Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 16 (21.4.1893)
- Date
- 1893-04-21
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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f>7. Lahr Der GemeLndebote. Äerlin, 21. April Berlin, 21. April is!>o. 'UerLage zur „Akkgemeinen JeiLung des IuöenLkurns". Korrespondenten und Nachrichten. Haus haben. Das Zusammenleben vieler Kinder in einem Institut erweckt in ihren Herzen auch die Liebe zur Arbeit. Thun Sie, meine Herren, was Sie nur thun können, um ein derartiges Institut, in welchem Cj'tnSov »1» vaS {Ofvf\ßt+ovi» ir*»S <t+f ftYJnitfrJAßit «v»rt«ßi» Deutschland. z. Berlin, 18. April. „Ist dein Anfang auch gering, deine Zukunft wird groß imb herrlich sich gestalten." Air dieses Prophetenwvrt mußten unwillkürlich all' Diejenigen denken, die der am in. d. M. srattgefundenen Generalversammlung der Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate beigewohnt haben. Ein freudiges Gefühl durckzog die Herzen aller Teilnehmer, als sie die stattliche Zahl -er von der Gesellschaft unterstützten und ausgebildeten Lehrlinge, Gesellen mtb Gehilfen, sowie deren Werkstatt-Arbeiten, die auf Tischen ausgelegt Professionisten angetroffen, derselbe mit einem gewissen Stolz von seinem waren, in Augenschein nahmen. - Die Gesammtzahl der Lehrlinge beerlernten Handwerk gesprochen habe. Rach dem Bericht der Revisoren trägt gegenwärtig dreinn-neunzig. Unter denselben befinden sich Ertheilnng der Decharge wurde zur Vorstandswahl geschritten. Das Schneider, Schuhmacher, Maschinenbauer, Kunstschlosser, Vergolder, Ergebniß der Wahl brachte in das Kollegium, bis auf den stellvertreten - Silberarbeiter, Buchbinder, Maler, Bildhauer, Zahntechniker, Kürschner, ^en Vorsitzenden, wo ^crs Loos zwischen Rechtsanwalt Dr. Edwin Katz Konditor u. s. w. Die Ausstellung der Lehrlingsarbeiten, von denen unk Maurermeister Frankel für Letzteren entschied, keine Veränderung, rnanche besondern Beifall fanden, hat den Mitgliedern der Gesellschaft Schüsse der Sitzung ermahnte der Vorsitzende die Lehrlinge, sich die Gelegenheit geboten, sich von der 'segensreichen Wirksamkeit des Vor- ^urch Fleiß, Bescheidenheit und Tugend auszuzeichnen und die ihnen erstandes zu überzeugen. — Der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Leopold wiesenen Wohlthaten dereinst an Andern auszuüben Wir werden Lesser, dankte den Anwesenden für ihr Erscheinen und erstattete Bericht gelegentlich auf diesen segensreichen Verein noch zurückkonnnen. über die Thätigkeit der Gesellschaft im verflossenen Geschäftsjahre, dessen * Berlin, 16. April. Herrn Siegfried Zadig, Wilhelmstr. 16, Inhalt wir hier in gedrängter Kürze wiedergebeu. Bei der Aufnahme von auf seine Immediat-Ei ngabe an den Kaiser folgende Antwort Lehrlingen lege der Vorstand besonders Gewicht auf gute Schulzeugnisse, geworden: „Berlin, 10. April 1806. Ihre Jmmediat-Eingabe vorn Aus den vielen Aufnahmegesuchen gehe zur Evidenz hervor, daß Hand- Ä, betreffend die Verhinderung der Verbreitung antisewerk und Ackerbau von unfern Glaubensgenossen als Berufszweige bernitischer Druckschriften auf den hiesigen Straßen, ist auf Allerhöchsten trachtet werden, die zu ergreifen sich reichlich lohne. Bei dem Zwecke, Befehl zur Prüfung und Bescheidung an mich abgegeben worden. Euer den die seit 80 Jahren bestehende Gesellschaft verfolge, sei die Thatsache, Wohlgeboren eröffne ich demgemäß ergebenst, daß, wie längst Jedermann daß diese Anschauung immer mehr cm Boden gewinne, für uns Israeliten wahrnehmbar, den Ausschreitungen der mit antisemitischen Druckschriften von nicht zu unterschützendem Werthe. Der Vorstand achte darauf, daß Straßenhandel betreibenden Personerl polizeilicherseits mit Strenge entdie Lehrlinge regelmäßig eine Religions-, Fach- und Fortbildungsschule gegengetreten wird, soweit die geltenden Gesetzes hierzu eine Handhabe besuchen Die Lehrlinge ständen unter strenger Kontrole der Inspektoren, bieten. Was die von Ihnen erwähnten Verirbillets „Nach Jerusalem die ihres Ehrenamtes iu treuer Hingebung walten. Um aber die Lehr- "der nicht zurück" betrifft, so hat sich ergeben, daß dieselben zum linge auch nach vollendeter Tagesarbeit beaufsichtigen zu können, wende großen Theile den Bestimmungen des $ 6 des Gesetzes über die Presse vom der' Vorstand sein Hauptinteresse dem vor l\2 Jahren in Pankow 7- Mai 1874 nicht entsprechen; insoweit dies der Fall, sind diese Druck- Mühlenstr. 