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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-06-16 · Heft 24 (16.6.1893) · p. Seite 285

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 24 (16.6.1893)
Date
1893-06-16
Page
Seite 285 (sequence 9)
Language
German
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285 erselben oft chaus nicht Zuden mit NN XXII., lelde ihrer iecht's ihm steld in de» n zu lassen, r Kurie in ichst glaub- : Leo XIII.!t Madaiuc :i» ziemlich s ihr der isemitischen i Gegensatz rischen den nigen, die tzteren gesucht, ihre Wollte der sie Schutz, ubigen zu ihr Herz, von ihnen rrang vor und dem 'urchtbarer will durch - darf sich ^rage von den gegenn Kleinen, liebt hat." etzt, heißt wird die Aber von rmehr die stacht und nigeu, sie lernichte», n Judenhier und Kreuzzug rfgeregten schlimme )te sie der u bergen, wch nicht s zweiten ie Juden- Als im völkerung eschuldigt r Fürsten »enigstens lß folgt.) -«9*- Hasar. Eine schwäbische Dorfgeschichte von E. Bel». (Fortsetzung.) Der Bauer spricht ein paar Zahlen vor sich hin, das ist sicher die Anzahl von den Hufen Landes, welche die Güter zusammen ^tragen. „Im Trocknen ist hüben und drüben auch ein Geld," sagt Nanz. „Gewirthschaftet hast freilich brav," bestätigt der Schwaderer. „Und was mein Christophle ist, der erbt auch mein Weib selig sein Bäsle, und wenn auch mein jetzig» Weib ihn nur angetreten hat, erben soll er's auch, hat's gesagt." Gabriel geht mit dröhnenden Schritten auf und nieder. „Bedenken muß man's!" ruft er. Und dann hört man auch den Nanz aufstehen und hin und her i breiten, er muß wohl meine», das wird so mit bei dem Ueber- > gen sein. „Ja, bedenken woll'n wir's brav," sagt er ebenfalls. Bon der Bäuerin hört man nicht einen Laut. Sie ist eine , rau, die sich nicht in Männergeschäfte mischt; freilich, wenn sie ■ merher ihren Gabriel faßt, da kommt» oft nach. Dörtle sieht ihren Nachbar an — er muß die Reden genau vcri otmneit haben, wie sie, aber er verzieht nicht eine Miene. Es rgert sie, daß er da so stocksteif sitzt wie eine fcstgebundene Hopfen- 'nnge, und diesmal ist sie's, die mit einem kleinen Puff nachhilft nd fragt: „Hörst auch, was sie reden?" „Ja!" Drinnen überlegen sie noch und außen erfaßt die Dirne Unruh. „Bon uns ist die Red'!" „Weiß wohl!" erwiedert Christophle. „Du auch, und so gelassen bist?" forscht sie. Er schmunzelt vergnügt. „Was sollt i »it? Die thun's schon mit einander ausmachen!" „Der Vater — und Deiner?" „Freilich — das sind ei» paar Schlaue, da können wir brav ncher sein!" sagt Christoph vergnügt. Der Athem will ihr jetzt schier versagen vor Erstaunen — solch ine Gelassenheit hat sie noch niemals gesehen. Und ein Zorn erfaßt ie dazu. „I sollt meine», 's ging Di und mi auch an!" stößt sie hervor. „Ei ja! Aber die machen's schon." „Bu!" ruft sie. „Und 's ist Dir Alles grad so recht?" „Was sollt's nit! Wenn die einig werden, da ist's schon gut!" Sie möchte ihn aus seiner Ruh aufrütteln. „Also nimmst mi, wenn die beschließen, daß es passen thut!" „Nun freilich!" „Und wenn sie nit einig werden?" Er schüttelt etwas ungläubig den Kops. „Sie werden's wohl, ilud sollt's nit sein, nun, dann wissen die alten Leut schon warum." Sie lächelt. „Und Du thätst Di auch vertrösten?" „9hm, das müßt i schon!" Sie lehnt sich zurück rind schließt die Augen, ihr ist, als habe >hr irgendwo etwas weh gethan. Und dann blickt sie hinüber nach dem kleinen Haus. Die Fenster sind offen. Sicher sitzt der Bartel jetzt dort und