Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1893)
- Date
- 1893-04-28
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3228004--49740-3271320- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
199 l sey geleis er Ungeduld chts geschafft, Gepäck von der Bischof icn Händen iliche Kosten gegen das rt (1481) in i waren an achten jedoch >arre». Aber n Bamberg iure erledigt :it zur Ent- 476—1508), -1486) und »erzog Georg mußte nun ichen Bischof ersten Wortdes Bischofs denen Hilfsn. Jahre 1487 , zur fürst »er eingangs ». Rotenhar wendet sick oitz, Ritte» Jude David des Bischo' n versehen n zu forder» licht in Be man werd Unkosten i;» Segnung dee, der vor lnn nach in lß alle Vcr schof Anton lch registriu »de sich nick; nden Davi' agt der ebi ondern de; öhmen, uil - te gefällig»; ide machen, lschuldigun,! halten, da; ern sich an: )er römisch; ht, ist ntd)i chuldurkundc er Jude den : Juden in Lobkowitz bleibt noch immer in der Reserve, während er (1488) seinen Schwager Hieronymus Schlick, Herrn zu Weißkirch und Elboge», der damals gerade eine Reise nach Bamberg vorhatte, als Vermittler in den Vordergrund der Verhandlungen treten läßt. Aus irgend einem Grunde kam Graf Schlick nicht bis nach Bamberg, hatte aber in Culmbach mit dem Domdechant eine Unterredung, wobei sich dieser zu der Behauptung verflieg: die Juden könnten eine Art Scheidewasser fabriziren, wnniit Schriften abgezogen und gelöscht würden. Mit einem solchen Wasser hätten die Juden einen ihnen s. Z. vom Bischof Anton ans 8 Jahre ausgestellten Freiheitsbrief in der Mitte ansgelöscht, den also künstlich geschaffenen weißeil Raum mit dem Tenor der Schuldurkunde ausgefüllt, während sie die Einleitlings- und Schlußformeln sammt Unterschriften und Jnsiegeln stehen ließen, so daß sich unter ihren Händen ein Freiheitsbrief verwandelt habe in eine Schuldurkunde. Als Schlick seinem Schwager Lobkowitz von dieser kühnen Hypothese Mittheilung machte, da antwortete dieser mit der beißenden Bemerkung: In der Kroile zu Beheim giebt es auch eine große Menge von Juden, die mit Fürsten und inächtigen Herren zu thun und zu handeln haben um noch größere Summen, aber mit Wasser kann man da ihre Schulden nicht löschen, sondern einzig und allein mit Geld. Endlich nach verschiedenen Controversen und nachdeiil Graf Schlick darauf aufmerksam machte, es könnten aus diesen Sachen leicht widerwärtige Händel entstehen, da man an allen Enden Leute finde, die zum Kriege rathen, erklärt sich (1489) der Bischof Heinrich mit dem Vorschläge des Lobkowitz einverstanden, die Angelegenheit auf einer Tagsatzung vor den Markgrafen Friedrich und Siegmund von Brandenburg zum Austrag zu bringen?) Auf Ersuchen beider Parteien wird denn auch von den Markgrafen ein Vergleichstermin angesetzt, der am Montag nach Frohnleichnam 1489 in Ansbach stattfinden sollte. Da aber Lobkowitz, der gern persönlich erscheinen wollte, für jene Zeit durch eine Einladung zum König von Böhmen am Erscheinen verhindert war, wurde der Termin verschoben auf Montag nach Bartholomäus-Tag. Für diese Verhandlung läßt sich Lobkowitz von den Gebrüdern Salomon und David, den Söhnen des verstorbenen Meyer, in aller Form Rechtens die Ccssionsurkunde austellen, nach welcher sie „mit Rath und wolbedachten Mnth, von zutten freyen willen, redlich und recht aufgegeben haben" alle Schulden, die sie als Erben ihres Vaters vom Bischof und Kapitel, vie von andern Landsassen des Stifts zu Bamberg zu fordern haben, o daß hiufür in die Hand des H. Johann von Hnssenstein alle Gewalt und Macht übergeben wird, „so aiu Rechtsaufgab von rechts vegen haben soll." (Schluß folgt.) U Eine moderne Pilgerfahrt nach dem gelobten Lande. Von Beruh. Meyersfeld in Braunschweig. Anläßlich meiner wenigen Zeilen für den Sprcchsaal in Nr. 15 ieser Wochenschrift fragt der hochgeschätzte Redakteur derselben bei nir an, ob ich nicht etwas mehr über die Sache schreiben möchte, ich fasse letztere in erweitertem Sinne auf, lasse mir den Wunsch As Befehl dienen und werde nunmehr Mitarbeiter der „Allgemeinen Deutschland, S. 129 und 218; ferner: Zeitschrift für Geschichte der