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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-08-04 · Heft 31 (4.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 31 (4.8.1893)
Date
1893-08-04
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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I)en Vertreinl ,7. Jahrgang. Nr. 31. u einem dcichachtung K. Levison. 'MeiLage zuv *nlia*4-Au0uft W93* Allgemeinen Zeitung des Iuöentüums". ierhandlunao Schlesien uni mnover hü « iche Beschlr);! -israelitisch. rkteur, hier u „Jeschuru," itnb die Ar ß an die ob ü : mitzutheil u | te hatte um en erschiene Der Deutsü liittheiluugi n , des Herrn ind ich freu..' ieser eiuflu! ieler Berus cker, Lehre-. rehörde hau | r Nedaktiv., esem Blatt.u s im Temp! tesdienst b nachdem d. ten Termi! cker, Lehre Karlsbade, ch, den Wi lels Werke nk und fini ausfreunde., hier gleic!, Pferden, an- 1. Es ge! ihr in dr^. bin ich au :unbeu." - t ihr was, r nicht nt dstetn sei Presse" em der Jahree durch dieser des ganzer iswerth. r Wiener dtn Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. £££ Berlin, 2. August. Wir beklagen den Verlust eines jungen I«-elehrten, der als Historiker sicher einmal zu großer Bedeutung gelangt jrare. Am 29. v. M. ist hier nach langen, schweren Leiden Dr. Julius bronius gestorben. Allen, die sich mit jüdischer Geschichte des Mittel- Tiers beschäftigten, sind die „Negesten", welche A. im Aufträge der . ustorischen Konunission" in fünf Heften herausgegeben, bekannt als ,;i ebenso gut angelegtes wie fleißig durchgeführtes Werk. Auch die „ Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland", wie andere!■ 'torische Fachblätter hatten werthvolle Beiträge aus seiner Feder. | I!,ifcr Blatt brachte erst kürzlich non ihm eine kleine historische Skizze studen und Salzburger". Es war wohl seine letzte Arbeit. Run ist heimgegangen; sein Name wird Allen, die ihn als Mensch wie als! ..orscher schätzen gelernt haben, in treuer Erinnerung bleiben. * Berlin, 30. Juli. Sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum feierte u Sonnabend hier der Geheime Sanitä tsrath Dr. Julius Meyer, er Jubilar gehört ganz und gar Berlin an. Hier geboren, hat er hier me Schulbildung erhalten, zumeist hier seine akademischen Studien inacht und nach ihrer Beendigung hier ausgiebige Gelegenheit zur utfaltung werkthätigen Schaffens gefunden. 1820 geboren, besuchte Reyer das Joachimsthalsche Gymnasium, von dem er 1890 zur niversität entlassen wurde. Seine medizinischen Studien begann er in 'mm. Vom vierten Halbjahre an betrieb er sie in Berlin. Nach i Regung der Staatsprüfung ließ er sich hier als Arzt nieder. Verdient :achte er sich als solcher viel um die Berliner Kranken- und Armenpflege. ' v ging S. Neumaun dabei zur Hand, als dieser 1849 den Gefuudheitsslegeverein ins Leben rief, und hat sich auch sonst mit der Organisation es Krankenkassenwesens in Berlin, zur Zeit als dieses noch ganz zum rivaten Wohlfahrtswesen gehörte, viel beschäftigt. Aus den Erfahrungen, ie er in der Armen- und Kassenpraxis sammelte, ist seine Pharmakopoen economica hervorgegangen, die für die öffentliche Krankenpflege in Berlin maßgebend geworden ist. Praktischen Antheil an der Armenarankenpflege nimmt Meyer noch jetzt als Bürgerdeputirter zur Armenirektion. Der 79 Jahre alte Jubilar konnte das Fest in voller geistiger nd körperlicher Frische begehen. Das vom Rektor der Universität Prof. Birchow und Prof. Jolly Unterzeichnete Doktordiplom wurde dem tubilar im Laufe des Vormittags zugestellt: die städtische ''Armendirektion bersandte eine kostbare Adresse. Unter den Gratulanten, die erschienen waren, befand sich der Vorstand der Moses Mendelssohn-Waisenstiftung, er eine prächtige Blumenspende und eine Adresse überbrachte, Sanitätsath Neumann, Dr. Gumbinner, Sanitätsrath Rinteln und Emil Jacob n Vertretung des Vereins zur Speisung armer Kinder und Nothleidender.— Bros. Dr. Julius Wolfs feierte heute das 25 jährige Jubiläum als sehrer an der Berliner Universität. Er ist zu Märkisch-Friedland am 91. März 1836 geboren und hat in Berlin seine Studien gemacht. 