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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-08-11 · Heft 32 (11.8.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 32 (11.8.1893)
Date
1893-08-11
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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e des wackeren mülie Tarlaui der städtischen | :n Armen zu großen Beun Zchächtfragcl und der geist u allgemeiner j Magistrat und sem Blatt zur Schlachthaus | , welches die >as Schlachten legte dagegen; irg Beschwerde »eil der neuen nn unterstützte ft, in welcher onemann war Aufforderung Reichskanzler : Abäuderrmg rs, sowie des u Schlachtens, r", abgegeben er, ob gegen Maßregeln, ganze Dauer Anlegen, vom ) zu mache:! t Tr, Grone urrburg nichl ibung invol ß von rituell prnch stünden catsregierung;en und Besehe Schlacht llngelegenheit Königlichen Hs Professor erfahren zuin zu Lüneburg an und wies iubung unter ausführliches cz ergangene lete nur die polizeilichen — also auch agte. Hier- Gronemann nten ^liekurs scheidung an n Schreiben Lorziige der sidenten von Einführung ) genug die von ungroße Mißachten ohne »nrde immer treten sollte. .Die Herren ckangelegen- ►er jüdischen für einzelne achtmethode | durch Polizeiverordnung zu untersagen." Die Polizeidirektion in Harburg; wnrdeangewiesen,dieVerordnungaufzuhebennnddurch eineneueBestimmung >u ersetzen, wonach die Vorschrift auf das Schächten nach jüdischem Ritus leine Anwendung findet. — Es ist ein Verdienst des Herrn Dr. Gronemann, durch sein energisches Vorgehen die Angelegenheit nun so geordnet zu haben, oaß für die Folge keine Ortspolizei derartige Verfügungen eigenmächtig i reffen wird. e Frankfurt a. M., 7. August. Am Donnerstag beu 8. waren es Jahre, daß Herr Dr. Hermann Bär mald seine Stellung als Direktor der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philantropin) angetreten hat. Welch gesegnetes Wirken Herr Dr. B. in diesen 25 Jahren sowohl innerhalb als außerhalb seiner amtlichen Stellung entfaltet hat und welcher Verehrung er sich erfreut, das trat so recht hervor bei der erhebenden Feier, die zu Ehren seines Jubiläums veranstaltet wurde. Die zum Festsaale umgewandelte, reich mit Pflanzen geschmückte geräumige ruruhalle der Realschule war überfüllt. Es hatten sich frühere Zöglinge der Anstalt in großer 'Anzahl, Vertreter der städtischen Behörden, Rekloren und Direktoren anderer hiesiger Schulen und Verehrer des Jubilars, die theilweise aus weiter Ferne herbeigeeilt waren, eingefunden, um au er Jubiläumsfeier theilzunehmen. Um 10 Uhr wurde die Feier mit 'besang eröffnet. Hierauf richtete Namens des Schulraths Herr Dr. med. Blumenthal eine längere Ansprache an den Jubilar. Er schilderte in kurzen Umrissen die Geschichte der Schule, die, aus kleinen Anfängen entbanden, von vornherein die Tendenz hatte, in echt Meudelsso huschen: Geiste unter den Juden deutsche Bildung und Kultur zu verbreite::. Unter der Leitung tüchtiger Schulmänner, wie Michael Heß, der ihr ein halbes Jahrhundert vorgestanden und schwere Kämpfe, namentlich auch mit einer bildungsfeindlicheu Orthodoxie zu bestehen hatte, und Sigisnmnd Stern, sei die Schule ein ausschlaggebender Faktor innerhalb der Frankfurter jüdischen Gemeinde geworden, habe Männer herangebildet, Mo später als Kaufleute oder als Gelehrte hervorragende Stellen eingenommen, und habe so wesentlich mit dazu beigetragen, die Thore des (Mf)ctto zu sprengen. Nach Sterns Rücktritt führte ein aus drei Lehrern bestehendes Direktorium interimistisch die Leitung der Schule. Allein der Mangel einer