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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-07 · Heft 27 (7.7.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 27 (7.7.1893)
Date
1893-07-07
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 die Presse. Nücksichtsesitzen Sie Titer: über en Juden? schcfftliches eilen. mit ' die neue ollzähligen )ie Stadtstädtischen me Bürger verker vor mit einer rergoldeten )es, Herrn t seidenen .ere sprach esrabbiner >rte, durch üe Damen latz. Der ohnungen, Begleitung »ildete den Vorbei ers dem Vor- 'vtteshaus Rabbiner und hielt Dieselbe; ans und ustes, der uch durch en müsse, i Hymne: das vom ebräischer ahgesange tessen der oge statt. Kranke ericht für , Muster- Renschentfessionell )<xt große Zenutzung d Altersrrden die Ölheizung Kranker Kranken chwachen wworben >rne von )tsjahren Zoliklinik elkonsulung übt erzte zur 888 auf den von Bestehen z in den 'braucht, fte. Es waltung -lnsdruck giebt, nicht täuschen und die Bitte um reichlichere Zuwendungen vtc Förderung des Liebeswerkes ihren Weg zu menschenfreundlichen Herzen uibeu möge. C. Eitorf (Siegkreis), 29. Juni. In dem hiesigen aufblüheuden ^aftkurorte fand am vorigen Freitag die Einweihung der Synagoge ir die israelitische Filialgemeinde Geistingen-Eitorf) durch Herrn Rabbiner 7 r. Cohn aus Bonn statt. Dem Einweihungsakte wohnte der Herr Bürgermeister Wienecke als Nepräsentent der Ortsgemeinde, sowie eine a hlreiche Zuhörerschaft, darunter viele auswärtige Israeliten, bei. Der s' üsabbathliche Gottesdienst, bei welchem der Bonner Herr Rabbiner die predigt hielt und Herr Rosenbaum-Geistingen als Kantor fungirte, war y.i ebenso würdevoller als erhebender. Ein überaus zahlreich besuchter (estball schloß sich an das Nachmittags stattgefundeue Konzert an und oete erst um die vierte Morgenstunde. — n. Vom Rhein, 29. Juni. Nach mehrwöchiger Krankheit ist der orsitzende des Vorstandes des Rheinbacher Synagogenbezirks, Herr Ulbert Weinberg, aus diesem Leben geschieden. Bei der am vorigen 'ontag in Rheiubach stattgehabten Beerdigung waren nicht nur viele emeindemitglieder aus den Gemeinden des Bezirks, sondern auch viele arger der Stadt zugegen. — Zwei Tage später fand in Niederbreisig Begräbniß des um den Remagener Verein zur Verbreitung des andwerks unter den Juden hochverdienten Herrn Jonas Berger, nes Vorstehers des Synagogenbezirks Sinzig-Remagen, statt. In einem langen Trauerzuge gaben sowohl die Gemeindemitglieder, als auch viele .nt Nah und Fern herbeigeeilte Angehörige jenes Wohlthätigkeitsreins dem allgemein beliebten und geachteten. Mann das letzte ehrende >eleite. An der Bahre des Herrn Weinberg sowie an der des 'crnt Berger hielt der aus Bonn berufene Rabbiner Herr Dr. Cohn ■e Trauerrede. Oesterreich - Ungarn. * Wien, 2. Juli. Fürsterz bischofKohn ließ sich, wie die „Ostrauer Leitung" meldet, über die beiden Ritualmordprozesse, welche vor dem > Preisgerichte in Ungarisch-Hradisch verhandelt worden waren, Bericht statten. Er äußerte sein tiefstes Bedauern darüber, daß seine Diöcese am Schauplatze derartiger, von sündhaftem Fanatismus eingegebener! Verleumdungen geworden sei und drückte die Erwartung aus, daß in! inkunft der konfessionelle Friede in der Diöcese von so häßlichen und l 'jährlichen Störungen bewahrt bleiben werde. * Wien, 2. Juli. Anläßlich