Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1893)
- Date
- 1893-06-30
- Page
- Seite 309 (sequence 9)
- Language
- German
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309 staube schon npfen lasse; Minen beten Uvider sind, varten, dein Gesellschaj: n und b(K ltin ich da- ) in hohem der Präge: Für dies yjfa uni) Ketzer. Je! i, weiter sere Tage s imponiri >, wenn ick et aul*ij;i Propheten se Städtei den Rosen w» Beiden Beduinein affen habe, So sind zu Europa )ie Haube, Alles rasch jung sei», muß — rt dvziren. >eutlich ist. Es sind sich deindie Einer Bösen, in nige keine iechte und §tammesi uns die auch jedes fremden Stammes Stammes in ist das ordet ein iinin der » nichts, e Obrigtspflichten er Weise t die Geenoinmen etrachten, Lhätigkeit >id gleichlichts anuch schon lleltester" Graukopf", und Äkil bedeutet so viel wie „Verständiger", „Weiser". Der arabische Stamm ist also eine Republik, in der jeder Bürger die volle Exekutive hat, also eine Republik, eine Militärrepublik ohne Präsidenten, ohne Kommandanten, ohne Regierung, ohne Beamte. ),n Vermögenssachen hingegen halten sie cs ganz wie wir europäischen Bourgeois. Besitzt der Stammesarnber Haus und Grundstücke, dann rennt er sich mit Vorliebe Kabile, besitzt er lediglich Zuchtvieh, wie Kameele, Schafe und Ziegen, dann nennt man ihn einen Beduinen, lls solcher muß er natürlich freizügiger sein als sein Bruder Kabili,?a er von einem Weideplatz zum andern wandern muß. Ob aber j ui Stamm ein Kabilenstauim oder ein Beduinenstamm ivird, das; äugt ausschließlich von der Beschaffenheit des Landes ab. Es giebt , eshalb auch sehr viele Stämme, die zum Theil aus seßhaften und nun Theil aus nomadisirenden Kabilcn (Beduinen) bestehen. Kabilen! ,ber sind sie Alle, denn das Wort heißt nichts anderes als j Stammesaraber", während „Bedu“ (Beduine) von „Bädijjat“, j Steppe" hergeleitet wird, also wohl „Steppenbewohner", „Weidemdstreichcr" übersetzt werden könnte. Also jeder Kabile ist souverän.; Daraus folgt, daß jeder Araber, der keinem Stamme angehört, tiefer! eht. Alle Händler, Handwerker, Gelehrten ec., also die Gesammtheit er Städter, alle Träger wahrhafter Ctvilifation, fallen in diese tategorie. Nur die Scherife machen scheinbar eine Ausnahme, aber mr scheinbar; denn in Wirklichkeit sind alle Scherife echte Stanimesraber, da ihr Urahn 'Ali ibe ab! Tnlib und sein prophetischer Vetter iid Schwiegervater Mohammed dein Stamme Koreisch angehörten. Du nicht kabilischcr Prophet wäre bei den Stammesarabern schön ulgekommen, wenn er sich unterfangen hätte, eine neue Lehre zu vcrüiiden! So. Nun habe ich doziret, dednziret und cxpliziret, >vas un Kabile ist. Ich aber fühle mein Herz erleichtert. Was ich wollte, gäbe ich ausgeführt: die Ehrenrettung der Stanuncsaraber. Wenn uh nun ein andermal den Einfall haben sollte, über die Gesetze und Gebräuche und die Kriegsführnng der Stammesaraber Mittheilungen g> machen, so kann ich mm wohl auf volles Verstäudniß hoffen. Dielleicht führe ich ein nächstes Mal eine kabilische Gerichtsverhandlung >or. Für heute genügen die vorliegenden Auseinandersetzungen, die nir auch vorn Standpunkte meiner Muttersprache Bedürfnis; waren, ach diu unter allen diesen Araber», Kabilen und Beduinen der Einzige, der noch etwas Deutsch versteht. So oft ich diesen Leuten gegenüber ein deutsches Wort fallen lasse, stellen sie sich taub wie meine czechischen Landsleute. Kann man sich also in der Mutter- > spräche hier nicht oussprechen, so thut es doch wohl, wenn man sich ui derselben wenigstens ausschreibc» kann. San'», am 25. Mai 1893. U FEUILLETON Kagar. Eine schwäbische Dorfgeschichte von E. Bell). (Fortsetzung.) X. „Mädeleswaar," sagt Gabriel Schwadercr, „ist eine Sach, die ist schwer hüten, und wenn sich ein rechter