Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1893)
- Date
- 1893-06-09
- Page
- Seite 267 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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267 Mtbe Opti »lesen und nd mäkeln — was geworden, auch das innerhalb ig Hervorst. Ninderheit en Partei stärke, auf athsstellen t beschloß, r Liberale nders be- . Lueger - Mandat lusgehend, Doch auf nswerther >len selbst. : gewählt, und zwar le Partei, isemitischc emitischen rem Male rwesenden emitischen i Stimmvaten die t werden, lüt durch- . Lueger mmzette!, liberalen var den» schmidt. mit dem Rufe war n Götzen Lueger onnte ja o natiirnen dies itisemiten lossenheit aeinigkeit ichologie. n definirn abzuring!... »nensis. Fehrer-Konsrrenxen. Berlin, 2. Juni. Wir veröffentlichen hier zunächst die uns eben zugegangenen Protofoüe der jüdischen Lehrerkonserenzen in Breslau und Gelsenkirchen. Ain 23. und 24. Mai fand im Restaurant „Zum weißen Storch" zn Breslau die 15. Versammlung des Vereins jiidischer Lehrer in Schlesien und Posen und der Unterstützungskasse statt. Anwesend waren: Lehrer Adam-Schroda. Hauptlehrer Alexander- Breslau. Lehrer Bach-Myslowitz. Professor Dr. Badt-Breslau. Lehrer Vähr-Reichenbach. Lehrer Blumenfeld-Schweidnitz. Lehrer Blumenfeld- Steinau. Lehrer Borchardt-Samter. Lehrer Boß-Bernstadt. Lehrer Brock- Uönigshütte. Dozent Dr.Brann-Breslau. Rabb. Dr. Freudenthal-Breslau. Dr. S. Freund-Breslau. Lehrer Gradenwitz-Breslau Rabb. Dr.Guttmann- Breslau. Lehrer Grünfeld-Schwersenz. Hauptlehrer Herbst-Lissa. Rabb. Dr. Jacobson-Gnesen. Dr. phil. Königsberger-Breslau. Frl. Krakauer, Lehrerin, Breslau. Lehrer Krolik-Cosel. Lehrer Ksinsky-Kempen. Rabbiner Dr. Löwenthal-Tarnowitz. Lehrer Löweuthal-Gr.-Wartenberg Lehrer ^öwenthal-Schildberg. Lehrer Malachowski-Zabrze. Lehrer Munter- Äitkowo. Lehrer Dr. L. Neustadt-Breslau. Lehrer Niebyl-Myslowitz. Frl. Reich, Lehrerin, Glatz. Lehrer Rosenblatt-Schildberg. Rabbiner Dr. Rosenthal-Breslau. Lehrer Rosenthal-Ratibor. Schuldirigent Dr. Samuelsohn-Breslau. Dr. Samter-Breslau. Lehrer Sander-Zabrze. Zehrer Schloß-Rawitsch. Lehrer Steiner-Gr.-Strehlitz. Lehrer Translateur- Earlsruh. Rabbiner Dr. Wreschner-Samter. Ferner als Gäste die Herren: Dh. Oschinski-Breslau als Delegirter des D. I. G. B. Baginski-Lissa. D. Cohn-Breslau. Kandidat Fabian-Breslau. Louis Hamburger-Breslau. 2öwenthal-Breslau. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren: Dr. Cohn-Kattowitz, Cohn-Liffa, Naftaniel-Pakosch und Tintner-Buuzlau. 1. Sitzung. Dienstag, den 23. Mai, Abends 8 Uhr. Der Vorsitzende Dr. Samuelsohn begrüßt die Erschienenen, theilt oen Eingang eines Dankschreibens von Herrn Blumenfeld-Schweidnitz mit, zu dessen 25 jährigem Amtsjubiläum der Vorstand den Schriftführer Herbst-Lissa deputirt hatte. Auf seinen Vorschlag wählt die Versammlung Professor Dr. B adt zum zweiten Vorsitzenden. Der Schriftunb Kassenführer Herbst erstattet nun Bericht über die Kassenverhältnisse ncs Vereins. