Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1893)
- Date
- 1893-06-02
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3228009--49853-3271438- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 „Damen"; das Mahl. Zuerst brachte t Kaiserti-asr n kollegialen Erwiederi ug edachte ba->oi paport, Rh,- Seminar awy wiffenschuslr gedachte and, (gegenwäiiiu Rosentbal während ner iV Dr. Noun chließlich h'v toren. Heute, daß d-ns gern an d 05 .Männer >.^ S. Freu d;r Gemein^' >iamen Heulte. Alsda »» nastum) £>• n Dr.Knol! u Herr Stai, ibe die Rei.ic g des Her n wit hatte i! hinterließ n nng, gepaort ich eine rcüii ei noch, b'.i!) . Theodor vohntenh' Jahren die wirkenden lstzeit. Bon zwar staa ile wirkte!, t öffentlich:> stigung du eser Prar e er und da y.\ üninisterin n welche zur aber oh.'.e mden haben, uf die Be-;egen wurde. Vewilligm » che an ein l l, es wur e de obwalte.. den Lehre--.';r der ai.e em hiesige, e Schreibe» >! nwärtig in» unter einiac ckchen Brot Speisen nid i »aß wir fein nner, welel, teil. Daher lichsten uni' Die Ned. bitten wir Sie, sich unser anzunehmen und mit uns Mitleid zu haben, uns etwas Essen hereinzuschicken und wenn möglich zu uns zu kommen, um sich über unsere Lage ein Bild zu machen. Hochachtungsvll die Verhafteten im Polizeigewahrsam zu Kattowitz." Der Bitte ist inzwischen entsprochen worden. 2. Gleiwitz, 29. Mai. Der oberschlestsche Rabbiner-Verband hi. lt am 11. Mai Hierselbst seine Verbandsversammlung ab. An derselben nahmen Theil die Herren Rabbiner Dr Blumen thal aus Ratibor, Tr. Cohn aus Kattowitz, Dr.Deutsch aus Sorau, Dr. Goldschm idt aus Königshütte, Dr. Kopfstein aus Beuthen, Dr. Krakauer aus Kobschütz, Dr. Löwen thal aus Tarnowitz, Dr. Münz aus Gleiwitz, Tr. Wiener aus Oppeln. Nach Entgegennahme von Mittheilungen seitens des Vorsitzenden beschlossen die Versammelten ihren Anschluß au den Verband deutscher Rabbiner unter völliger Wahrung ihrer Selbständigkeit in kulturellen und religiösen Fragen. Sodann erstattete ,vvrr Dr. Wiener ein Referat über die Aussprache der hebräischen '-lokale. Einer Kommission wurden zwei Anträge des Herrn Dr. Goldjd mibt überwiesen, daß für die beiden obersten Klaffen der Gymnasien uu) Realgymnasien ein gemeinsamer Lehrplan in der jüdischen Geschichte u» d Religionslehre aufgestellt, gleichzeitig erörtert werden sollte, in wieweit die Kenntniß und das Verständniß der Bibel in den höheren Schulen durch „Bibellesen" gefördert werden könnte. Herr Dr. Bl innen thal merirte sodann über das Thema: Was kann der oberschlesische Rabbinerverband gegen die auch in Oberschlesien überhand nehmenden Taufen von Erwachsenen und Kindern thun? Der Referent geißelte die Ehrlosigkeu jüdischer Eltern, die gegenwärtig in großer Zahl ihre Kinder zu »! Taufbecken führen, und betonte, daß die deutschen Rabbiner auch zu di, »er brennenden Frage Stellung nehmen müßten. Mangelhafte religiöse ii siehung und mangelhafte Kenntniß der jüdischen Geschichte und Lehre fei -n zumeist die Triebfeder dieser charakterlosen Bewegung. Das religiöse bi wissen der Erwachsenen müsse von den Kanzeln herab mehr geschärft im o die Jugend in den Schulen zu religiöser Begeisterung herangebildet werden. Die Frage erheische ernste Beachtung, da nicht nur welke Fl itter abfallen, sondern auch intelligente Elemente dem Judenthum! verloren gehen. Ein Antrag des Herrn Dr. Deutsch, welcher die Auf-! iirf.t der Rabbiner über die Schächter der kleinen Nachbargemeinden be-! luy, wurde