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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-21 · Heft 29 (21.7.1893) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 29 (21.7.1893)
Date
1893-07-21
Page
Seite 338 (sequence 2)
Language
German
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338 Krallen. Mit diesem ehernen Munde redet sie die Sprache der überwältigenden Ueberzeugung, der niederschmetternden Gerechtigkeit, des drohenden Strafgerichts. Aus der Mücke macht die Sage nicht, wie mau zu sagen Pflegt — einen Elephanten, sondern sie ist ihr die Gestalt der unterdrückten, verkannten und vielfach gehaßten Wahrheit, die auch gegen den Willen der Menschen sich Geltung verschafft. Die Wahrheit, sie wird zum königlichen Aar mit dem majestätischen Flug hoch über die Häupter der Menschen. Die Sage läßt ihn sinnig genug aus dem überwundenen Haupte des Zerstörers der Gottesburg der Wahrheit und des Bedrängers Israels hervorgehen. Die Wahrheit, sie steht ja groß und herrlich da vor den Augen der Menschheit. Jir den vielen Zeitlüufcn der Geschichte hat sie sich bald lieb und mild im Friedensbuude der Bölkerkreise, bald bitter und schmerzlich in den Umwälzungen und Niederlagen der Gewalten in ihrer Siegesmacht erwiesen. Wenn mm trotzdem nach Juda Halevh's schönem Gleichniß die „Raben dem hoheitsvollen Adler Wahrheit dräuen", so kann »ach allen Erfahrungen der Menschengeschlechter es nicht zweifelhaft sein, wer in diesem Kampfe endlich siegen wird. Auch in der deutschen Polkssagc läßt Friedrich Barbarossa, „der hinabgenonnnen des Reiches Herrlichkeit", den Zwerg Nachsehen, ob die Raben noch fliegen um den Berg, denn wenn sie noch flögen, daun müßte er noch bezaubert schlafen hundert Jahr'. Die kreischenden Raben: die Feindschaft, die Zerrüttung, der Berrath im Innern des deutschen Reiches sind längst überwunden und über ihren Köpfen regt siegreich der majestätische Aar des Reiches seine Schwingen. Wird die Wahrheit in dcir Köpfen der heutigen Titusse, die Feindschaft und Zerrüttung im Reiche säe», denselben Entwickelungsgang nehmen wie »ach der jüdischen rmd deutschen Volkssage? Sie wird und muß ihnen kommen, das ist so der Gang der Welt, wohl aber nicht als Mücke, denn die Wahrheit, die Erkenntniß ist hellte schon zum siegreichen, frei sich alisschwiugendcn Adler geworden; dieser wird aber die Raben, die kreischend die Zionsburg, den Tempel der Freiheit des Judenthums umziehen, für immer verscheuchen. Und wie dort Maß um Maß die Vergeltung eiugetrcten, da auf den Brand Jerusalems der Brand Roms unter Titus gefolgt, so muß auch hier nach dem vielbcivährtcn Worte des Jcsaias: „Der Gewaltthätige wird zum Werg, seine That zlim Funken, beide verbrennen zumal und Niemand löscht" — die lodernde Flamme der Leidenschaft, der Brand der Gehässigkeit Tiejeuigcu mit der Zeit verzehren, die sie in sich hegen und in das Herz des Volkes künstlich hineintragen. U Nie hannoversche Fehrerkonferenz. Das Protokoll der am 23. und 24. Mai im Saale des Restaurateurs Falk zu Hannover stattgesundenen 29. Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover ist uns in den Letzten Tagen zngegangen. Wir bringen es bei der Bedeutung der dort besprochenen Fragen vollinhaltlich hier zum Abdruck. Erste Sitzung, Dienstag, den 23. Mai, Nachmittags 4 Uhr. Ter Vorsitzende, Herr Lehrer Blumenfeld-Adelebsen, eröffnet die Sitzung mit herzlichen Begrüßungsworten und einer Ansprache, in welcher er der Betrübnis; der Lehrer Ausdruck giebt, daß man es habe erleben müssen, wie in heftiger Weise im verflossenen Jahre die jüdische Lehre und das jüdische Schriftthum von gewisser Seite angegriffen worden. Man habe sogar die Lehrbücher der jüdischen Religion einer Prüfung auf ihren moralischen Inhalt unterzogen, als ob die jüdische Lehre verderblich für Staat und Kultur sei. Dies sei aber nicht blos verletzend und bedrückend für uns als Lehrer der jüdischen Religion, — es sei auch ungerecht. Wir hingen gerade in Befolgung unserer Religion mit allen Fasern unseres Herzens an unserm Vaterlande, dessen Wohl wir mit aller Kraft und in treuer Hingebung zu befördern suchten, nicht zum mindesten dadurch, daß wir in Schule, Synagoge und Gemeinde eine Lehre und ein Schriftthum zum Verständniß und zur Anerkennuno brächten, die Jahrtausende überdauert. Wir wollten uns indeß durck ungerechte Angriffe nicht verbittern lassen, sondern unentwegt die uns vorgezeichneten Bahnen der Pflicht und des Gewissens wandeln. Der Vorsitzende schloß seine Ansprache