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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-21 · Heft 29 (21.7.1893) · p. Seite 339

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 29 (21.7.1893)
Date
1893-07-21
Page
Seite 339 (sequence 3)
Language
German
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339 hl wir mü nicht zum ntehtbc eine (nerfennunp ndeß burdi »gt die uns An. 'ung, einzu Majestät der uig stimmt mdrabbiner D. J.G.B. Letzteren lntisemitis ische Schulitem dereinst geschlagen, tischen Verte. Durch t sein Ziel Schulmeister eitritt zum i nachwies, lgen mache, und einem heinend im könne aus inen. ber Tages t dem am ndrabbiner gte sei ein ie sich die r stets sehr sen, durch gewonnen beiden verin Pflichtdurch Er in Gemäßum einen :ein Herbeider Aufe derartige issen, und c Provinz Lektion zu ii könnten, irnmtlichen s Resultat gelegenheit euregelung Hannover, n Kollegen atsmitteln izialfonds. Eintreten lben ihrer: ldrabbiner ine Freude Lewinsky Interesse en Lehrer. Im weiteren berichtet der Vorsitzende, daß der deutsch-israelitische Gemeindebund auch diesmal eine Beihilfe zu den Kosten der Konferenz an Betrage von 140 M. bewilligt habe Die Versammlung anerkennt uit Freude das Wohlwollen und die Fürsorge des Gemeindebundes für nie Schulen und den Lehrerstand und bringt ihre Dankbarkeit durch Erbeben von den Sitzen zum Ausdruck. Die Verlagshandlung W. Jacobsohn & Co. in Breslau hatte der Versammlung mehrere in ihrem Verlage erschienene Schriften zugesandt, darunter: „Die Geschichte der Juden und ihrer Litteratur" von Dr. Braun und „Homilien über die Sprüche der Väter" von Dr. Meisel. Diese Bücher wurden von den Herren Dr. Kro ner und Dr. Lewinsky ehr günstig beurtheilt; namentlich empfiehlt Dr. Kroner die Geschichte xt Juden von Dr. Braun aus's Wärmste, da sie klar, deutlich und überzeugend geschrieben sei. Nachdem hiermit die geschäftlichen Mittheilungen erledigt waren, erfolgte die Vorstandswahl. Der bisherige Vorstand sammt den Schristiihrern wurde durch Akklamation wiedergewählt. Der Vorsitzende ertheilt hierauf dem Herrn Seminardirektor Dr. Kroner das Wort zu seinem Referate: „Die Bildungsanstalten für üdische Lehrer in Deutschland und ihre Aufgaben". Der Herr Referent führt aus: Meine geehrten Herren! Ich wandte nid) an die Direktionen aller bestehenden Anstalten um authentisches Material. Von Berlin, Cassel und Würzburg erhielt ich in dankenswerther Zuvorommenheit theils Lehr-, theils Stundenpläne, Lehrberichte und Lehrmittelxrzeichnisse, von Würzburg auf besondere Anfragen auch noch besondereMitheilungen. — So, meine Herren, bin ich in der Lage, über die genannten vier Anstalten auf Grund aktenmäßigen Materials zu referiren. Ganz Genaues amt ich leider nur über unsere hiesige Anstalt mittheilen. Meine Aufgabe zerfällt in zivei Theile, erstens rein sachlicher Bericht (— ohne jede persönliche Bemerkung —) über die auswärtigen Anstalten an der Hand .