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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-07-07 · Heft 27 (7.7.1893) · p. Seite 321

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 27 (7.7.1893)
Date
1893-07-07
Page
Seite 321 (sequence 9)
Language
German
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321 anten ihres er Heimatb >eim König itze anwies;u gründen denen es en mit hin. > Dorothea'' jedoch, daß ach Kräften gut wie die Ms wegen »oft an den dabei aus. mg, welche admet hat, Juden den!M einzigen nur zwei en zugefügt ieldwechsel» Salzburger ' bemerkte, ck, das er zu kennen, e sich der s Geldstück in endlich: nimmst." rn schenkte gern fand hatten die Irden aber, burger zu rach ihrem rzenhausen iusammen. , sondern Weimar, », zwanzig ' ihm nur e reichlich, lem gaben er rühmt Synagoge ten Profit er Straße er Mann geschienen, brauche, am Tage sie ihnen schenkten sing auch te». Ein Fürther Jude gab allein über hundert Gulden. Die Juden in der Landgrafschaft Hessen-Kassel sammelten sogar viertausend Thaler. on Nymwegen sammelte der Banquier Benedict Levy Gompers für iic 1200 Gulden. Endlich wird Aehuliches noch von den Juden in Bamberg, Würzburg, Coburg, Bahn, Danzig und Königsberg gerichtet. An dem letzgenannten Orte schenkte ihnen Moses Levin nuei Oxhoft Wein zur Erquickung. Kurz, „allenthalben", sagt Göcking, „wo Juden wohnten, erwiesen sie diesen Flüchtlingen alle Liebe." lüenn er den Wunsch hegt, daß diese Juden, die sich so wacker icnommen, auf die Wunder der Zeit merken und sich bekehren möchten, so wird man es ihm zu Gute halten, daß er ein Sohn feiner Zeit ist. d FEUILLETON Ver Stern non Zion. Eine historische Erzählung von L. Tarnowski. Es geht der Mensch auch in bestimmten Gleisen, Und wie der Stern aus seiner Bahn geschmettert, Im wilden Sturme durch die Räume donnert, Bis er zum Aschenhaufen ausgebrannt, So geht der Mensch verloren, der verwegen Aus seines Lebens Schranken brechen will. Th. K örner. i. Das weite Mittelmeer lag ruhig in erhabener Schöne an dem Fuße Asiens; die weißen Silberlämmer des Himmels und seine ticrrliche Btälie gab es zurück, und im fernen Westen strahlte es golden, denn die untergehende Sonne schwamm darauf, und ihr glanzendes Gefieder streute tausend bunte Lichter auf die stille Fläche. Auf den Wällen und Thürinen von Gaza, im Alterthum die iiiächtigste Küstenfeste des südwestlichen Judäa, lagen die letzten Strahlen der Sonne, und auf der steilen Anhöhe, die unweit der Stadt sich erhebt; die ringsliegende flache Ebene, mit Gras und niederem Gebüsch bedeckt, war bereits im Schleier der Abenddämmerung versunken. Kein Geräusch unterbrach das stille Sinnen zweier Männer, die nahe am Meere auf einem bemoosten Steine saßen; Alles war still in der Nähe und Ferne, und im Sinnen mußten die beiden wohl begriffen sein, die, unverwandt ins Meer und in die Sonne schauend, keinen Laut von sich gaben, keine Bewegung machten. Der Eine, ein Greis mit geistvollem Gesicht und scharfen, durchoringenden Augen, trug ein altes, rauhes Gewand lind sah starr vor sich nieder, als bewahre sein Geist die Resultate tiefer Forschungen. Ser Andere, ein junger Mann von hoheni Wuchs und kräftigen Formen, tvar in ein enganliegendes Kleid von dunklem Zeuge gehüllt. Sein Gesicht, vom Abendroth beschienen, war edelschön gebildet; eine gewinnende Milde und Weichheit lag in den Zügen, und eine stille Schwärmerei blitzte aus dem kohlschwarzen Auge, das tieffinnig in die Ferne schaute. Lange hatten die Männer so gesessen, und es schien, als wolle einer den Andern überbieten in der Kunst, ein lebloses Standbild zu repräsentiren; da mochte es dem Jünglinge zuerst lästig werden, denn er wandte nun das Haupt und blickte aus den Alten, der noch immer vertieft und versunken war in seinen Gedanken. „Der Abend geht schön hernieder, Rabbi," sagte der Jüngling jetzt; „das Meer liegt still und träumerisch; die Lüfte streichen langsam über unsere