Käufer findet, da soll Eins nit lang zaudern und losschlagen." „Recht hast allemal!" lacht der alte Nanz. „'s ist freilich Alles unterschiedlich," fährt der Bauer fort, „da mit der Dirn, dem Dörtle, macht der Christophle sein gutes Geschäft." Und er hebt sein Glas und trinkt es nach dem Spruch leer. An demselben Tische, woran die beiden Alten und der junge Nanz sitze», ist vorhin um Lebens und Sterbens willen das „Schriftliche" gemacht, worin festgesetzt ist, wie Alles genau sein soll mit dem Schwaderer Gut und dem Nanzschen. Alle haben ihren Namen darunter gesetzt, auch die Bäuerin und das junge Paar. Und daun haben sich Dörtle und Christoph die Hände reichen müssen und damit ist's, »ach Gabriels Meinung, „zu Recht" gewesen, ein ordentlicher Verspruch, und wenn jetzt Dörtle den jungen Burschen anschant, so kann sie mit vollem Fug denken, daß er ihr Schatz ist. Sie halten sich freilich vorläufig nicht miteinander mit Anschanen und Schönthun auf, Dörtle hat den Christoph den Männern überlassen und ist zu der Mutter geschlüpft, die au ihrem gewohnten Platze sitzt mit dem Mausele auf dem Schooße. „Siehst gar ernst vor Dich hin!" flüstert das Mädchen. „'s giebt halt mehr Ernstes als Freudiges in der Welt!" sagt Röste. „O Miitterle, Dir ist's doch immer gut gangen, denk das nur!" „Ja, o ja," antwortet die Bäuerin, „bis auf's Herzeleid." Sie hat einen herben Zug heut im Gesicht, der dem Kinde so fremd vorkvnniit. „Mutterle," plaudert Dörtle nach einer Weile weiter, „ist's bei Deinem Verspruch auch hergegangen, ivie vorhin hier?" „Wie hütt's anders sein sollen?" „Freilich, D» warst auch eine Einzige, wie i!" sagt das Mädchen, „aber sauber ausgeschaut hat Dein Schatz damals wohl, von den Saubersten ist der Christoph Keiner — schon eh' ein Holzinämile—" sie muß dabei lachen, „aber brav ist er, ein Sohuesinann, der Dich sicher nimmer kränken thut." „Wär auch noch besser!" antwortet die Bäuerin und auf ihren Wangen zeigt sich eine leise Rothe. Dörtle betrachtet sie etwas beklommen — ob's der Kummer ist, daß sie später der Mutter nicht mehr ganz allein angehören wird? Sicher. Sie streichelt das schlichtgescheilelte Haar und sagt: „Gräm Di nit — nit einmal aus dem Haus thu i kommen!" Aber auch das stiinnit Jene heute nicht heiterer, sie erwiedert gar nichts darauf. Hanncle, die zweite Magd, schiebt de» Kopf in die Thür. „Frau, außen ist der Luisle, dem sein Großmutter ist gestorben und nit Dach und Fach hat der Bub über'»; Haupt." Die Bäuerin nickt und sagt: „I komm auch schon," und steht dann langsam auf und tritt an den Tisch. „Du, Gabriel, willst den Luisle ins Haus nehmen? Zn tleiuen Geschäften da fehlen ei» paar flinke Füß—und ist ein Gotteslohn!" „Du bist die Schwaderin," sagt der Bauer hinter seinem Glase her, „und was das anlangt, da thu i nit drei» reden." „Ein Bankert im Haus?" fragt der alte Ranz, „'s giebt Leut, die meinen, das bringt kein Glück." Die beiden Schwadererleute antworten nicht darauf »nd Christophle schiebt dem Dörtle sein Glas hin und grinst und spricht: „Ein' Bescheid kannst mir auch einmal thun!" „Warum nit?" entgegnet Dörtle und trinkt ihm zu und sieht dann, wie die Mutter langsam durch die Stube geht, und ist rasch hinter ihr, um zu sehen, was sie mit dem Luisle beschließt. Draußen blickt die Bäuerin den Knaben forschend an. „Kannst brav sein und fleißig und kennst auch Gottesfurcht?" Er nickt nur, es zuckt um seinen Mund und endlich sagt er: „Sie haben die Ahne fortgetragen und zu essen Hab i auch nix." Röslc schaut vor sich hin, als berathschlage sie im Stillen; Dörtle zupft sie an der Schürze. „Mütterle, hast nit gehört, was der alte Nanz sagt: ein Bankert brächt Unglück ins Haus? Oder willst's riskiren? Gelt, Eins braucht nit Alles zu glauben, was die Leut sagen?"