit Militärlasten. Erst wenn Deutschland zur vollen Einheit gelangt sein wird, erst dann wird die Freiheit gewonnen sein, nicht blos für Deritschland, sondern für ganz Europa." Diese Worte waren das Signal zur Begründung der nationalliberalen Partei. — Am 12. Februar wurde Laster für den 1. Berliner Wahlbezirk als Reichstagsabgcordneter in das Norddeutsche Parlament gewählt. Dieser erste gesetzgebende Reichstag richtete am 23. Oktober in einstimmigem Beschluß die Aufforderung an den Reichskanzler, „einen Gesetzentwurf vorznlegen, durch welchen alle noch bestehenden, aus den Berschiedenhciten des religiösen Bekenntnisses hergedenteten Beschränkungen der staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben werden." Nie israelitische Lehrerkonferenz in Hessen. Noch stehen seine Freunde, deren einer, Karl Braun, kürzlich dahingegcmgen, ein anderer, Ludwig Bamberger, vom parlamentarischen Schauplatz zurückgetreten, in dichten Reihen geschaart um das Banner eines maßvollen Liberalismus unter der Führung Bennigsens, dessen Wege lange Zeit mit denen Lasters parallel gingen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, werden diese Männer noch einmal-in der deutschen Reichsvertretung auch dahin auf die Probe gestellt werden, wie weit in ihnen das Andenken ihres einstigen Führers bei dem Ausbau der Reichsverfassung noch fortlebt, um diese Verfassung wirksam genug zu schützen. Die Jahresversammlung fand am 3. Juli d. I. im Hotel Prinz Friedrich Wilhelm zu Kassel statt. Als 25. sollte sie einen festlicheren Charakter tragen; besondere Umstände ermöglichten einen solchen jedoch nur in bescheidenem Maße. Obschon eine größere Anzahl Kollegen — selbst aus nächster Nähe des Konferenzortes — leider verhindert war, an der Versammlung theilzunehmen, ist dieselbe doch eine ftattlidie gewesen, da die Präsenzliste immerhin noch 75 Theilnehmer aufwei u, Als Gäste erfreuten uns durch ihre Theilnahme: aus Kassel die Herren Justizrath Hirsch und Dr. Rothfels als Vertreter des Vorsteheramtes, Adolf Gotthelft als Vertreter des D. I. G. B., Rath Höxter und Rektor Gild, sowie von auswärts die Herren Rabbiner Dr. Muni- Marburg und Dr. Rosenberg-Thorn, Steinhardt-Magdeburg, Vorstand * Mitglied des mitteldeutschen Kultusbeamten-Vereins, Lomnitz-Diez, Vorsitzender des nassauischen Lehrervereins, welche uns die Grüße und Wünsche ihrer Vereine überbrachten, und mehrere andere außerhessische Kollegen. Herr Landrabbiner Dr. Prager war durch eine Badekur verhindert, theilzunehmen, hatte jedoch die Versammlung telegraphis begrüßt und sein Fernbleiben bedauert. Weitere Begrüßungen und Glückwünsche recht herzlichen Charakters waren theils telegraphisch, thern schriftlich eingegangen von den Herren Dr. Bärwald-Frankfurt a. M., Blumenau-Hameln, David-Jesberg, Neumark-Felsberg, Nußbaum-Triel Alexander und Andorn-Crefeld, Apt-Meppen und Bernheim-Varel. Gegen 10 Uhr wurde die Versammlung nach Absingung eines Chorals von dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Stein, durch ein tief empfundenes Gebet eröffnet, worauf abermaliger Choralgesang die Vorfeier abschloß. Nun folgte die Eröffnungsrede des Vorsitzenden, der zunächst den, Lenker der Schicksale Dank brachte, daß ihm die Gnade verliehen sei, auch die heutige 23. Jahresversammlung wieder leiten zu können. Ein Rückblick auf den nun abgeschlossen hinter uns liegenden Abschni! unseres Konferenzlebens werfend, gedenkt Redner der Mitkämpfer, üb r die sich der Grabhügel wölbte, ohne daß sie die Erfolge mitgenießen konnten, die durch die Thätigkeit der Konferenz in diesem Zeitrau u errungen worden sind. Nach diesen wehmüthigen Erinnerungen wein die Eröffnungsrede auf den segensreichen Einfluß hin, den die Jahre Versammlungen auf die Hebung des israelitischen Lehrerstandes in Hessin ausgeübt haben. Unsere Jahresversammlungen haben das Gefühl d r Zusammengehörigkeit und das Standesbewußtsein wachgerufen und d berufliche Fortbildung der israelitischen Lehrer gefördert. Dadurch haben sie erheblich zur Hebung des Ansehens derselben beigetragen, „dem solange von ihnen das Banner des Idealismus hochgehalten wird, w sich das auf unseren Jahresversammlungen zeigt, kann den Lehrern d r Vorwurf des Egoismus nicht gemacht werden." Ebenso nothwendig wi den Rückblick auf die Vergangenheit hält Redner einen Hinblick auf b; Zukunft, in welcher auf dem Gebiete des Schulwesens der Kam s zwischen Konfessions- und Simultanschule auszufechten sein würde. V> n unserm Standpunkte aus könne für die Gegenwart „mit ihrem Has und ihrer Liebe" nur dem Fortbestände und der Weiterentwickelung d?r konfessionellen Schule das Wort geredet werden; die Entwickelung ui’ Menschheit werde jedoch einmal eine Zeit herbeiführen, in welcher bic allgemeine Volksschule möglich und nothwendig sein werde. Zu d u Lehrern hat Redner das Vertrauen, daß sie nicht von ihren Idealen, nicht von der Sache Gottes lassen werden, und darum könne sich il m der Blick in die Zukunft nicht trüben, wie er sich auch die Hoffnung nicht rauben lasse, daß auch ihre soziale und materielle Stellung s innner mehr heben werde. — Mit einem warmen Willkommengruß rn die Erschienenen, herzlichen Dankesworten für das ihm stets entgegc gebrachte Vertrauen und die der Konferenz von den Behörden zu Th > gewordene Förderung schließend, klang die Eröffnungsrede aus in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Landesvater, nach welchem die Versammlung die Nationalhymne sang. Hierauf folgte der Vortrag des Herrn Oppenheim-Barchfew: „Warum soll die israelitische Schule in Hessen erhalten werden?" Tie Ausführungen des mit vielem Fleiße ausgearbeiteten und von einen! tiefen Einblick in die Sache zeugenden und darum trefflich gelungenen Vortrags, für den Herrn Oppenheim reicher Beifall ward, sind am besten durch die Leitsätze wiederzugeben, die darum hier folgen: „L werden, wickelte, var, ei rziehu Lei ingefül währ raeliti Lei ürken, lemen ihl in eue er Le othig, ernmi cksprei Ar versam »ch gr llsges; D. ffreuli ne so! ' errr stalte EL inran Haltei mtern nvord ortet. gönn er be arüc% rrch sher lgenu xaelit cheräi e Lek ■■ litten :e Er! N urde er un eis Kl N Heus em H en D< D Rahle Ir. St .Gesch . or B 'stank -ersar nnen } irnachc -renz rhebe ür dü -ssisch B Drinks -r. A

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