1 errichteten Lehrlingsheim zu, in welchem. Dank der Opferschriften beschlagnahmt worden. Der Polizeipräsident, gez. v. Richthofeu." Willigkeit einiger Vorstandsmitglieder, schon jetzt 8 Zöglinge sich be- 6. D. Berlin, 16. April. Berlin wird nicht nur Weltstadt, sondern fänden. Die Zahl der Zöglinge in diesem neugegründeten Heirn würde immer mehr die Centrale auch des jüdischen Geisteslebens. Die neueste sich vergrößern, sobald der Vorstand über die uöthigen Geldmittel ver- Gründung, die von der jüdischen Publizistik verzeichnet 51t werden verfügen werde. Da in letzterer Zeit 51t diesem Zwecke Herr S. Born dient, ist eine Anstalt zur Ausbildung von jüdischen Kantoren. Der in 6000 Mark gespendet und der verstorbene Geheimrath Eohn iu Posen musikpädagogischen .Kreisel! wohlbekannte Direktor M. Wigodzki, der der eine ansehnliche Summe testamentarisch vermacht habe, so gebe der Vor- Leiter eines Konservatoriums für Musik ist, hat innerhalb dieses Jnstistand sich der Hoffnung hin, daß es ihm recht bald gelingen werde, auch tutes eine Kantorenabtheilang eingestellt, eine Einrichtung, die der weitere Gesuche um Aufnahme in das Lehrlingsheim zu berücksichtigen, weitreichenden Ziele wegen, die sie verfolgt, allseitige Beachtung verdient. Zum Schluß ersuchte Redner die Mitglieder, ihr Interesse und Wohl- Der Moment, in dem die Meister des Spnagogengesanges den Schauwollen für die Gesellschaft auch iu Zukunft zu bethätigen Auf die platz ihres unterrichtlicheu Wirkens verlassen haben, scheillt in der That Frage eines Mitgliedes, ob die Lehrlinge nach vollendeter Lehrzeit sich zur Begründung eines derartigen Instituts der richtige Zeitpunkt zu nicht dein Hausirhandel widmeten, erwiederte der Vorstand, daß dies sein. Was bisher gefehlt hat, ist der stufenweise Fortschritt, der menur in vereinzelten Fällen vorgekommen sei. Die Mehrzahl bleibe bei thodische Gang in der Heranbildung des Kantorengeschlechtes, eine systeder erlernten Profession und finde Behagen und Zufriedenheit an derselben, matisch aufgebaute Lehrweise bei der Verfolgung dieses Ziels. Diesem An der darauf folgenden Diskussion betheiligten sich die Herren Justiz- Mangel soll nun abgeholfen werden. Direktor Wigodzki, der aus den rath Makower, Louis Sachs, Maurermeister Frankel, H. Arons, Rechtshervorragendsten Instituten Berlins hervorgegangen ist — er ist Schüler anwalt Kraft n. n. A. Die Ausführungen des Herrn Justizrath Makower j Kullaks und des Stern'schen Konservatoriums — hat einen Stab von fanden ungetheilten Beifall, und würden wir sie wörtlich wiedergeben, : Fachmännern bereits gewonnen, die den Leiter der Anstalt in seinen fürchteten wir nicht, den Rahmen eines Berichtes zu überschreiten. Aus! Bemühungen, den Kantorenzöglingen einen allen Ansprüchen genügenden seiner lehr-und sinnreichen Rede sei nur Folgendes hervorgehoben: „Nur; musikalischen Unterricht zu gewähren, unterstützen. Der mir vorliegende die produktive Arbeit der Juden wird den Antisemitismus bekämpfen. ' Prospekt betont, daß „namentlichdem rezitativischen Vortrag beson- Wir müssen unfern Kindern den Begriff klar machen, daß Arbeit etwas dere Aufmerksamkeit und liebevolle Pflege zugewandt werden soll." „Mein Ehrendes sei. Die Erfahrung habe ihm bestätigt, daß die Juden arbeits- Bestreben", heißt es weiter, „ist in dieser Hinsicht darauf gerichtet, das tüchtig und arbeitsliebend seien. Die 50 Zöglinge, die im Pankower : Rezitativ durch lebendigeren Rhythmus, melodischere Gestaltung, größere Waisenhause erzogen wurden, seien alle bei ihren erlernten Professionen! Beweglichkeit und reichere Mannigfaltigkeit dem Ohre gefälliger und angeblieben." Redner plaidirte für das Lehrlingsheim und bemerkte sehr genehmer zu machen." Die Anstalt stellt sich aber, was hervorgehoben treffend: „Wollen Sie Menschen erziehen, so müssen Sie ein Erziehungszu werden verdient, das Ziel, die Kantoren nicht nur zu ihren gesang-