Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1893)
- Date
- 1893-06-09
- Page
- Seite 273 (sequence 9)
- Language
- German
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ia läßt ihn ) Erheb»»,;, lind innen' Kap. 16,11, >en Worten P. 24). E; nachtet, ve>- Bewohnern, ligen Bund. ,er Most, ti schweig! : Fröhlichen he Hinweii Propheten, g des Herrn Aeußerlich,!rn. Denen nir fern die nicht hören thigen Vor gestreckt ani meinen, sie de uns zr w die Pro n bekunden, el, Zefanja Bilder am ie Unglücks der Letzter, - zweifellos. ,spielen am den kurzen, rrhebet da >em Nabla. den ergehe, wfreuen sie : dies bei1st ein. 6 Leviten, ifi rweisen in, llebersetzun, mit „Last etwas U» Verse, da >. In den aufgezählt la und de' ls Dirigem verständig" >er Vulgata, das andere >avid Kimchi Lesart Hai!s Abraham :t, der das Wir wollen nun nicht so weit gehen und das Massa einfach für „Musik" setzen. Durch eine solche Annahme wäre die Grundbedeutung des Wortes fast ganz verwischt. Vielmehr ist dieselbe gewahrt und für unseren Zweck vollkommen hinreichend, wenn wir das Massa als ein Sicherheben oder Gehobensein durch Musik erklären. Haben nun die Propheten sich des Mittels der J'fufif bedient, und bedeutet das Massa ein Gehobensein durch Musik, dann wird uns die Bedeutung der Ueberschrift jener prophetische» Reden klar. Jene Kapitel, die das Massa zur Ueberschrift haben, cathalten also solche Reden, zu deren prophetischen Schau der Prophet nch des Mittels der Musik bediente, oder sagen wir es gleich, bedienen mußte. Warum nun erhielten diese prophetischen Reden, deren Inhalt wir bereits kennen, die Ueberschrift Massa? Oder, so dürfen wir jctzt fragen, warum mußte sich der Prophet bei den angegebenen Prophezeiungen des Mittels der Musik bediene»? Hier eben ist es mm, wo uns die Propheten einen Blick in ihr Seelenleben thun lassen, und dieses zeigt sich uns in seiner Lauterkeit, Erhabeuheit und Milde. Das Massa ist, wie wir es wissen, gegen fremde, heidnische Völker gerichtet. Es kündet schwere Strafen, in vielen Fällen den Untergang jener Völker an. Völlige Vernichtung zu künden, oder auch nur schwere Heimsuchungen, dagegen sträubt sich das warm mhlende Herz des Propheten, sein menschliches Erbarmen wird rege. Vas das prophetische Auge, klar sieht, der Verstand deutlich erkennt - die Zunge weigert sich, es auszusprechen. Nun liegt bei dem Propheten stets eine innere Nöthigung vor. Was seines Geistes Auge gesehen hat, erregt ihn innerlich, drängt ihn zum Ausspruche. Der Prophet ist da nicht mehr Herr seiner inneren Erregung, er ist passiv, leidend. Nun hat er den Untergang verschiedener Völker im Geiste geschaut, es drängt ihn, das Gesicht zu künden, die Zunge aber will nicht, sie findet das Wort nicht. Eigentlich will das Herz nicht. Es entsteht da ein Kampf der Geistesregung mit dem Herzen. Unter oie?em Kampfe leidet der Prophet. Der Kamps muß überwunden werden. Das Nothwendige muß geschehen. Der Geist muß siegen. Er siegt aber nur, wenn er Hilfe bei der Musik findet. Er sucht und imbet sie. Die Musik löst den Bann der Zunge, das zaghafte Herz saßt Muth, und unter den erhebenden und besänftigenden Klängen wird, wenn auch noch immer unter Schmerzen und Seufzen, ausgesprochen, was das Seherauge gesehen, der Verstand des Propheten erkannt hat. Es gereicht dem menschlichen Fühlen des Propheten zur Ehre, wenn er, weissagend über Moab, den alten Feind Israels, ansruft: „Mein Herz klagt um Moab" (Jesaia 15,5), mein Inneres seufzt um Moab gleich einer Zither, es seufzt um Kir-Cheres" (16, 11). „Schmerzlich weine ich um Jaser, Sibma's Weinstock ... ich benetze mit meinen Thränen Chesban und Elaleh" (16, 9). Oder wenn über Babel das Todesurtheil gefällt wird und der Prophet wehklagend ausruft: „Zittern füllt meine Lenden. Wehen ergreifen mich, wie die einer Gebärerin. Ich bin erschreckt, ich kann nicht hören, ich bin entsetzt, ich kann nicht sehen. Mein Bewußtsein schwankt, Schauer erschrecken mich" (Jes. 21. 