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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-08-04 · Heft 31 (4.8.1893) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 31 (4.8.1893)
Date
1893-08-04
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
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\i i . ni u ü bi I ’! .; 37 können. Tie 'Anschaffung dieses vortrefflichen Buches wird Niemand; bereuen. Wir aber wünschen dem Verfasser auch für seine ferneren « 'Arbeiten den besten Erfolg. A K..z. i K. Im neuesten Hefte der Sitzungsberichte der böhmischen Kaiser-! Franz-Josef-Akademie in Prag veröffentlicht der ehemalige Rabbiner Herr Tr. (33 rünwald in Jungbuuzlau (jetzt Großrabbiner von Bulgarien), der als Forscher aufs Beste bekannt ist, einen Aufsatz über alt tschechische Glossen, die sich in hebräischen Werken — selbstverständlich in hebräischen Lettern geschrieben — vorfinden. Die betreffenden hebräischen Werke entstammen denn ln. bis 13. Jahrhundert und die Glossen haben daher einen ähnlichen Werth, wie die vereinzelten tschechischen Worte in iX'it lateinischen Urkunden aus dieser Feit, mit anderen Worten: die hebräisch geschriebenen tschechischen Worte gehöret! zu den ältesten Denkmälern der böhmischen Sv rache. Die Sache erregt begreiflicherweise viel Interesse und es wird wohl von Seiten der slavischen! Sprachforscher zu untersuchen sein, ob einzelne der betreffenden Glossen! nicht doch einer andern slavischen Sprache entlehnt sind, als der tschechischen, j Im Ganzen sind es «so Worte, die Herr Dr. Grünwald anführt. Interi effant ist z. B. die OUoffc „makuvica" (Mohn köpf) aus dem 11. Jahrhundert: sie findet sich in dem Werke „<>r saru.i“ des Rabbi Jsak aus Wien. Auch in den Respousen des Rabbi Meir aus Rothenburg, der ein Schüler dev Olabbi Jsak war, finden sich drei tschechische Glossen.; Tiese Funde erinnern au die vor einigen Jahren herausgegebene Reisej beschreibnng eines arabischen Kaufmanns, der im Jahrhundert auf i der Reise nach Deutschland auch Prag besuchte und die damalige Stadt Prag beschreibt. 'Aus so verborgenen Duellen kommen Aufschlüsse von j höchstem Interesse. | -- Heft 11 des Jahrgangs 07 der „Monatsschrift für Gej schichte und Wisienschaft des Judenthums", herausgegeben von; M. Braun und T. Kaufmann « Breslau Id.'tz,, hat folgenden Inhalt: i Sl. Köhler: lieber die Ursprünge und Grundformen der spnagogalen Liturgie. «Schluß.) — I. Fürst: Für Erklärung schwieriger Stellen im j Talmud und Midrasch. — Alexander Ko Hut: Tie Hosehanot des Gaon •K. Saadja. - UH. Steinschneider: Miscellen. «Forts.) —- M. Freudeni thal: Tie ersten Gnnanzipationsbestrebungen der Juden in Breslau. (Forts.), i Spvechfacrl. Sehr geehrte Redaktion! j In der letzten Nunnner <v. 28. d. M.r Ihres geschätzten Blattes! findet sich ein meines Erachtens sehr beherzigenswerther Vorschlag des! Herrn Rabb. Tr. Krouer, der dahin geht, daß möglichst viele jüdische j Gemeinden, vertreten durch ihre Vorstände, bei der Staatsanwaltschaft! des Kgl. Landgerichts I. zu Berlin gegen die Verbreiter des Flugblattes j „Talmud-Auszug" 'Antrag auf Bestrafung gemäß 88 10><ß 180, 70, 41 I Slr.-l33.-B. und 88 20 und 21 des Preßgesetzes einreicheu und int Falle | ablehnenden Bescheids gern äst 8 170 Str.-P.-O. richterliche Entscheidung; beantragen sollten. Tie in denn in Rede stehenden Artikel des Herrn : Tr. Krouer gemachten rechtlichen 'Ausführungen sind durchaus zutreffend, soweit ich wenigstens ohne genauere .Kenntnis; des thatsäehlichen Materials zu beurtheileu vermag (mir selbst ist jenes Flugblatt nicht zu Gesicht gekommen;. Meine Absicht ist es, nur aus einen vielleicht von Herrn Dr. Kroner übersehenen Punkt aufmerksam zu machen, der anscheinend nicht erheblich ist, der jedoch mit Rücksicht auf die in solchen Fragen sehivankende Rechtsprechung leicht eine entscheidende Bedeutung : gewinnen könnte. Sofern nämlich, wie Herr Kroner vorschlägt, die Vorstände der Gemeinden als deren Vertreter die Bestrafung der Verbreiter des Flugblattes beantragen würden, könnte gegen einen solchen 'Antrag möglicherweise der Eilnvand erhoben werden, daß nicht die Genie in den, sondern die einzelnen Juden als stieligionsgenossen durch die; in Rede stehende Beschimpfung verletzt und somit die Vorstände der (nicht