schaut in seine Bücher. Daß sie vorhin um seinetwillen so aufbegehrt hat gegen den Christophle, das kann er freilich nicht wissen. „Christoph," sagt sie dann, „i mein, Du hast eine recht stille Art!" Er guckt sie treuherzig au. „Wenn Du das meinst, schau, i begehr nimmer auf!" „I desto mehr!" fällt sie rasch ein. Er machte eine verlegene Miene, hustet und sagt darauf: „O deswegen! Und ein Kumnier mach Dir »it d'rum — derhalben thüt i Di doch nehmen." Ein Gedanke steigt ihr auf, der sie unsicher dreinschauen läßt. „Mädelswaar" hat ihr Vater oft spaßhaft verächtlich gejagt, jetzt düucht's sie, daß doch ein Sinn darin liegt. Wie eine Waare inüssen die Mädchen daher sitzen und warten, bis ein Käufer kommt, der prüfend über sie hinschaut und feilscht und marktet — und der da neben ihr, der ein Käufer für sie sein will, der braucht erst gar einen Unterhändler. Christoph hat auf seine plumpen Schuh geschaut und dabei einen Muth zum Reden gefaßt. „Du, Dörtle, was der Alte da eben gesagt hat, ist wahr. I thu noch brav erben — ein großes Stück Geld." „So!" spricht das Mädchen verloren vor sich hin. „Da wirst auch einmal Dein Freud' dran haben Sie nickt, aber sie weiß so recht gar nicht, was er gesagt hat. Der Schwaderer steht Plötzlich still und man hört ihn sagen: „Da ist Dein Gut und da ist mein'», und da ist der Bu' und die Dirn — das ist Eine, ein Zweite findet er im ganzen Strohgäu nit — ist's wahr, Nanz?" „Wahr ist's!" „Und neben mir kann schon ein Junger schassen auf dem Gut — bis i mi niederleg." Dann räuspert sich der Schwaderer wieder recht laut und spricht kraftvoll: „Wegen meiner da kann auf nächsten Sonntag derBerspruch sein!" „Das ist ein Wort," erwiedert der alte Nanz. Christoph und Dörtle schauen einander nicht au, aber sie wissen Beide, daß nun etwas über sie beschlossen ist, das von Wichtigkeit für ihr ganzes Leben ist. Aber der Bursch hat keinen Muth und findet kein Wort und das Mädchen meint, er hätte doch wohl reden köirneir, mtb ist deshalb trotzig. Sie wartet noch ein Weilchen, aber da der Christoph nur ärger danrpst und nichts weiß, steht sic endlich auf und sagt: „Eins kann auch eben so gut 'rein gehn!" „Ei freilich," pflichtet ihr der Bub bei und folgt ihr. Dörtle hat ein sonderbares Gefühl, ihr ist, als müsse sie Schutz seichen, und darum eilt sic zur Bäuerin. Vielleicht, daß die ein Wort findet, das ihr hilft, leichter auf der Brust zu werden. Aber Röste sitzt in ihrem Sorgenstuhl und schaut ganz kerzengerade vor sich hin und gewahrt es nicht einmal, daß die gelbhaarige Dirn an ihre Seite getreten ist. Dörtle schüttelt verwundert den Kopf. Ihr zukünftiger Bräutigam begiebt sich in die entfernteste Ecke und blickt blöder wie je vor sich hin, und der Schwaderer und der alte Nanz wollen gemeinsam hinaus, nach dem neuen Pferde zu sehen. Recht zufrieden sieht der Vater drein, das kann sich Dörtle nicht verhehlen, ihm scheint es ganz anders zu Muth zu sein als der Mutter. Auf der Schwelle wendet er sich noch einmal um und ruft: „Ein Wein muß auch her — Du weißt schon, welcher! Das Geschäft, was der alte Christoph und i mit einander abgeschlossen haben, das verlangt ein arg gutes Tröpfle. Hörst, Dirn Du?" „Ja, Vaterle!" sagt sie, aber es ist ihr dabei so traumhaft. Nicht weit von der Stubenthür draußen steht Binele und hat die Schürze vor den Augen und schluchzt leise in sie hinein. „O Du mein Herrgöttle, der Verspruch soll sein! O Du mein Herrgöttle,

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