3, 4). Einem kurzen Massa, von dem es sich nicht feststellen läßt, gegen wen es sich richtet, — es hat die Ueberschrift „ein Massa gegen Arab" — entnehmen wir die schöne Lehre, sich des Feindes zu erbarmen und dem Flüchtigen die nöthige Nahrung zu reichen. Die Worte lauten: „Bringet dem Durstigen Wasser entgegen, kommet Massa ebenfalls auf Musik bezieht. Nach Porte Leone hätte das Massa vier Bedeutungen: erstens ein Amt überhaupt, zweitens ist es die Bezeichnung für einen Dialog, drittens bedeutet es das Emporheben der Hand zum Taktschlagen, viertens das Zählen der Takte. zuvor dem Flüchtigen mit Brod, Bewohner des Landes Tema. Denn vor dem Schreckenskampfe flüchten sie, vor dem gezückten Schwerte, dem gespannten Bogen, vor des Krieges Noth." (Jes. 21, 13, 14). Rührendist es.wieHabakuk (Kap. 3),dessen Gebet, wieoben erwähnt, ein Massa gegen fremde Völker ist, für diese betet. „Im Zorne denke an Erbarmen." (V. 2). Wie tief ergriffen der Prophet war, als ihm die Erscheinung wurde, darauf weist er wiederholt hi». „Vernomine» habe ich deinen Ruf, ich fürchte mich." Aber während diese Furcht auf die Scheu zurückzuführen sein mag, die viele Propheten davon abhielt, den Prophetenberuf zu übernehmen, weist Vers 16 genau daraus hin, daß er tief erschüttert ist, den Völkern die Unheilsbotschaft zu künden. Das Haupt ihrer Fürsten wird doch von den Pfeilen Gottes durchbohrt sein, darum „ergreift Schrecken mein Inneres, so ich es höre, bei dem Laute erbeben meine Lippen, (es ist mir) wie wenn Fäulnis; käme in mein Gebein, unter mir erzittert es." Der Prophet findet in seiner Ergriffenheit nicht die Worte, um den fremden Völkern ihr schweres Leid, in vielen Fällen Untergang zu künden. Da er aber sprechen muß, greift er zur Musik. Sie soll den Bann lösen, das Wort auf die Lippen zaubern. (Fortsetzung folgt.) U -d- FEUILLETON nes*- Hagar. Eine schwäbische Dorfgeschichte von E. Bell). (Fortsetzung.) VIII. Auf dem Schwaderergut sagt der Bauer zur Bäuerin, je weiter es in die Erntezeit hineinkommt: „Ein solcher Segen, wie heuer, das hat's nimmer gegeben;" und die Knechte sagen cs zu den Mägden und die Tagelöhner wiederholen es einander — und eitel Freude ist im Haus und draußen, und Dörtle huscht dazwischen hin und her, bald leuchtet ihr gelbes Haar hier auf, bald dort, und oft hört man sie dazu singen, lustig wie eine Wachtel. Wenn es einmal eine Ruhepause giebt, so läuft sie über die Straße, zu schauen, wie es drüben geht. Aber der Bartel genest nun rasch und macht sich viel mit den Büchern zu schaffe»; allein spricht das Dörtle ihn nicht mehr. Sie glaubt, der Bartel sucht ihr auch eher auszuweichen. Aber aus Zorn ist das nicht, das weiß sie, sein Blick ist freundlich, seine Stimme mild. Binele hat den gewaltigen braunen Kaffeetopf, der ein Sonntagsstaat ist, hereingetragen und Dörtle ist mit ihrer Tasse unter die Eiche hinausgeschlüpft. . Wie sie jetzt so hinaufschaut, da kommt sie die Lust au, sich wie ehemals auf die Zweige zu schwingen, schon hat sie um sich geblickt, ob's nicht gleich gewahrt wird, da knarrt das Hofthor und läßt den alten und den jungen Christoph Nanz ein. „Die hätten auch ein andermal hergehen können," denkt Dörtle und zieht die Stirn kraus. Schwerfällig stampfen die Beiden nebeneinander her. „Das ist genau der gleiche Schritt, nicht um ein Weniges schneller schreitet der Junge. Der wird einmal das Ebenbild von seinem Vater," meint Dörtle für sich. Im selben Ton bieten sie ihr das „Grüß Gott" und stehen dann und schann sie an. Der Alte schiebt seine Pfeife rechts und der Junge nach links, dann lachen sie gemeinsam und der Vater sagt: