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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-06-30 · Heft 26 (30.6.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 26 (30.6.1893)
Date
1893-06-30
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 rkularartigcn cten kommen kanzen. Tie jahr 310 nnt M. 1705.17. Statistik über » thatkräfti^e uch die dci ngsanstaU den übrigen sind. Der ivesenheit in tschritte eine lformatiomn wanzubildeu. Mittheilung r Anstalt in; Ehrensache. ls hat vor esdienstes an dasselbe siellg, daß dafinden wird. d ans diesen! wüster Bit!- Wichtigkeit;end-Gottes .en — eine zu knüpfen rben infolge ttag stattge zunächst für er auf unge d erhebender )en mit An n die Eltern rgelmäßigev demselben Väter und >tt gescheut hste Pflichr the. Nicht;n erziehen, ttige Pflege chtung der urer Kinder wird, wenn l gehobener rer sabbath- [). Dadurä. zuln Segen;re Verant n zu lassen, l Menschen ur heilsaru üth sie tiefe Religions- .ein zuwege ffte, wie er \ kindlichen .nähme cm ht wirksam Väter und Euch zu- und große Lpfer für Eure Kinder, bringet ihnen auch dieses, das sicherlich nicht das unnützeste sein wird. Möge Gott Eure Herzen lenken! Aachen, im Mai 1893. Rabbiner Dr. Jaulus." N. Coblenz, 26. Juni. Die 12. Jahresversammlung des Vereins israelitischer Lehrer Südwest-Deutschlands fand am 23. und 7!. v. M. in Coblenz statt. Nachdem der Vorsitzende Kollege Eppstein- .nr.ppstädten die Sitzung eröffnet und die zahlreich Versammelten begrüßt, in rbreitete sich derselbe in längerer Rede über die Nothwendigkeit der ^sammenkünfte der israelitischen Lehrer. Zum ehrenden Andenken an du verstorbenen Kollegen Schnerb-Merzig erhob man sich von den Sitzen. Bann ward vom Unterzeichneten das Protokoll der vorjährigen Vers.mnnlung verlesen und genehmigt, der Kassenbericht erstattet und Decharge c-'.heilt und der bisherige Vorstand durch Stimmzettel wiedergewählt. 7.an folgten die Begrüßungen von Herrn Günther, Vorsitzenden des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Coblenz, von Herrn Rabbiner?r. Singer-Coblenz und des Kollegen Friedberg-Coblenz. Herr Bankier Boldschmidt aus Bonn begrüßte als Delegirter des D. I. G.-B. die Versammelten, ausführend, daß der von ihm vertretene Bund an der Konferenz 7 7 Vereins ein warmes Interesse bekunde, insbesondere aber an demjenigen l linkte der Tagesordmmg, der über den Zusammenschluß der israelitischen nhrervereine Deutschlands handelt. Man beschloß deshalb, über diesen iGegenstand zunächst zu berathen, und nach langer Debatte, an der sich! sonders Herr Goldschmidt-Bonn, die Herren Rabbiner DDr. Cohn- Bonn, Singer-Coblenz, Weingarten-Ems, Kollege Nußbaum-Trier und Bamm-Dierdorf lebhaft betheiligten, gelangte man auf Vorschlag des 7 Biegen Ransenberg-Neuwied zu dem Ergebniß, „daß der Vereins- Vorstand zu beauftragen sei, den Zusammenschluß mit gleichartigen Bremen zu bewirken." Es folgte nun ein Vortrag über „Schul- und rmeindebibliotheken." Da der Referent Liebstädter-Hoppstädten nach Rrotschen versetzt ist, hatte Kollege Baum-Sötern dieses Thema bearbeitet. Er verbreitete sich über den Nutzen der Lektüre, die Nothwendigkeit t Bibliotheken, die Beschaffung der Geldmittel, die Art der Bücherrtheilung, Inhalt der Bücher und kam zu folgenden Leitsätzen: 1. Die Bhülerbibliotheken sind im Stande, Unterricht und Erziehung zu fördern, nb es ist deshalb vom jüdischen Lehrer dahin zu wirken, daß eine jede schule eine Schulbibliothek erhalte. 