Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1893)
- Date
- 1893-04-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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ßcrliii, 14. April 1893. •-r ibet; denn lberge imb Verkehrtheit ’cu. Allerzteres über Haltbarkeit luerlich ist, in Wochensodaß die können, yersfeld. 22. März. Prichwort, ^eder und en Thema. eigentlich n Nichts" Gemeinbettung der überflüssig. Punkt dein Nr. 8 'Uten wirb, iden nicht n und Bett Begriff bas neue n Verkauf 0 bgl. in llng leben, mdter Bei Kultus pulstren. nr ichtigte 5ireb§- echte Bebes ersten in kleinen 's, diesem lg u. s. w eminarien Lehrstütte, iß wir zll ellt sprach Stunden, flonstehre, aruch und die den künftigeir tagen den nssen hafte ilfe einerzwei der begomlen Cöln und mit Heine tz, Lehrer. n. ')7. Jahrgang. Nr. 1». (jlf) f Ut fl lt Ö f l>öt f 4 Weibage gur „Allgemeinen Korrespondenzen und Nachrichten. Drutschlaud. ^2 Berlin, 11. April. Wie wir hören, beabsichtigt die Gemeindebehörde, eine dritte Religio ns schule im Westen zu errichten, dereli Leitung wahrscheinlich Herrn Rabbiner Dr. Weiffe zufallen dürfte. (Sin diesbezüglicher Antrag ist in der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung gestellt und von dieser der Schulkommission zur Erledigung überwiesen worden. Berlin, 11. April. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: „Die hiesige Polizeibehörde geht jetzt mit großer Strenge gegen die Auswüchse der antisemitischen Litteratur vor. Es sind in den letzten Tagen Nachfflchuugen nach derartigen Schriften und Karikatureli vorgenommen worden. Das Ergebniß ist nicht bekannt" — Soweit unsere Informationen reichen, bezieht sich die Nachricht auf eine Haussuchung in einer antisemitischen Buchhandlung, um den Drucker der „Fahrkarten nach Jerusalem" zu eruiren Man wird gut daran thun, all' derartigen Nachrichten, die meist von den Antisemitelt selbst zu naheliegenden Zwecken ausgesprengt werden, großes Mißtrauen entgegen zu bringen. * Berlin, 11. April. Die Feststellung der gegenseitigen Konfessionsverhältnisse der Ehegatten, wie sie bei Gelegenheit der letzten Volkszählung vom Dezember 1890 in Berlin erfolgte, hat nach dem „Stat. Jahrb. d. Stadt Berlin" folgendes Resultat ergeben. Gezählt wurdell 277,429 Ehepaare, von denen bei 248,909 Manu und Frau derselben Konfession angehörten, und zwar u. a. 12,890 jüdische. Tie Gesammtzahl der Mischehen betrug 28,464, darunter 928 mit! üdischen Frauen. Bezüglich der evang. Männer ergab sich, daß 192 jüdische Frauen geheirathet; von katholischen Ehemännern hatten 19 jüdische Frauen. Unter 19,678 jüdischen Ehen befanden sich 842 Mischehen, und zwar hatten 743 jüdische Ehemänller evangelische Frauen, 09 katholische, 26 dissidentische Frauen. * Berlin, 12. April. Nach langer Zeit hören wir wieder einmal etwas von der Beitel Heine Ephraimscheu Lehranstalt. Das Kuratorium versendet närnlich folgende Mittheilung: In der Beitel Heine Ephrairnschen Lehranstalt, Oranienburgerstr. 87, lesen vom 20. April angefangen (gratis): Herr Dr. Steinschneider: Hebräische Handschriften- ' unde, 1 Stunde wöchentlich; nenhebräische Schriftsteller, 2 Stunden. Herr Prof. Barth: Erklärung nltsemitischer Inschriften, 1 Stunde; Arabische prosaische und poetische Schriftsteller, 2 Stunden. Mieldungen abzugeben Oranienburgerstr. 87. Berlin, 10. April. Die Beitel Heine Ephraimschen Fiduciarien. A. Berlin, 9. April. Wie wir bereits mitgetheilt, ist am 26. v. M. xr Königl. Hofbuchbindermeister Wilhelm Collin in seinem 79. Jahre zu Grabe getragen worden. Mit ihm ist wiederum eine Zierde ans dem Kreise der jüdischen Handwerksmeister, nach mehr als 50jähriger emsiger, hrllcher Arbeit geschieden, tief betrauert von den Seinigen und seinen -Kollegen, denen er alle Zeit ein Muster von Bescheidenheit und Strebamkeit war. Wegen seiner außerordentlichen Leistungen auf kuustn'werblichem Gebiete wurden ihm viele Anerkennungen und Ehrenc.zeugnngen gezollt Prinz Heinrich von Preußen hatte den Hinter- 'liebenen in einem Schreiben durch den Hofmarschall Freiherrn von Seckendorfs seine Theilnahme ausdrücken lassen. Der Verstorbene bildete Kele taubstumme und jüdische Lehrlinge aus. Trotz des großen Ilmfangs 'eines Geschäfts fand er immer noch Zeit, die ihm in großer Anzahl übertragenen städtischen Ehrenämter auf das Gewissenhafteste, bis zum letzten Augenblick zu verwalten. Der Sarg war mit Kränzen geschmückt und begleitet von Deputationen des Magistrats, von