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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-07 · Heft 27 (7.7.1893) · p. Seite 323

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 27 (7.7.1893)
Date
1893-07-07
Page
Seite 323 (sequence 11)
Language
German
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323 neu andern eisten Weis unterschieden zu mäßige-,? er ihn mit i im Herzeireden, geben n die ersten?rd befolgt dahin bei? fortf. folgt. legt, er ha-.?mer kerzen leise gesagt, n in Stutt i gefomtner. sie brauche? ne sie Diel;t Gedanken nd ich bin genommen sie?? haben, n Geschäft.?. Barnch. i heut vo? ' und Hab et ist Dein e Sekunde ch bin ein und mein : Söhnerin , Und der verschämt efallen hast rden. Und lit mir in a sind ein stumm ge- », Mutter!" m Geschäft das schöne lcheu wird ist wieder Menschen u?" „Ach was," ist die Antwort gewesen, „was festgemacht werden! kann, soll festgemacht werden. Eil hat's. Von Calw ist ein Bewerber! da unb von Nagold, und weuu's erst in Stuttgart laut wird, daß j der alte Löw fein Geschäft und seine Tochter abgeben will, — schau,! Eil hat's." j Der Lea sind jetzt zum ersten Male die Worte auf die Zunge j gekommen: „O, Mutter, daß es Dir so geglückt ist mit Deinem Vorhaben! Ich bin den Hellen Tag herumgegangen, als träumt' ich, j und auf das Herz hat's mich gedrückt. Aber was Du unternommen hast, das hätt' and; keine andere Frau fertig gebracht. Ter reiche ' Löw in Weil der Stadt — und sein Veilchen!" — Sarah ist da-; gestanden wie eine Siegerin. „Meine Wittweuschaft hat mir Kraft gegeben und Gott hat mir (Nif die Zunge gelegt, was ich sollt' sagen, um zu rühren und i zu treffen den Sinn vom Löw. Und morgen sollst kommen, Barnchj leben, zu grüßen Deine Braut und zu setzen Deine?? Fuß in das! Haus, wo Du wirst einmal sein der Herr." j Dem Bartel ist alles Blut aus den Wangen gewichen, er ist j ehrerbietig aufgestaudeu und hat die Hände der Mutter gefaßt, als j müsse er sich bavait halten, wie damals, wo er noch ein kleines, hilfi loses Kind gewesen ist, und dann hat er gesprochen?: „Mutter, ich! bunt Dir mein Leben?n?d il? n?ei??e??? Herze?? ist??ichts als Lieb und I Verehrung für Dich — aber vergieb, es will mir nicht ii? den Si????,; an ein Mädchen gebu??de?? sein zu solle??, das ich??icht ke??ne — blos ' des Vortheils halber!" „Hör' ich recht?" ist's von den Lippen der alten Fra?? gekommen. * „Schau, Mutter," hat er weiter gesprochen, „ich Hab' so ganz j andere Pläne für die Zukunft gehabt — u??d???ei??e Heirath soll | einmal kein Geschäft sei??!"! „Hör' ich recht, Lea, mein Kind?" hat Sarah wieder gerufen.! „Tag, daß ich bin taub geworden und mich verhör' unb daß es : nicht mein Sohl? ist, der eifert gegen Das, was Brauch ist ii? der! Welt? War????? sollst den? Veilchen Lölv??it gut sei??? Ist ein braves Mädchen; nit gerad schön und ei?? biSle schwachäligig, aber hat ihr Vater??icht das schönste Haus unb das beste Geschäft — unb sie ist das ei??zigste Ki??d vorn reiche?? Löw?" Bartel hat denke?????üsse??, was drüber? auf dem Gut vor sich : geht, wie es bei de?? Bauer?? and) geheißen hat: Geld zu Geld —; und nach den Herze?? nicht gefragt worden ist. „Denk and) nur, Lea, wen?? Du hättest gesehen? das Veilchen! gar schön ist's dagestande?? i?? eine??? Seidenkleid unb sind Spitzen brau gewesen?, die fast nit für eine Mark den Meter, u??d ist mein Gewand mir armselig vorkom???e??, arg ar???selig dagegen?! U??d ei?? Goldgeschirr hat's a??r Hals gehabt, das hat nur so geblitzt, und Ringe an den Fi??ger?? mit echte?? Perle??. Ich Hab immer gedacht, wenn der Barnch erst einhergeht mit einer so schön geputzten Fra??!"! Und Lea hat ga??z gerührt dabei geschieue??. „O Mutter, da trau ich mich nit Hera??." „Was?" ist's von Sarah's Lippen gekommen, „vornehmer in? Stamm sind wir nun doch, wie de??? Löw sein Haus, das weis; er?oohl????d das th??t ihm and) was gelte??. Und ist??icht?nein Ma??n geloese?? ein Gelehrter? Hat der mit de?? Bücher?? umzugeheu ge-?oußt — unb das hat der Bar??ch von ih?n. Ist de??? Löw auch recht gewesen?, daß seil? Tochternla???? hat viel mit den? Büchern zu thun, gehört heut zur Bildung, Fra?? Sarah, hat er gen??ei??t. Liegt j mir ja auch eben? d'ra??, daß mein Veilchen? bekommt einen? gebildete??? Manu! 