Häupter; wie ist eS so stillseliz in meinem Busen." Er schwieg und sah ans den Greis, ein Wort aus seinem Munde erwartend, aber stumm und reglos blieb dieser, und der Jüngling redete weiter: „Und doch ist mir dabei so weh im Herzen," sprach er; „in stillen Augenblicken übermannt mich oft ein seltsames, unerklärlich dunkles Schmerzgefühl, ein Sehnen nach Etwas, das weiter liegt, als ich begreifen kann. Erkläre mir, guter Rabbi, das Unerklärliche, löse mir das Räthsel, denn Du bist eingedrungen in die Rollen der Weisen und in die Geheimnisse der Natur; Du kennst das Meuschenherz, und das Herz Deines Schülers liegt offen vor Dir und ruhig wie das stille Meer, das getreulich Alles wiedergiebt, was es von oben empfängt." Er blickte wieder auf den Alten, doch der blieb auch jetzt noch stumm und bewegungslos, daß nach einigem Zögern der junge Mann aufstand, einen Arm um den Nacken des Gefährten schlang und leise fragte: „Zürnst Du, Rabbi, Deinem Jünger, und willst Dli einsam sein, Deinen weisen Gedanken anheimgegeben, von Niemandem gestört und bemerkt?" Der Alte schüttelte das Haupt und bedeutete den Jüngling, sich wieder niederzusetzen; dann stand er auf, schaute sich ringsum am Horizonte und sagte mit tiefer, kräftiger Stimme: „Ist nicht der Himmel ringsum aus blauem Erze gebildet? — Ist nicht die Erde groß und hat Klüfte und Höhlen und dunkle Wälder ohne Zahl? — Ist nicht das Meer tief und sicher im Grunde vor jedem Späherblick? Ich meine, dem sei nicht anders. Und doch, Jüngling, ist der Geist des Weisen durch den ehernen Himmel gedrungen und hat den Lauf der Gestirne berechnet; doch hat er die weite Erde sich zu eigen gemacht mit Allem, was sie hervorbringt; doch schaut er in die Tiefe des Meeres, und in den Abgründen liest er ans einem Buche mit feuerhellen Zeichen." Hier setzte er sich wieder auf den Stein und sagte mit großem Nachdruck: „Ich lag im Gebete vor Gott siebenmal, und ich hatte siebenmal ein Gesicht aus der Höhe und aus der Tiefe. Eben überlegte ich, als Du redetest, ob es gut sei, Dir das Wunderbare nützutheilen, und jetzt bin ich überzeugt, daß es Perrath wäre und Sünde, wollte ich länger schweigen. So höre denn, Jüngling, Sohn des Sternes, Du Geweihter des Herrn, höre, was über Dich beschlossen ist von Anbeginn der Dinge, ohne daß Du es ahnen durftest, bis die Tage erfüllt waren; jetzt sind sie erfüllt. Ich betete ein schweres, großes Gebet, ein Gebet um Frieden in meinem Jammer. Das Elend unseres Volkes lag vor mir, wie eine ungeheuerliche, schauerliche Wüste, rings von himmelhohen Bergen und Mauern eingezwängt. Unten wimmelten nackte Sklaven in Schmutz und Barbarei, Blicke tödtlicher Verztveifluug empor werfend zu den Höhe», auf denen die römischen Helme und Adler glänzten, von denen der Tuba wilde Klänge herabschmetterten. Da ward schauerliche Nacht in meinem Geiste, denn ich vernahm das Geheul der Aermste», und die Flüche, mit denen sie die Stunde der Geburt verwünschten, und alle Stürme und.Greuel, die über Jeschurums .Heiligthum gekommen sind seit vielen Jahrhunderten, schritten langsam an meinem Auge vorüber und grinsten höhnisch meinen Glauben an, den Glauben an den kommenden Messias, der bis zu diesem Augenblicke noch geborgen war in meinem Inner». Nun zweifelte auch ich und weinte vor Grimm und Leid, denn die Stimme eines Römers rief in mein rechtes Ohr: Eure Heilande, so viel ihrer aufstanden, waren Rebellen oder wahnwitzige Narren, denen wir ihren Lohn gegeben haben. Ich brach zusammen vor Grimm und Herzeleid, seufzend: „So ist denn Alles Lüge, was den Nachkommen der Erzväter verheißen tvurde von dem Herrn, die heiligen Bücher sind Lügen und Erfindungen, und nichts ist wahr, als unser Elend, unsere Schmach, so niemals enden wird." Nach dieser Klage siel mir ein schweres Weh aufs Herz und ein helles Licht erhellte meine tiefe Nacht, und das schreckliche Bild war verschwunden vor

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