2. Um das Interesse am Judenthum n heben, ist das Bestreben der Jetztzeit, Gemeindebibliothen zu errichten, out Lehrerstande zu unterstützen. 3. Es ist deshalb zu wünschen, daß Gemeinden alljährlich eine gewisse Summe zu diesem Zwecke in ihrem i' lat auswerfen. Hiermit schloß die geistige Arbeit des ersten Tages und uran freute sich auf das gemeinschaftliche Essen, das aber nur in seinem t: reife die Erwartungen übertraf. Desto vergnügter stimmte die ausgerechnete Bowle, die Herr Vorsteher Günther - Coblenz den Konferenzteilnehmern zum Besten gab, welche dieselben bei Gläserklang, Toasten und Gesang lange fröhlich beisammen hielt. Am folgenden Tage ward .schlossen, daß die nächstjährige Versammlung am 13. und 14. Mai in Bingen stattfinde und daß 1. die Ausarbeitung eines Lehrplanes für die nklassige israelitische Volksschule in Angriff genommen werde, und zwar n machst derjenige für den Religionsunterricht. Referent der Unterzeichnete. -. Der Lehrer als Prediger. Referent Alexander-Bendorf. 3. Die Vorübung des Lehrers als Kantor. Referenten Nußbaum-Trier und Nußbaum- Bingen. Nun erhielt Kollege Ransenberg-Neuwied das Wort zu seinem Bortrage: Stoff und Methode des nachbiblischen Geschichtsunterrichts in -er jüdischen Volksschule. Die vortrefflichen Ausführungen des Vorragenden gipfelten in folgenden Leitsätzen, welche die Zustimmung der Versammlung fanden: 1. Der Unterricht in der nachbiblischen Geschichte ü zur religiösen Erziehung nothwendig. 2. Während Einzelbilder bereits auf der Mittelstufe behandelt werden, ist der eigentliche Unterricht für Be Oberstufe berechnet. 3. Er beschäftigt sich mit der Geschichte der Juden Kanaans, Babylons, Arabiens, Europas und speziell Deutschlands, i. Der Lehrstoff wird nur in Einzel- oder Gruppenbildern gegeben und konzentrisch auf drei Schuljahre vertheilt. 5. Viele Abschnitte werden dem Pensum der Weltgeschichte eingeschlossen. 6 Es ist wünschenswerth, daß den Schülern ein Lernbuch in die Hand gegeben werde. Inzwischen war die Zeit so weit vorgeschritten, daß der Vortrag „über Chewroth" als erster auf die Tagesordnung der nächstjährigen Versammlung zurückgestellt werden mußte. Die Jaeobsohnsche Buchhandlung in Breslau hatte eine Anzahl von Schulwerken ihres Verlages der Versammlung zur Verfügung gestellt; ebenso Herr Levin-Tilsit eine Anzahl Exemplare des von ihm herausgegebenen „Jeschurun". Herr Dr. Cohn-Bonn brachte eine Broschüre „Israelitische Religionsschulen" zur Vertheilung, und ein früherer Kollege, Herr Kaufmann van der Walde-Euskirchen, betheiligte sich in lebhaftestem Eifer an den Besprechungen. Allen diesen Herren sei auch an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen! Nachdem der Vorsitzende den Vertretern der Gemeinden Coblenz und Neuwied für ihr marines Interesse an unfern Bestrebungen, sowie allen Versammelten für ihre wackere Mitarbeit an unfern Verhandlungen gedankt hatte, wurde die Versammlung kurz nach 12 Uhr geschlossen. Der Schriftführer: R. Nußbaum-Wittlich. Oesterreich - Ungarn. O Wien, 27. Juni. Herr Dr. S. R. Landau Hierselbst hat von dem englischen Schriftsteller und Reisenden Mr. Hall Ca ine, über den er in Ihrer geschätzten Zeitschrift Nr. 13 d. I. einen Aufsatz veröffentlichte, aus diesem Anlasse ein Schreiben erhalten, das in deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet: „Greeba Castle, Jsle of Man, 8. Juni. Sehr geehrter Herr! Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für den ausgezeichneten Artikel, den Sie unter meinem Namen in der „Allg. Zeitg. d. Jdth." veröffentlichten. Es ist für mich eine große Auszeichnung, einer so großen Sache mit meinen schwachen Kräften zu dienen. Ich begebe mich demnächst nach Palästina, um dort an Ort und Stelle die Aussichten und die Zukunft der Kolonisation zu studiren. Denn die zahlreichen Berichte in England sind einander so widersprechend, daß eine persönliche Untersuchung sehr dringend erscheint. Und es heißt auch eine schwere Verantwortung auf sich nehmen, wenn man Ihren verfolgten Brüdern den Rath ertheilt, Rußland zu verlassen und im Lande ihrer Väter ihre Wohnsitze aufzuschlagen, ohne sich zuvor überzeugt zu haben, daß dies von günstigem Erfolge begleitet sein wird. Ihnen nochmals dankend, zeichne Ihr aufrichtig ergebener Hall Caine." * Budapest, 26. Juni. „Magyar Allam" veröffentlichte vor einigen Tagen ein Memorandum der ungarischen Bischöfe an den Papst vom 3. März, welches seither unbekannt war. Dasselbe ist schärfer gehalten, als das Memorandum an den König. Die Bischöfe verwerfen unter Andern: die Judenreception, weil der Uebertritt zum Judenthum dogmatisch unerlaubt sei. Auf die Reception der Juden übergehend, wird im Memorandum darauf verwiesen, daß die Juden seit dem Jahre 1868 die gleichen politischen Rechte mit den Christen besitzen. Nicht so bezüglich der die Religion betreffenden Rechte. Das Memorandum zählt die Rechte, welche die Religion betreffen, auf, in welchen die Juden nicht mit der christlichen Religion gleichgestellt sind, und dann heißt es: „Wenn die Juden auch in dieser Beziehung durch die Reception den Katholiken gleichgestellt werden sollten, so dürfte in erster Reihe ein Christ Jude werden, wodurch die weltliche Macht leugnen würde, daß das Christenthum einen idealen Charakter dem Menschen aufdrücke. Es würde dadurch ausgesprochen, daß zwischen Christenthum und Judenthum gar kein Unterschied bestehe. Daraus gehe hervor, daß man die Reception der Juden in diesem Sinne nicht acceptiren könne." m.e. Lemberg, 22. Juni. — Der vielbesprochene polnische Katholikentag wird nun, wie die polnischen Blätter melden, definitiv am 4. Juli laufenden Jahres in Krakau seine Verathungen beginnen. Unter Anderem wird P. Chotkovski die Einführung der konfessionellen Schulen in Galizien anregen. — Derselbe P. Chotkovski hat dem augenblicklich auf seiner Agitationsreise in Galizien befindlichen Antisemiten Schneider aus Wien seine Unterstützung in Krakau angedeihen lassen. Schneider begab sich von Krakau nach Lemberg, worauf er Czernowitz und Suczawa besuchen wird. Der kühle Empfang, den Schneider hier gefunden, ist offenbar auf seine Unkenntniß der polnischen Sprache zurückzuführen. Sonst ist die hiesige Bevölkerung für antisemitische Herzensergüsse nicht gar so unempfänglich. — Das Kuratorium der Baron Hirsch'schen Stiftung für Galizien hat soeben den Bericht für seine Thätigkeit im Jahre 1892 veröffentlicht, über den ich nächstens ausführlich berichten werde. Nutzland. E-t. Libau, 17. Juni. Die Frist, welche den Juden vor Kurzem gegeben wurde, ist bereits abgelaufen, und nun müssen 6000 Seelen, die zum hiesigen Aufenthalte keine Berechtigung haben, die Stadt verlassen. Da aber durch diese Verbannung eine Stockung im Handel zu befürchten.

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