der Einweihung eines Kindergartens t der Matzleinsdorfer Straße in Wien hielt vorgestern der Pfarrer u St. Florian Pater Joseph Grünwald eine Rede, die zu jenen würdigen Kundgebungen gehört, welche in den letzten Jahren glücklicher-- a-eise doch nicht selten aus der Mitte des Wiener Klerus an die Oeffentüchkeit gedrungen sind. In dieser Ansprache sagte Pfarrer Grünwald ater Anderem Folgendes: „Wenn man die Tagesblätter zur Hand umnt, so ist es geradezu entsetzlich, wie häufig man über Ausschreitungen cm Kindern im schulpflichtigen Alter, welche Diebstähle, Raubanfälle '.nd Selbstmorde begehen, liest. Diese fürchterliche Thatsache wird bald er modernen Schule, bald der Kirche vorgeworfen. Doch weder die 7chule, noch die Kirche tragen die Schuld. Schuldig allein sind die ltern, welche es unterlassen, ihre Kinder in dem zartesten Alter, in dent or Herz noch weich wie Wachs und gleich empfänglich für Gutes und Böses ist, zu erziehen. Wenn heute in Bezug auf Lehre und Wissenschaft :uä) sehr viel geleistet wird, so muß man doch eingestehen, daß es mit er Erziehung sehr traurig steht. Wenn ein Kind aus der Schule ommt und es hat eine wohlverdiente Strafe erhalten, so geben die Atern der Strafe nicht etwa den gehörigen Nachdruck, sondern sie laufen amt Bezirksgericht und zum Arzt, mit etwas herauszufinden, womit sie eit Lehrer in seiner Existenz schädigen können. Wir leben in einer Zeit, m der Einer den Andern haßt, weil Einer ein paar Gutden mehr besitzt oder ihn verfolgt, weil er anderer Konfession oder Nationalität ist. Dies mar aber nicht die Absicht des edlen Stifters unserer Religion, vor welchem alle Menschen gleich waren und der das Prinzip der Caritär und Liebe gegen Jedermann aufstellte. Schließlich drückte der würdige Pfarrer die Hoffnung aus, daß aus den anwesenden Kindern einst nützliche Mitglieder der Gesellschaft werden, um in gleichem Sinne wie die Stifter dieses Vereins zu wirken. Budapest, 29. Juni. Dr. E. Lattes, Professor an der Mailänder Universität, setzte vor Jahren auf den Namen seines Bruders, des bekannten Mailänder Rabbiners, einen Preis aus, wodurch die Bestrebungen des verstorbenen Gelehrten ausgeführt oder wenigstens fortgeführt werden sollten. Vor mehr denn 6 Jahren setzte er den Preis von tattsend Lire für ein Werk aus, welches die griechischen und lateinischen Elenteute im rabbinischen Schriftthum zusammenstellt, die phonetischen Verwandlungen, denen diese Elentente im jüdischen Volksmnnde unterworfen waren, darstellt und insbesondere auch die morphologischen Gesetze, welche bei der Aufnahme derselben maßgebend waren, den Anforderungen der modernen Sprachwissenschaft gemäß wissenschaftlich behandelt. Die Preisarbeit sollte entweder in lateinischer oder deutscher Sprache abgefaßt sein, als Jury sollte das Professorenkollegium der Landesrabbinerschule in Pest fungiren. Drei Jahre vergingen, allein das erstutalige Ausschreibett blieb erfolglos. Desto mehr Erfolg hatte das zweite Ausschreiben. Die Eröffnung des Mottobriefes am 16. d Mts. durch den Leiter der Budapester Rabbinerschule Herrn Rabbiner M. Bloch, ergab als Autor der preisgekrönten Arbeit Dr. Samuel Krauß, der soeben seine Studien an der Anstalt beendet hat, in die er vor 9 Jahren eingetreten ist und der bereits zum definitiven Religionsprofessor an den Mittelschulen der Hauptstadt