3cin Sonderfach ist die orthopädische Chirurgie. Im Jahre 1884 wurde v außerordentlicher Professor. Prof. Julius Wolfs leitet die noch minier provisorische Poliklinik für orthopädische Chirurgie. * Berlin, 1. August. Der Vorstand des Hilfspereins für ndische Studirende fordert studirende Maler der hiesigen königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste in höheren Semestern auf, sich um ein Stipendium der Ernst Reichenheim-Stiftung (600 Mark) ni bewerben. Die Stiftung ist von dem Fabrikbesitzer Herrn Ferdinand Reichenheim zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn, den Maler Ernst Neichenheim, gegründet und gewährt Stipendien an junge Künstler ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses. Die Bewerbung ist bis zum 15. Oktober 1893 an den Herrn Geheimen Sanitätsrath Dr. A. Abraham, Bendlerstraße 31, unter Beifügung folgender Schriftstücke einzureichen: 1. eines vom Bewerber verfaßten kurzen Lebenslaufs, -- eines amtlichen Ältestes über Fleiß und Befähigung, sowie des Nachweises, daß der Bewerber einer der höheren Malklassen hiesiger Hoch schule angehört. --- Berlin, 30. Juli, Nach dem eben erschienenen statistischen Jahrbuch des deutschen Reiches für 1892 waren in Deutschland nach dem R elig ions bekenntniß 1890 unter 10,000 ortsanwesenden Personen 0277 Evangelische, 3570 Katholische, 29 sonstige Christen, 115 Israeliten und 27 anderer Religion oder ohne Angabe. Im Jahre 1380 war das Vcrhältniß 0203 Evangelische, 3589 .Katholiken, 17 sonstige Christen, 124 Israeliten und 0,8 anderer Religion oder ohne Angabe der Religion. Hiernach hat sich die Zahl der Israeliten nicht, wie gewöhnlich angenommen wird, verhältnißmäßig vermehrt, sondert vermindert. X Berlin, 31. Juli. Wie sehr die Vorwürfe gegen die jüdischen Legate sich in falscher Richtung befinden, beweisen zwar die beiden Haupt sächlich Christen zu Gute kommenden Stiftungen von Wolfs und Plant, deren in der letzten Nummer gedacht wurde. In die rechte Beleuchtung rückt man solche Zeugnisse jüdischer Vorurtheilslosigkeit aber erst, wenn inan sie mit dem großen Legat von August Stube, das vorige Woche an die Stadtgemeinde gefallen ist, ziisammenhält. Die o Millionen, die er zu Gunsten von Lehrerwittwen vermachte, sollen lediglich zur Unter slützung christlicher Empfängerinnen dienen. Tie Klausel, daß nur christliche Volksschultehrer-Wittwen und -Waisen zum Genüsse dieser gewaltigen Stiftung heranzuzieheu sind, ist beinahe überflüssig. Unter den 20ooVollsschullehrern der Kommune Berlin befinden sich im Ganzen 5 jüdische Hier kann also der prinzipielle Ausschluß der Juden, die thalsächlich ohnehin schon infolge ihrer beschränkten Austellungssähigkeit von der Wohlthal solcher Vermächtnisse ausgenommen sind, nicht von der Sorge eingegeben sein, sie könnten von den Beuefizieu den Hauptnutzen ziehen. Nach Lage der Dinge ist ein irgend ivie ins Gewicht fallender jüdischer Antheil ein Ding der Unmöglichkeit. Dem gegenüber wollen wir nur auf das edle Beispiel Reichen heims Hinweisen, der in seinem Testamente, irren wir nicht, ausschließlich für christliche Berliner Lehrerwittwen 150,000 M. bestimmte — Juden kommen ja ohnehin dabei so gut wie gar nicht in Betracht. Die politischen Blätter, die langathmige Betrachtungen über das Eohn'sche Vermächtnis; für jüdische Handiverter lehrlinge anstellten, haben das Kube'sche Legat keineswegs mit irgend welchen Erörterungen begleitet; wir machen ihnen leinen Vorwurf daraus, weil dieselben Kommentare sich so oft wiederholen würden, als es sich um christliche Erblasser handelt. Mau möge dann aber auch unterlassen, Schlußfolgerungen zu ziehen, wenn der Jude einmal gegen seine Gewohnheit rein jüdisch-humanitäre Einrichtungen fördert. g. Berlin, 28. Juli. Der falsche „Rabbiner" Jakob Landau stand gestern vor der Strafkammer des Königl. "Amtsgerichts!. Es ivnrden drei Betrugsfälle unter Vorspiegelung falscher Thatsachen erwiesen erachtet. Der Staatsanwalt hatte 2 Wochen Gefängnis; beantragt. Dvch ging der Gerichtshof über den "Antrag hinaus und vernrtheilte den Schwindler zu 6 Wochen Gefängnis;. □ Berlin, 31. Juli. Die Verwaltung der i s r ae l it i sch e n V o l 1 s t üche theilt uns mit: Während des ersten Halbjahres 1893 hat die israelitische Volksküche, Klosterstr. 99, verabfolgt: Ganze Portionen, besteh, aus Suppe, Gemüse und Fleisch 25 Pf. 1,450 Halbe „ „ „ „ „ „ „ a 15 „ 29,251 „ „ „ „ Gemüse und Kartoffeln .;i io „ 73,859 Bouillon und Fleisch.5 „ 41,301 .Kaffee mit Zucker.ä 3 „ -13,-101 Abend - Suppen.. . . ä 0 „ 38,809 „ Kartoffeln und Hering.ä 10 „ 21,592 Aus Mitteln des Wohtthätigteits-Fouds, der aus freiwilligen Beij trägen, Erträgnissen der Wohlthätigkeits-Beranstaltungen w. besteht, sind I umsonst verabreicht worden: an Schulkinder 17,050 Port, an Erwachsene j Mittags 25,950 Port., an Erwachsene Abends 5959 Port. Die Frei- I speisungen sind verabreicht an arme Studirende, stellenlose junge Kaiiflente, I arbeitslose Handwerker, Familien, deren Ernährer ohne Verdienst oder

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