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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-14 · Heft 28 (14.7.1893) · p. Seite 333

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 28 (14.7.1893)
Date
1893-07-14
Page
Seite 333 (sequence 9)
Language
German
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333 die nächsten tief auf die es ist auch und-seinen llatz findet, el aufgelegt Der's auch selber. Das o ist's auch obwohl sie n Gärtchen o schaut zu mtwortbare und Dörtle i Blick aus nigewöhnt, tauber gut ch dadurch iß auf den wollen sie shristophlc, ren wollen )el kommt, Hausfrau n welcher er schwört nll in dem das, was ], daß ihr hat, und oft zurückihm keine s, kindlich Einsehen »nstweilen a ist noch n Bruder licken, nen Brief a Löw in klagt, die gehindert, tel Freud antwortet,?erz und ) er arich d wenn's Im Schwaderer Haus wird eine gewichtige Person erwartet, der t-Yigerle's Schneider soll sich gleich auf Wochen dort ins Quartier k (eit und für den Herbst und Winter für Mann und Frau und »echt und Magd arbeiten — auch an die Hochzeit wird dabei schon o und an gedacht. Am Vorabend sendet Röste das Dörtle hinüber, um gewaltige t-inkäufe in Sarah's Laden zu machen. Das Mädchen hat in der i tzten Zeit die beiden Frauen aus dem kleinen Hause scheu zu meiden (U'sncht, heut muß sie der Mutter gehorsamen. Sie steht der alten Sarah gegenüber und zählt ihr vor, was i o braucht an Nähfaden und Knöpfen, Futtertuch und all den »deren Dingen, die setzt sich die Hornbrille auf und Lea muß ab : »d zu springen und Kasten und Schachteln herreichen und fortschaffen. „Das ist einmal ein ordentlicher Einkauf," sagt Sarah befriedigt. „D'rum komnit auch der Geigerle's Schneider," gesteht Dörtle. „Ei, schau, der kommt!" nickt die alte Jüdin und neigt das . u'tfje Haupt. „Ja, so, ist wohl auch schon zu schaffen für die wchzeit? Wird auf dem Gut nie mangeln, reiche Leut zu reiche» euten. Da kann Einer seine Freud haben." Das blonde Mädchen sagt etwas, was keinen ordentlichen Sinn hat. „Eine glückliche Mutter, die Schwaderin!" seufzt Frau Sarah, der geht's, wie sie sich's wünschen mag, der Herr weiß, daß ich sie it neid! Aber denken muß ich brav dran, daß sie eine glückliche llutter ist." Das Dörtle nimmt seine ganze Kraft zusaminen und thut nnefangen, was ihm aber schlecht geräth: „Ei Mutter Sarah, bei Euch hlt's auch nimmer." Da läßt die Alte den Zwirn fallen und schüttelt die Hände in 'er Luft. „O Du auch, leichtherzige Dirn! Du denkst! Aber äott weiß, wie's aussieht in dem Herzen der armen Sarah! - und er zählt meine Thränen. Tag und Nacht seufz' ich » meinem Leid und ring die Hände — und könnt glücklich sei», »tos um den Trotz und die Sünd von meinem Buben, den ich Hab;enährt mit dem Schweiß einer Wittib." „O, lieber Herrgott auch," stammelt das Mädchen und fühlt es! alt durch seine Adern gehn und wünscht, es hätte nichts gesagt oder s könnte mit einem Male hinaus aus der bedrückenden Luft. „Verblendet ist er, wie es das Volk Jsrael's war, als es hat »'tanzt in der Wüste um das goldene Kalb! Soll er machen sein Mck und werden das Veilchen Löw seine Frau und soll er beommen das prächtige Haus und das große Geschäft! Und denkt in einer Thorheit andere Dinge, die sind Sünde und ein Greuel vor teit Augen des Herrn." „Klufen möcht i auch noch," richtet Dörtle an Lea aus, in» aber ihre tödtliche Verlegenheit hinaus zu komme». „Aber!" und Sarah hat auf's Neue Athem geholt, „ich Hab gebetet zum Herrn und Hab geflucht der, die ihn angelockt hat, —" „Haltet ein — haltet ein, ich kann's nimmer hören!" schreit Dörtle gellend, „haltet ein —" Lea springt herbei, taumelnd faßt das Mädchen um sich, tödtlich öleich ist es und seine Lippen beben. „£), o!" stöhnt es jammervoll auf. „Was ist denn