wegen der Schwierigkeit des Gegenstandes von der Tagesor.'iiung vorläufig abgesetzt. Von den sonstigen Gegenständen des Pro- §amunes ist hervorzuheben, daß der Verband es vorläufig noch nicht für fle» oten erachtete, persönlich in eine Bekämpfung der antisemitischen Be- »v' .uing einzutreten, da Oberschlefien gegenwärtig fast durchweg seuchen- Hv ist. Der Regierungspräsident Herr v. Bitter in Oppeln erklärte ainäßlich einer antisemitischen Strömung in der Hüttengegend einer D mtation gegenüber, daß die Regierung das Vereinsrecht nicht antasten tu» ne, auf die antisemitische Agitation aber ein scharfes Augenmerk habe »in die geringste Ueberschreitung mit allen gesetzlichen Mitteln bekämpfen wunde. Mit einer freien Besprechung über verschiedene andere Gegenfebe religiösen und pädagogischen Inhalts schloß die Verbandssitzung. n. Stettin, 29. Mai. Am 24. und 25. d. M. tagte hier der Provinzialverband der Rabbiner von Ostpreußen, Westpr ußeu und Pommern, dessen Verhandlungen ein Theil der Gemeindevel örden und Mitglieder der Gemeinde beigewohnt haben. Die erhebenden Anregungen, welche dieselben gezeitigt, werden nicht nur den Rabbinern seiit, sondern Allen, die den Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit Dalgt sind, noch lange in wohlthuender Erinnerung bleiben. Anwesend waren die Herren Rabbiner Dr. Bamberger-Königsberg, Goldschmid- ^-lberg, Hahn-Stolp, Hoffmann-Neustettin, Piek-Pyritz, Rippner-Glogau, Aich-Memel, Silberstein-Elbing, ,Ungerleider-Berlin, Vogelstein-Stettin, Mrner-Danzig. Einige der Herren waren durch Familienverhältnisse Mt Erscheinen verhindert. Nach einer herzlichen Begrüßung von Seiten der- Ortsrabbiners Herrn Dr. Vogelstein und des ersten Vorstehers der Gemeinde Herrn I. Samuel dankte Herr Dr. Werner und gab der Freude Ausdruck ob der Anwesenheit der Herren Dr. Ungerleider und Rippner, beide Mitglieder des Centralausschusses des deutschen Rabbinerverbande. Hierauf erfolgte die Konstituirung, und Herr Dr. Bamberger, der schon von früheren Versammlungen bewährte Vorsitzende, übernimmt das Präsidium. Das erste Referat über „Bildung von Provinzialverbänden bischer Gemeinden" hält Herr Dr. Vogelstein und hebt unter Hinweis Mi? den, durch unermüdliche Thätigkeit Dr. Bambergers zu hoher Bedeutung gelangten Provinzialgemeindeverband für Ostpreußen, den Segen hervor, den solche Verbände, besonders auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes, durch Jnspizirung derselben in kleinern Gemeinden stiften. Nach der Diskussion, in welcher alle Betheiligten sich den Ausführungen des Referenten anschließen, wird folgende Resolution gefaßt: „Die Rabbiner sollen die Bildung von Provinzialverbänden in Westpreußen und Pommern anregen und fördern." lieber den hierauf gehaltenen Vortrag des Herrn Dr. Werner: „Sollen Rabbiner in öffentliche Versammlungen gehen und gegen die Antisemiten auftreteu?" entspinnt sich eine sehr lebhafte Debatte, die zu der Resolution führt: „Nur wenn Männer von hervorragender Lebensstellung oder wissenschaftlichem Rufe gegen das Judenthum auftreten, erscheint es gerechtfertigt, daß Rabbiner in geeigneter Weise die Bestrebungen des Antisemitismus öffentlich bekämpfen." Den dritten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein sehr interessanter und mit großem Beifall aufgenommener Vortrag des Herrn Dr. Hahn: „Warum ward und wird der Talmud verfolgt." Mit dem Vortrage des Herrn Dr. Rüls „Vorarbeiten zu einer zu veranstaltenden Talmudübersetzung" und