-er aktenmäßigen Belege, ferner Bericht über das hannoversche Seminar n der Hand seines Stundenplans, und zweitens Ausführungen über die Aufgaben der jüdischen Lehrerbildungsanstalten. — Redner giebt einen xschichtlichen Rückblick über das jüdische Schulwesen seit 1781 im Allgemeinen und die Seminarien im Besonderen. Dabei zeigt er, daß die elfteren noch heute in der Entwickelung begriffen seien und dieses Stadium noch nicht abgeschlossen wäre. Darauf folgt an der Hand des vorhan- -euen Materials eine Darstellung der Einrichtung der verschiedenen Anhalten, namentlich in Rücksicht auf den gesammten Religionsunterricht und die Mittel, welche die Lehrer zur gedeihlichen Lehrthätigkeit in diesem lnterrichte heranbilden sollen; eingehend selbstverständlich nur von der hannoverschen Anstalt. — Insbesondere wies Redner darauf hin, daß owohl in Berlin, als auch in Cassel, Würzburg und Hannover prak- ' ische Anleitung zur Ertheilung des Religionsunterrichts in den bestehenden Uebungs- resp. Volksschulen gegeben werde — Daran schloß Redner .ine Darlegung seiner Gedanken über die Ziele einer Bildungsanstalt für üdische Lehrer, die er in folgenden Leitsätzen zusammenfaßte: Eine Bildungsanstalt für jüdische Lehrer hat im Allgemeinen die Aufgabe, in getreuer Erfüllung aller der durch Landesgesetze und Verordnungen für Lehrerbildungsanstalten vorgeschriebenen Bestimmungen chre Schüler zu Volksschullehrern heranzubilden, welche mit richtigem Verständniß und hingebendem Pflichteifer die ihnen anvertraute Jugend »elehren und erziehen und selbst ein Vorbild echt jüdischer Denk- und Lebensweise, insbesondere aufrichtiger Vaterlands- und allgemeiner Menschenliebe sind. Im Einzelnen hat eine solche Anstalt die Aufgabe: 1. dafür zu sorgen, daß ihre Schüler vollkommen befähigt werden, >xn gesammten Unterricht an einer jüdischen einklassigen oder mehr- Aassigen Volksschule, insbesondere den jüdischen Religionsunterricht in allen zu ihm gehörenden Gegenständen gedeihlich zu ertheilen. 2. Im Hinblicke auf die Bedürfnisse, besonders der kleinen Gemeinden, hat eine solche Anstalt aber auch die Aufgabe, ihre Schüler u allen den Gegenständen zu unterrichten und zu üben, deren sichere lenntniß zur Ausübung des Vorbeteramtes, sowie zum Halten synagogaler Lehrvorträge unerläßlich ist. 3. Aus demselben Grunde hat sie ihren Schülern die Befähigung .ur Ausübung des rituellen Schächtens zu verschaffen. 4. Im Hinblick auf die Förderung des Sinnes für Handwerk und Landwirthschaft unter den Juden hat sie ihre Schüler in Handfertigkeit and Gartenbau zu unterrichten. 5. Zur Förderung der allgemeinen Bildung hat sie ihren Schülern, wenn irgend möglich, die Kenntnis; einer lebenden fremden Sprache zu vermitteln. Im Anschlüsse an diese Leitsätze erörterte der Herr Referent, wie diese Aufgabe auszuführeu sei und wie sie an der hannoverschen Anstalt ausgeführt werde. — Der Vorsitzende spricht dem Herrn Referenten für seinen sehr interessanten und fesselnden Vortrag den Dank der Versammlung aus und stellt die Frage, ob eine Diskussion beliebt werde Die Mehrheit verlangt eine solche. — Zunächst erhält das Wort Reuß-Neustadt-Gödens. Derselbe giebt Aufschluß über die Entstehung seines Vortrages gegen die jüdischen Lehrerbildungsanstalten und fuhrt bittere Klage darüber, daß die Anstalt, die er besuchte, ihn zur Ertheilung eines methodischen Religionsunterrichts nicht befähigt habe. — Seine Information, namentlich darüber, ob theoretische und praktische Methode gelehrt werde, habe er sich bei einer großen Anzahl von Lehrern geholt, die aus den bestehenden Bildungsanstalten in Deutschland hervorgegangen. In Würzburg und Cöln sei es damit noch schlecht bestellt. Er freue sich, aus dem Vortrage des Referenteu entnommen zu haben, daß inzwischen Vieles besser geworden