auch?" fragt Lea. Dörtle wühlt mit den zitternden Fingern in den Stecknadeln, welche Lea vorhin vor ihr »»gehäuft hat, und sagt wimmernd: „Die Klufen, an den Klufen Hab i mir weh gethan," und dann eilt sie an die Thür und spricht von dort zurück: „Zu morgen, da brauchen wir's erst, zu morgen, — i muß heim ohne Aufschub." Draußen aber steht sie still. Es ist nun dunkel und die Sterne find da, die Zeit, wo sie den Bartel treffen soll in der verschwiegenen Bohnenlaube. Aber ihr ist, als könne sie keinen Schritt weiter, als sei ein Gespenst hinter ihr — der Fluch der alten, weißhaarigen Frau. Sie meint, ächzen zu müssen, wie sie es neulich vom Bartel gehört hat — und traut sich's doch nicht. Es ist so still um sie her und ein Laut könnte sie verrathen! Und wenn Sarah wüßte, daß sie Schuld daran, daß Bartel sein Glück von sich weist! Dann sielen all die Verwünschungen direkt auf ihr Haupt. Sie faßt mit beiden Händen daran, es schmerzt sie so sehr. Und ist's denn nicht einerlei, ob die alte Frau um ihre Schuld weiß oder nicht? Die Sache ist ja doch die gleiche, die Flüche werden sie treffen, sie fühlt es. Langsam tappt sie sich an dem Zaun hin. Kann denn nichts sie davon erlösen, nichts sühnen? Sühne — das ist das Wort, das ist ihr schon einmal schwer ans die Seele gefallen. Und dann faßt sie einen Entschluß, sie will gleich zum Bartel und ihn beschwören, daß er seiner Mutter zu Willen ist, daß er gut macht, was verschuldet worden, daß er sie befreit von de» furchtbaren Verwünschungen. Ani Eingang vom Gärtlein hat der junge Bursch schon gewartet. „Lang bist geblieben," sagt er, „und Muße Hab' ich gehabt, zu denken, wie nun das Bohnenkraut verwittert und unser Schlupfwinkel eines Tages kahl dasteht und wir einen anderen suchen müsse»." „O, Bartel, nimmer!" „Nimnier?" lacht er. „Ei, da heißt's nur schlau sein." „Nein, Bartel, 's muß Alles aus sei» und hin! Deine Mutter- Hat dem Mädel geflucht, das ihrem Willen im Weg ist — und schau, das fällt Alles auf mi, und i kann's nit erdulden und i fürcht' mi." Er streicht ihr über das Gesicht. „Närrle auch, was eine alte zornige Frau spricht, das hat keinen Werth." „I verwind's nit!" betheuerte Dörtle, „in die Glieder ist's nur gefahren und auf meine Brust drückt'». Und was hilfts auch, füg' Di einmal, Bartel, ich Hab' mi auch gefügt." „Weil Du ein schwaches Weibsbild bist, sonst nix," sagt er verächtlich. „I und nachgeben! Hältst mich für so feig', wie Du!" „Ein Gehorsam ist kein Feigheit und Du willfahrst Deiner alten Mutter!" „Närrle Du, die wird sich schon geben," spricht er und sucht mit ihr zu tändeln, aber sie ist nicht, wie sonst. Unter ihren Füße» rascheln die dürren Bohnenblätter, das ist ihr auch ein Mahnzeichen: die Heimlichkeit muß ein End' habe». „Bartel, sag' auch, ob Du zuweilen später herdenken wirst — an die Eichkatz?" „O, Du gelbhaarigcs Dingte Du, Du bist ja meine Jugend — immer denk ich her. Und Du?" Aber daß er darum gefragt hat, das macht ihn zornig, denn Christophles Bild steht vor ihm und Dörtles auch, als das einer behäbigen Bäurin. Sie legt ihm feierlich die Hände auf die Schulter. „I werd' Abend und Morgen an Di denken, wenn ich beten ihn — das ist nix Unrechts." Dann wirft sie sich plötzlich an seine Brust. „O, Bartel, mir ahnt, als kämen wir so nit wieder zusammeii —" flüstert sie. „Müdele, zu morgen Abend." Sie unterdrückt einen Seufzer und wendet sich ab. „Nun träum' gut, Eichkatz Du!" Da komnit ein Freudenlaut über ihre Lippen. „Schau, daß Du das gesagt hast, das ist mir recht." Hastig eilt sie von ihm und schiebt sich leise durch die Thür. Wenn's ihr gelingt, tapfer zu bleiben, so sühnt sie ja den Fluch, jo wird er ihr nicht folgen. Aber plötzlich streckt sie erschreckt die

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