Korporationen und vom Geschäftspersoual. Rabbiner Dr. Maybaum hiett die Gedächtnißrede, in der er schilderte, wie der Verstorbene sich als Mann der Arbeit ait§ kleinen Anfängen emporgearbeitet, welche Verdienste er sich um das Zeitung des Duöenlburns". deutsche Kunstgewerbe erworben und wie er seine Werkstatt zu einer der ersten in der Buchbinderkunst erhoben hat. Ter Verstorbene hinterläßt zwei tüchtig fachlich ansgebildete Söhne, die ihm schon seit längerer Zeit beigestanden und nach seinem Vorbild die Werkstatt weiter führen. * Berlin, 10. April. Bezüglich der Frequenz der. höheren Schulen liegen uns die weiteren Daten vor: Im königl. Friedrich- Wilhelms-Gymnasium waren d. I. evangelisch 690 und 479, katholisch 26 und 22, jüdisch 60 und 47. — Von den 542 Schülern (129 in der Vorschule), die im letzten Winter das Humboldtgynmasium besuchten, waren 482 evangelisch, 18 katholisch, 42 jüdisch. — Im königl. Luisen- Gymnasinm waren 907 evangelisch, 96 katholisch, 1 dissidentisch und 61 jüdisch — Im Askanischen Gymnasium waren 499 und 144 evangelisch. 21 und 2 katholisch, 126 und 28 jüdisch. — Das königl. Realgymnasium hat 922 evangelische, 21 katholische, 99 jüdische Schüler. — Die erste Realschule (Alexandrinenstraße) hatte 499 evangelische, 9 katholische, 8 dissidentische, 94 jüdische Schüler. — Die achte Realschule (Höhere Bürgerschule) in der Rheinsbergerstr. 4—9 hatte 289 evangelische, 9 katholische, 1 dissidentischen, 49 jüdische Schüler. — Die königl. Elisabeth-Schule war von 989 Schülerinnen besucht, 499 evangelische, 9 katholische und 119 jüdische. — Im königl. West- Gymnasium in Schöneberg waren 446 evangelisch, 92 katholisch, 1 dissidentisch und 46 jüdisch — Im Friedrichs-Gynmasinm 986 evangelisch, 17 katholisch, 299 jüdisch. — Im Dorotheenstädtischen Realgymnasium 980 evangelisch, 27 katholisch, 199 jüdisch. F. Berlin, 9. April. Nach Ostern pflegt an viele Eltern die Sorge der Berufswahl für ihre Kinder, welche jetzt die Schute verlassen, oft in drückender Weise heran zu treten, da gerade jüdischen Kindern heute in manchen Fällen das Vorwärtskommen durch die Zeitkrankheit des Antisemitismus erschwert wird. Am besten steht es auch in dieser Hinsicht noch in einigen von unseren Glaubensgenossen früher weniger angebauten Zweigen des Kun st Hand w erks, und es dürfte daher vielleicht an der Zeit sein, darauf hinzuweisen, daß Israeliten auch auf diesen Gebieten gerade jetzt nicht unbeträchtliche Erfolge errungen haben. Der seit dem Jahre 1819, bestehende „Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Inden" hat es sich zur Aufgabe gemacht, unbemittelte Glaubensgenossen, welche Maschinenbauer, Schlosser, Kunstschlosser, Dekorationsmaler, Lithographen werden oder sich sonst einem geeigneten Zweige des Handwerks widmen wollen, nicht nur während ihrer Lehrlingszeit zu unterstützen, sondern er fördert würdige Kräfte auch bei der Begründung einer selbstständigen Existenz. Das von diesem Verein versuchsweise im Herbst des Jahres 1691 begründete „Lehrlingsheim" in Pankow hat sich gut bewährt und ist jetzt einer durchgreifenden Reorganisation unterzogen worden, welche es ermöglicht, schon für das Sommerhalbjahr eine Anzahl neuer Zöglinge aufzunehmen. Von den bisher im „Lehrlingsheim" befindlichen jungen Leuten hat ein Zögling die Anstalt jetzt als Geselle verlassen und arbeitet in lohnender Stellung als Kunstschlosser in einer größeren Werkstätte in Rummelsburg. Die erste Etage des in einem schönen Garten des Villengrundstücks, Mühlen- Strafte 1, belegenen Lehrlingsheims nehmen die Arbeitsräume und Schlafsäle der Lehrlinge ein, welche Wohnung, Kost und Ausbildung unentgeltlich erhalten. Die Herren Maurermeister Fränkel, Maler Bodenstein, Hofjuwelier Friedländer, welche dem Vorstand des nunmehr seit achtzig Jahren bestehenden Vereins angehöreu, nehmen sich der Zöglinge mit Rath und That an. Tie Litten zur Geschichte des Vereins für den ersten wichtigen Zeitraum von 1819—1824 befinden sich auf dem Polizeipräsidium und sind bisher noch nicht veröffentlicht. Wie wir hören, besteht die Absicht, eine Geschichte des für die Kulturgeschichte der Berliner- Juden nicht unwichtigen Vereins herallszugeben. £. Berlin, 9. April. Eine Reihe von Schulprogrammen liegt uns vor, die das Wachsthum imb Gedeihen dieser Anstalten in erfreulicher Weise bekunden. Zunächst das Programm der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philauthropin) Frankfurt a M. Die Real-