Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1893)
- Date
- 1893-04-14
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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> religiösen mpfundenen Bomst und bwohl vieler lang in > bei allen rankte Herr i sich beim )en Staats- Worten an rtb für uns, es v ortreff - ' v. Unruhe-;usandte. fand hier öffentliche dem aus- Zöglingen, e repräseru er dirigirt Kuratorium ung, welche >e des Diriiu den verlidischen Ge tisemitischen lbst zutrug, xzedent dem ngegriffenen finitiv Ab?r „Allgem. nd, ist ane ied, welchec eilt worden >n Franken l gegen der er Ausgang dafür, dar liegt darin neu davor labten Ge ch über der 'chen Bewe ante erfreu lle Männer g zu nehme; ter Struck handelte u v. M. un mds, sowi dieses edler : anerkanm Gemeinde Plätzen er e dankbar St. durci gen an de; kindlichste; Offiziers-Examen abgeschnitten. Die Beförderung von jüdischen Freiwilligen erfolgte auch beim Gardekorps und fogar bei der Garde- Kavallerie, den sogenannten Elite-Regimentern. Die königlich baierische Armee kannte eine derartige Beschränkung niemals. n. Düsseldorf, 10. April. Die durch den zu frühen Heimgang unseres allgemein beliebten Rabbiners Dr. A. Wedelt vakant gewordene stelle wurde dem bisherigen Oberlehrer an der Religionsschule in Hannover, Herrn Dr. E. David, übertragen, dessen offizielle Amtseim uihrung an; 1. Peßachabend durch die Vorsteher stattgefuuden hat. Am folgenden Tage, an welchem unsere Synagoge bis auf den letzten Platz gefüllt war, hielt derselbe seine Antrittsrede und forderte, anlehnend an ne Stelle der verlesenen Haftara Josnah Kap. 5 V. 15 „Ziehe deine -chuh von deinen Füßen, denn der Ort, worauf du stehst, ist heilig!" die versammelte Gemeinde auf, an allen edlen, humanen Bestrebungen und Zielen der Menschheit, sowie auch an allen Interessen des Gesammtndenthums, insbesondere unserer Gemeinde, stets regen Antheil zu nehmen. v>n Ausführung seines Textes zeigte der Redner, daß diese Stätte i. der Erkenntnis; und Wahrheit, 2. der Tugend und Gerechtigkeit und >. der Liebe und dem Frieden geweiht sei. Unserer Gemeindevertretung noch seinen Dank dafür aussprechend, daß man ihn hierher berufen habe, uw hervorragende Rabbiner, wie z. B. Rabbi Löb Scheuer, Dr. W. seilchenfeld und fein Vorgänger Dr. 91. Wedelt gewirkt, bat Herr Dr. ■v. David die Herren Vorsteher und Repräsentanten, ihn in seinen schweren Üerufspflichten jederzeit unterstützen zu wollen. Mögen alle Hoffnungen, ie wir auf unfern neuen Rabbiner setzen, in Erfüllung gehen. X Frankfurt a. M., 9. April. Der Jahresbericht der Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden am Taunus hat m Jahre 1892 33,328 Mk. Einnahme gehabt. Die Anstalt wurde von 38 Patienten (72 Männern und 59 Frauen) besucht. Bei 31 Patienten mrden ausgezeichnete, bei 63 Kranken gute Erfolge erzielt. Leiter der lnstalt ist Dr. H. Hughes. Oesterreich-tittynrn. * Wien, 10. April. Am 3. April wurden folgende Herren zu Kuratoren der Israelitischen theologischen Lehranstalt in 'Lien designirt: Reichrathsabgeordneter Dr. Emil Byk aus Lemberg, >rof. Dr. Grünhut in Wien, Oberrabbiner Dr. Güdemann, David Otter v. Gutmann, Wilhelm Ritter v. Gutmann, Oberrabbiner Dr. '>ellinek, Moriz