Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1893)
- Date
- 1893-08-11
- Page
- Seite 381 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3228019--50057-3271652- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
381 aben kamen lern ab, di: i den Nachschten. Da» n (nach de: Regierungs ihre Frauen ißstätten bebeschrieben, mngen der efertigt sind n siebenten ein Herzogmen Wiedel t Heiden — war nichi ich Böhmen Ende dieser : in Oesterden Namen Rom, als »ft herrschte, und seine die Römer inen Rang b. Damit rschaft der nn Seffner st ein geweit geronik, das )lle Schale bei einer Judenhetze )ie Knechte Maus in et sie als vertreibe, daß die nur die lünstigung er jetzt so n eigenes trotz aller i Seffners elfach abereffanten die man Geschichtiendorfer, bei und bildeteren was sie Sylvius >en Esel". FEUILLETON Aer Stern von Zion. Eine historische Erzählung von L. Tarnowski. (Fortsetzung.) An der Thür angekommen, die in den Prunksaal des Prokurators führte, und die bereits in solchem Zustande war, daß mair sie mit den Händen zerdrücken konnte, schob er drei der stärksten Männer, gepanzert und mit Keulen bewaffnet, voran, und an diese schlossen sich zu Zweien die folgenden Männer, ebenfalls gepanzert unter den kurzen Kitteln von dunklem Zeuge, und gewaffnet mit langen Dolchen, auf deren Handhabung sie Jahre lang eingeübt waren. Der Gang hatte i eine so bedeutende Länge, daß die Doppelreihe der 150 Männer und i Jünglinge, die freilich fest gedrängt stand, nicht den dritten Theil! des Raumes einnahm. Elieser kroch zurück durch den Gang, den! Thurm, über die Galerie hinweg und gelangte ohne Anfechtung aus i Thirza's Gemächern durch das geheime Pförtchen ins Freie. Unterdessen wurden mannigfaltige Vorbereitungen getroffen im Pcunksaale des Prokurators, um das bevorstehende Fest recht imposant zu machen. Gabinius Fnllo, brennend nach der Stunde, die seinen Geiz auf eine überraschende und raffinirte Weise befriedigen sollte,! hatte, um Raum zu gewinnen, die ganze Wand, welche den Fenstern! gegenüber lag, noch am Nachmittage hinwegreißen lassen, und da i diese vorher einen eben so großen Saal von dem zeither bewohnten i getrennt hatte, war allerdings »och einmal so viel Raum gewonnen! worden. Nun stand im Hintergründe des neugewonnenen Raumes unter j rothem Baldachin ein prächtig geschmückter Thronsessel, dessen sich j ein König nicht Hütte schämen dürfen. Zu beiden Seiten waren nach der Größe eine Reihe Sessel geordnet für die Hanptleute der j Besatzung und die Hausbeamten. Alles unnöthige Geräth war ' hinausgeschafft worden, und um die sämmtlichen, mit Blau und Silber dekorirten Wände liefen schneckenförmig gewundene Tafeln, I mit Erfrischungen itnb köstlichen Leckereien in silbernen und; goldenen Gefäßen belastet, besonders mit edlen Weinen in Krügen j von buntem, durchsichtigem Gestein, blitzend und funkelnd im Schein der am Plafond schwebenden Lampen mit Hellen, wohlduftenden Flammen. Noch war keine Gesellschaft im Saale, nur einzelne; Aufwärter und sonst mit verschiedenen Anordnungen beschäftigte i Leute gingen umher, den Boden dicht mit Blumen bestreuend und kleine Sessel an die Tafel stellend, denn in jener Zeit war es bereits guter Ton, aufrecht sitzend zu speisen und zu pokuliren; das Liegen auf sophaartigen Gestellen war, wenn auch bequemer, doch schon altmodisch. Endlich Pfiff der Wächter vom Thurmhäuschen der Wasseruhr die vierte Abendstunde herab — nach unserer heutigen Zeitrechnung oie zehnte —, und das war die Stunde, in welcher Elieser mit den sünfzig Amazonen zu kommen versprochen hatte. Die Saalthüren flogen auf, und herein schritt im lächerlichsten Pomp, mit einer Art . Krone und einem purpurrothen tyrischen Mantel fast idealisch heransstaffirt, der eitle Gabinius Fullo, gefolgt von seinen Hauptleuten, die sämmtlich auf den Sesseln Platz nahmen, nachdem ihr Gebieter den Thron bestiegen hatte. An diese, auch in manchem phantastischen Putz stolzirend, schlossen sich stehend in großem Halbkreise die ältesten und stattlichsten der Triarier an, Soldaten, die wir heut' etwa Garde | nennen würden. Die bärtigen, robusten Gesellen trugen ihre Festwämser, waren aber nach dem Willen des Befehlshabers, und wie dieser selbst und die Quästoren, Centurionen und Primipilen, sämmtlich waffenlos. Sie schienen auch die Waffen nicht zu vermissen;! auf ihren rohen Gesichtern lag thierische Gier und träge Ber-! Milderung; der echt römische Geist war längst aus ihnen entwichen. Der Saal umfaßte jetzt eine Gesellschaft von mindestens hundert Mann, und doch vernahm man fast kein Wort; Jeder war stumm und hing eigenen Gedanken nach über das, was nun kommen solle. Bon Zeit zu Zeit schallte ein wüster Lärmen aus dem dritten Hofe herüber in den Saal; cs war der Jubel der übrigen Besatzung — etwa 300 Mann stark —, denen Gabinius Fullo, um sie dafür, das; sie am Feste nicht theilnehmen durften, zu entschädigen, seinen halben Weinkeller Preis gegeben hatte. Es dauerte noch eine Weile und man ward schon ungeduldig, am meisten der Prokurator, der auf seinem Throne schon wieder verschiedene Flüche probirte und Gesichter schnitt —, da hörte man endlich ein Geräusch an der Thür; die Flügel gingen auf, und Elieser, wie gewöhnlich im schlichten Mantel, aber mit stolzem Gange und wilden, triumphirenden Mienen, schritt herein, einen schwarzen Stab in Händen. Er musterte schnell die Versammlung und dann wandte er sich blitzenden Auges zurück, und nun tönte eine liebliche Musik und herein tanzten, den Boden kaum berührend, an fünfzig reizende; Jungfrauengestalten mit schwarzvcrlarvten Gesichtern und hoch-! bewimpelten blanken Helmen, in den Händen ein niedliches Schildchen von Silberblech und eine kleine, zierliche Lanze. Die herrlichen Gestalten, fast eine wie die andere gebaut, waren mit einem biegsamen Kettenpanzer bedeckt; die Füße hatten vergoldete Sandalen, mit bunten Bändern befestigt, zum Schutz und zur Zierde. Die Männer standen und saßen fast athemlos, als die reizenden Geschöpfe, von denen einige die Chmbel spielten, einen harmonischen, etwas wehmüthigen, silberreinen Kriegsgcsang anstinimten und im Kreise um den Alten herumgingen, der mit wildleuchtendeu Augen in der Mitte des Saales stehend, mit dem Stabe den Takt schlug. In dem rhhthmischen Umgänge entfalteten die Amazonen die graziösesten und lieblichsten Bewegungen, und so wie sie jedesmal dem Stuhle des schmunzelnd dnsitzenden Gabinius Fullo gegenüber waren, salutirteir sie zierlich mit Schild und Lanze und neigten die bewimpelten Helme. Nach und nach ward der Gesang rascher, der Gang schneller, die Beivegung ungestümer; die Sangweisc bekam einen Anstrich von drohender Wildheit, aber die Bewegungen der kriegerischen Mädchen wurden nur anmuthiger, leichter, feenhafter. Endlich verstummte plötzlich der Gesang; eine Pause entstand im Kreisläufe; blitzschnell hatten sich aus dem Kreise zwei schnurgradc gegenüberstehcnde Linien gebildet, zwischen denen der Alte mit untergeschlagenen Armen dastaird in der echten Manier eines Theaterhelden. Ein neuer Gesang hob an, eine Art Wechselchor, die Empfindungen zweier feindlichen Heere repräscntirend, vor dem Beginn der Schlacht. Auch dieser Gesang steigerte sich zu immer größerer Eile und Heftigkeit, bis endlich die Waffen erhoben wurden rmd mit großem Geräusch beide Parteien auf einander losbrachen. Nun klirrten und krachten die Schilde, nun sausten und schwirrten die Lanzen; die Helmbüsche wogten; nun flirrte und glitzerte erst das bunte, lockende Zauberspicl, in welchem Elieser gleichgiltig mitten drinnen weilte, gar wunderbar vor den angestrengten, leuchtenden Augen der Männer. Nach längerer Zeit theilten sich die Parteien in einzelne Paare, die nun, die Aufmerksamkeit der Zuschauer theilend, eben so viele Zweikämpfe darstelltcn; die Musikantinnen aber hüpften von einem Paar znm andern, sie zum Streit anfrischend, ja oftmals mit unbeschreiblicher Gewandtheit und Grazie zwischen zwei Kämpfenden unverletzt hindurch, wenn auch diese unaufhörlich einander nngriffen. Die Zweikämpfer blieben aber auch nicht auf einen; Platze; die meisten tanzten unter fortwährendem Gefecht in die Nähe der Zuschauer.