sei. Die dem Hebräischen gewidmete Stundenzahl sei in einigen Seminarien ganz ungenügend Stern-Hildesheim erklärt, keine spezifisch jüdische Didaktik und Methodik zu kennen, ebensowenig, wie es eine spezifisch christliche gebe. Wenn nur die Grundsätze und Regeln der allgemeinen Didaktik und Methodik auch bei dem Unterricht in den hebräischen Fächern zur Anwendung kämen, so sei dies völlig ausreichend. Redner betont ferner, daß die erhobenen Vorwürfe das jüdische Lehrerseminar zu Cassel nicht treffen. Die Zahl der in der hannoverschen Lehrerbildungsanstalt für das Schächtfach angesetzten Stunden findet er zu hoch, da er nicht begreife, wie zur Erlernung dieses Faches ein zweijähriger Kursus nothwendig sei Den Unterricht in einer fremden Sprache wünscht er nicht hauptsächlich wegen des spätern Erwerbes, sondern wegen der durch einen solchen Unterricht zu erreichenden formalen Bildung. Rabbiner Dr. Jacob-Göttingen bemängelt die Beschränkung der Ausführungen auf die jüdischen Fächer, die dem Thema gar nicht entspreche. Gegenüber der bezügl. Forderung des Herrn Reuß wünscht er eine Einschränkung des Rabbmischen. Die Anforderungen an den jüdischen Lehrer seien zu vielseitig, als daß er im Rabbinischen bei der gering bemessenen Zeit, die darauf verwendet werden könne, Nennenswerthes zu leisten im Stande sei. Er möchte im Interesse der Methodik Kasein und Mischnah ausgeschieden wissen, damit für erstere genügende Zeit gewonnen werde. Entgegen der Ansicht des Herrn Stern betont er, daß diese Methodik nicht ohne Weiteres der allgemeinen Methodik entspreche, und weist auf das Lesen und Uebersetzen hin. — Redner wünscht, daß in Zukunft die Thesen den Vereinsmitgliedern mit der Einladung zur Konferenz zugehen möchten, weil nur dann eine fruchtbare Diskussion sich entwickeln könne. Die vorliegenden Leitsätze seien zu - deutlich auf das hannoversche Seminar zngeschnitten. Herr Landrabbiner Dr Lewinsky weist ergänzend darauf hin, daß vordem noch in Ems unter Dr. Hochstätter eine Lehrerbildungsanstalt cristirt habe. — Im Gegensätze zu Dr. Jacob legt er gerade hohen Werth auf das Rabbinische, daß dem Lehrer in kleinen Gemeinden geradezu unentbehrlich sei. Herr Landrabbiner Dr. Gronemann spricht sich in demselben Sinne aus und meint, daß, wenn es an Zeit fehle, die Mnsik etwas weniger gepflegt werden könne. Dieser Ansicht tritt Herr Dr. Kroner unter Beifall vieler Lehrer entschieden entgegen. Letzterer führt in Uebereinstimmung mit Herrn Dr. Jacob aus, daß es wohl doch eine spezifische Methodik für die jüdischen Fächer gebe. Bezüglich der Schächtstunden, die Herr Stern lumängclte, setzte Herr Dr. Kroner auseinander, daß gerade durch deu frühen Beginn derselben das Abiturientenjahr entlastet werde, daß der anscheinend so lange dauernde Schächtunterricht in Wirklichkeit eine Erleichterung für die Seminaristen bilde. - Mit der Einführung einer fremden Sprache wäre er, in erster Linie des Erwerbes wegen, einverstanden. Das Rabbinische dürfte unter keiner Bedingung eingeschränkt werden. Wenn schon für jeden Israeliten überhaupt die Verpflichtung bestände, Thora, also auch die mündliche Lehre, zu lernen, um wievielmehr müsse diese Forderung an einen Lehrer gestellt werden. Deutsche Uebersetzungen könnten das Original nicht ersetzen. Das Rabbinische brauche durchaus

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