einheitlichen Leitung machte sich sehr bald geltend und man suchte nach einer geeigneten Persönlichkeit, die bei den damaligen chwierigen Verhältnissen (1808, kurz nach der 'Annexion Frankfurts) die Mrektion der Schule übernehmen, konnte. Da war es kein Geringerer als der damals im Zenith seiner parlamentarischen Erfolge stehende Eduard Laster, der die Gemeindebehörden auf den am Berliner jüdischen Lehrerseuünar wirkenden Dr. Bärwald, den: bereits ein guter Ruf als ehrer und Gelehrter, namentlich als Historiker, vorausgiug, aufmerksam machte. J:n Weiteren schilderte Redner alsdann die reichgeseguete Thätigleit Bärwalds als Leiter der Schule, rühmte seine Schaffenskraft, Tüchligkeit und Liebenswürdigkeit, sein stets guteM Einvernehmen mit dem -chulrath, wodurch Kompetenzkonflilre stets ausgeschlossen waren, und schloß mit den herzlichsten Glückwünschen, 'Als Vertreter des Vorstandes und des Ausschusses der israelitischen Gemeinde sprach sodann Herr Dr. n:ed. Marcus. Er schilderte, wie kräftig der Jubilar die Ideale seiner schule: Nächstenliebe, Vaterlandsliebe, Wissenschaft und Kultur gepflegt, wie gerade unter seiner Leitung die Schule gezeigt habe, daß sie aleechtes Philantropin nicht da sei, zu trennen, sondern zu einen, so daß man an ihre Pforte den Sophokleischeu 'Ausspruch setzen könne: Nicht uüt zu hassen, mit zu lieben bin ich da; wie er hierdurch wesentlich mll dazu beigetragen, daß in Frankfurt, ums diese Stadt als ihren Stolz ansehe, kein Unterschied zwischen den Anhängern der verschiedenen Kou- 'essionen bestehe. Als Vertreter des Lehrerkollegiums sprach der dienstälteste Lehrer, Herr Professor Dr. Eppstein. Er schilderte den Jubilar als Erzieher, rühmte seine Pflichttreue, Arbeitsamkeit und Kollegialität, wie er sich den Lehrern nie als gebietender Vorgesetzter, sondern stets als lieber Kollege zeige, der nichts sein wolle als primus inter pures. Er überreichte eine Ehrentafel. Hierauf ergriff Herr Dr. Bärwald selbst das Wort und gab, nachdem er in warmen Worten allen denen gedankt, die erschienen waren, um ihn zu ehren, in längerer Rede einen Abriß seines Lebens, der Grundsätze, welche ihn bei Uebernahme der verantwortungsreichen Stelle geleitet und welche er in den 25 Jahren auszusühren bemüht war, gedachte der während seiner Amtsthätigkeit verstorbenen Kollegen, dankte Allen, die ihn in seinem Wirten unterstützt, und schloß mit dem Wunsche, daß die Schule als Pflanzstätte der Menschenliebe und Gottesfurcht wachsen und gedeihen möge. Alsdann gratulirte Herr Dr. Eiseler, Direktor der Musterschule, namens der in hiesiger Stadt bestehenden Direktorenvereinigung. Herr Heinrich Schnapper überreichte namens der früheren Schüler und Schülerinnen einen silbernen Pokal mit goldenen: Inhalt, Herr Gymnasialdirektor Dr. Reinhard gratulirte namens der jüdisch-christlichen, Brühlschen, Goldschmidtschen, Königswarterschen und Odrellschen Stiftungen, Herr Seminardirektor Dr. Stein aus Kassel nainens des israelitischen Seminars in Kassel und der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens, Herr Dr. Burghold für die Höchbergsche Stiftung, Herr Rektor Liermann für die Volksbibliothek, Herr Rektor Ehun für den Verein zur Verbreitung voll Volksbildung, Herr Dr. Ernst 'Auerbach für die Freimaurerloge „zur anfgehenden Morgenröthe", Herr Dr. Edinger für die Nilsoerstiftung, Herr Lehrer für den Lehrerverein. Allen diesen erwiederte Herr Dr. Bärwald einzeln. Gegen 1 Uhr schloß die schöne Feier mit einem Gesang aus Mehuls „Joseph". Um 4 Uhr fand alsdann noch eine interne Schulfeier statt, bei der ein Primaner eine -Ansprache hielt und ein von Herrn Dr. Mannheimer verfaßtes Festspiel aufgeführt wurde. * kanten, 9. August. 