's Veilche?? hat dazu genickt unb ist nach de??? Klavier ge-! gangen, was es gelernt hat, und hat's geschlagen????it solcher Ku??st, daß mir Hören m?b Sehen? hat abhanden fommeu wollen, so arg schön ist's genvesen." „Klavierschlage?? ka????'s auch," hat sich Lea verwu??dert. „Ich aber, ich Hab auch getha??,?vas sich schickt, und erzählt, wie grausan? Bescheid der Bar??ch lveiß mit de??? Französisch und daß er kann a??ch auf Englisch reden, daß man nur so staunen?????ß. Ja, Bildung, Aildnilg, bantit gilt's, hat der Lölv daun allemal gesagt, u??d ist Recht, wen??? Ei??s mit feinen Kindern höher hinaus will, als es selber steht. U??d's Veilchen?, das ist immer verliebter geworder? ir? das arg schöne Bild vom Bar??ch, das ich Hab heimlich von der Wand droben? geno??????en, um es???it zu führe??. De???? daß es einen Effekt machen würd', das Hab ich gleich gew??ßt. Erschaut ja b’rauf a??s wie ein leibhaftiger Prinz —" „Heimlich nit, Mutter," ist ein lenser Einwnrf von der Tochter genvesen, „ich hab's scheu? ge???erkt, was fehlen that." „Dagelassen Hab i's", ist die Erzählung von der Alten? weitergega??gen, „????d das Veilchen? wird's nun wohl brav anschaun unb sich auch eil? Bisle darir? verliebe??, und wenn? Tn morgen? hinkommst, uteiu Baruchlebe??, da hast's????? so leichter." Ein Kä???pfen? ist's ans den? Gesicht von? Bartel genvesen?, seine Br??st ist ihm hoch gegangen?, und endlich ist er zu einen? Entschluß gekommen. „Mutter, verzeih mir, ich bin Tein guter Sohn," hat er gesagt, „aber ich will den? Lölv sei?? Halls so wenig wie sei?? Veilchen." „Ist's möglich!" hat die alte Fra?? gerufen, „Lea, sag auch, ob's möglich ist, daß das der Barueh gesagt hat." „Die Zeiten [iitb andere, heut, Mutter," ist von? Bartel weiter gesprochen, „und ich Hab mich genährt im Geiste von denn, was die Dichter unb Deuker sage?? —" „Die ke????' ich??icht," ist Sarah ei??gefalleu, „ich ke??u' den Löw unb das Veilche?? und morgen gehst hin." „Nein, niemals!" ist de??? Bartel sein Wort gewesen?. Ta hat sich die alte Frau vorgebeugt: „Wen??? Du das Veilchen? ansschläast und was ihr Vater dazu auf seiner Hand bietet — so --- so hast eine A??dere in? Si????!" Still ist diesmal der Sohn geblieben?. „Hab mit den? Löw viel geredet", hat Sarah weiter gesprochen?, „auch Don der? neuen Sitte??. Da th??u sie Christen? und Juden? zusan??nen? und) neuen Gesetze?? zur Eh', das t'ami kein Segen feilt. — Unb Tu sollst bei beit allen? bleibe??. C\ wem? ich erleben thät, daß Du nach einer Christ??? schautest!" Ei?? bitteres Lache?? hat der Bartet hervorgestoßen. „I?? der Stadt, in Stnkkert, da kannst so etwas schon vollführt haben? „Nein!" hat er betheuert. „Willst lüge?? vor Deiner alten? Muttert Wem? Dir nicht etwas im Herzen saß, thät'st mit beide?? Händen nach den? Veilchen? greifen?." Kei??e Antwort ist gekommen; da hat sich ein Lächeln über das Gesicht der alten? Sarah gestohlen? und sie hat der?? Sohn die Hand auf die Schulter gelegt. „Weuu's eine rechtschaffene Jüdin ist, an die Tu denkst, mein Baruchlebe??, so sprich, so soll sie auch willkommen sein Deiner alten? Mutter, und wem? sie nichts ins Haus bringt." Lauernd sind ihre Blicke geworden, stnmm hat sie gewartet, unb wie er endlich immer noch geschwiegen hat, sind ihren Lippen die harten? Worte entfallen, die das furchtsame Dörtle hinter der Thür vernommen hat. Nach und nach ist das Alles den? Gebeugten wieder in den Sinn gekommen, ein qualvolles Stöhnen ringt sich ans seiner Br??st, es duldet ihn nicht länger in dem engen Raun? — er lvill hinaus — wohin? Nur nicht unter die forschenden Angen der Mutter! Kindes-! Pflicht und Liebe streiten sich mit einander in seinem Herzen — Liebe,

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