Ungarns ernannt ist. * Budapest, 80. Juni. Der Unterrichtsminister Graf Albin Csaky hat in Betreff der Enthebung israelitischer Schüler vom samstägigen Unterricht an sämmtliche Schulinspektoren und kirchlichen Oberbehördett einen Erlaß folgenden Inhalts gerichtet: Die israelitischen Schüler können an Samstagen vom Schulbesuche nicht ettthoben werden, doch können sie an diesen Tagen vom Schreiben, Rechnen und Zeichnen befreit werden, wenn die Eltern (Vormünder re.) um die Befreiung in einem Gesuche mit behördlich legalisirter Unterschrift ansuchen Die Befreiung ertheilt in Elementar-, höheren Volks- und Bürgerschulen das staatliche Schulkuratorium und der Gemeindeschulstuhl, in Lehrer-, Lehrerinnen- und Kinderbewahr-Bilduugsanstalten der königl. Schulinspektor. Der solchermaßen befreite Schüler hat am Samstag in allett Unterrichtsstunden zugegen zu sein und kann beispielsweise aus Arithmetik zu mündlichen Antworten aufgerufen werden. Wenn die Anzahl der jüdischen Schüler eine große ist, so muß nach Thunlichkeit darauf geachtet werden, daß die Zeichen- und Kalligraphiestunde nicht auf den Samstag falle. Wenn dagegen die betreffende Klasse am Samstag in einer Stunde blos mit dem Schreiben von Aufgaben oder Zeichnen beschäftigt ist und Erklärungen nicht Vorkommen, so ist der befreite Schüler während dieser Zeit auszufragen oder mit der Wiederholung seiner Lektion zu beschäftigen. Die befreiten Schüler sind in beit übrigen Unterrichtsstunden umso eingehender zu prüfen und vorausgesetzt, daß Schönschreiben am Samstag erfolgt, ist frie Schrift solcher Schüler aus ihren anderen Arbeiten zu beurtheilen. — Auf eine Einladung des Präsidenten der israelitischen Landeskanzlei, Martin Schweiger, fand am 15. Juni im Prunksaale der Pester israelitischen Gemeinde in Angelegenheit der Gründung einer ungarisch-jüdischen litterarischen Gesellschaft eine Konferenz statt. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Samuel Kohn, zum Schriftführer Dr. Franz Mezey gewählt. Der Vorsitzende erörterte den Zweck und die Wichtigkeit der zu gründenden Gesellschaft. Wir müssen, sagte er, dem Juden eine ungarische Bibel geben, den Talmud und die sonstigen geistigen Schätze der Judenheit in ungarischer Sprache herausgeben, damit man uns kentten lerne und wir selbst uns kennen lernen, damit in der Judenheit nationaler Geist und eifrige Religiosität sich verbreiten. (Lebhafte Zustimmung.) Die Gründung der Gesellschaft wurde sodann beschlußweise ausgesprochen und ein aus den Herren Dr. Samuel Kohn, Dr. Franz Mezey, Dr. Wilhelm Bacher, Dr. Joseph Banoczi, Dr. Bernhard 'Alexander, Dr. Moriz Karman, Dr. Julius Klein bestehettdes Vorbereitungskomitee entsendet. Es wurde sodann angemeldet, daß die Abgeordneten Dr. Franz Chorin und Dr. Julius Roseuberg mit je fl. 200, Dr. Moriz Stiller, Stephan Popper und die Marczalier israelitische Gemeinde tnit je fl. 190 als gründende Mitglieder in den Verein eingetreten sind. E. Krakau, 29. Juni. In einer jüngst im Lokale des hiesigen Litteraturvereins „Sfas Emes" stattgefundetten Versammlung, an der sich jüdische Bürger aus den verschiedensten Kreisen der hiesigett Bevölkerung betheiligten, wurde beschlossen, einen „Verein zur Unterstützung der jüdischen Kolonien in Syrien und Palästina" zu gründen, der ülfi

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