Juden ln Deutschland, Bd. V, Heft 4, S. 380), aber aus dein ganzen Zusammenhänge wird der Leser entnehmen, daß es sich in unserem Falle nicht um in Falsifikat handelt. ») Friedrich, Markgraf zu Ansbach 1460 -1536; Siegnmnd, Markgraf zu Bayreuth 1468—1495. Zeitung des Judenthums", beseelt vom besten Wollen. Indem ich diesen guten Willen hiermit feierlichst bekräftige, wird mir aber zugleich klar, daß es mit diesem allein nicht geschehen ist, denn die Redaktionen und Leser verlangen mit Recht mehr als solchen, und da muß ich allerdings bekennen, daß die verehrten Abonnenten des Blattes, wenn sie von allen möglichen Gesichtspunkten aus beleuchtete gelehrte Abhandlungen und hochinteressante Aufschlüsse über Land und Leute von mir erwarten, besser daran thun werden, diesen Artikel ungelesen zu lassen, denn der Verfasser gehört der Geschäftswelt an, besitzt keine Gelehrtenbildung und betrachtet die Welt nicht durch die Brille, die so häufig von Berufsschriftstellern aufgesetzt wird und meistens durch ihre Schärfe bedeutenden Eindruck hervorruft. Dieses vornusgeschickt, mag es mir nun gestattet sein, zur Sache selbst überzugehen; doch hoffe ich, daß mir die Nachsicht der freundlichen Leser zu Th eil wird. Welche großen Fortschritte die deutsche Handelsmarine in den letzten beiden Jahrzehnten gemacht hat, wissen wohl alle Diejenigen, die Hamburg und Bremen und deren Schifffahrtsgesellschaften, in ersterem die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft und an letzterem Platz den Norddeutschen Lloyd, an? eigener Anschauung kennen. Gar stattlich ist die Zahl der Dampfer jener beiden Gesellschaften und ihre Flaggen sieht man in allen Meeren, wenn auch der Hauptverkehr zwischen der alten und neuen Welt stattfindet. Obgleich nun die Beziehungen der ersten deutschen Häfen mit solchen des Auslandes bereits einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht haben, so war es dennoch ein glücklicher Gedanke der Leiter der großen Hamburger Schifffahrtsgesellschnft, daß sie die rasch beliebt gewordenen Orientfahrteu schufen. Eine solche fand nun wiederum im Februar d. I. statt, und ungefähr in der Bütte jenes Monats lief in Genua mit von New-?)ork geholten hundert amerikanischen Paffagieren der Hamburger Schnelldampfer „Fürst Bismarck" an, um die europäischen Theilnehmer der Fahrt, deren Anzahl annähernd 150 betragen mochte, an Bord zu nehmen. Auch meine Wenigkeit (nebst der bessern Hälfte) gehörten von da ab zur Schiffsgesellschaft, die rasch unter einander Bekanntschaft schloß, was um s»' angenehmer, weil man voraussichtlich fast zwei Monate zu- » lammen verbrachte und dadurch naturgemäß mehr oder weniger auf; einander angewiesen war. i Es gehört wohl kaum in den Rahmen dieser Aufzeichnungen, j davon zu berichten, daß wir Korsika und natürlich in Ajaccio das » Geburtshaus des großen Napoleon besuchten, dann die vier Tage! währende Seefahrt durch das Mittelländische Meer nach Alexandrien machten und theilweise der bösen Seekrankheit unsern Tribut zollten; genug, am 24. Februar landeten wir glücklich in genanntem Hafen und ein Extrazug führte uns nach Kairo, >vo wir — eine Invasion im Kleinen — in verschiedenen Hotels Iluterkunft fanden und in ihnen ab und zu Veranlassung erhielten, dariiber nachzudeuken, wie j gut wir es dagegen auf unserem Dampfer hatten.! Nach dieser kleinen Abschweifung sei es gestattet zu erwähnen, daß die in der Hauptstadt Aegyptens verbrachte Woche für die Reisegesellschaft überaus fesselnd tvar. Die Residenz des Khedive, Kairo, ist so oft und in farbenreicher Weise von bedeutende» Weltreisenden beschrieben worden, so daß eine Schilderung unterbleiben kann; indeß sei hier nur bestätigt, daß in der That das Leben und Treiben in dieser buntscheckigen Bevölkerung von fast Vs Million für uns Europäer wunderbar viel Neues und Eigenartiges aufweist, sodaß wir aus deni Staunen und Verwundern fast gar nicht herauskommen. Bietet nun schon das Straßenleben so viel des Interessanten, so kann man sich denken, welche Ehrfurcht uns packt, wenn wir den wunderbaren Denkmälern des grauen Alterthums gegenüber stehen.