verletzten! Geureiudeu zur'Antragstellung nicht LegitimiA seien. Es! liegt mir fern, diese 'Ansicht als meine juristische Ueberzeugung hier aus- « sprechen zu wollen: vielmehr möchte ich der Vorsicht halber empfehlen,! daß die den 'Antrag unterzeichnenden Vorstandslnitglieder ausdrücklich! diesen 'Antrag zugleich im eigenen Namen unterschreiben; vielleicht : wäre auch die Mitnnker;eichnuug Seitens eines Rabbiners am Platze. ' Im Uebrigen würde es wohl genügen, wenn die bezüglichen Vertretzri der Stadt Berlin (Gemeindevorstand und Rabbinat) sich zu einem dcr-I artigen 'Anträge bereit finden ließen. Mit vorzüglicher Hochachtung Siegburg, 00. Juli. Dr. jur. H. Levison.i Geehrter Herr Redakteur! In Ihrer Zeitung waren in den letzten Nummern die Verhandlung; berichte der Versammlung israelitischer Lehrer der Provinzen Schlesien uu Posen, sowie des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Hannover mu getheilt. In beiden Versammlungen wurde der hocherfreuliche Beschli gefaßt, die nöthigeu Schritte zur Gründung eines deutsch-israelitisch. Lehrerbundes zu thun. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redakteur, hier die Bemerkung, daß ich in den Nummerul, 2, 3und 4 des „Jeschurui Oktober 1892 einen eingehenden Plan über die Gründung und die Ai gaben eines solchen Bundes veröffentlicht habe mit der Bitte an die oü aufgeführten Lehrervereine, mir gütigst ihre Ansichten hierüber mitzntheil oder in der Fachpresse veröffentlichen zu wollen. Diese Bitte hatte n; den winzigen Erfolg, das; in der qu. Zeitung zwei Antworten crfd)iene ich selbst habe aber nicht eine einzige Zuschrift erhalten. Der Deutsä israelitische Gemeindebund interessirt sich ja jetzt — nach den Mittheiluug' seines Deputirten in der hannöverschen Lehrerversammlung, des Her; Rechlsauwalts Bensen, — ebenfalls für die 'Angelegenheit, und ich frei mich ungemein über diese Thatsache und hoffe, daß unter dieser einflu! reichen Protektion meine Lieblingsidee und das Streben so vieler Berus genossen endlich verwirklicht werden wird. Wöllstein, 24. Juli. H. Becker, Lehre A n f r a g e! Im Interesse eines durch seine Vorgesetzte Gemeindebehörde ha; bedrängten Kantors a. D. gestatte ich mir, mit Erlaubnis der Redaktiv. folgende 'Anfrage und bitte um baldgefätlige Antwort in diesem Blakt. „Wo ist es üblich, daß der .Kantor nur auf das Zeichen eines im Temp anwesenden Gemeinde- oder Spuagogenoorstehers den Gottesdienst b ginnen darf, oder ist der Kantor nicht vielmehr berechtigt, nachdem d Zeit der Eröffnung vorher festgesetzt ist, an diesem bestimmten Termi selbständig den Gottesdienst zu beginnend" Wöllstein, 24. Juli. H. Becker, Lehre ¥ Geehrtester Herr Redakteu r! Soeben lese ich in Nr. 30 der „Ztg. d. Iths." Ihre Karlsbad!. Plaudereien über jüdische Witze von Goethe und erinnere mich, den Wi; mit den 12 Pferden schon vor circa 50 Jahren in I. P. Hebels Werke': gelesen zu haben. Ich eile ungesäumt an meinen Bücherschrank und fink ihn gleich Band 11 Seite 012. Erzählungen des rheinischen Hausfreunde. . Erste Abtheilung 1803-1810. Ich erlaube mir, den Witz hier gleic!, wörtlich abgeschrieben, folgen zu lassen. Er lautet: Kurze Station. Der Postmeister sagte zu einen: Inden, der mit zwei Pferden, am die Station ansuhr: „Von hier aus müßt ihr drei nehmen. Es ge! bergauf, und die Straße ist frisch überführt. Dafür seid ihr in dro Stunden an Ort und Stelle." Ter Jud fragte: „Wie bald bin ich cm Ort und Stelle, wenn ich vier nehme"" — „In zwei Stunden." - „Und wenn ich sechs nehme"" — „In einer Stunde." „Wißt ihr was, sagte endlich der Jude, „spannt acht an, so brauche ich gar nicht al zufahren." Hochachtungsvoll G r e v e n b r o i ch, 00. Juli. I. Goldstern sei ®e'()r geehrter Herr Redakteur! Selbstverständlich ist in dem von Ihnen der „N. Fr. Presse" eni uommenen Referat über Ein in Pascha ein Druckfehler in der Jahres zahl 5040, es soll heißen 5000 a. in. Viele könnten gerade durch diese; Jrrthnm, der nur ein Druckfehler ist, auch die Zuverlässigkeit des ganzer Berichts in Frage stellen, darum ist diese Korrektur wünschenswerth. Hochachtungsvoll Ihr ergebenster Oppeln, 00. Juli. Rabb. Dr. Wiener Truck und Verlag von Rudolf Aloise in Berlin Verantwortlich für du Redaktion- Mar Bcinchwik in Berlin

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