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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-06-16 · Heft 24 (16.6.1893) · p. Seite 280

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 24 (16.6.1893)
Date
1893-06-16
Page
Seite 280 (sequence 4)
Language
German
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280 einzige Aufgabe. Sie dürfen daher verlangen, daß auch ihnen gegenüber die Gesetze in gleicher Weise gehandhabt werden. Keine Vorrechte, aber auch keine Zurücksetzung. I» anerkennungswcrther Weise hat Justizminister Graf Schönborn diesen Grundsatz zu dem seinigeu gemacht, er ehrt dadurch nicht nur sich selbst, sondern auch das Kabinet, dem er angehört. Weiter auf dieser Bahn, und die jüdischen Staatsbürger werden wenigstens das Bewußtsein haben, daß auch für sie einmal die Zeit einer Valuta- Reform eingetreten ist, indem die Staatsgrundgesetze für sie nicht immer Papier-Währung, sonder» doch einmal auch Gold-Währung sind. Oe. L—au. U Briefe aus Amerika. Interkonfessionelle Verhältnisse. Von Dr. G. Deutsch, Professor am Hskrew Union College. II. Viel schwieriger als die Chinesenist die Negerfrage, denn erstens zählen die Angehörigen der schwarzen Rasse nach Millionen, und daun ist ihr Bürgerrecht auf dem Boden, wo sie seit Jahrhunderten ansässig sind, und wohin sie init Gewalt gebracht wurden, unbestreitbar. In den südlichen Staaten, wo vor Ausbruch des Bürgerkrieges die Sklaverei gesetzlich erlaubt war, ist die Zahl der Neger eine so große, daß sie bei Ausnutzung der ihnen zustehenden Rechte schon heute die volle Herrschaft an sich reißen könnten. Der Weiße aber sieht, trotzdem er das Bürgerrecht des Negers anerkennt und sich dessen für seine Parteizivecke bedient, — die Wahlstimmen der „Farbigen" rangiren im Preise von einem halben Dollar bis zu einem Schluck Whisky — in der Möglichkeit einer Negerherrschaft ein Schreckensgespenst, das er um jeden Preis, und wäre es ein neuer Bürgerkrieg, zu bannen entschlossen ist. Darum hört man von Ausbrüchen der Bolkswuth in Fälle», wo Neger ein Verbrechen begehen, die uns daran zweifeln lassen, ob wir in einem zivilisirte» Lande lebe». So wurde ganz kürzlich im Staate Texas ein Neger am Hellen Tage in Gegenwart von Tausenden von Zuschauern auf einem Scheiterhaufen mit Petroleum begossen und lebendig verbrannt. Daß ein Neger an eine Telegraphenstange gehängt und dann zum Zeitvertreib wie der Adler beim Königsschießen als Zielscheibe benutzt wird, ist etwas so Alltägliches, daß man es als den ordentlichen Lauf der Dinge betrachten kann. Es wird auch weiter nicht viel Aufhebens davon gemacht. Die Geschworenen, vor die der Fall gebracht wird, entscheiden: N. N. fand seinen Tod durch Hängen von unbekannten Händen. Allerdings der Fall in Texas hat schon mehr Aufsehen hervorgerufen, und der Governor dieses Staates erließ eine Kundmachung, worin er den Mitbürgern ans Herz legte, daß das Verbrennen von lebendigen Menschen sehr unschicklich sei, daß es auch dem Betroffenen sehr wehe thue und dem Lande nicht zur Ehre gereiche, und dabei ist es bis auf Weiteres geblieben. Die Rassenfeindschaft ist so groß, daß sie sich selbst auf die Kirchen erstreckt. Zwar streben alle Kirchen nach Einfluß unter der schwarzen Rasse, fördern deren Schulen und bilden Prediger für sie aus, aber das ist Alles nur Kolonialpolitik, an eine Einbürgerung der Neger in ihre Kirchengemeinden denken sie nicht, und ein Neger als Prediger einer weißen Kirchengemeinde wäre vorläufig ebenso unmöglich wie ein Neger als Papst. In Folge dessen haben auch die Neger ihre eigenen Genieinden mit farbigen Predigern, deren geistiges Niveau begreiflicherweise nicht das höchste ist. Einen als Propheten gefeierten Negerprediger hörte ich eine Kapuzinade gegen den Atheisten Jngersoll loslassen. „Wollt Ihr wissen, was Mr. Jngersoll ist? Ein Narr ist er und ein Lügner! Ja, das ist er! Er behauptet, daß die Erd rund sei. Nun frage ich: Wie kann die Erde rund sein, wenn de heilige Johannes vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen sah (Offenb. 7. 