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1892 119,10 Mk., die Ausgaben 116,45 Mk., so daß ein Ueberschuß von 2,65 Mk. für das Fahr 1893 verbleibt. Die Versammlung ernennt Professor Dr. Badt unb Lehrer Grünfeld-Schwersenz zu Kassenprüfern. Diese finden die Kassenführung in Ordnung und beantragen die Entlastung des Rechners, welche auch vom Verein bewilligt wird. Da die Betheiligung an der Versammlung nicht so zahlreich ist, wie es zu wünschen wäre, werden )lx. 3 und 4 für die morgigen Berathungen zurückgestellt und freie Besprechungen vom Vorsitzenden vorgeschlagen. Dr. Guttmann-Breslau erhält das Wort und empfiehlt das eben rschienene Geschichtswerk des Dozenten am theologischen Seminar Dr. Brann-Breslau. Der Unterricht in der jüdischen Geschichte in den -schulen habe mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Das in Rede stehende Werk halte er für geeignet, den Schwierigkeiten abzuhelfen. Er würde sich freuen, wenn die jüdischen Schulen diejenige Höhe erreichten, De ihm nöthig erscheine, den Inhalt des sehr guten Buches verarbeiten -,u können. Für den Lehrer biete das Buch gerade wegen seiner biogravhischenBehandlung eine Fülle des schönsten Stoffes. Dr. Samuelsohn '.neint, daß das Buch vou Tertia ab mit sehr großem Nutzen verwendet norden könne; doch habe das Buch den Fehler, daß es für die allgemeine Einführung zu theuer sei. Es sei nicht blos als Handbuch für den Lehrer, sondern auch als Lehrbuch für die vorgeschrittenen Schüler zu empfehlen. Dr. Brann meint, ihm sei es zunächst darum zu thun gewesen, der Schule ein brauchbares Buch zu bieten. Da dieses für höhere Schulen bestimmt ist und man den Besuchern derselben schon ein Eeldopfer zumuthen dürfe, so könne er nicht zugeben, daß das Buch zu theuer sei. Doch er werde sein Möglichstes thun, in der neuen Auflage den Preis niedriger stellen zu lassen. Die Schüler und Schülerinnen sollen mit der jüdischen Vergangenheit und Litteratur bekannt gemacht tverden und dadurch Begeisterung und Liebe für ihre Religion gewinnen. Er beabsichtige übrigens, in einiger Zeit einen Auszug in pragmatischer Verbindung herauszugeben, welchen auch die Schulen mit weniger vorgeschrittenen Schülern mit Nutzen verwenden können. Pros. Dr. Badt empfiehlt auf Grund seiner 20jährigen Erfahrung als Religionslehrer das Buch; auch er räth, für die Verbilligung desselben zu sorgen. Adam-Schroda frägt, weshalb nicht eine Probelektion auf die Tagesordnung gesetzt sei, da in der vorjährigen Generalversammlung eine solche beschlossen und zu deren Vorbereitung eine Kommission gewühlt worden sei. Dr. Guttmann erwiedert, daß eine solche Veranstaltung hier nicht zu ermöglichen gewesen sei, da die Versammlung in den Ferien abgehalten würde. Es wird beschlossen, die Berathungen für heute zu schließen und die Angelegenheit in der Tagessitzung weiter zu verfolgen. Am Mittwoch, Vormittags 10 Uhr, fand eine Sitzung der Unterstützungskasse statt. Der Vorsitzende Dr. Samuel so Hn-Breslau giebt zu dem gedruckt vorliegenden Bericht über den Stand der Kasse Erläuterungen. Am 1. Januar er. betrug das Kapitalvermögen des Vereins 28,535.98 Mk., der außer einem baaren Betrage von 1035.98 Mk. in sicheren Effekten angelegt ist Inzwischen ist ein Legat von 1509 Mk. der Kasse zugefloffen. Die Vermögenstheile sollen, soweit thunlich, fernerhin in guten Hypotheken angelegt werden, um einen höheren Zinsertrag zu erzielen. Der Verein zählt 20 ordentliche