mit der Aufforderung, einzu stimmen in den Ruf: „Unser allergnädigster Landesherr Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm II. lebe hoch!" Die Versammlung stimmt dreimal begeistert in diesen Ruf ein. Darnach folgten noch Ansprachen seitens der Herren Landrabbiner Dr. Gronemann und Dr. Lewinsky und des Delegirten des D.J.G.B. Herrn Rechtsanwalt Dr. Benfey-Hannover. Die mit großem Beifall anfgenommene Ansprache des Letzteren gipfelte darin, daß die Lehrer namentlich berufen seien, den Antisemitismus zu bekämpfen. Sowie man 1866 gesagt habe, der preußische Schulmeister habe die Schlacht bei Königgrätz gewonnen, so möge man dereinst sagen können, der jüdische Lehrer habe den Antisemitismus todtgeschlagen. Dazu sei keineswegs erforderlich, daß der Lehrer die antisemitischen Versammlungen besuche und thatsächlich in den Kampf eintrete. Durch nachhaltiges, gewissenhaftes Wirken im Amte werde er schon sein Ziel erreichen, wie ja auch nicht gemeint sei, daß der preußische Schulmeister in der Schlacht bei Königgrätz zugegen gewesen. Redner fordert die Lehrer auf, ihre Gemeinden zum Beitritt zürn D. I. G. B. thunlichst zu veranlassen, indem er durch Zahlen nachwies, wie derselbe gerade für Schulen und Lehrer große Aufwendungen mache. Schließlich bemerkte oerselbe noch, daß der Gemeindebund einem allgemeinen jüdischen Lehrerbunde, dessen Gründung man anscheinend im Auge habe, sympathisch gegenüberstehe. Ein solcher Bund könne aus Unterstützung und Förderung seitens des Gemeindebundes rechnen. Der Vorsitzende ging nunmehr zum ersten Gegenstand der Tagesordnung, zur Berichterstattung, über. Er widmete zunächst dem am 25. September 1892 verstorbenen Ehrenmitglieds Herrn Landrabbiner Dr. Buchholz-Emden einen ehrenden Nachruf. Der Verewigte sei ein warmer Freund und Berather der Lehrer gewesen und habe sich die Pflege und Förderung des Schulwesens und des Lehrervereins stets sehrangelegen sein lassen. Durch sein menschenfreundliches Wesen, durch seine tiefe Gelehrsamkeit und Beredtsamkeit habe er Aller Herzen gewonnen und segensreich gewirkt. Ebenso gedenkt er des nach langem Leiden verstorbenen Lehrers Kaufmann-Einbeck, der stets mit Fleiß und in Pflichttreue seines Amtes gewaltet habe. Die Versammlung ehrte das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Sodann berichtet der Vorsitzende über die Schritte, die er in Gemäßheit des Beschlusses der vorjährigen Versammlung gethan, um einen Anschluß des Vereins an den allgemeinen preußischen Lehrerverein herbeizuführen. Das Resultat war ein negatives, indem letzterer der Auffassung war, daß die Organisation des Landeslehrervereins eine derartige sei, daß kleinere Verbände nicht in den Rahmen desselben passen, und gab anheim, etwa einen Anschluß an den Lehrerverein der Provinz Hannover herbeizuführen und dann vielleicht eine besondere Sektion zu bilden, in der die spezifisch jüdischen Interessen gepflegt werden könnten. Ebenso sind Schritte gethan behufs Vereinigung der sämmtlichen jüdischen Lehren vereine Deutschlands zu einem Lehrerbunde. Das Resultat steht noch aus und bleibt dem Vorstande die Aufgabe, die Angelegenheit weiter zu verfolgen Erfreulich war der Bericht des Vorsitzenden über die Neuregelung der Dienstalterszulagen für die jüdischen Lehrer in der Provinz Hannover. Darnach sind nunmehr die jüdischen Lehrer ihren christlichen Kollegen völlig gleichgestellt und erhalten die volle Alterszulage aus Staatsmitteln und nicht mehr, wie bisher, zum Therl aus Mitteln des Provinzialfonds. Dieses günstige Resultat schreibt der Vorsitzende dem energischen Eintreten der Herren Landrabbiner zu. Die Versammlung bringt denselben ihren Dank dafür durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck. Der Vorsitzende begrüßt namens des Vereins den neuen Landrabbiner des Landrabbinats Hildesheim Herrn Dr Lewinsky und drückt seine Freude darüber aus, daß derselbe der Versammlung beiwohne. Herr Dr. Lewinsky dankt für die freundliche Begrüßung und betont sein wärmstes Interesse und seine vollste Sympathie für die jüdischen Schulen und deren Lehrer. hemei :M B« mit I ne S 'leben <3 Versa oarun Mld „ 2 ehr g xr I n'uger 9 rfolg ührer Dr. S üdisö nicha Von! omm verzeih . heilu Vnsta ann gäbe xrsöi?er a n de Aufgc xschi, meine elfter wch euen teilte; und d -lnter uanni owol ische uen X\ .ine * ndisc ( Hufgi n-tmi hre t Verst. »elehi Leben Meiff ] oen i Uaffii allen item« in a kenn Lehrr -.ur i Land und '

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