1.) Wie kann ein rundes Ding vier Ecken Habens Darum ist Jngersoll ein Narr und Lügner." Die Freude, die sich auf allen Gesichtern matte, als dieses unwiderlegliche Argument vor getragen wurde, war kaum geringer, als die Emauzipationserklärimg verbreiten konnte. Weniger gut ging es einem anderen Neger, t«| von der Kanzel herab die Schöpfung des Menschen erklären wollle „Sehet Ihr," sagte er, „Gott Vater nahm einen Klumpen von Thon! und formte daraus eine menschliche Figur, sowie man einen Schuu'-s mann macht, und dann stellte er ihn an einen Gartenzauu zu trocknen." „Aber," Pfarrer, „wagte ein Zuhörer einzuwerfen, wo hat eS damals einen Gartenzaun gegeben?" „O," sagte der Angeredete, „es thut um leid um Sie, Bruder Williams, Sie sind ein Ketzer und der Hole verfallen." Doch gehört der Knlturzustand der Neger nicht zu unseren! eigentlichen Thema, und darum will ich nur noch bemerken, daß ma» die Distanz zwischen Weißen und Negern aus der Separation int kirchlichen Leben ermessen kann, wenn man bedenkt, wie dieses sonst die weitesten gesellschaftlichen Gegensätze überbrückt. Darin liegt wieder ein Grund mehr für die Festigung der Stellung der Jude! im amerikanischen Bürgerthum. Zu den Einwanderern zuriickkehrend, haben wir jetzt von bn Italienern zu sprechen. Es fällt einem Inden gewiß schwer, ein ver werfendes Allgemein-Urtheil abzugeben, aber das darf man kühn sagen, daß man den Italienern, wie man sie hier antrifft, nicht ansieht, den aus ihrer Mitte ein Dante, Petrarca und Alsieri, ein Bruno um) Leopard!, ein Rafael, Tizian und Michelangelo hervorgegangen sinn Die Eigeuthümlichkeit, daß eine Nation, welche auf allen Gebiet.e der Kultur die hervorragendsten Geister geboren hat, ztir größeren Hälfte aus Analphabeten besteht, zeigt hier ihren Effekt nach der schlimmeren Seite, denn die italienische Einwanderung setzt sich begreiflicherweise aus diesen niedrigen Elementen zusammen. Dies.' niedrige Kulturstufe ist offenbar die Ursache der nationalen Al sonderung, des unsäglichen Schmutzes und der unsympathischen B> rufsarten, welche man unter den Söhnen der Appeninenhalbnisc! findet. Das erstere ist für den Amerikaner der Gegenstand da meisten Antipathie. Der Amerikaner hat eine Assimilationskraf welche außer in der römischen Geschichte in Bezug auf Ausdehnung und Erfolg keine Parallele hat. Er öffnet dem Fremdling gastli, sein Land, verlangt aber, daß dieser es als seine Heimath betracht. Der intelligente Einwanderer thut dies auch, er nimmt an den politischen Interessen des Landes Theil, eignet sich dessen Sprach an und sieht in jedem Bürger des Landes seinen Mitbürger, ca nun dieser in Amerika oder in einem auderc» Lande geboren sein mag. Der Italiener aber steckt immer mit seinen Landsleuten zusammen, eignet sich die Landessprache nur soweit an, als er U zu seinem Geschäfte braucht, und selbst die im Lande geboren Generation bildet eine italienische Kolonie auf amerikanischem Boden. Diese Entfremdung kann durch die persönlichen Eigenschaften der italienischen Einwanderer nicht gemildert werden. Die weitaus größt, Mehrzahl von ihneir ernährt sich als Markthöker. Wenn man sic in ihren Läden sieht, welche oft drei Generationen als Wohn- und Schlafzimmer dienen, wo sie, unbekümmert um die Vorübergehenden, auf den Köpfen ihrer Kinder mikroskopische Untersuchungen anstelle», so dankt inan der weisen Vorsehung, daß sie den Bananen und Apfelsinen so dicke Schalen wachsen ließ, ohne welche man versucht wäre, dem Genüße dieser Früchte auf ewige Zeiten zu entsagen. Häufig sind die Nachkommen der römischen Senatoren auch im Gasthausbetriebe zu finden, aber auch da in dessen verderblichster Malt, Iiiihmtei Ip öllens Iiiiarderi .Bereit' Itcitete, |tmgeöu H- IflKem S Ter ett!>s! beze Mtorii uiter l mgewk!werden schwind welche siyen v ans iro if kein |iytt SSt turnte. Iw sch h turnt, ieiümt, s: inder äußerst int B> dieses I Lohn Isiandil willst I ragend | leser t , ntere rchrigt attfii! i >st a I rizej daß si nt. 2 welche Ment > and über i itettti ,.eind -olge Is s Ltellt > rthei Wocht chorke ritte t entgeh crhiel lautet acsse, ich kt

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