Karpeles, Kultusvorstand; kais. Rath Heinrich Klinger, ucktusvorstand; Moritz Baron von Königswarter, Mitglied des Herrenauses; Dr. Moriz Lichtenstern in Prag; .Landesrabbiner Dr. Placzek n Brünn, Dr. Arnold Rosenbacher, Präses der israelitischen Kultusemeinde in Prag. Am Sonntag den 9. April hat sich das Kuratorium onstituirt. — Für den neuen israelitischen Tempel im ]X. Wiener Stadtbezirke wurde der Prediger Dr. Gelb haus aus Prag zum 'iabbiner gewählt. Herr Dr. Gelbhaus wurde nach dem Rücktritte des Wgierungsrathes Pros. Kämpf an dessen Stelle als Prediger nach Prag erufen. — Im israelitischen Tempel in der Leopoldstadt war am Osterfest beim Abendgottesdienste die elektrische Beleuchtung zun; ersten' aal in Betrieb gesetzt worden. Um das Zustandekommen des Projekts aben sich insbesondere die Mitglieder des Vorstandes der israelitischen ucktusgemeinde, die Bauräthe v. Goldschmidt und Stiaßny und Architekt -leischer verdient gemacht. — Rührend in ihrer Art war die Feier des aeder in der hiesigen jüdischen Volksküche. An beiden Abenden aren, wie alljährlich, mehr als 200 jüdische Soldaten in der Volksnche im zweiten Bezirk zur Mahlzeit geladen. Das Fest gab den Soldaten Anlaß zu einer spontanen patriotischen Demonstration. Einer um ihnen erhob sich, mit einem Glas Wein in der Hand, uni in be- Asterten Worten einen Trinkspruch auf den Kaiser auszubringen, in welchen die Anwesenden mit einem stürmischen Hoch einstimmten. Zuden u' ist vielfac! preußische; n den au he jüdische; Vislang ge nach siebe;; ntung zum gd. Budapest, 6. April. Die wirkliche Gleichberechtigung der u. di scheu Konfession, welche die weitere Ausgestaltung des die israelitischen" Einwohner Ungarns zur Ausübung aller bürgerlichen;ub politischen Rechte für gleichberechtigt erklärenden Emanzipationsu'setzes vom Jahre 1867 werden soll, hat nach den Berichten der Tages- Aätter die Zustimmung Sr. Majestät erlangt und wird in kurzer Zeit uv Gesetzgebung eine aus drei Abschnitten bestehende „Gesetzesvorlage über die jüdische Konfession" vorgelegt werden. Der erste Abschnitt er- Uärt die jüdische Konfession als gesetzlich rezipirte; der zweite Abschnitt 3 - gesteht der jüdischen Konfession jene Reziprozität zu, welche zwischen der katholischen und den übrigen „rezipirte n" christlichen Konfessionen besteht. In Betreff des Uebertrittes von: jüdischen Glauben zürn christlichen, und vom christlichen zum jüdischen sind die Punkte 1—8 und 14 des Gesetznrtikels über die „Reziprozität der rezipirten christlichen Konfessionen" bindend; der dritte Abschnitt betraut mit der Durchführung des Gesetzes das Ministerium. Der Episkopat macht nur gegen den zweiten Abschnitt dieser Vorlage Einwendung und erklärt, „zu einen; solchen Gesetze seine Einwilligung (!!> nicht geben zu können." Die Bischöfe berühren aber mit keinem Worte die Ursache der Einwendung, und man kann fiiglich annehmen, daß sie, wenn die Vorlage, vor dem Oberhaus zur Verhandlung gelangt, die auch in Oesterreich bestehende Reziprozität und Rechtsgleichheit der jüdischen Konfession und den iibrigen „rezipirten" Konfessionen anerkennen werden. Im Laufe der Verhandlungen wird sich wahrscheinlich — auf Antrag eines jüdischen Abgeordneten — auch die Nothwendigkeit ergeben, den zweiten