der hierauf erfolgten Debatte schließt der erste Verhandlungstag. Das am Abend vom Vorstande zu Ehren der Rabbiner im Konzerthause veranstaltete Festessen, welches auch von Seiten der Gemeindemitglieder zahlreich besucht war, nahm einen glänzenden Verlauf. Deti ersten Toast brachte Herr I. Samuel auf den Kaiser aus. Begeistert stimmten alle Festgenossen in das Hoch ein. Die Herren Rabbiner mußten von freudiger Genugthuung erfüllt sein, aus dem Munde zweier Vertreter der Gemeinde, der Herren Rechtsanwälte Dr. Mann und Ehrenwerth, zu hören, wie dankbar sie für die durch die Verhandlungen empfangene Anregung sind, und wie sehr sie sich bemühen wollen, die Bestrebungen des Rabbinerverbandes zu fördern, um das heilige Erbe unserer Ahnen, durch Aneignung größerer Kenntnisse von der glorreichen Geschichte Israels unserer Jugend wieder zu erobern. In gehobener Stimmung trennten sich die Festtheilnehmer, um anderen Tages ihre segensreiche Arbeit wieder aufzunehmen. Der zweite Verhandlungstag begann mit einem interessanten Vortrage des Herrn Dr. Goldschmid. Derselbe sprach über „Religionsunterricht an Gymnasien und Realj gymnasien", brachte seine reichen Erfahrungen in fesselnder Weise zum! Ausdruck und suchte nachzuweisen, in welcher Weise die Jugend unterrichtet werden müsse, um für den spätern Kampf des Lebens neben dem modernen Wissen auch mit dem seiner Religion ausgerüstet zu sein. Hierauf folgte ein Bortrag des Herrn Dr. Rülf über „Ausarbeitung einer Religionslehre" in allerkürzester Form. Die Versammlung nimmt von den interessanten Ausführungen des Redners Notiz und stellt es demselben anheim, ein solches Buch abzufassen, um es einer spätern Versammlung vorzulegen. Ein Vortrag des Herrn Dr. Werner über Gründung jüdischer literarischer Vereine wird der vorgerückten Zeit wegen von der Tagesordnung abgesetzt. Sluf Antrag des Herrn Dr Bamberger beschließt die Versammlung, beim Centralausschuß anzuregen, dahin zu wirken, daß die dem Verbände noch nicht angehörenden Rabbiner sich demselben anschließen. Mit dem Berichte des Herrn Dr. Werner über die Hilfskasse für Beamte, deren Wittwen und Waisen der Provinzen Pommern, Ost- und Westpreußens, schließt die nach jeder Richtung hin segensreiche Verhandlung der Rabbinerversammlung. Nach den Mühen der anstrengenden Verhandlungen versammelten sich sämmtliche Rabbiner und eine geladene Zahl angesehener Mitglieder der Vertretung der Gemeinde zu einem Mittagsmahle in dem gastlichen Hause des Herrn Dr. Vogelstein. Möge die schöne Saat, die hier ausgestreut worden, auch schöne Früchte zeitigen. zz Altona, 26. Mai. Bezugnehmend auf die Notiz in Nr. 20 der Allg. Ztg. d. Jdth., die Erwählung des Herrn Dr. Deutsch in Burgreppach zum Obberrabbiner der hiesigen Jsraelitengemeinde betreffend, theile ich Ihnen berichtigend mit, daß zuverlässigen Informationen zufolge die Behauptungen jener Notiz: „Gegen die Wahl war ein Protest in Vorbereitung," und: „Dr. Deutsch war der Kandidat der Orthodoxen", unzutreffend und der Thatsächlichkeit nicht entsprechend sind. -V. Hannover, 26. Mai. Zu Anfang dieses Monats fand die ordentliche Generalversammlung des I s r a e l i t i s ch e n W o h l t h ä t i g k e i t s- Vereins, welcher bereits über ein Alter von mehr als 130 Jahren hinausgekommen ist, statt. In derselben wurde von interefflrter Seite auch die Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen angeregt; vom Vorstände wurde erwiedert, daß diese Angelegenheit den Verein schon vor