'Ilm 29. Juni waren bereits zwei Jahre vergangen, daß der Knabe Jean Hegmann von ruchloser Hand ermordet worden ist. Tie Untersuchung dauert unausgesetzt fort. Tie königliche Staatsanwaltschaft zu Eleve erläßt i:u „Düsseld. Amtsbl." folgende Bekanntmachung: „In den: Ermittelungsverfahren betreffend die Ermordung des.Knaben Johann Hcgmann zu kanten ist die Vernehmung des Hausirers Franz Josef Walther aus 'Aachen als Zeuge dringend erforderlich. Es wird ersucht, nach den: 'Aufenthalt des Walther, insbesondere auch in den Herbergen, zu forschen und im Crmittelnngsfalle sofort Nachricht nach Cleve zu geben." Oesterreich - Ungarn. £3 Wien, 7. 'August. Ten Tod des hiesigen Advokaten Tr. Max Franzos, der auch für jüdische 'Angelegenheiten stets ein warmes Interesse hegte, haben Sie bereits gemeldet. Das Leichenbegängnis; fand am 0. d. M. statt. Auf der israelitischen Abtheilung des Eeutratfried Hofes hielt nach Exekutiruug der Trauergesänge Ober-Rabbiner Dr. Güdemanu eine Trauerrede, worauf der Sarg zur Ruhestätte getragen wurde. Am Grabe widmete Vize-Präsident Baron Poche dein Verblichenen einen tiefeiupfundenen Nachruf, in welchen: er die hervorragenden- Charaktereigenschaften desselben, sein starkes Gerechtigkeitsgefühl, sein edles Gemüth und seinen überaus hohen Pflichteifer in der Erfüllung der ihm anvertrauten Interessen, sowie auch das Wohlwollen schilderte, das Dr. Franzos au der Spitze der Gesellschaft, die er leitete, allen Angestellten derselben gegenüber reichlich bethätigte. Baron Peche, selbst aufs Tiefste bewegt, fand ergreifende Worte der Trauer und des Schmerzes, die ihren rührenden Eindruck auf die um das offene Grab versammelten Freunde des Verblichenen auch nicht verfehlten. — Das statistische Jahrbuch der Stadt Wien für das Jahr 1891, das soeben zur 'Ausgabe gelaugt ist, enthält unter anderen folgende interessante Daten: Die Zahl der Israeliten betrug 118,495. Aus der römisch-katholischen Kirche traten Personen zum Jndeuthnm über. Aus den: Judenthum traten 549 Personen aus, davon 204 zur römisch-katholischen Kirche. -- Hiesige Blätter melden, der Reichsraths-'Abgeordnete für den vierten Wiener Gen:ei::debezirk, Wilhelm Philipp Hauet, habe die 'Absicht, auf das bezeichnte Mandat zu Gunsten Georg Schönerers zu resigniren und das Mandat für den niederösterreichischen Landtag zu behalten. Ter Schloßherr von Rosenau wird sich thatsächtich mit das Mandat bewerben. Der gewesene Herausgeber der „Modernen Rundschau" in Wien, welche während ihres kurzen Bestandes den Mittelpunkt der hiesigen realistischen Schriftsteller bildete, Eduard M. Kafka, ist gestern in Brünn im jugendlichen 'Alter von 25 Jahren gestorben. Kafka hatte vorerst die realistische Monatsschrift „Moderne Dichtung" in Brünn begründet, welche er dann unter dem obenerwähnten Titel nach Wien verlegte. Im Buchhandel hatte er eine Schrift über Hans Kndlich, dann „Wirthschastliche Studien" und „Moderne Märchen" heransgegeben. Der Tod des begabten jungen Mannes hat seine zahlreichen Wiener Freunde schnrerzlich berührt. — Der Kaiser hat gestattet, daß der Direktor eines chemisch-mikroskopischen Laboratoriums in Wien Dr. 'Adolf Zolles den montenegrinischen Danilo- Ordeu 4. .Kl., der Bankier 'Alexander Goldstein in Wien das Ritterkreuz des Ordens von San Marino, der Professor an der Wiener Universität Dr. Moritz Kaposi das Ofsizierskreuz des französischen Ordens der Ehrenlegion

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