Abschnitt mit einigen Punkten zu ergänzen. Das erwähnte Gesetz verfiigt, daß, wenn die von mehreren! Konfessionen bewohnten Gemeinden und Städte zu kirchlichen und Schul-! zwecken Subventionen geben, sämmtliche dort wohnenden Konfessionen! nnterstiitzt werden müssen. Die Haupt- und Residenzstadt und andere j Städte in der Provinz dehnten diese gesetzliche Verfügung auch auf die | jüdischen Schuten aus. Es sind aber — so bemerkt der „Magyar ZsidO | Szemle“ — oft Fälle vorgekonunen, daß die jüdischen Gemeinden unter! dem Vorwände, daß sich erwähnter Punkt nur auf rezipirte Konfessionen! bezieht, eine Subvention nicht erhielten. Ein aus die Vermeidung solcher > Mängel der Vorlage Bezug habender Antrag wird zweifelsohne auge-; uonmieu werden.! E. Lemberg, 10. April. Soeben erfahren wir, daß in der in j Ez ernowitz stattgefundenen Wahl Rabbiner Tr. Rosen feld aus! Orszohaza (bekannt in Deutschland als Kandidat fiir den erledigten i Rabbinerposten in Altona) mit 392 Stimmen lauf 419 Stimmende; zun; Oberrabbiner von Czernowitz gewählt wurde - Am 13. und 24. d. Ai. wird hier eine jüdische Delegirtenkonferenz tagen, behufs Festsetzung des jüdisch-politischen Landesprogramms und Organisirung der jiidischen Laudespartei. Die Sitzungen werden in; Saale des Vereines „Zion" abgehalten werden. Die bedeutendsten jüdischen Gemeinden! Galiziens'werden diesen ersten jüdischen Delegirtentag beschicken, über; dessen Verlauf wir seiner Zeit Bericht erstatten werden.! Frlmkrcich. o. Paris, 6 April. Unter dem Titel „La Vraie Parole* er-! scheint hier seit einigen Tagen ein großes Blatt in Format und Aus-! stattung der politischen Zeitungen, wckches ausschließlich der Bekänipfung! des Antisemitismus gewidmet ist. Herausgeber und Redakteur ist Herr I. Singer, der Direktor der „Encyklopädie für die Wissenschaft des Judeuthums". Das Blatt, welches jeden Mittwoch und Sonnabend erscheinen soll, ist gut und elegant geschrieben. Es enthält werthvolle; Beiträge hervorragender Schriftsteller. Wir wünschen dem Unternehmen! den besten Erfolg. Italien.! * Rom, 9. April. Den; Budapester „Remzet" meldet man von! bier: Einundvierzig Schüler zweier Budapester Gymnasien wurden unter Leitung ihrer Professoren, von Sr. Heiligkeit Papst Leo XIJL in Audienz empfangen. Unter den Schülern befanden sich auch sieben! studen. Der Papst, welchem der jüdische Typus eines derselben aufj siel, fragte die begleitenden Priester: „Est confessionis mosaicaeV* So- | dann sprach der Papst mit den jüdischen Gymnasiasten äußerst huldvoll,! befragte sie über ihren Aufenthalt, die Ergebnisse ihrer Studienreise und! segnete dann Alle, wobei er betonte, daß er die jüdischen Knaben auch! sarnmt ihren zu Hause weilenden Eltern segne. Alle Schüler waren tief; ergriffen durch die bezaubernde Güte, mit welcher der Papst sie behandelte. Nnßlaud. 8. Petersburg, 5. April. Im Herbst dieses Jahres wird in der! Hauptstadt des Zarenreiches eine Rabbinerkommission seitens der Regierung unberufen werden, über deren genaue Zwecke und Aufgaben der Herr; Pobedon oszew ebenso in; Unklaren ist, wie die gesammte Judenschaft - in Rußland. Nachdem zahlreiche Kommissionen zur Lösung der Juden- I frage getagt haben und der Graf Pahlen wohl selbst eingesehen hat.