und gegen 100 Ehrenmitglieder, welche zusammen 1182 Mk. Jahresbeiträge zahlen. Der Kasse stoffen im letzten Jahre an Zinsen 1065 Mk. zu. Der Legate besitzt die Kaffe jetzt drei, und zwar von den verstorbenen Ehrenmitgliedern Jonas Hirsche! ein Kapital von 1000 Mk., Kommerzienrath Joseph Moll eine Jahresrente von 100 Mk. und Israel Littauer, sännntlich ans Breslau, ein Kapital von 1500 Mk. Der Kapitaloetrag des Vereins hat demnach 30,000 Mk. überschritten. — An Pensionen hat die Kasse im letzten Jahre gezahlt: an drei verheirathete Lehrer je 300 Mk. und an zwei Lehrerwittwen, welche keine Kinder unter 15 Jahren mehr haben, je 200 Mk., zusammen 1300 Mk. In der darauf folgenden Wahl wurden sämmtliche Mitglieder des Vorstands durch Stimmzettel einstimmig wiedergewählt. Die Herren Jnstizrath Dr. Freund, Kommissionsrath Moll und Kaufmann Baruch werde:! als Kaffenprüfer durch Zuruf wiedergewählt. Inzwischen hatten sich auch die Mitglieder des Vereins eingefunden, welche der Unterst.-Kasse nicht angehören, und Dr. Samuelsohn eröfsnete nach kurzer Pause die Versammlung mit der Benachrichtigung über die in der Abendsitzung bezüglich der Tagesordnung getroffene Abänderung. Die Versanunlung wählt auf Antrag des Dr. Braun-Breslau den bisherigen Vorstand durch Zuruf wieder. Als Kaffenprüfer werden auf Antrag des Dr. Neustadt Professor Dr. Badt-Breslau und Grünfeld- Schwersenz wiedergewühlt. Der Vorsitzende stellt den Antrag des Hannöverschen Lehreroereins, betr. die Vereinigung aller jüdischen Lehrervereine Deutschlands resp. Preußens zu einem allgemeinen deutschen Lehrerbunde, zur Berathung. Der genannte Verein hat in seiner vorjährigen Versammlung diesen Beschluß gefaßt und sich an unfern Verein unter Uebersendung des Sitzungsprotokolls mit der Anfrage gewendet, wie er sich zu diesen: Beschlüsse verhalten wolle. Hierzu ergreift Dr. Brann-Breslau das Wort: Schon vor Jahren ist in Hannover dieser Antrag gestellt worden, doch war dies zu einer Zeit, die dem Projekt nicht günstig war. Inzwischen haben sich die allgemeinen Verhältnisse so geändert, daß eine allgemeine Verbindung nothwendig erscheine. Namentlich sei die Organisation unentbehrlich, wenn die Frage des obligatorischen Unterrichts in der Religion auftreten werde. Etwas derartiges sei ja vor Jahren versucht worden durch Aufstellung eines Normalplanes im jüdischen Religionsunterricht, doch sei diese Organisation ziemlich im Sande verlaufen. Die hier vorgeschlagene Lehrerverbindung sei anzustreben und die Versammlung rnöge beschließen, daß sie dem Plane Sympathie entgegenbringe und bereit sei, Abgeordnete zu entsenden, um eine gemeinsame Berathung zu pflegen. Alexander-Breslau verspricht sich die vom Vorredner erhofften Vortheile von dieser Centralisatiou des jüdischen Vereinslebens nicht, so lange die bisherige Anarchie in der Ertheilung des jüdischen Religionsilnterrichts in den nicht öffentlichen Schulen vorherrsche. Professor Dr. Badt meint, daß die Gegengründe des Vorredners gerade für den Antrag Brann sprechen. Der Natur der Sache nach dürften die Wünsche eines Landesvereins eher auf Berücksichtigung rechnen. Er befürwortet die Resolution, welche inzwischen formulirt worden ist und lautet: 1